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News von heute Scholz reagiert auf Merkel-Kritik – mit Gelassenheit

SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
© Omer Messinger / Getty Images
Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die News von heute im stern-Ticker:   

22.21 Uhr: Polizisten und Sanitäter in USA wegen brutaler Festnahme angeklagt

Zwei Polizisten, ein Ex-Polizist und zwei Sanitäter im US-Bundesstaat Colorado sind wegen einer brutalen Festnahmeaktion angeklagt worden, bei der 2019 ein Afroamerikaner ums Leben gekommen war. Colorados Generalstaatsanwalt Phil Weiser teilte mit, allen fünf werde unter anderem fahrlässige Tötung zur Last gelegt. Einer der Polizisten, der damals an der Festnahme beteiligt war, wurde später aus dem Dienst entlassen. Es geht um den Fall eines jungen Schwarzen, Elijah McClain, aus dem August 2019. Ein Passant hatte die Polizei damals auf den 23-Jährigen aufmerksam gemacht, weil sich dieser "verdächtig" verhalten und eine Skimaske getragen habe. Nach Darstellung der Polizei wehrte sich McClain gegen seine Festnahme. Die Beamten wendeten einen Würgegriff an. Hinzugerufene Sanitäter verabreichten McClain ein Beruhigungsmittel. Der Mann erlitt auf dem Weg ins Krankenhaus einen Herzstillstand und starb wenige Tage später.

22.13 Uhr: Mehr als 70 Schulkinder im Nordwesten Nigerias entführt

Im westafrikanischen Nigeria sind 73 Schulkinder von bewaffneten Männern entführt worden. Die Schüler seien aus einer staatlichen Sekundarschule im nordwestlichen Bundesstaat Zamfara verschleppt worden, bestätigte ein Polizeisprecher, Muhammad Shehu. Die Identität und das Motiv der Täter waren zunächst unklar. Als Reaktion auf die Entführung hat die Regierung des Bundesstaates alle Grund- und Sekundarschulen schließen lassen und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Größere Kindesentführungen im Zusammenhang mit Überfällen auf Schulen kommen im bevölkerungsreichsten Land Afrikas häufig vor. Dahinter stecken sowohl islamistische Terroristengruppen wie Boko Haram als auch kriminelle Banden, die Lösegeld erpressen wollen.

22.03 Uhr: Studie: Rund ein Drittel aller Baumarten weltweit sind vom Aussterben bedroht

Rund ein Drittel aller Baumarten weltweit sind vom Aussterben bedroht. Ein neuer Bericht warnt, dass vor allem die Rodung von Waldflächen für die Landwirtschaft sowie die Holzgewinnung den Fortbestand vieler Baumarten bedrohen. Auch der Klimawandel hat demnach "deutlich messbare Auswirkungen". Zu den am stärksten bedrohten Arten gehören demnach Magnolien. Auch Eichen und Ahornbäume werden als gefährdet eingestuft. Die Studie untersuchte die Bedrohungslage für 58.497 Baumarten weltweit. Sieben Prozent werden als "möglicherweise bedroht" eingestuft. Für 21 Prozent der Arten lagen nicht genügend Daten für eine Bewertung vor. Etwas mehr als 40 Prozent wurden als "nicht gefährdet" eingestuft.

21.49 Uhr: Moderna-Ampullen in Japan mit Edelstahlpartikeln verunreinigt

In verunreinigten Ampullen des Corona-Impfstoffs von Moderna in Japan sind nach Angaben des US-Unternehmens Edelstahlpartikel gefunden worden. Wie Moderna und sein japanischer Partner Takeda mitteilten, haben Produktionsfehler in einer Fertigungsanlage in Spanien zu der Verunreinigung in einer von drei ausgemusterten Chargen geführt. Für die Patienten entstehe durch die Stahlpartikel aber kein erhöhtes Risiko, versicherte Moderna. Auch die Nutzen-Risiko-Bewertung des Vakzins ändere sich nicht.

