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+++ News des Tages +++: Hurrikan "Matthew": Obama erklärt Ausnahmezustand für Florida

Syrien verkündet Begrenzung der Luftangriffe in Aleppo +++ Frau soll Fünfjährigen in der Oberpfalz angezündet haben +++ 20.000 offene Lehrstellen im Handwerk +++ Kinderzuschlag soll um zehn Euro steigen +++ Die News des Tages im Überblick.

Mit Sandsäcken versuchen Freiwillige im US-Bundesstaat Florida sich auf die Ankunft von Hurrikan "Matthew" vorzubereiten

Mit Sandsäcken versuchen Freiwillige im US-Bundesstaat Florida sich auf die Ankunft von Hurrikan "Matthew" vorzubereiten

Die News des Tages im stern-Ticker:

+++ 23.32 Uhr: Obama verkürzt 102 Haftstrafen +++

US-Präsident Barack Obama hat 102 weiteren inhaftierte Drogenstraftätern Hafterleichterungen gewährt. Das teilte das Weiße Haus in Washington mit. Damit hat Obama die Haftstrafen von insgesamt 744 Häftlingen verkürzt - mehr als die letzten elf US-Präsidenten vor ihm zusammen. Die Haftverkürzungen kommen Inhaftierten zugute, die wegen Drogendelikten zu langen, teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden, die aber keine Gewaltverbrechen begangen haben.

Die Maßnahme ist Teil eines Programmes, die Zahl der Gefängnisinsassen in den USA zu reduzieren. In den USA sitzen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zehn Mal so viele Menschen hinter Gittern wie in anderen westlichen Industriestaaten. Obama hat jedoch nur Zugriff auf die Bundesgefängnisse, für die weitaus größere Zahl von Häftlingen in den Vollzugsanstalten der Bundesstaaten kann er nichts tun.

+++ 23.07 Uhr: Ermittlungen gegen Brasiliens Ex-Präsidenten ausgeweitet +++

Gegen Brasiliens Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva wird nun auch wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal beim staatlichen Ölkonzern Petrobras ermittelt. Dafür gab Richter Teori Zavascki vom Obersten Gerichtshof des Landes grünes Licht.

Vor zwei Wochen war bereits mitgeteilt worden, dass Lula im südbrasilianischen Curitiba wegen Korruption und Geldwäsche der Prozess gemacht werden soll. Außerdem soll der 70-jährige Linkspolitiker sich wegen Behinderung der Justiz vor einem Gericht in der Hauptstadt Brasília verantworten.

Es geht um ein Korruptionsnetzwerk rund um den Ölkonzern Petrobras. Die Staatsanwaltschaft hatte Lula vorgeworfen, in seiner Amtszeit als Präsident bis 2010 der "Oberbefehlshaber" dieses Netzwerks gewesen zu sein.

+++ 22.02 Uhr: Belgien: Staatsanwaltschaft wirft Angreifer Terrorangriff vor +++

Nach seinem Angriff auf zwei Polizisten in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek ist der Täter offiziell des versuchten Mordes durch einen "terroristischen Angriff" beschuldigt worden. Außerdem werde dem 43-jährigen Belgier Hicham D. "Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Gruppe" zur Last gelegt, teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit.

D. wurde in Untersuchungshaft genommen. Auch sein älterer Bruder Aboubaker D. wurde im Zusammenhang mit der Tat vom Mittwoch in Gewahrsam genommen. Der zuständige Anti-Terror-Richter werde am Freitag über eine mögliche Haftverlängerung entscheiden.

Hicham D. hatte zwei Polizisten in Schaerbeek mit einem Messer angegriffen und an Hals und Bauch verletzt. Sie konnten das Krankenhaus aber bereits verlassen. Als weitere Beamte einschritten, erlitt D. eine Schusswunde am Bein. D. setzte sich gegen seine Festnahme zur Wehr und brach dabei einem Polizisten die Nase.

Kurz vor dem Vorfall waren ein Bahnhof in Brüssel sowie die Staatsanwaltschaft der Stadt wegen einer Bombendrohung geräumt worden, die sich später als falscher Alarm herausstellte.

+++ 20.26 Uhr: Obama erklärt Ausnahmezustand für Florida +++

Angesichts der Bedrohung durch den Hurrikan "Matthew" hat US-Präsident Barack Obama den Ausnahmezustand für Florida erklärt. Dies teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Dieser Schritt ermöglicht es, unverzüglich Bundesmittel einzusetzen, um die regionalen Behörden des Bundesstaats bei ihren Notmaßnahmen zu unterstützen.

+++ 19.38 Uhr: Mädchen stirbt nach Sturz - Mutter und Bekannte angeklagt +++

Gut drei Monate nach dem Fund einer Kinderleiche in einem Wald bei Kaiserslautern ist gegen die Mutter des fünfjährigen Mädchens und gegen ein Paar Anklage wegen Mordes durch Unterlassen erhoben worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern vom Donnerstag war das Kind beim Klettern in einer Wohnung gestürzt. Es wurde kurz darauf bewusstlos und starb wenige Stunden später - vermutlich an einer Hirnblutung. Die Mutter und das Paar hätten keinen Arzt geholt, obwohl sie erkannt hätten, dass das Mädchen in einer lebensbedrohlichen Situation gewesen sei, erklärte die Staatsanwaltschaft. Nach Angaben der Behörde hätte das Kind bei zeitnaher ärztlicher Versorgung gerettet werden können.

Das Mädchen hatte zur Zeit der Geschehnisse in der Wohnung des Paares - eines 30-jährigen Mannes und einer 24-jährigen Frau - gelebt. Zur Unfallzeit soll auch die 36 Jahre alte Mutter in der Wohnung gewesen sein. Hilfe hätten die drei auch deshalb nicht geholt, weil sie eine Straftat hätten verdecken wollen: Das Kind sei nämlich in einem schlechten Pflegezustand gewesen und körperlich misshandelt worden. Die Angeklagten hätten nichts dagegen unternommen. Laut Anklage räumen sie den Zustand des Kindes und den Ablauf ein, machen jedoch verschiedene Angaben dazu, wer dafür verantwortlich war.

