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Machtkampf in Venezuela: Eskalation in Caracas: Oppositionsführer López sucht Schutz in Chiles Botschaft

Bericht: Internetzugriff in Venezuela eingeschränkt +++ Auswärtiges Amt rät zur Ausreise +++ Oppositionsführer López in Venezuela von Soldaten befreit – Regierung spricht von Putschversuch +++ Alle Meldungen zum Machtkampf in Venezuela im stern-Ticker.

Venezuela, Caracas: Ein Demonstrant geht vor einem Bus

Venezuela, Caracas: Ein Demonstrant geht vor einem Bus, der von Gegnern des venezolanischen Präsidenten Maduro in Brand gesteckt worden ist

Hier lesen Sie, fortlaufend aktualisiert, alle Enntwicklungen zum sich zuspitzenden Machtkampf in Venezuela. Weitere Nachrichten des Tages lesen Sie hier im stern-Newsticker.

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Auswärtiges Amt ruft Deutsche zur Ausreise auf (18.53 Uhr)
  • Schwere Straßenschlachten in Caracas: Panzerfahrzeug rast in Menschenmenge (17.45 Uhr)
  • Bericht: Internetzugriff in Venezuela eingeschränkt Internetzugriff (17.21 Uhr)
  • Außenminister Maas hofft auf friedliche Lösung in Venezuela (16.15 Uhr)
  • Machtkampf in Venezuela spitzt sich offenbar zu: schwere Gefechte aus Caracas gemeldet (15.14 Uhr, 13.13 Uhr und 12.46 Uhr)

Die Meldungen im Einzelnen im stern-Ticker:

+++ 22.12 Uhr: Venezuelas Oppositionsführer López sucht Schutz in Chiles Botschaft +++

Inmitten des erbitterten Machtkampfs in Venezuela hat der seit Jahren inhaftierte Oppositionsführer Leopoldo López Schutz in der Residenz des chilenischen Botschafters in Caracas gesucht. López, seine Frau und seine Tochter seien Gäste in der Residenz der diplomatischen Mission, teilte Chiles Außenminister Roberto Ampuero auf Twitter mit. Am frühen Morgen hatten zur Opposition übergelaufene Soldaten den prominenten Regierungsgegner aus dem Hausarrest befreit.

+++ 21.10 Uhr: CNN in Venezuela blockiert +++

Der TV-Sender CNN ist in Venezuela blockiert worden. Wie CNN selbst berichtet, erging die Order an die Telekommunikationanbieter direkt von der venezolanischen Regierungsbehörde Conatel.

+++ 20.36 Uhr: Trump twittert zu der Lage in Caracas +++

Donald Trump hat via Twitter der venezolanischen Bevölkerung seine Unterstützung zugesichert. "Ich beobachte die Situation in Venezuela sehr genau. Die Vereinigten Staaten stehen an der Seite der Menschen in Venezuela und ihrer Freiheit!", so Trump.

+++ 20.31 Uhr: Regierungstreue Gangs wollen Maduro mit Waffengewalt verteidigen +++

Nach der Rebellion einiger Soldaten gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro wollen regierungstreue Banden den sozialistischen Staatschef mit Waffengewalt verteidigen. "Es ist der Moment gekommen, in dem wir die Revolution mit Waffen verteidigen", sagte der Chef der Gruppe La Piedrita, Valentín Santana, in einem Video und streckte ein Schnellfeuergewehr in die Kamera. "Wir werden unseren Präsidenten Nicolás Maduro verteidigen." Santanas Gang kontrolliert in der Hauptstadt Caracas die Hügel nahe dem venezolanischen Präsidentenpalast Miraflores und ist der Regierung treu ergeben.

+++ 19.50 Uhr: Air-France-Maschine nach Caracas dreht um +++

Ein Airbus A330 der französischen Fluggesellschaft Air France ist auf ihrem Weg von Paris in die venezolanische Hauptstadt Caracas auf halbem Wege über dem Atlantik umgedreht. Das meldet der Dienst Tracking-Dienst "Flightradar24". Unklar sei allerdings, ob die Umkehr mit der angespannten Lage in Caracas zusammenhängt.

Die Lufthansa fliegt Venezuela nicht an.

