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Kolumbien: Eine Erpresserin kocht, eine Terroristin serviert – zu Gast im Restaurant eines Frauengefängnisses

Sie haben gedealt, gemordet, erpresst. Jetzt kümmern sie sich um die Gäste eines Restaurants – im Frauengefängnis der kolumbianischen Stadt Cartagena. Ein Experiment.

Kolumbien: zu Gast im Top-Restaurant eines Frauengefängnisses

Verurteilt wurde Arleth Maríinez, 26, zu sechs Jahren, wegen Erpressung. Sie arbeitet als Kellnerin des Interno im Gefängnis San Diego in Kolumbien.

Dunkel ist die Ecke der Altstadt Cartagenas, in der es an diesem tropisch heißen Freitagabend zu einer höchst ungewöhnlichen Begegnung kommt. Vor den dicken Mauern eines alten Conventos warten in Anzug und Abendgarderobe gekleidete Manager, Künstlerinnen, Touristen, und sie haben nur ein Ziel: hinein. Rein in dieses Frauengefängnis.

Und hinter dem schweren Eisentor, nur wenige Meter entfernt, warten – in schwarzer Uniform – verurteilte Terroristinnen, Mörderinnen und Erpresserinnen, und sie haben nur ein Ziel: raus. Hinaus ins Leben.

Zweite Chancen

Um 19 Uhr öffnet ein Wachmann das Tor, und beide Seiten stehen sich gegenüber. Vor den Häftlingen liegt ein Hauch von Freiheit: die schummrig beleuchtete Straße, der karibische Straßenduft aus Zimt, Karamell und Kokos. Ein magischer Realismus wie aus den Romanen von Gabriel García Márquez.

Das Tor ist weit auf. Der Sprung in die Freiheit nur drei Meter entfernt. Aber keine der Insassinnen springt. Den eintretenden Gästen wiederum öffnet sich zur linken Seite ein Blick auf weiße Gitterreihen, auf verfärbte BHs und beleibte Frauenkörper mit wenig freier Haut zwischen Narben und Tattoos. Das magisch reale Innenleben des Frauengefängnisses San Diego.

Die Gäste passieren ein Schild mit der Aufschrift: "Segundas Oportunidades" – zweite Chancen. Bis vor gut zwei Jahren befand sich hier das Mülllager des Gefängnisses. Heute ist es das Luxusrestaurant Interno, das erste von weiblichen Häftlingen betriebene der Welt, eines der besten der Stadt. Ja, eine Hauptattraktion Cartagenas, dieses alten Kolonialorts im Norden Kolumbiens, genannt "die Perle der Karibik".

Harter Reggae-Beat verdrängt die lieblichen Salsaklänge aus den Straßen. Kein Polizist steht Wache, keiner der eintretenden Gäste wird durchsucht, nicht nach Waffen oder Geld oder Drogen in Körperöffnungen – eine Standardprozedur in jedem Knast Südamerikas. Ungewöhnlicher noch: Auch die Insassinnen, welche die Gäste erwarten, werden nicht durchsucht, nicht nach Messern, Feilen, Waffenattrappen, und eine Frage kommt auf – wie noch oft in diesen Tagen: Geht das? Kann so viel Vertrauen funktionieren in diesem Land der Paramilitärs, Guerillas, Narcos?

Die Gefangene Isabel Bolaños (r.) arbeitet offiziell als Sekretärin für Luz Adriana Díaz, die Chefin des Restaurants. Und näht ihr auch mal einen Rock.

Die Gefangene Isabel Bolaños (r.) arbeitet offiziell als Sekretärin für Luz Adriana Díaz, die Chefin des Restaurants. Und näht ihr auch mal einen Rock.

Die Gäste setzen sich an pinkfarben gedeckte Tische. Alle 60 Plätze sind oft lang im Voraus reserviert. Über die Wände erstrecken sich Graffiti wuchernder Dschungelpflanzen, als würde sich die Natur des Ortes bemächtigen. Dazwischen hängen viele Spiegel, damit sich die als Kellnerinnen arbeitenden Häftlinge mit Schmuck und Make-up bewundern können. In den Zellen bleibt ihnen das versagt.