+++ 19.32 Uhr: Zwei Millionen US-Bürger fliehen vor Hurrikan "Matthew" +++

Nach schweren Verwüstungen in der Karibik hat der Hurrikan "Matthew" in den USA mehr als zwei Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Nach Florida und South Carolina ordnete am Donnerstag auch der südöstliche Bundesstaat Georgia die Evakuierung küstennaher Gemeinden an. Der haitianische Innenminister teilte derweil mit, dass in dem verarmten Karibikstaat mehr als hundert Menschen in den Tod gerissen wurden.

Am Donnerstagabend (Ortszeit) sollte "Matthew" nach Vorhersagen des US-Hurrikanwarnzentrums als Hurrikan der Stärke 4 die Küste von Florida erreichen. Gouverneur Rick Scott erteilte in dem Bundesstaat Evakuierungsbefehl für 1,5 Millionen Menschen und forderte die Bewohner der Küstengebiete dringend auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Geht nicht surfen, geht nicht an den Strand. Ihr werdet sterben", sagte Scott.

In South Carolina ordnete Gouverneurin Nikki Haley ebenfalls die Evakuierung der Küsten an. Etwa 1,1 Millionen Menschen sollten mindestens 160 Kilometer weit ins Inland fliehen. Auch Georgia kündigte an, mehrere Gemeinden zu räumen. Präsident Barack Obama ermahnte seine Landsleute im Südosten, die Sturmwarnungen ernst zu nehmen. "Wir hoffen das Beste, aber wir wollen uns auf das Schlimmste vorbereiten", sagte er.

+++ 18.54 Uhr: Pakistan verschiedet Gesetz gegen Morde an Frauen und Mädchen +++

Pakistan hat zwei Gesetze zum Schutz von Frauen gegen Vergewaltigungen sowie Morde aus falsch verstandender Ehre verabschiedet. Das Parlament hat die jahrelang umstrittenen Gesetze nach Medienberichten einstimmig beschlossen. Vor allem die neue Fassung des Gesetzes zur Bestrafung von Männern, die Frauen töten, weil sie angeblich ihre "Ehre verletzt" haben, ist ein Erfolg. Konservative und religiöse Kreise hatten es vehement blockiert. Frauenrechtler sehen allerdings nicht alle ihre Ziele erreicht. 

+++ 18.42 Uhr: Internationale Luftfahrtbranche verpflichtet sich zum Klimaschutz +++

Die internationale Luftfahrtbranche hat sich nach jahrelangen Verhandlungen auf eine Deckelung des klimaschädlichen Treibhausgas-Ausstoßes geeinigt. Der Treibhausgas-Ausstoß solle ab dem Jahr 2021 auf dem Stand des Vorjahres eingefroren werden, erklärte die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) bei einem Treffen im kanadischen Montréal. Der Luftverkehr ist damit die erste Wirtschaftssparte, die sich selbst weltweite Klimaschutzmaßnahmen auferlegt.

+++ 18.39 Uhr: Koalition will Majestätsbeleidigungs-Paragrafen nach Fall Böhmermann abschaffen +++

Nach dem Fall Böhmermann will die große Koalition aus Union und SPD voraussichtlich im kommenden Jahr den umstrittenen Majestätsbeleidigungs-Paragrafen abschaffen. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte nach dem Treffen der Koalitionsspitzen in Berlin, der entsprechende Gesetzentwurf solle "spätestens im Januar" im Kabinett behandelt werden. Nach Angaben von Oppermann soll sowohl der Paragraf 103 des Strafgesetzbuchs abgeschafft werden, der sich unter anderem auf die Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts bezieht. Gestrichen werden soll nach seinen Worten auch der Paragraf 104, der Flaggen und Hoheitszeichen schützt. Nach der Kabinettsbefassung muss die Neuregelung noch durch Bundestag und Bundesrat.

+++ 18.34 Uhr: Verdi: Frist für Einigung in Tengelmann-Übernahmekampf verlängert +++

Im Übernahmekampf um die verlustreiche Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ist die Frist für eine Einigung nach Angaben der Gewerkschaft Verdi nochmals verlängert worden. Bei einem Krisentreffen am Donnerstag hätten sich die beteiligten Parteien "auf das Ziel verständigt, dass die Ministererlaubnis nach Rücknahme der anhängigen Beschwerden umgesetzt werden kann und bis zum 17. Oktober 2016 eine einvernehmliche Einigung gefunden wird", erklärte Verdi am Abend. Eigentlich wäre die Frist für eine Einigung am Freitag ausgelaufen.

+++ 18.31 Uhr: Tuifly stellt Flugbetrieb am Freitag ein +++ 

Die Fluglinie Tuifly hat für Freitag wegen kurzfristiger Krankmeldungen der Crews fast alle ihre Flüge abgesagt. Insgesamt sollen 108 Flüge ausfallen, wie der Touristikkonzern Tui am Donnerstagabend mitteilte. Betroffen seien 54 Flüge von Deutschland und 54 Rückflüge aus den Urlaubszielen. Nach Angaben einer Tui-Sprecherin sind rund 9000 Passagiere betroffen. "Um Urlauber aus den Feriengebieten nach Hause zu bringen, hat Tui erneut Flugzeuge anderer Airlines gechartert", teilte das Unternehmen mit. Auch in den kommenden Tagen könne es dazu kommen, dass weitere Flüge gestrichen werden. Die "extrem kurzfristigen Krankmeldungen" machten es unmöglich, "frühzeitiger zu informieren und alternative Reisemöglichkeiten anzubieten", teilte der Konzern mit.

+++ 18.20 Uhr: Mehr als hundert Tote durch Hurrikan "Matthew" in Haiti +++

Auf der Karibikinsel Haiti sind durch den Hurrikan "Matthew" nach Angaben der Regierung mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen. Es habe mindestens 108 Tote gegeben, sagte Innenminister François Anick Joseph am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Kurz zuvor hatte ein Abgeordneter gesagt, allein in der Gemeinde Roche-à-Bateau im Süden Haitis habe es mindestens 50 Tote infolge des Wirbelsturms gegeben.