21.12 Uhr: Spears' Anwalt drängt auf sofortigen Abtritt des Vaters als Vormund

Der Anwalt von Britney Spears, Mathew Rosengart, hat auf einen sofortigen Abtritt ihres Vaters als Vormund gedrängt. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die der Anwalt diese Woche beim Los Angeles Superior Court eingereicht hat. Der Antrag wurde von mehreren US-Medien, darunter das Branchenblatt "Hollywood Reporter", veröffentlicht. Rosengart wirft darin Jamie Spears vor, weiter zu versuchen, sich an seiner Tochter in Millionenhöhe zu bereichern. Als Anwalt wolle Rosengart verhindern, dass die Sängerin von ihrem Vater erpresst oder eingeschüchtert werde. Jamie Spears hatte vor rund drei Wochen in Aussicht gestellt, zum "richtigen Zeitpunkt" zurückzutreten und auf einen "ordnungsgemäßen Übergang" zur Einsetzung eines neuen Vormunds als Bedingung für seinen Abtritt verwiesen. Rosengart zufolge zögert der 69-Jährige diesen Schritt hinaus, um sich weiter an dem Vermögen der Sängerin zu bereichern.

19.15 Uhr: 16 Songs mit anderen Künstlern – Elton John kündigt Lockdown-Album an

Der britische Popstar Elton John hat die Corona-Pandemie für ein neues Album genutzt. Das Werk namens "The Lockdown Sessions" soll am 22. Oktober erscheinen. Die Songs hat Sir Elton in den vergangenen 18 Monaten mit verschiedenen Musikern wie Miley Cyrus, Fleetwood-Mac-Sängerin Stevie Nicks, Stevie Wonder, Dua Lipa und den Gorillaz eingespielt, wie der 74-Jährige auf Instagram mitteilte.

"Das Letzte, was ich während des Lockdowns erwartet hatte, war, ein Album zu machen", schrieb John. Aber im Verlauf der Pandemie seien immer wieder einzelne Projekte aufgetaucht. Herausgekommen sei "eine Auswahl wirklich interessanter und vielfältiger Sachen". Einige Aufnahmen hätten über Zoom gemacht werden müssen, andere seien unter strengen Hygienevorschriften wie Trennung durch Plexiglasscheiben entstanden.

18.23 Uhr: Früherer Dolmetscher von Biden sitzt offenbar in Afghanistan fest

Ein ehemaliger Dolmetscher von US-Präsident Joe Biden sitzt einem Medienbericht zufolge in Afghanistan fest. Der Afghane, der 2008 an einer Rettungsmission für Biden und zwei weitere US-Politiker teilgenommen hatte, habe keine rechtzeitige Ausreisegenehmigung bekommen, berichtete das "Wall Street Journal". Aus Angst vor Vergeltung der Taliban sei er nun gemeinsam mit seiner Familie untergetaucht und hoffe auf Hilfe aus Washington. "Hallo Herr Präsident: Retten Sie mich und meine Familie", sagte der Übersetzer der Zeitung in einem an Biden gerichteten Hilferuf. "Vergessen Sie mich hier nicht."

Der Mann hatte demnach regelmäßig für das US-Militär gearbeitet und Soldaten auf Kampfeinsätzen begleitet. 2008 gehörte er zu einer kleinen Eingreiftruppe, die den damaligen Senator Biden und zwei weitere US-Politiker rettete, nachdem ihr Hubschrauber wegen eines Schneesturms in abgelegenem Gebiet notlanden musste, wie ein ehemaliger Soldat der Zeitung sagte.

17.28 Uhr: Kreise – Bahn legt GDL neues Angebot vor

Die Deutsche Bahn hat im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL ein neues Angebot vorgelegt. Es beinhalte eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten, wie aus Bahnkreisen verlautete. Bislang hatte die Bahn eine Laufzeit von 40 Monaten angeboten und die Höhe der Prämie nicht beziffert. Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hieß es. Kurz zuvor hatte im Güterverkehr der dritte Streik der laufenden Tarifrunde begonnen.