+++ 19.36 Uhr: UN-Generalsekretär Antonio Guterres ruft zu Gewaltverzicht auf +++

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief beide Konfliktparteien in dem venzolanischen Machtkampf zum Gewaltverzicht auf. Ein Sprecher sagte, Guterres bitte "alle Seiten um maximale Zurückhaltung". Die Beteiligten sollten "sofortige Schritte" unternehmen, um wieder Ruhe herzustellen.      

+++ 19.32 Uhr: Panzerwagen fährt in Demonstranten-Gruppe, Soldat soll Schussverletzung erlitten haben - die Lage in Venezuela im Überblick +++

Ein gepanzertes Militärfahrzeug ist in Venezuela in eine Gruppe von Demonstranten gefahren. Das Fahrzeug überrollte in der Hauptstadt Caracas protestierende Oppositionelle vor der Luftwaffenbasis La Carlota, wie Fernsehbilder zeigten. Mehrere Demonstranten wurden dabei verletzt. Nach Regierungsangaben erlitt zudem ein Soldat nahe der Basis eine Schussverletzung.    

Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino hatte die Opposition in einer Rede an das Oberkommando der Streitkräfte vor einem Blutvergießen gewarnt. Sie trage die Schuld für den Fall von "Gewalt, Tod oder Blutvergießen", sagte Padrino und sicherte zugleich dem linksnationalistischen Staatschef Nicolás Maduro erneut seinen Rückhalt zu.     

Der venezolanische Oppositionsführer und selbsterklärte Übergangspräsident Juan Guaidó hatte auf dem Militärstützpunkt La Carlota zuvor zu Demonstrationen aufgerufen und erklärt, er habe im Machtkampf mit Maduro die Unterstützung von Teilen der Armee erhalten. Tausende, teils mit Stöcken und Molotow-Cocktails bewaffnete Demonstranten kamen und blieben in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes.

Demonstranten setzten Wurfgeschosse und Brandsätze ein

Demonstranten setzten Wurfgeschosse und Brandsätze ein

Getty Images

+++ 19.14 Uhr: Internationale Reaktionen im Überblick +++

Während auf den Straßen von Caracas noch um die Macht gerungen wird, brachten sich die internationalen Verbündeten der verfeindeten Lager in Stellung. Die USA, viele EU-Staaten und zahlreiche lateinamerikanische Länder haben Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangsstaatschef anerkannt, dagegen halten Russland, China, die Türkei sowie die linken Regierungen in Kuba, Nicaragua und Bolivien Maduro weiterhin die Treue. "Die US-Regierung unterstützt das venezolanische Volk vollkommen in seinem Verlangen nach Freiheit und Demokratie", schreibt US-Außenminister Mike Pompeo auf Twitter.

Maduros Verbündete hingegen stärken dem venezolanischen Präsidenten den Rücken. "Wir verurteilen diese putschistische Bewegung, die darauf abzielt, das Land mit Gewalt zu überziehen", schreibt Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel auf Twitter. Bolivien Staatschef Evo Morales sekundiert: "Wir verurteilen diesen versuchten Staatsstreich in Venezuela aufs Schärfste."

Russland warnt angesichst der brenzligen Lage vor einem Eingreifen von außen. Es gebe Kräfte, die nur einen Vorwand für ein gewaltsames Einschreiten suchten, schreibt der Chef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat, Konstantin Kossatschow, bei Facebook.

+++ 19.11 Uhr: Hintergrund: die Rolle des Militärs im venzolanischen Machtkampf +++

Das Militär gilt als der entscheidende Faktor im Machtkampf in Venezuela. Guaidó hat die Streitkräfte immer wieder dazu aufgerufen, die Seiten zu wechseln - bislang allerdings mit nur geringem Erfolg. Die Generäle profitieren ohnehin vom System Maduro und haben daher wenig Interesse an einem Machtwechsel. Kleinere Aufstände einfacher Soldaten gegen Maduros Regierung wurden bereits mehrfach niedergeschlagen.

Agenten des militärischen Geheimdienstes Kubas sollen die einfachen Soldaten der venezolanischen Streitkräfte kontrollieren und Aufstände und Verschwörungen bereits im Keim ersticken. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Control Ciudadano sitzen in dem südamerikanischen Land 193 Militärs wegen politischer Vergehen in Haft.