Blutige Geschichte Kolumbiens

Nichts hier im Restaurant Interno erinnert an ein Gefängnis. Nur einige Schreie aus dem Haupttrakt – "puta", "mierda" – deuten an: Das Leben da drin ist hart.

Es folgen Szenen wie in jedem der zahlreichen Luxusrestaurants dieser prachtvollen Stadt. Die meist dunkelhäutigen Kellnerinnen, in neuen weißen Turnschuhen und mit pinkfarbenen Schleifen, sagen freundlich: "Herzlich willkommen. Darf es ein Aperitif sein?"

Die weißen Gäste, viele geliftet, wählen aus drei Menüs. Es gibt Meeresfrüchte-Risotto, Maniok-Kroketten, Shrimps mit Kokos – Gerichte, die die Insassinnen nach Anleitung von Starköchen zubereiten.

Der einzige Unterschied zu einem Edelrestaurant: Die Gäste werden von Isabel bedient, einer Terroristin. Von Wendy, einer Räuberin. Von Cindy, einer zu 17 Jahren Haft verurteilten Mörderin.

Die Insassinnen arbeiten gern im Restaurant. Sie werden bezahlt – und können außerdem ihre Haftzeit reduzieren.

Die Insassinnen arbeiten gern im Restaurant. Sie werden bezahlt – und können außerdem ihre Haftzeit reduzieren.

Die Insassinnen wiederum bedienen Gäste, die – in der blutigen Geschichte Kolumbiens – oft selbst Gewalt erlebt haben. Kidnappings, Überfälle, Erpressung.

Die beiden Seiten begegnen sich sonst nur am Tatort und vielleicht im Gerichtssaal. Nie jedoch in einem Restaurant.

Von den Tischen dringen Gesprächsfetzen hinüber:

Warum sitzt du ein?

Sandra, die beleibte Köchin, antwortet: "Ich habe bei einer Erpressung geholfen. Bekam zwei Jahre."

Wendy, die Schönheitskönigin des Knastes, erzählt: "Ich habe einen Taxifahrer ausgeraubt. Ich war verzweifelt. Hatte drei hungernde Kinder zu Hause."

Barrieren überwinden

Isabel, die Älteste, antwortet: "Für den Staat bin ich eine Terroristin. Ich habe zunächst die Guerilla unterstützt, aber die nahm uns das Land weg. Da half ich den Paramilitärs."

Aber auch Gegenfragen hört man: Wie lebt es sich in einem Penthouse? Wie ist Miami? Wie fühlen sich Silikonbrüste an?

Bis spät in die Nacht vertiefen sich alle in Gespräche, die in die Randgebiete der Gesellschaft führen – und wollen nicht aufhören. Für einige Stunden sind sie keine Verbrecherinnen und keine Reichen. Nur: Menschen.

Die Erfolgsformel lautet wie so oft: Man muss nur reden. Sich kennenlernen. Barrieren überwinden. Ob nun zwischen Insassen und Besuchern. Oder Einheimischen und Migranten. Oder Globalisten und Populisten. "Ich sehe es nicht als Voyeurismus", sagt Isabel. "Die Gäste lernen auch etwas über unseren Hintergrund, über die Gewalt, die wir selbst erlebt haben. Das ist Teil der Resozialisierung. Die Gesellschaft empfängt mich."

Isabel Bolaños, 64, ist im Interno so etwas wie eine Aufseherin. Sie ist außerdem Empfangsdame. Buchhalterin des Restaurants. Designerin. Verkäuferin. Am Eingang hat sie einen Stand mit selbst geschneiderten Handtaschen aufgestellt. Die Frauen haben sie nach Anleitung des Designers Hernán Zajar angefertigt. Sie haben sogar eine eigene Firma gegründet. Die Einnahmen werden an ihre Familien überwiesen. "Laut Gesetz dürfen wir nichts behalten", sagt Isabel.