17.22 Uhr: Papst hält Korruption bei Immobiliendeal des Vatikans für möglich

Im Prozess um Millionenverluste des Vatikans bei einem Immobiliendeal hält Papst Franziskus eine Verurteilung der Angeklagten, darunter Kardinal Giovanni Angelo Becciu, für möglich. "Sie haben das Wort Korruption benutzt und in diesem Fall sieht es offensichtlich, zumindest auf den ersten Blick, danach aus", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Interview. Er hoffe zwar von ganzem Herzen, dass Becciu sich als unschuldig erweisen werde, aber das sei eben nur eine von Zuneigung bestimmte Unschuldsvermutung, fügte Franziskus hinzu. Der Vatikan hatte Ende Juli nach dem verlustreichen Kauf einer Luxusimmobilie in London einen Prozess gegen neun Männer und eine Frau eröffnet. Erstmals sitzt dabei auch ein Kardinal auf der Anklagebank. 

16.58 Uhr: Scholz lässt Merkel-Kritik abperlen

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz nimmt die Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an seinem Wahlkampf gelassen. Die Äußerung habe ihn nicht überrascht, "als ehemalige Bundesvorsitzende der CDU sollte sie diese Antwort geben", sagte Scholz dem SWR. Trotzdem arbeite er weiterhin gut mit der Kanzlerin zusammen. Merkel hatte am Dienstag die unterschiedliche Haltung von ihr und Scholz zur Linkspartei betont. Mit ihr würde es nie eine Koalition geben, an der die Linke beteiligt sei – Scholz dagegen lasse diese Frage offen. "In dem Zusammenhang ist es einfach so, dass da ein gewaltiger Unterschied für die Zukunft Deutschlands zwischen mir und ihm besteht", hatte Merkel gesagt.

16.32 Uhr: Steinmeier kritisiert "antisemitische Verschwörungsmythen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich besorgt über "schlimmste antisemitische Verschwörungsmythen" im Zuge der Corona-Pandemie geäußert. "Es schmerzt mich und macht mich zornig, dass antisemitischer Hass und judenfeindliche Hetze sich so offen zeigen – ausgerechnet in Deutschland", hieß es in einer Grußbotschaft Steinmeiers zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana. Der Anschlag auf die Synagoge von Halle habe leider zu keiner Wende geführt. Jüdinnen und Juden in Deutschland würden auch weiterhin verhöhnt, herabgewürdigt und gewaltsam angegriffen. Dies sei unerträglich. 

16.12 Uhr: London schätzte Fall von Kabul noch 2021 als "unwahrscheinlich" ein

Die britische Regierung ist nach eigenen Angaben vom schnellen Vordringen der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan überrascht worden. Die Einschätzung sei gewesen, dass es "unwahrscheinlich" sei, dass die Taliban noch 2021 die Kontrolle über die Hauptstadt Kabul übernehmen, sagte Außenminister Dominic Raab in London in einem Parlamentsausschuss. Vom Abzug der Alliierten an sei zwar mit einer ständigen Verschlechterung der Situation gerechnet worden. "Es war unwahrscheinlich, dass Kabul dieses Jahr fallen würde", so Raab. Diese Einschätzung sei auch von den Nato-Partnern geteilt worden und habe lange Bestand gehabt.

15 Uhr: WHO-Frühwarnzentrum für Pandemien in Berlin eingeweiht

Zur besseren Vorbereitung auf künftige Pandemien hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Berlin ein Pandemiefrühwarnzentrum geschaffen. Das Zentrum wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus eingeweiht. Es soll Milliarden Daten über Tiergesundheit, Krankheiten, Bevölkerungsbewegungen Klimawandelfolgen und vieles mehr verarbeiten. Darin sollen Muster frühzeitig erkannt und anhand von Computermodellen Bedrohungsszenarien erstellt werden. Ziel ist es, bei einer neuen Pandemie viel früher als bei Corona Maßnahmen umzusetzen, damit ein Erreger sich möglichst nicht auf der ganzen Welt verbreitet.