+++ 17.43 Uhr: Durchbruch der großen Koalition bei Lohngleichheit +++

Nach langem Ringen hat sich die große Koalition auf ein Gesetz zur Lohngerechtigkeit von Frauen und Männern geeinigt. Die Verständigung sieht vor, dass Firmen ab 200 Mitarbeitern künftig gleiche Bezahlung nachweisen und dokumentieren müssen, wie SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann nach den Beratungen des Koalitionsausschusses am Donnerstag in Berlin sagte. Ausgenommen würden Betriebe, die gültige Tarifverträge abgeschlossen haben.

+++ 16.44 Uhr: Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg geplatzt +++

Der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg gegen einen inzwischen 96-jährigen früheren SS-Sanitäter im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ist geplatzt. Das Gericht sei nicht in der Lage, fristgerecht über mehrere Befangenheitsanträge gegen drei Richter zu entscheiden, teilte es am Donnerstag mit. Wann die Hauptverhandlung von vorn beginnen könne, sei "nicht vorherzusagen".

Die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger hatten sowohl den Vorsitzenden Richter als auch einen seiner Beisitzer als befangen abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten SS-Mann Beihilfe zum Mord in 3681 Fällen vor. Er soll 1944 während seines Einsatzes im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gewusst haben, dass dort Menschen systematisch getötet wurden. Er habe sich in den Betrieb des Lagers "unterstützend eingefügt".

+++ 16.43 Uhr: Diplomaten: Sicherheitsrat stimmt für Guterres als neuen UN-Generalsekretär +++

Der UN-Sicherheitsrat hat sich offiziell für den früheren portugiesischen Regierungschef António Guterres als neuen UN-Generalsekretär ausgesprochen. Nach einem informellen Votum für Guterres am Mittwoch bestätigte der Sicherheitsrat die Entscheidung nun am Donnerstag in New York offiziell mit einer entsprechenden Resolution, wie Diplomaten vor Ort mitteilten. Nun muss die Entscheidung noch von der aus allen 193 UN-Mitgliedstaaten bestehenden Vollversammlung bestätigt werden, was aber als sicher gilt.

+++ 16.27 Uhr: Sechsjähriger fährt allein von Berlin nach Hamburg +++

Ein sechsjähriger Berliner hat seinen Eltern mit einer heimlichen Hamburg-Reise einen gehörigen Schrecken eingejagt. Der Junge habe am Mittwoch unbemerkt und aus noch ungeklärten Gründen den Schulhof einer Berliner Gehörlosenschule verlassen, berichtete die Bundespolizei in Hamburg am Donnerstag. Von dort sei er öffentlich zum Bahnhof Berlin-Spandau gefahren und habe sich dort schließlich in einen ICE nach Hamburg gesetzt.

Während seine Eltern bereits in Berlin eine groß angelegte Suche der Polizei auf den Weg gebracht hatten, sei Noel einem Reisenden im ICE aufgefallen, der schließlich die Bundespolizei informierte. Bis ihn die Eltern mit dem Auto wieder abholen konnten, habe der Junge auf der Wache eine Pommes bekommen und sich mit Interesse die Polizeiwache angesehen. Bis seine Eltern da waren, sei er so gut eingearbeitet gewesen, dass er sich an Stelle eines Polizisten selbst beim Klingeln seiner Mutter an der Sprechanlage melden konnte.

+++ 15.33 Uhr: Fracking-Projekt im Norden Englands gegen Widerstand der Kommune genehmigt +++

Trotz Widerstands der Gemeindevertreter und Protesten von Umweltschützern hat die britische Regierung ein weiteres Fracking-Projekt genehmigt. Der für Kommunalfragen zuständige Minister Sajid Javid gab am Donnerstag grünes Licht für bis zu vier Bohrungen in der Gemeinde Preston New Road im Norden . Er stellte sich damit auf die Seite des Energieunternehmens Cuadrilla, das gegen das Nein des Gemeinderats geklagt hatte.

Beim Fracking wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Chemie in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Kritiker warnen, dass die chemischen Substanzen durch undichte Stellen ins Erdreich eindringen und das Grundwasser verschmutzen könnten. Außerdem befürchten sie kleinere Erdbeben.

+++ 15.18 Uhr: Fünfjährigen mit Benzin angezündet - Mutter unter Tatverdacht +++

Eine Frau aus der soll ihren fünf Jahre alten Sohn mit Benzin übergossen und angezündet haben. Gegen die 36-Jährige aus dem bayerischen Waldmünchen sei Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Einer Tankstellenbetreiberin waren am Dienstag die schweren Brandverletzungen des Jungen aufgefallen, sie hatte daraufhin das Jugendamt informiert.

Mit Hilfe der Polizei wurde der Fünfjährige aus der Wohnung geholt und in eine Spezialklinik gebracht. Vier weitere der Familie sind inzwischen in der Obhut des Jugendamtes. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Der Vater des Jungen ist auf freiem Fuß. Zunächst hatte die "Mittelbayerische Zeitung" über den Fall berichtet.

+++ 14.36 Uhr: Bundesgerichtshof: Kein Schadenersatz für Kundus-Opfer +++

Der hat Schadenersatzansprüche von Hinterbliebenen des Luftangriffs im afghanischen Kundus zurückgewiesen. Hintergrund des Verfahrens ist das Bombardement von zwei Tanklastwagen 2009 in Kundus, das der damalige deutsche Oberst Georg Klein befohlen hatte. Etwa 100 Menschen wurden dabei getötet, darunter viele Zivilisten. Zwei Hinterbliebene aus Afghanistan hatten auf insgesamt 90 000 Euro Schadenersatz geklagt. Der Anwalt kündigte nun eine Verfassungsbeschwerde an.