Das Gefängnis liegt mitten in der Altstadt Cartagenas

Das Gefängnis liegt mitten in der Altstadt Cartagenas

Sie ergänzt grinsend: "Aber wir zahlen Steuern. Wir sind gute Bürgerinnen."

Isabel hat das Projekt Interno von Anfang an mitgestaltet, seit Oktober 2016. "Wir haben das Mülllager entrümpelt, die Ratten erlegt, die Wände gespachtelt." Dann kamen Künstler und bemalten die Zimmer. Danach Starköche, sogar aus Peru, die Kochkurse gaben: italienisch, peruanisch, vegetarisch. Und dann kam Isabels Ehemann José und installierte sämtliche Küchenanlagen und Ventilatoren.

José betritt das Gefängnis – auch er, ohne kontrolliert zu werden, ein großer Mann mit warmem Blick. Er stellt sich neben seine Frau in den Eingang und reicht ihr ein Handy, damit sie mit ihrem Enkelsohn sprechen kann. José, von allen "Tio" gerufen – Onkel –, verbringt jeden Tag mit Isabel. 27 Jahre war er Manager bei einer Bank. "Jetzt bin ich hier Hausmeister, ehrenamtlich. Die haben hier keinen im Gefängnis. Ich kaufe auf eigene Kosten sogar Kabel und Ersatzteile. Meine Entlohnung ist, dass ich meine Frau jeden Tag sehen darf."

Bessere Menschen

José gibt Isabel einen Kuss. Sie umschlingt ihn. Noch so eine ungewöhnliche Knastszene. Mit Freiheitsentzug hat das Ganze wenig zu tun. Es handelt sich um nicht weniger als eine Neudefinition von Haft.

Die Frage ist: Kann das funktionieren? Kann Kolumbien, dieses von Krieg und Gewalt ermattete Land, mal Vorbild sein?

Die Idee zu Interno hatte die Schauspielerin Johana Bahamón. Sie reist an einem Freitagabend aus der Hauptstadt Bogotá an. Blitzlichtgewitter, die Kameras laufen, umringt ist sie von anderen Schauspielern, ihre Arme wedeln, die Worte sprudeln: "Das ist mein Kind", sagt sie übers Interno. "Das ist das Beste, was ich je gemacht habe."

Bahamón kam auf die Idee, als sie vor Jahren ins Gefängnis Buen Pastor nach Bogotá eingeladen wurde, als Jurorin einer Talentshow. "Ich sah die miserablen Zustände dort, die Hoffnungslosigkeit, der Knast machte die Häftlinge zu schlechteren Menschen. Radikalisiert werden sie wieder auf die Gesellschaft losgelassen."

Sie hat ihre Schauspielkarriere vor sechs Jahren aufgegeben und alle zusammengetrommelt: Sponsoren, Spitzenköche, die Oberklasse dieses so starbesessenen Landes. Sogar den Justizminister und die Handelskammer überzeugte sie von ihrem "Friedensprojekt aus dem Kriegsland".

Arleth begrüßt neue Gäste

Arleth begrüßt neue Gäste

"Inzwischen betreuen wir 33.000 Häftlinge im Land. Wir bieten Therapien, Ausbildungen. Dieses Restaurant verdient das Geld für alle. Es gibt großes Interesse an der Idee aus aller Welt, auch Europa."

Es geht nicht mehr ums Funktionieren. Es geht um die noch wichtigere Frage: Kann eine Haftanstalt Insassen zu besseren Menschen machen?

Die Suche nach Antworten führt ins Innenleben des Frauengefängnisses. Am Folgetag nimmt sich Isabel in der Ruhe des Nachmittags Zeit für eine Tour. Die erste Schicht tritt gerade ihren Dienst an. 14 Frauen arbeiten gleichzeitig im Interno, seit 2016 mehr als 60, die meisten sind inzwischen wegen guter Führung vorzeitig entlassen worden. Sie bereiten die Menüs vor, kühlen den Champagner und den Wein aus Chile, sie haben in der Küche Zugang zu Messern und Alkohol.

Doch keine hat diese Freiheit je missbraucht.