Verteidigungsminister Vladimir Padrino gelobte der Regierung von Maduro erneut die Treue. "Die Streitkräfte verteidigen die Verfassung und die legitimen Autoritäten", schrieb er auf Twitter. "Alle militärischen Einheiten melden Normalität in ihren Kasernen und Stützpunkten und befinden sich unter der Befehlsgewalt ihrer Kommandeure."

+++ 18.53 Uhr: Auswärtiges Amt ruft Deutsche zur Ausreise auf +++

Das Auswärtige Amt (AA) empfiehlt deutschen Staatsbürgern vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Machtkampfes in Venezuelas die Ausreise aus dem Land. Die deutsche Botschaft in Caracas sei geschlossen, teilt das AA in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen mit. "Von Reisen nach Venezuela wird derzeit dringend abgeraten."

+++ 18.25 Uhr: Fotos zeigen Lage in Caracas +++

Inzwischen erreichen uns weitere Fotos aus der venezolanischen Hauptstadt, die die offenbar dramatische Lage auf den Straßen von Caracas zeigen.

Soldaten und Zivilisten decken sich bei einem Einsatz um die Autos, in denen der selbst ernannter Interimspräsident Guaidó nahe des Luftwaffenstützpunktes La Carlota gefahren wird. "Als Interimspräsident von Venezuela, als rechtmäßiger Oberkommandierender der Streitkräfte, rufe ich alle Soldaten dazu auf, sich uns anzuschließen", sagte der Oppositionsführer auf einer Schnellstraße

Soldaten und Zivilisten decken sich bei einem Einsatz um die Autos, in denen der selbst ernannter Interimspräsident Guaidó nahe des Luftwaffenstützpunktes La Carlota gefahren wird. "Als Interimspräsident von Venezuela, als rechtmäßiger Oberkommandierender der Streitkräfte, rufe ich alle Soldaten dazu auf, sich uns anzuschließen", sagte der Oppositionsführer auf einer Schnellstraße

DPA
Ein oppositioneller Demonstrant wird nach dem Einsatz von Tränengas medizinisch versorgt

Ein oppositioneller Demonstrant wird nach dem Einsatz von Tränengas medizinisch versorgt

AFP
Ein Regierungsgegner sitzt mit Munition, die von bewaffneten Rebellentruppen bei einem Einsatz nahe des Luftwaffenstützpunktes La Carlota benutzt wird. Der Oppositionsführer Guaido und der inhaftierte Oppositionsführer Lopez riefen Soldaten und Bevölkerung dazu auf, gegen den Staatschef Maduro auf die Straßen zu gehen

Ein Regierungsgegner sitzt mit Munition, die von bewaffneten Rebellentruppen bei einem Einsatz nahe des Luftwaffenstützpunktes La Carlota benutzt wird. Der Oppositionsführer Guaido und der inhaftierte Oppositionsführer Lopez riefen Soldaten und Bevölkerung dazu auf, gegen den Staatschef Maduro auf die Straßen zu gehen

DPA

+++ 18.19 Uhr: Auswärtiges Amt meldet sich zu Wort +++

Das Auswärtige Amt in Berlin verbreitete angesichts der Lage in Venzuela ein Statement von Bundesaußenminister Heiko Maas: "Wir wollen eine Perspektive für Neuwahlen und unterstützen daher Guaidó nach wie vor. Was wir nicht wollen ist, dass die Waffen sprechen", ließ Maas erklären. Offenbar teilt er die internationale Sorge vor einem Blutvergießen. "Wir brauchen eine politische, keine militärische Lösung"; so Maas weiter. Er ist befindet sich zurzeit auf einer Südamerika-Reise.

+++ 18.16 Uhr: Guaidó motiviert Venezolaner: Militär steht an unserer Seite +++

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó hat seine Anhänger bestärkt, mit ihren Straßenprotesten auf dem richtigen Weg zu sein. "Jahrelang haben wir mit den Streitkräften gesprochen - und heute wissen wir, dass sie nicht für den Diktator sind", sagte Guaidó bei einer Rede auf dem Platz Francia de Altamira in Caracas vor tausenden Menschen. Die voranschreitende Entmachtung des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro sei unumkehrbar, sagte er weiter. Im seit mehr als drei Monate andauernden Machtkampf hat sich das Militär bislang hinter Maduro gestellt. 