+++ 14.34 Uhr: Ehemalige Ebola-Patientin in Großbritannien wieder im Krankenhaus +++

Eine nach einer Ebola-Infektion mehrfach erneut behandelte Krankenschwester aus Schottland ist am Donnerstag begleitet von Polizisten in eine Klinik gebracht worden. Das berichteten britische Medien. Die Gesundheitsbehörde NHS bestätigte der Presseagentur PA, dass sich die 40-Jährige zur Beobachtung in einer Klinik im schottischen Glasgow befinde. "Ihr Zustand ist stabil", sagte eine NHS-Sprecherin. Pauline Cafferkey hatte sich 2014 in Sierra Leone mit dem Ebola-Virus infiziert, als sie dort für eine Hilfsorganisation tätig war. Anfang 2015 wurde sie nach einer Behandlung in London für geheilt erklärt. Danach musste sie jedoch mehrfach in Zusammenhang mit der Erkrankung behandelt werden. Im September war Cafferkey von einem Gericht freigesprochen worden. Ihr war vorgeworfen worden, ihre Erkrankung zunächst verschwiegen zu haben, als sie 2014 nach Großbritannien zurückkehrte.

+++ 14.03 Uhr: Bahn rüstet Züge für besseren Mobilfunkempfang aus +++

Die Deutsche Bahn will den Mobilfunk-Empfang in ihren Zügen stark verbessern. Dafür wird ein Großteil der Fernverkehrswagen mit neuen sogenannten Repeatern für den Mobilfunk ausstatten.
Gemeinsam mit der Deutschen Telekom, Telefónica Germany und Vodafone würden insgesamt 3750 Wagen mit der Technik aufgerüstet, teilte die Bahn mit. Während die alten Repeater speziell auf Sprachtelefonie über GSM ausgelegt waren, sollen die neuen Geräte alle heute verwendeten Frequenzbänder, darunter auch den schnellen LTE-Datenfunk unterstützen. In einem ersten Schritt will die Bahn bis zum Sommer 2017 alle älteren Repeater durch neue austauschen. Danach sollen weitere ICE-Wagen und einige 1.-Klasse-Wagen der Intercity-Flotte ausgestattet werden. Ende 2018 soll das Projekt abgeschlossen sein. Die Investition beläuft sich für die Bahn und die Mobilfunk-Provider auf rund 80 Millionen Euro. Die Repeater sind für einen störungsfreien Empfang nötig, da die Außenhülle der Züge schlecht Mobilfunksignale durchlässt.

+++ 13.51 Uhr: Vier Männer wegen Unterstützung von terroristischer Vereinigung verurteilt +++

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat vier Angeklagte wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung in Syrien verurteilt. Das OLG sprach die vier Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren schuldig, die von den Richtern als salafistisch eingestufte Vereinigung Ahrar al-Sham unterstützt zu haben. Die Strafen reichen von Bewährungsstrafen bis zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Die Ahrar al-Sham strebte nach Einschätzung des Gerichts seit 2011 an, die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad gewaltsam zu stürzen und durch einen islamischen Staat unter ihrer Führung zu beseitigen. Die militärischen Einheiten der Vereinigung sollen häufig zusammen mit der extremistischen Al-Nusra-Front Anschläge gegen Angehörige der syrischen Armee und Sicherheitskräfte verübt haben. Die Ahrar al-Sham war laut Gericht auch an dem Beschuss mehrerer alawitischer Dörfer beteiligt, wodurch zahlreiche Zivilisten starben.

+++ 13.42 Uhr: Gesuchter stellt sich an falschem Gate an - Festnahme +++

Weil er sich in der falschen Warteschlange am Dortmunder Flughafen anstellte, ist ein international gesuchter Mann der Bundespolizei ins Netz gegangen. Der 26-jährige Ungar reihte sich in die Passagierschlange für einen Flug nach Rumänien ein, wie die mitteilte. Gebucht hatte er aber einen Flug in den Schengen-Staat Ungarn, bei dem er nicht kontrolliert worden wäre. Bei der Überprüfung des Manns stellten die Bundespolizisten fest, dass er mit europäischem Haftbefehl wegen Menschenhandels und Nötigung zur Prostitution von belgischen Behörden gesucht wurde. Die Beamten legten dem 26-Jährigen Handschellen an und überstellten ihn dem Dortmunder Amtsgericht. Dort wird nun seine Auslieferung nach Belgien geprüft.

+++ 13.33 Uhr: Onlinehändler und Paketzusteller suchen Tausende von Aushilfskräften +++

Onlinehändler und Paketdienstleister bereiten sich in diesen Tagen erneut auf ein starkes Weihnachtsgeschäft vor: Sortieren, Geschenke einpacken, versenden und zustellen - viele Hände werden benötigt, um die wachsende Zahl von Paketen zum Kunden zu bringen. Der Onlineriese Amazon sucht für sein Logistikzentrum Werne in Nordrhein-Westfalen noch bis zu 1000 Saisonarbeitskräfte, teilte das Unternehmen mit.

Bundesweit sucht Amazon rund 13 000 kurzzeitig befristete Mitarbeiter, darunter 2500 in den Logistikzentren Koblenz und jeweils 2000 Arbeitskräfte in Leipzig und Graben in Bayern.

+++ 13.28 Uhr: Tourist in Myanmar zieht Stecker - Haftstrafe für Niederländer +++

Ein niederländischer Tourist ist in Myanmar wegen Beleidigung des buddhistischen Glaubens zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Mann hatte in der Stadt Mandalay den Stecker aus einem Verstärker gezogen, der bei einem buddhistischen Ritual benutzt worden war. Vor Gericht hatte er sich entschuldigt. Er habe wegen des Lärms nicht schlafen können und nicht gewusst, dass es um einen Gottesdienst ging. Das niederländische Außenministerium in Den Haag bestätigte, dass der Mann verurteilt wurde. Das Gericht belegte ihn auch mit einer Geldstrafe von rund 100 Dollar. Die Untersuchungshaft von 13 Tagen wird von seiner Strafe abgezogen.