Klassensystem

Isabel trägt keine Häftlingskleidung, sondern Sandalen und ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift: "Ich glaube an eine zweite Chance." Die weißen Haare hat sie zum Dutt gebunden. Über ihre rote Brille hinweg blickt sie auf den Bildschirm ihres Laptops. Sie wirkt wie eine Managerin. Die Frauen verdienen 230 Euro, den offiziellen Mindestlohn, zehnmal mehr als andere Häftlinge für Akkordarbeit.

"Ich bin seit 1999 im Gefängnis", erzählt Isabel. "Es stimmt, ich habe das Recht in die eigenen Hände genommen, aber ich habe die Opfer um Vergebung gebeten. Ich arbeite hier meine Schuld ab."

Sie spricht mit einer sanften Stimme, aber in klaren Sätzen. "Interno ist unsere einzige Hoffnung. Hier denkt man nicht an Knast. Hier sind wir Familie. Hier lernen wir fürs Leben. Jede will mitmachen. Die Arbeit gibt uns Würde. Es herrscht seitdem ein besseres Klima, weniger Streit. Schauen Sie es sich an."

Die Gitter sind nur noch Dekoration. Alle Gefangenen, die im Restaurant arbeiten, können sich frei bewegen.

Die Gitter sind nur noch Dekoration. Alle Gefangenen, die im Restaurant arbeiten, können sich frei bewegen.

Gemeinsam mit der Schönheitskönigin Wendy geht sie über die langen Gänge in ihre Zelle. 13 Hochbetten stehen hier dicht nebeneinander. Immerhin haben sie sich von einem Teil der Einnahmen Betten und Matratzen kaufen können, früher schliefen sie auf dem Boden. Es gibt nur eine Toilette, kein Fenster, kaum Platz. Hier in Zelle 4, der schlechtesten von allen, sind die Ärmsten untergebracht. Auch im Knast herrscht das Klassensystem.

"Ich wollte in Zelle 4", sagt Isabel. "Ich will bei den Armen sein. Ich höre ihnen gern zu. Das ist besser als Fernsehen. Ganz viel Drama. Und ich lerne viel von ihnen: Musik. Tanzen. Kochen."

"Wir lernen viel von ihr", sagt Wendy. "Wie ein Fernseher funktioniert. Wo andere Länder liegen. Physik, Chemie. Sie ist unsere Professorin."

"Sie bringen mir die spaßigen Sachen bei. Und ich ihnen die langweiligen", sagt Isabel lachend.

Schritt für Schritt

Für einen kurzen Moment klingt es wie Schule. Fast idyllisch. Aber dann dringen Schreie aus einer anderen Zelle. Lautes Keifen. Eine Süchtige rastet aus. Isabel muss vermitteln. Sie ist auch so etwas wie eine Mediatorin.

"Das Leben hier ist hart", gibt sie am Ende des dritten Tages zu. "Die schweren Schicksale der Frauen. Der Missbrauch. Die sexuellen Dienstleistungen." Hier sitzen mehr als 2000 Jahre Gefängnis zusammen. Das verschwindet nicht, nur weil es das Interno gibt.

Das meiste muss die Direktorin des Interno auffangen, Luz Adriana Díaz, 43. Sie ist die gute Seele. Gibt Rat. Tröstet. Scherzt. Sie wirkt wie eine Freundin.

"Nein, ich bin die Chefin hier", sagt sie. "Ich bin die Polizistin."

Díaz trägt eine schwarze Bluse und auf den Beinen die Tattoos der Dschungelpflanzen von der Restaurantwand, als wollte sie das Projekt mit durch ihr Leben nehmen. Früher war sie TV-Direktorin, aber bald erkannte sie viel mehr Sinn in ihrer jetzigen Arbeit. "Auch für mich ist das eine zweite Chance. Leben zu verändern. Die Welt zu verbessern. Für mich sind sie Frauen. Ich sehe sie nicht als Häftlinge, geschweige denn Kriminelle. Sie sind Menschen mit Rechten."

Isabel, Cindy und Libis feiern das Ende eines Arbeitstags; Libis ist inzwischen frei.