Der Deutschen Welle sagte er: "Was auch immer geschieht, wir werden uns nicht aufhalten lassen. Unser Prozess bewegt sich Schritt für Schritt und friedlich im Rahmen unserer Verfassung. Wir stehen weiterhin für Gewaltlosigkeit." Unterdessen wuchsen die Spannungen am Luftwaffenstützpunkt La Carlota in Caracas, zu dem Guaidó die Menschen gerufen hatte. Protestler versuchten, in das Gelände einzudringen. Maduro hat die Loyalität des Militärs zu ihm bekräftigt und zum Kampf gegen die "Putschisten" aufgerufen.

+++ 18.12 Uhr: Die Lage in Venezuela im Überblick +++

Der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó will den sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro mit Hilfe des Militärs aus dem Amt drängen. Er zeigte sich gemeinsam mit Soldaten und dem aus dem Hausarrest befreiten Oppositionsführer Leopoldo López. Staatschef Nicolás Maduro gibt sich dennoch siegessicher. "Nerven aus Stahl! Ich habe mit den Kommandanten (aller Militärzonen) des Landes gesprochen. Sie haben ihre Loyalität zu Volk, Verfassung und Vaterland ausgedrückt", schrieb Maduro auf Twitter.

Außenminister Heiko Maas hofft angesichts der jüngsten Entwicklungen im venezolanischen Machtkampf zwischen dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und Staatschef Nicolás Maduro auf eine friedliche Lösung. "Wir wollen nicht, dass es eine Entwicklung gibt, in der die Waffen sprechen", sagte er nach einem Treffen mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Der SPD-Politiker bekräftigte erneut, auf welcher Seite die Bundesregierung in dem Machtkampf steht. "Unsere Unterstützung für Juan Guaidó hat sich in keiner Weise geändert", sagte er.

+++ 17.55 Uhr: Schwere Straßenschlachten in Caracas: Panzerfahrzeug rast in Menschenmenge +++

Auf Live-Fernsehbildern, die unter anderem die britische BBC ausstrahlte, sind auf den Straßen von Venezuelas Hauptstadt Caracas schwere Ausschreitungen zu sehen. Zivilisten stehen dabei auf einer mehrspurigen Straße Sicherheitskräften in gepanzerten Räumfahrzeugen gegenüber. Nachdem minutenlang Gegenstände auf die Fahrzeuge geworfen wurden, ist einer der Panzerwagen in die Menge der Protestierenden gerast und hat augenscheinlich mehrere Menschen erfasst. Die BBC brach die Übertragung sofort ab. Ob es Verletzte oder gar Tote gegeben hat, ist zurzeit nicht bekannt. 

Oppositionelle und regierungstreue Sicherheitskräfte liefern sich in Caracas schon seit dem Morgen schwere Auseinandersetzungen, in deren Verlauf auch Schusswaffen eingesetzt worden sind, wie mehrere Nachrichtenagenturen berichteten.

Fernsehbilder zeigten die Attacke auf die Demonstranten

Fernsehbilder zeigten die Attacke auf die Demonstranten

+++ 17.21 Uhr: Bericht: Internetzugriff in Venezuela eingeschränkt +++

In Venezuela ist einem Bericht zufolge nach dem Aufruf der Opposition zum Aufstand der Zugriff auf das Internet teilweise eingeschränkt worden. Netzwerke wie Facebook, Twitter und Plattformen zum Hochladen von Videos seien vorübergehend nicht mehr erreichbar gewesen, berichtete die Nichtregierungsorganisation Netblocks. Die Störungen führte Netblocks auf den staatlich betriebenen Internetprovider zurück, welcher den Zugang zu den Diensten eingeschränkt habe. Diese Sperrung sei jedoch nicht "zu 100 Prozent effektiv" gewesen. 

+++ 16.35 Uhr: Venezuelas Präsident: Militärkommandeure sind loyal +++

Trotz der Aufrufe der Opposition in Venezuela zum Sturz der sozialistischen Regierung unter Beteiligung einiger Soldaten gibt sich Staatschef Nicolás Maduro siegessicher. "Nerven aus Stahl! Ich habe mit den Kommandanten (aller Militärzonen) des Landes gesprochen. Sie haben ihre Loyalität zu Volk, Verfassung und Vaterland ausgedrückt. Ich rufe zu einer Mobilisierung des Volkes auf, um den Sieg des Friedens sicherzustellen", schrieb Maduro auf Twitter. "Wir werden siegen."

