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Geheime Partybude in New York Flachbild-TV, Futon und ein Kühlschrank mit Bier: "Männerhöhle" unter Grand Central Station entdeckt

Innenansicht der Grand Central Station in Manhattan in New York City
Der Grand Central Terminal in Midtown Manhattan: In einem unbekannten Raum unter den Gleisen des legendären New Yorker Hauptbahnhofes hatten sich drei Männer eine komfortable "Lounge" eingerichtet
© Valentin Wolf / Picture Alliance
Es dürfte der Traum so mancher New Yorker Männer sein: eine geheime Party-Bude mitten in Manhattan. Drei Bahn-Mitarbeiter haben diesen Traum auf ziemlich gewagte Art wahr gemacht - und sind nun aufgeflogen.

Für sie ist jetzt erst einmal Schluss mit Lustig: Drei Bahnbeschäftigte in New York sind ohne Bezahlung beurlaubt worden, weil sie einen Lagerraum unter dem weltberühmtem Grand Central Terminal in eine geheime "Männerhöhle" verwandelt haben. Die nicht genehmigte "Lounge" sei von mindestens drei Mitarbeitern genutzt worden, um "abzuhängen, sich zu betrinken und zu feiern", erklärte die Metropolitan Transit Authority (MTA), das Verkehrsunternehmen des Bundesstaates New York, am Donnerstag (Ortszeit).

Anonymer Hinweis ließ "Männerhöhle" auffliegen

"So mancher New Yorker hat davon geträumt, sich mit einem kalten Bier in einer erstklassigen Immobilie in Manhattan zurückzulehnen - besonders in einer, die so nah an guten Transportmöglichkeiten liegt", kommentierte MTA-Generalinspekteurin Carolyn Pokorny die Entdeckung "Aber nur wenige hätten die Chuzpe, einen geheimen Raum unter dem Grand Central Terminal zu requirieren und ihn zu ihrer ganz eigenen 'Männerhöhle' zu machen, die mit MTA-Mitteln unterhalten und auf Kosten unserer Fahrgäste instand gehalten wird."

Die Generalinspekteurin erfuhr US-Medienberichten zufolge von dem geheimen Rückzugsort - einem verschlossenen Raum in einem Lagerbereich unter einem der Dutzenden von Bahnsteigen in dem mehr als hundert Jahre alten Bahnhof - im vergangenen Februar, nachdem sich jemand in einer anonymen E-Mail beschwert hatte, dass er zum Trinken und Feiern benutzt wurde.

Feuerwehrbeamte erklärten demnach, dass der Raum auf keiner Karte auftauche und ein "erhebliches" Sicherheitsrisiko dargestellt habe, weil Rettungskräfte zum Beispiel bei einem Brand Schwierigkeiten gehabt hätten, in einen nirgendwo verzeichneten Raum zu gelangen. Das Bahnhofsmanagement habe nicht einmal gewusst, dass der Bereich existiert.

Im Inneren der Partybude stießen die Ermittler nach Angaben des US-Senders NBC News auf eine Klimaanlage, Trainingsgeräte, Klappbetten, eine Mikrowelle, einen Kühlschrank mit Bier und einen großen Flachbildfernseher mit angeschlossenem Streaming-Gerät - zusammen mit speziell entworfenen Schränken, die dem Anschein nach dazu gedient hätten, die Einrichtung  zu verstecken.

Die suspendierten Mitarbeiter, ein Tischlermeister, ein Elektrotechnikmeister und ein Elektriker, bestreiten den Berichten zufolge, irgendetwas mit der Partybude zu tun zu haben. Laut dem Bericht der Generalinspekteurin seien ihre Dementis aber "nicht glaubwürdig". Es gebe Beweise, die die drei Beschuldigten mit dem "nicht autorisierten Pausenraum" in Verbindung brächten.

Die Männer müssen nun mit Disziplinarstrafen und womöglich sogar ihrer Entlassung rechnen.

Quellen: Associated PressNBC News, CBS News

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