+++ 13.17 Uhr: Beilattacke im Regionalzug - Frau muss in Psychiatrie +++

Nach einer Beilattacke auf eine Frau in einem Zug nach Kiel muss eine 34-Jährige in einer geschlossenen Psychiatrie bleiben. Das entschied das Kieler Landgericht. Die Frau hatte am 29. Februar im Wahn plötzlich mit einem Beil auf eine Mitreisende eingeschlagen. Die Beschuldigte ist an paranoid halluzinatorischer Schizophrenie erkrankt. Die 34-Jährige war nach eigenen Worten auf dem Weg in die Schweiz - im Glauben, der dritte Weltkrieg breche aus. Im Zug habe sie sich zunächst mit der 58 Jahre alten Mitreisenden unterhalten. Dann habe sie aber plötzlich Panik bekommen und zugeschlagen. Im Wahn habe sie geglaubt, die Frau sei "ein Klon und beauftragt, mich zu töten". 

+++ 13.11 Uhr: Seehofer will CSU-Chef künftig wieder in Berlin am Kabinettstisch sehen +++

ach dem Willen von CSU-Chef Horst Seehofer soll künftig der Parteivorsitzende der Christsozialen wieder am Kabinettstisch in Berlin sitzen. Seehofer kündigte Medienberichten zufolge in einer internen Runde an, dass spätestens nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr der dann amtierende CSU-Chef zugleich einen Ministerposten im Bund inne haben sollte. Seehofer habe bei einem Treffen mit den einflussreichen CSU-Bezirksvorsitzenden am vergangenen Freitag auch nicht ausgeschlossen, dass bereits in der noch laufenden Legislaturperiode der CSU-Vorsitzende einen Ministerposten im Bund übernehmen könne, berichtete der "Münchner Merkur". 

+++ 13.01 Uhr: Sechs Jahre und neun Monate Haft für 23-Jährigen wegen IS-Mitgliedschaft +++

Wegen Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat das Oberlandesgericht Düsseldorf am Donnerstag einen 23-Jährigen zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Nach rund siebenmonatiger Hauptverhandlung hielt der Strafsenat die Teilnahme des verurteilten Kerim Marc B. an Kampfhandlungen in Syrien für erwiesen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der Angeklagte hatte bestritten, an Kämpfen beteiligt gewesen zu sein. Laut Urteil reiste B. im März 2013 nach Syrien und schloss sich dort Anfang Oktober 2013 dem IS an. Nach einem kurzen Aufenthalt im Januar 2014 in Deutschland aufgrund einer Verletzung durch Granatsplitter soll er nach Syrien zurückgekehrt sein und dort weiter für den IS gekämpft haben.

+++ 12.44 Uhr: Schüsse auf geplante Flüchtlingsunterkunft in Frankreich +++

Unbekannte haben im Nordwesten Frankreichs auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft geschossen, in der Bewohner des Lagers von Calais untergebracht werden sollen. An der Fassade des Gebäudes im nahe Nantes gelegenen Saint-Brévin wurden Einschusslöcher entdeckt, wie die Polizei am Mittwochabend mitteilte. Bürgermeister Yannick Haury sprach von einer "inakzeptablen und unverantwortlichen Tat". Wohnungsbauministerin Emmanuelle Cosse rief die Franzosen auf, solche "extrem rassistischen Taten" zu verurteilen.

+++ 12.01 Uhr: Webcam-Girl darf nicht mehr Zuhause arbeiten +++

Ein Webcam-Girl darf sich nicht mehr in ihrem Wohnhaus gegen Geld vor der Internet-Kamera ausziehen. Nach der mündlichen Verhandlung vom Vortag teilte das Verwaltungsgericht München mit, dass die 24-Jährige ihre Arbeit in dem oberbayerischen 6000-Einwohner-Dorf Ampfing aufgeben muss, weil "die Tätigkeit in nicht unerheblichem zeitlichen Umfang stattfindet und dem am Wohnort angemeldeten Gewerbe der Klägerin, also der dauerhaften und regelmäßigen Erwerbstätigkeit, dient". Dies allerdings kollidiere mit dem Baurecht, das für das Gebiet nur eine Wohnnutzung vorsieht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

+++ 11.27 Uhr: Polnisches Parlament lehnt striktes Abtreibungsverbot ab +++

Das polnische Parlament hat eine Gesetzesinitiative für ein striktes Abtreibungsverbot abgelehnt. Eine klare Mehrheit der Abgeordneten stimmte gegen den Entwurf . Auf Initiative des Bürgerkomitees "Stoppt Abtreibung" war vergangene Woche im Parlament ein Gesetzesentwurf für ein praktisch vollständiges Verbot von Abtreibungen eingebracht worden, dagegen hatte es massive öffentliche Proteste gegeben.

+++ 10.23 Uhr: Mehr ausländische Berufsabschlüsse voll anerkannt +++

In Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich mehr ausländische Berufsabschlüsse anerkannt worden. Als vollständig gleichwertig wurden 12.666 eingestuft. Dies waren zehn Prozent mehr als 2014, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Rund 4000 Anträge wurden 2015 als eingeschränkt gleichwertig beschieden - ein Plus von 44 Prozent. Abgelehnt wurden 450 Anträge. Bei 5292 Anträgen war Ende 2015 noch keine Entscheidung gefallen. Die Hälfte der 22.404 Verfahren bezog sich auf in der EU erworbene Abschlüsse. 5109 Anträge befassten sich mit Qualifikationen aus dem außereuropäischen Ausland. Die weitaus meisten Verfahren betrafen - wie in den Vorjahren - medizinische Berufe. Zu dieser Gruppe gehörten rund zwei Drittel der bearbeiteten Anträge. Darunter waren rund 6600 Gesundheits- und Krankenpfleger sowie rund 6400 Ärzte. 

+++ 10.07 Uhr: Zahl der Todesopfer durch Hurrikan Matthew steigt auf mehr als 20 +++

Die Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan Matthew ist auf mindestens 27 gestiegen. Allein in Haiti kamen 23 Menschen ums Leben, vier Todesopfer gab es in der Dominikanischen Republik. Der Wirbelsturm traf mit leicht abgeschwächten Windgeschwindigkeiten von immer noch 185 Stundenkilometern im Zentrum der Bahamas auf Land. In Haiti waren einige Regionen im Süden von der Außenwelt abgeschnitten. Landesweit wurden neun neue Cholerafälle registriert. Hilfsorganisationen kümmerten sich vor allem um die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser. Nach vorläufigen Behördenangaben wurden rund 2000 Häuser überschwemmt und zehn Schulen schwer beschädigt.