+++ 16.30 Uhr: Venezolanische Soldaten schließen sich der Opposition an +++

Zahlreiche Einwohner der venezolanischen Hauptstadt Caracas sind am Morgen dem Aufruf der Opposition gefolgt und haben sich auf einer Autobahn am Rand des Luftwaffenstützpunktes La Carlota versammelt. Mehrere Soldaten der Nationalgarde schlossen sich ihnen an. Ihren Wechsel von der Unterstützung der Regierung zur Opposition kennzeichneten sie teils mit dem Tragen blauer Tücher. Zivilisten begrüßten die Überläufer mit Applaus, wie im kolumbianischen Fernsehsender Noticias Caracol zu sehen war. Weitere Videoaufnahmen zeigten Menschen, die auf dem Weg zu dem Stützpunkt die venezolanische Flaggen schwenkend über eine Brücke liefen. Dabei waren Schüsse zu hören und Rauch zu sehen. Unklar war, von wo und wem die Schüsse abgegeben wurden. Unter Berufung auf offizielle Stellen berichtete der Noticias Caracol zunächst von zehn Verletzten.

+++ 16.15 Uhr: Außenminister Maas hofft auf friedliche Lösung in Venezuela +++

Bundesaußenminister Heiko Maas hofft angesichts der jüngsten Entwicklungen im venezolanischen Machtkampf zwischen dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und Staatschef Nicolás Maduro auf eine friedliche Lösung. "Unsere Unterstützung für Juan Guaidó hat sich in keiner Weise geändert", sagte der SPD-Politiker in Brasilia nach einem Gespräch mit dem brasilianischen Außenminister Ernesto Araujo. Er hoffe, dass die Lage friedlich bleibe. "Wir beobachten die aktuelle Entwicklung sehr genau."

+++ 16.13 Uhr: Russische Politiker warnen vor Eingreifen in Venezuela +++

ussische Politiker haben angesichts einer neuen Zuspitzung im Machtkampf in Venezuela vor einem Eingreifen von außen gewarnt. Es gebe Kräfte, die nur einen Vorwand für ein gewaltsames Einschreiten suchten, schrieb der Chef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat, Konstantin Kossatschow, bei Facebook. Er nannte die USA nicht namentlich, forderte allerdings, den Machtkonflikt durch einen innenpolitischen Dialog und auf Grundlage der Mechanismen der Vereinten Nationen zu lösen.

Die in Venezuela arbeitenden Militärexperten aus Russland würden sich nicht einmischen, teilte die russische Botschaft in der venezolanischen Hauptstadt Caracas der Agentur Interfax zufolge mit. Sie seien nicht für Kampfhandlungen ausgebildet. Sie sollten vielmehr die von Russland gelieferten Waffensysteme einrichten und Personal ausbilden. Die Botschaft bezeichnete die Lage als ruhig.

+++ 16.10 Uhr: US-Regierung sichert venezolanischem Volk Unterstützung zu +++

US-Vizepräsident Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo haben angesichts des neu aufgeflammten Machtkampfs in Venezuela der Opposition um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó ihre Unterstützung zugesichert. "Amerika wird Ihnen beistehen, bis Freiheit und Demokratie wiederhergestellt sind", schrieb Pence auf Twitter. Pompeo schrieb auf Twitter: "Die US-Regierung unterstützt das venezolanische Volk vollkommen in seinem Verlangen nach Freiheit und Demokratie." Demokratie könne nicht besiegt werden.

Die USA halten die Opposition seit langer Zeit für die legitime Kraft in Venezuela und versuchen, das Kräfte im mächtigen Militär zur Abkehr von Präsident Nicolàs Maduro bewegen. Washington erkennt Juan Guaidó als legitimen politischen Führer Venezuelas an und hat gegen die Regierung Maduros erhebliche Sanktionen verhängt.

+++ 15.27 Uhr: Kuba verurteilt "putschistische Bewegung" in Venezuela +++

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel missbilligt die jüngsten Entwicklungen im Machtkampf in Venezuela zwischen dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und Staatschef Nicolás Maduro. "Wir verurteilen diese putschistische Bewegung, die darauf abzielt, das Land mit Gewalt zu überziehen", schrieb Díaz-Canel bei Twitter. 

