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Ermittlungen: Schiff deutscher Flüchtlingshelfer durchsucht - Staatsanwalt erklärt, warum

In Italien haben Ermittler ein Schiff deutscher Flüchtlingshelfer durchsucht. Nun erklärt der Staatsanwalt, was der Besatzung der "Iuventa" von Jugend Rettet vorgeworfen wird.

Die "Iuventa" (Archivbild) der Flüchtlingshelfer von "Jugend rettet" liegt nun vor Lampedusa fest 

Die "Iuventa" (Archivbild) der Flüchtlingshelfer von "Jugend rettet" liegt nun vor Lampedusa fest 

Das Schiff "Iuventa" der deutschen Hilfsorganisation Jugend Rettet ist in Italien nach Angaben der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Gegen die Organisation werde wegen des Vorwurfs der Begünstigung illegaler Migration ermittelt, sagte Staatsanwalt Ambrogio Cartosio am Mittwoch in Trapani. Die Besatzung der "Iuventa" soll mehrmals Migranten an Bord genommen haben, die noch in Begleitung von libyschen Schleppern und nicht in Lebensgefahr gewesen seien. Die Festsetzung des Schiffs sei eine vorbeugende Maßnahme, um die Wiederholung des Vergehens zu verhindern. "Dass es einen Plan zwischen den NGOs und Schleppern gibt, erscheint mir zum aktuellen Zeitpunkt Science-Fiction", sagte Cartosio.

Das Schiff liegt nach Angaben von Jugend Rettet derzeit in Lampedusa, wo es durchsucht wurde. Davon erhofften sich die Behörden Beweise, dass Kontakt mit Kriminellen bestanden habe. "Wir weisen all diese Anschuldigungen entschieden zurück. Wir haben nichts zu verbergen", sagte Sprecher Titus Molkenbur. 

Auf Facebook schildert Jugend Rettet die Ereignisse so:


Kooperieren Flüchtlinsghelfer mit Schleppern?

Die Vorwürfe, dass private Seenotretter mit Schleppern "kooperieren", sind nicht neu. Jedoch wurden die Beschuldigungen auch in Parlamentsausschüssen in Italien nie bestätigt.

Die Beschlagnahmung habe nichts mit der Weigerung von Jugend Rettet zu tun, einen Verhaltenskodex für private Seenotretter zu unterschreiben, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die italienische Regierung will mit diesem Kodex die Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer besser regeln. Ein Großteil der Flüchtlinge, die von Libyen über das Meer nach Italien aufbrechen, wird mittlerweile von privaten NGOs gerettet.


tkr/DPA

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