+++ 9.57 Uhr: Erstmals seit mehr als zwei Wochen keine Luftangriffe auf Aleppo +++

Nach mehr als zwei Wochen heftiger Bombardierungen der Großstadt Aleppo haben die syrische und die russische Luftwaffe ihre Angriffe vorerst eingestellt. In den Morgenstunden sei in die Stadt Ruhe eingekehrt, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Aleppo habe die ruhigste Nacht seit dem Scheitern der Waffenruhe im vergangenen Monat erlebt. US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow hatten zuvor trotz des Abbruchs ihrer Syriengespräche telefoniert und dabei auch über das Bürgerkriegsland gesprochen, wie ein Sprecher des Außenministeriums in Washington am Mittwoch erklärte.

Die syrische Armee teilte am selben Abend mit, sie werde ihre Luftangriffe auf Aleppo reduzieren, damit Zivilisten den von Rebellen beherrschten Ostteil der Stadt verlassen könnten. Nach Angaben der UN hält jedoch die militärische Präsenz der Regierung an den Ein- und Ausgängen Ost-Aleppos die Menschen vom Verlassen der Stadt ab.  

+++ 9.33 Uhr: Elterngeld ist vor allem Müttersache - Väteranteil 34,2 Prozent +++

Bei der Betreuung von Kleinkindern und Babies gibt es weiter ein hohes Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen - das zeigt sich auch beim Elterngeld. Im Jahr 2014 geborene Kinder wurden zu 95,9 Prozent von ihren Müttern betreut, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Väterbeteiligung lag bundesweit bei durchschnittlich 34,2 Prozent. Auch bei der Dauer gab es deutliche Unterschiede: Während die Väter durchschnittlich 3,1 Monate lang Elterngeld bezogen, erhielten die Mütter durchschnittlich 11,6 Monate lang Elterngeld. Es fängt einen Teil des fehlenden Einkommens auf, wenn Eltern nach der Geburt des Kindes zu Hause bleiben.

+++ 9.14 Uhr: Mindestens 20 Tote bei Explosion in syrischer Grenzstadt +++

Bei einer Explosion in der syrischen Grenzstadt Atmah sind Aktivisten zufolge mindestens 20 Rebellenkämpfer getötet worden. Es gebe zudem mehr als 20 Verletzte, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Nach ersten Informationen habe sich ein Selbstmordattentäter am Grenzübergang zur Türkei in die Luft gesprengt. Auch die oppositionelle Nachrichtenseite Orient News berichtete von einem Sprengsatz. Atmah im Nordwesten Syriens steht unter Kontrolle von Rebellen. 

+++ 8.53 Uhr: Google will Twitter angeblich doch nicht kaufen +++

Für eine mögliche Übernahme des Internetdiensts Twitter sind viele prominente Namen im Spiel - aber Google hat entgegen früherer Berichte angeblich doch kein Interesse. Ein entsprechender Bericht der auf Technologiethemen spezialisierten Nachrichtenseite Recode schickte die Twitter-Aktie auf Talfahrt. Nachdem sie den Parketthandel in New York noch fast sechs Prozent im Plus beendet hatte, stürzte sie im elektronischen Handel um mehr als neun Prozent ab. Recode hatte unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, der Internetriese Google wolle Twitter nicht kaufen. Auch ein Gebot vom Technologiekonzern Apple sei wenig wahrscheinlich. Von Twitter war zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten, auch Google reagierte nicht auf Anfragen.

+++ 8.31 Uhr: IS-Rekruten gebildeter als Durchschnitt +++

Rekruten für die Terrorgruppe Islamischer Staat sind einer neuen Studie der Weltbank zufolge in der Regel gebildeter als der Durchschnitt ihrer jeweiligen Landsleute. Fast ohne Ausnahme verfügen sie demnach bei ihrem Beitritt zum vor allem in Syrien und dem Irak tätigen IS über ein höheres Bildungsniveau. "Armut ist kein Antrieb für eine Radikalisierung hin zu gewalttätigem Extremismus", heißt es in der Studie. Diejenigen, die sich als Selbstmordattentäter anböten, rangierten sogar in der Gruppe der Gebildeteren.

Von den 331 Rekruten aus einem in die Öffentlichkeit gelangten Datenbestand schlossen nur 17 Prozent nicht die Oberschule ab, ein Viertel verfügte über eine Hochschuldbildung. Nur die IS-Anwärter aus Osteuropa lägen unter dem Durchschnitt, heißt es in der Studie. Die meisten der 331 Rekruten hatten einen Job, bevor sie aus aller Welt anreisten, um sich dem IS anzuschließen. Bei denjenigen, die sich für Selbstmordanschläge bewarben, gab es allerdings viele, die zuvor arbeitslos oder beim Militär waren.

+++ 8.07 Uhr: Kylie Minogue will erst nach Einführung der Homo-Ehe heiraten +++

Die australische Sängerin Kylie Minogue (48) und ihr Verlobter Joshua Sasse (28) wollen erst heiraten, wenn Australien die Homo-Ehe einführt. "Wir können 'Ich will' sagen, wenn ihr es auch könnt", schrieb die Musikerin auf Twitter. Der Brite Sasse hatte kurz zuvor in einem TV-Interview gesagt, dass das Paar sich nicht wohl dabei fühle zu heiraten, bis die Gesetze geändert würden. "Als ich hörte, dass die gleichgeschlechtliche Ehe in Australien illegal ist, war ich verblüfft."

Die beiden hatten ihre Verlobung im Februar bekanntgegeben. Minogue sprach sich bereits mehrfach für die Homo-Ehe in ihrem Heimatland aus. Sasse startete eine Kampagne, die sich für eine Gesetzesänderung einsetzt.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull will im Februar das Volk zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe befragen. Die Opposition kritisiert, dass das Votum nicht bindend sei und will einen Gesetzesentwurf einbringen, um eine Abstimmung im Parlament herbeiführen. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 57 Prozent der Bürger für die Einführung der Homo-Ehe.

