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Germanwings-Absturz: Vater von Andreas Lubitz bestreitet Suizidabsicht seines Sohnes

Der Anwalt der Opfer nennt die Aktion "geschmacklos": Ausgerechnet am Jahrestag des Germanwings-Absturzes will die Familie des verantwortlichen Copiloten Andreas Lubitz die Schuldfrage mit einem Gutachten neu beantworten.

Gedenkstätte für die Opfer der Germanwings-Katastrophe nahe der Absturzstelle in den französischen Alpen

Gedenkstätte für die Opfer der Germanwings-Katastrophe nahe der Absturzstelle in den französischen Alpen. Am Freitag jährt sich die Tragödie mit 149 Toten zum zweiten Mal.

Zwei Jahre nach dem Germanwings-Absturz mit 150 Toten hat sich die Familie des verantwortlichen Copiloten Andreas Lubitz mit der Ankündigung einer Pressekonferenz zu Wort gemeldet. Bereits in der Einladung zu dem Termin am kommenden Freitag bezweifelt Lubitz' Vater Günter Lubitz die "Annahme des dauerdepressiven Copiloten, der vorsätzlich und geplant in suizidaler Absicht das Flugzeug in den Berg gesteuert haben soll". Er schreibt: "Wir sind der festen Überzeugung, dass dies so nicht richtig ist."

Es seien viele Fragen unbeantwortet geblieben, heißt es in dem Text. Auch seien bei der Aufklärung der Ursachen Aspekte vernachlässigt worden. Die Familie hat nach eigenen Angaben den Luftverkehrsjournalisten Tim van Beveren mit einem Gutachten beauftragt, das am zweiten Jahrestag des Absturzes in Berlin vorgestellt und erläutert werden soll. Neben van Beveren will sich auch Günter Lubitz den Fragen der Journalisten stellen.

"Aus Sicht der Opfer ist das geschmacklos"

Der Berliner Opferanwalt Elmar Giemulla kritisierte die Ankündigung von Günter Lubitz: "Ich finde das sehr schlimm. Sich genau auf die Sekunde zu dem Zeitpunkt äußern zu wollen, an dem vor zwei Jahren die Maschine abgestürzt ist, das ist unverantwortlich", sagte Giemulla der "Rheinischen Post". "Aus Sicht der Opfer ist das geschmacklos und dürfte für viele von ihnen belastend sein." Er vermute, "dass Herr Lubitz eine Theorie verbreiten möchte, die seinen Sohn freispricht von jeglicher  Schuld".

Am 24. März 2015 hatte Copilot Lubitz einen Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings gegen einen Berg in den französischen See-Alpen geflogen. Mit ihm starben alle 149 Insassen des Jets. Die deutschen Justizbehörden gehen von einer absichtlichen Tat und Alleinverschulden des Co-Piloten aus. Die zuständige Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte das am Montag noch einmal. "Es gibt keine Zweifel, dass Andreas Lubitz die alleinige Verantwortung für den Absturz trägt", zitierte die "Bild"-Zeitung einen Sprecher der Behörde.

Am Absturzort soll am Freitag in einer erneuten Trauerfeier ein Gedenkelement enthüllt werden. Es sei auf Wunsch der Angehörigen in den letzten Wochen geschaffen worden, teilte die Lufthansa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Nach Abschluss der baulichen Vorarbeiten wird dies im Sommer an der Absturzstelle aufgestellt und dort an die Menschen erinnern, die bei dem tragischen Absturz ihr Leben verloren haben", hieß es. Über Art und Aussehen des Objekts wurde offiziell zunächst nichts bekannt.

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mad / DPA