Der kubanische Staatschef sprach von "Verrätern", die sich an die Spitze einer "subversiven Bewegung" gestellt hätten. Diese hätten "Truppen und Polizisten mit Kriegswaffen (...) eingesetzt, um Angst und Terror zu verursachen", schrieb Díaz-Canel weiter. 

+++ 15.14 Uhr: Machtkampf in Venezuela spitzt sich offenbar zu: schwere Gefechte aus Caracas gemeldet +++

Der Machtkampf im krisengeschüttelten Venezuela geht offenbar in eine neue – gewaltsame – Runde. Der kolumbianische Nachrichtenkanal Noticias Caracol meldet "schwere" Gefechte in der Nähe einer Militärbasis in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Auf Aufnahmen des Senders, die die aktuelle Lage zeigen sollen, ist wiederholt lautes Knallen, möglicherweise Gewehrsalven, zu hören, während Menschen sich in Panik in Sicherheit bringen. Nicht zu erkennen ist, ob scharfe Munition abgefeuert wurde und von wem die Schüsse abgegeben wurden.

Der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó liefert sich seit Monaten eine offene Kraftprobe mit dem sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro. Guaidó rief zuletzt erneut Armeeangehörige auf, sich ihm anzuschließen. Seine "Operation Freiheit" gehe jetzt in die entscheidende Phase, sagte er am Dienstagvormittag. Er hatte sich mit Oppositionsführer Leopoldo López gezeigt, der nach eigenen Angaben kurz zuvor von Soldaten aus seinem jahrelangen Hausarrest befreit worden war.

Die Regierung prangerte einen "Putschversuch" an und versicherte, die Lage in ganz Venezuela unter Kontrolle zu haben. Sie rief ihre Anhänger auf, sich um den Präsidentenpalast zu scharen. Im Laufe des Dienstags setzten Sicherheitskräfte in Caracas laut Berichten mehrerer Nachrichtenagenturen Tränengas gegen Demonstranten ein.

Die spanische Regierung warnte indes vor einem "Blutvergießen" in Venezuela.

+++ 13.13 Uhr: Machtkampf in Venezuela: Oppositionsführer befreit, Regierung: "Putschversuch" +++

Der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaido will den sozialistischen Staatschef Nicolas Maduro mit Hilfe des Militärs aus dem Amt drängen. Er zeigte sich gemeinsam mit Soldaten und dem aus dem Hausarrest befreiten Oppositionsführer Leopoldo Lopez. Seine "Operation Freiheit" gehe jetzt in die entscheidende Phase, sagte er.   

Kurz zuvor hatten Soldaten Oppositionsführer Lopez nach dessen Angaben aus dem jahrelangen Hausarrest befreit. "Jetzt ist die Stunde, um die Freiheit zu erringen", schrieb Lopez auf Twitter. Guaido rief weitere Einheiten des Militärs des südamerikanischen Landes dazu auf, sich ihm anzuschließen. 

Die sozialistische Regierung von Präsident Maduro hingegen sprach von nur einer kleinen Gruppe Soldaten, die sich Guaido angeschlossen haben. "Wir rufen das Volk dazu auf, in maximaler Alarmbereitschaft zu bleiben und gemeinsam mit den glorreichen Streitkräften den Putschversuch abzuwehren und den Frieden zu erhalten", schrieb Kommunikationsminister Jorge Rodriguez auf Twitter.

+++ 12.46 Uhr: Soldaten befreien Venezuelas Oppositionsführer López aus Hausarrest +++

Soldaten haben den seit Jahren inhaftierten venezolanischen Oppositionsführer Leopoldo López aus dem Hausarrest befreit. "Militärs haben mich auf Anweisung von Präsident Guaidó befreit", schrieb López auf Twitter. Nach eigenen Angaben war er gemeinsam mit dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido und Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt La Carlota.

Die Lage in dem krisengeschüttelten und verarmten Land in Südamerika wird indes wieder unübersichtlicher. Die Regierung spricht nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP von einem "versuchten Putsch". Medien berichten indes von erneuten Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und der Zivilbevölkerung.

wue / DPA / AFP