+++ 7.03 Uhr: Zehntausende Kolumbianer beteiligen sich an Friedensmärschen +++

Zehntausende Menschen haben in Kolumbien für eine Umsetzung des Friedensvertrags mit den Farc-Rebellen demonstriert. In zwölf Großstädten protestierten sie gegen das drohende Scheitern des Abkommens. Sie riefen Staatschef Juan Manuel Santos und seinen Rivalen Álvaro Uribe auf, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen, um den Vertrag noch zu retten. In der Hauptstadt Bogotá zogen mindestens 30.000 Demonstranten mit weißen Hemden und Blumen schweigend zur zentralen Plaza de Bolívar. Dort riefen sie dann Parolen wie "Wir wollen Frieden" oder "Nie mehr Krieg".

+++ 6.08 Uhr: Israel fängt Boot mit Gaza-Aktivistinnen ab +++

Die israelische Marine hat ein Segelschiff mit rund einem Dutzend pro-palästinensischen Aktivistinnen vor dem Gazastreifen abgefangen und in den Hafen von Aschdod eskortiert. Die Frauen seien den zuständigen Behörden übergeben worden, teilte die israelische Armee mit. Unter den 13 Frauen an Bord der "Zaytuna-Oliva" befand sich nach Angaben der Organisatoren auch die 72-jährige nordirische Friedensnobelpreisträgerin Mairead Maguire.

Die Frauen hatten die israelische Seeblockade vor dem Küstenstreifen durchbrechen und auf die schwierige Lebenslage der Menschen im Gazastreifen aufmerksam machen wollen. Das "Frauen-Schiff nach Gaza" war am 15. September in Barcelona in See gestochen, wie die Organisation Freedom Flotilla Coalition zuvor mitgeteilt hatte.

Israel hatte vor zehn Jahren eine Blockade des Küstenstreifens verhängt. Das Land begründet dies mit Sicherheitsbedenken, da im Gazastreifen die radikal-islamische Hamas herrscht.

+++ 5.42 Uhr: Syrien verkündet Begrenzung der Luftangriffe in Aleppo +++

Die syrische Armee reduziert nach eigenen Angaben die Zahl ihrer Luftangriffe auf die umkämpfte Stadt Aleppo. Die Angriffe aus der Luft und durch die Artillerie würden abgeschwächt, teilte das Militär mit. Die Regierungstruppen waren zuvor in ein Rebellenviertel im Norden der Stadt vorgedrungen. Trotz des Abbruchs der Syrien-Gespräche laufen die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Bürgerkriegs weiter auf Hochtouren.

Die genauen Hintergründe der überraschenden Ankündigung sind unklar. Die Armeeführung in Damaskus verwies auf die "Erfolge unserer Streitkräfte in Aleppo". Alle Versorgungsrouten in die Rebellenviertel im Osten der Stadt seien gekappt worden. Unklar ist auch, ob Syriens Verbündeter Russland seine Luftangriffe ebenfalls reduziert.

+++ 5.34 Uhr: Mieter nutzen Mietpreisbremse nicht +++

Die vor gut einem Jahr eingeführte Mietpreisbremse geht offensichtlich weitgehend ins Leere. Denn die Mieter in den von rasanten Mietsteigerungen getroffenen Boomstädten Deutschlands nutzen nur ganz vereinzelt das Klagerecht, das ihnen das Gesetz gegen ihre Vermieter einräumt. Lediglich in Berlin ist bislang eine einzige einschlägige Entscheidung des Amtsgerichts Berlin Lichtenberg bekannt - eine Mieterin erhält dort zu viel gezahlte Miete zurück. Insgesamt sind bei den Amtsgerichten in der Bundeshauptstadt bislang sechs einschlägige Klagen eingegangen. 

In Hamburg, München, Frankfurt am Main und Stuttgart gibt es bislang nach Angaben der dortigen Amtsgerichte keine Klagen von Mietern in Sachen Mietpreisbremse, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. Doch nicht nur in sogenannten "A-Städten", wie die beliebten und teuren Metropolen im Jargon der Immobilienbranche heißen, verzichten die Mieter auf ihre Klagerechte. Auch in kleineren Städten mit hohen Zuzugsraten und hohen Mietsteigerungen wie Ingolstadt oder Heidelberg sind keine einschlägigen Klagen eingegangen, wie die Sprecher der dortigen Amtsgerichte berichten. 

+++ 2.19 Uhr: Noch 20.000 offene Lehrstellen im Handwerk +++

Einen Monat nach Beginn des Ausbildungsjahres suchen die deutschen Handwerksbetriebe mehr Lehrlinge als im Vorjahr. "Es gibt immer noch 20.000 unbesetzte Lehrstellen im Handwerk, deutlich mehr als 2015", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, der "Bild"-Zeitung. Die Betriebe beschäftigten außerdem deutlich mehr Flüchtlinge als die 30 Dax-Konzerne. "2450 Jugendliche aus acht nichteuropäischen Asylzugangsländern sind derzeit in Ausbildung", erklärte Wollseifer. "Zusammen mit der Regierung haben wir ein Projekt aufgelegt, das 10.000 Flüchtlinge auf eine Ausbildung vorbereiten soll. 1500 haben schon begonnen."

+++ 2.18 Uhr: Schüsse auf geplante Flüchtlingsunterkunft in Frankreich +++

Unbekannte haben im Nordwesten Frankreichs Schüsse auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft abgefeuert. Es seien Einschusslöcher an der Fassade des Gebäudes in Saint-Brevin entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Bürgermeister Yannick Haury sprach von einer "inakzeptablen und unverantwortlichen Tat". Die Schüsse wurden den Angaben zufolge am Dienstagabend abgegeben.