Isabel, Cindy und Libis feiern das Ende eines Arbeitstags; Libis ist inzwischen frei.

Díaz rauscht wie jede Restaurantmanagerin durch den Saal, achtet auf Perfektion, Timing. Einen Vorfall gab es bisher nie, keine Beleidigung, keine Ausfälligkeiten, schon gar keine Entführung. "Kein Gast geht hier raus und sagt: Das ist der Abschaum der Gesellschaft. Sie stellen eher Jobs in Aussicht für die Zeit nach der Entlassung."

Wenn es ein Erfolgsrezept für Rehabilitation gebe, dann Zuneigung und Disziplin, glaubt Díaz. "Ich bin sehr fordernd. Viele Frauen sind überfordert mit der Einsamkeit der Haft, Depression, Stress. Sie müssen erst mal eine Struktur bekommen. Es geht nur Schritt für Schritt."

Erste kleine Schritte

Und wenn sie entlassen werden? Sie blickt nun etwas besorgt. "Das ist die entscheidende Frage. Wir bereiten sie gut darauf vor. Geben ihnen Ausbildungen, Zertifikate, besorgen Jobs, betreuen sie draußen weiter. Aber den großen Schritt können sie nur allein meistern."

Wie auf Zuruf taucht Libis Álvarez auf, 32, frisch aus der Haft entlassen, eine hübsche Frau mit langen dunklen Locken. "Die habe ich ausgebildet", sagt Isabel stolz.

Im Gemüsegarten machen die verantwortlichen Frauen eine Pause im Schatten

Im Gemüsegarten machen die verantwortlichen Frauen eine Pause im Schatten

Libis saß fünf Jahre ein, weil sie für ihren Mann Erpressungsgelder eingesammelt hatte. Im Interno durchlief sie alle Stationen der Ausbildung: Köchin, Kellnerin, Näherin. Wegen guter Führung kam sie früher raus – und weil sie gegen ihren Mann ausgesagt hatte. Jetzt arbeitet sie für den Designer Hernán Zajar.

An ihrer Hand hält sie Jackie, ihre neue Lebenspartnerin, eine bullige Frau mit kurzem Haar. Sie sind beide frei und kommen trotzdem täglich ins Interno. Libis besucht die alten Kameradinnen. Jackie hat sich sogar einen Job im Knast gesucht, sie ist die Küchenchefin. "Früher konnte ich nur ein Spiegelei machen. Inzwischen ist Kochen meine Leidenschaft. Ich kann alles: Ceviche, Langusten. Vollwertküche, italienisch."

Auch Jackie hat fünf Jahre gesessen. Als Mitglied einer Gang hatte sie sich an Schutzgelderpressungen beteiligt. In der Haft litt sie unter Depressionen, bis Libis und das Interno ihr halfen: Schritt für Schritt. Ein Tag nach dem anderen.

"Das Interno wurde meine Heimat. Zum Schluss wollte ich nicht mehr raus", sagt sie.

Der Weg nach Hause zu Libis und Jackie führt in die Peripherie Cartagenas, jener Stadt, die so hermetisch in Arm und Reich geteilt ist wie kaum eine zweite des Kontinents. Dort leben sie in einer kleinen Hütte auf einem Hügel, wo sie keine Vorgeschichte haben. Sie führen ein einfaches Leben: Gemüse anbauen, Geld sparen, einen Kühlschrank kaufen. Die ersten kleinen Schritte auf einem neuen Weg.

Rehabilitation

Demnächst will Jackie ihren 15-jährigen Sohn zu sich holen, der bisher bei ihrer Mutter gelebt hat. Dann wollen sie sich ein Haus im Zentrum mieten. Und dort ein Geschäft aufmachen, um Designertaschen zu verkaufen. Aus der Ausbildung haben sie einen Job gemacht und aus dem Job eine Geschäftsidee.

So muss die Rehabilitation mal gedacht gewesen sein. Sie haben nur eine Bedingung für ihre Zukunft: Sie muss in der Nähe vom Interno liegen, im Frauengefängnis San Diego.

Wo ihr Glück begann.

Polizist tritt Häftling und wird entlassen
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