In der Ferienanlage an der Atlantikküste sollen künftig 70 Flüchtlinge aus dem Lager in Calais untergebracht werden. Das umstrittene Camp soll bis zum Jahresende geräumt werden. Im sogenannten Dschungel von Calais halten sich nach offiziellen Angaben rund 7000 Menschen auf. Nach Zählungen von Hilfsorganisationen sind es inzwischen sogar mehr als 10.000. Die Menschen sollen in Aufnahmezentren in ganz Frankreich umverteilt werden. Dagegen regt sich in einigen Regionen Widerstand.

+++ 1.15 Uhr: Berlin und Washington kritisieren Israels Siedlungspläne im Westjordanland +++

Mit ungewohnt scharfen Worten haben die USA den geplanten Bau neuer Wohnungen für jüdische Siedler in den besetzten Palästinensergebieten kritisiert. Das Weiße Haus warf Israel Wortbruch vor. Das Vorgehen der Regierung sei "besorgniserregend" und widerspreche den Gepflogenheiten unter "guten Freunden". Das US-Außenministerium warnte, der Bau weiterer Wohnungen im Westjordanland untergrabe die Friedensbemühungen in Nahost und sei unvereinbar mit der "Zukunft Israels als jüdischer und demokratischer Staat".

Ähnlich äußerte sich das Auswärtige Amt. "Die jüngsten Ankündigungen zum Bau einer neuen Siedlung mitten im Westjordanland haben wir mit großer Sorge zur Kenntnis genommen", erklärte ein Sprecher. "Der Standpunkt der Bundesregierung ist unverändert: Der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten verstößt gegen das Völkerrecht. Siedlungen gefährden die Grundlagen der Zwei-Staaten-Lösung."

Iisraelischen Aktivisten zufolge hatte die Regierung kürzlich grünes Licht für den Bau von 98 neuen Wohnungen nahe Ramallah gegeben. Insgesamt seien bis zu 300 Wohnungen geplant. Die Ansiedlung der eigenen Zivilbevölkerung in militärisch besetzten Gebieten wird von der Uno als völkerrechtswidrig erachtet.

+++ 1.05 Uhr: Gysi will Vorsitzender der Europäischen Linken werden +++

Der langjährige Linken-Fraktionschef Gregor Gysi will offenbar Vorsitzender der Europäischen Linken (EL) werden. Die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger hätten den 68-Jährigen intern bereits für das Amt vorschlagen, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" unter Berufung auf führende Parteikreise. Der EL-Kongress findet demnach vom 16. bis zum 18. Dezember statt. Gysis Wahl gelte als sehr wahrscheinlich. "Wenn er das machen will, dann wird es auch so kommen", verlautete dem Bericht zufolge aus führenden Parteikreisen.

+++ 0.42 Uhr: Kinderzuschlag soll um zehn Euro steigen +++

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) haben sich offenbar auf eine Anhebung des Kinderzuschlags geeinigt. Der Zuschlag für Geringverdiener solle zum Jahreswechsel um zehn Euro auf 170 Euro monatlich erhöht werden, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise. Das Kindergeld wird demnach um zwei Euro angehoben. Der Kinderzuschlag wird Eltern gewährt, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen decken können, aber nicht über ausreichende Mittel verfügen, auch den Bedarf ihrer Kinder zu decken. Ziel ist, dass Eltern nicht wegen ihrer Kinder auf Hartz IV angewiesen sind.

Schwesig hatte die von ihr geforderte Anpassung mit den von Schäuble geplanten Steuerentlastungen verknüpft. Der Weg für die Reform sei nun frei, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Koalitionskreise. Der Gesetzentwurf des Finanzministeriums, dem der Koalitionsausschuss heute zustimmen soll, sieht eine leichte Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrags vor. Dieser soll laut "Handelsblatt" von derzeit 8.652 bis 2018 auf 9.000 Euro angehoben werden. Zudem soll die Wirkung der Einkommensteuerprogression so verschoben werden, dass geringere Einkommen steuerlich geschont werden. 

+++ 0.15 Uhr: Teilweise Entwarnung für Deutsche Bank in Russland-Affäre +++

Die Deutsche Bank dürfte einem Zeitungsbericht zufolge bei der Bafin-Prüfung zu Geldwäsche-Vorwürfen in Russland glimpflich davonkommen. Die Untersuchungen liefen zwar noch, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" ohne genaue Quellenangabe auf ihrer Website. Es zeichne sich aber ab, dass sich die Finanzaufsicht darauf beschränken werde, dem deutschen Branchenprimus Auflagen für ein besseres Risikomanagement zu machen. Sprecherinnen der Bafin und der Deutschen Bank lehnten auf Nachfrage einen Kommentar ab.

Die Deutsche Bank kämpft derzeit an zahlreichen Fronten. Die Russland-Affäre und ein Streit mit der US-Justiz wegen Hypotheken-Geschäften aus der Zeit der Finanzkrise sind dabei die dicksten Brocken. Die Aktie der Deutschen Bank fiel aus Sorge vor einer hohen Milliardenstrafe jüngst auf den tiefsten Stand ihrer Geschichte. Frieden an einer Front dürfte die Anleger also zumindest etwas beruhigen. Allerdings, darauf verwies die "Süddeutsche Zeitung", gingen die Ermittlungen der US-amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden im Russland-Fall weiter.

+++ 0.05 Uhr: Ariane-Rakete bringt zwei Telekommunikationssatelliten ins All +++

Eine Ariane-5-Rakete hat zwei Telekommunikationssatelliten für Australien und Indien ins All gebracht. Der Lastenträger startete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana, wie der Raketenbetreiber Arianespace mitteilt. Nach etwa einer halben Stunde Flugzeit wurden die beiden Satelliten nacheinander im All ausgesetzt.

Der Satellit Sky Muster II soll die Breitbandversorgung in Australien verbessern. Der zweite Satellit GSAT-18 kommt von der indischen Raumfahrtbehörde und soll Telekommunikationsdienste für den Subkontinent anbieten. Die High-Tech-Fracht wog auf der Erde insgesamt rund 9,8 Tonnen.

jen/mad/tim/anb/DPA/AFP

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