14.52 Uhr: Gesetz in Texas verbietet fast alle Schwangerschaftsabbrüche

Im US-Bundesstaat Texas sind mit Inkrafttreten eines Gesetzes die meisten Schwangerschaftsabbrüche verboten. Der Oberste Gerichtshof der USA reagierte bisher nicht auf einen Eilantrag der Bürgerrechtsorganisation ACLU, der das Gesetz stoppen sollte. Damit gelten die massiven Einschränkungen für Schwangere seit heute. Eine Ausnahme gibt es nur für medizinische Notfälle.

Das Gesetz verbietet Abtreibungen, sobald der Herzschlag des Fötus festgestellt worden ist. Das kann schon in der sechsten Schwangerschaftswoche der Fall sein. Viele Frauen wissen dann überhaupt noch nicht, dass sie schwanger sind. Außergewöhnlich an der Regelung ist, dass sie Privatpersonen ermöglicht, zivilrechtlich gegen diejenigen vorzugehen, die einer Frau bei einem Schwangerschaftsabbruch helfen. Damit könnte es Klagen geben gegen jemanden, der eine Betroffene zu einem Abtreibungstermin fährt, Eltern, die für eine Abtreibung zahlen oder Beschäftigte des Gesundheitswesens.

14.39 Uhr: Betrunkener 29-Jähriger bleibt im Allgäu in Sumpf stecken

Ein betrunkener 29 Jahre alter Mann ist im Allgäu im Sumpf stecken geblieben. Der Mann habe in der Nacht am Öschlesee im Dunkeln die Orientierung verloren, teilte die Polizei in Kempten mit. Dabei sei er in ein Sumpfgebiet geraten und in den Morast eingesunken. Der alkoholisierte Mann konnte aber immerhin selbst noch einen Notruf absetzen.

Weitab vom Spazierweg entdeckten ihn Retter. Da der Mann aber bereits tiefer eingesunken war, konnte er erst mit Unterstützung der Wasserwacht Kempten, die mit acht Einsatzkräften und einem Motorboot anrückte, geborgen werden. Der leicht unterkühlte 29-Jährige kam in eine Klinik. Als Grund für seinen Ausflug gab der Mann an, dass er am Öschlesee "chillen" wollte.

14.23 Uhr: Vier Festnahmen bei Razzia in Rockermilieu in Oberpfalz

Nach einem versuchten Mord in der Rockerszene ist die Polizei in der Oberpfalz mit einer Razzia gegen das Milieu vorgegangen. Dabei seien drei Tatverdächtige im Alter von 21, 53 und 57 Jahren festgenommen worden, teilten die Beamten in Regensburg mit. Ein vierter Verdächtiger sei festgenommen worden, weil bei ihm während der Razzia ein Kilogramm Amphetamin gefunden worden sei. Die Ermittler beschlagnahmten Rauschgift, Datenträger, Smartphones, Bargeld und Waffen.

Anfang August war es zu einer Auseinandersetzung im Rockermilieu gekommen, bei der zwei mutmaßliche ehemalige Rocker laut Polizei zum Teil lebensbedrohlich verletzt wurden. Beide konnten mittlerweile das Krankenhaus wieder verlassen. Hintergrund der Attacke sollen Streitigkeiten und mögliche Forderungen gewesen sein.

14.08 Uhr: Ermittlungen wegen Selfievideos bei 305 km/h in Düsseldorf

Nach einem illegalen Rennen auf einer Autobahn durch Düsseldorf hat die Polizei ein Selfie-Video entdeckt, das bei Tempo 305 vom Fahrer aufgenommen wurde. Der 23-Jährige habe sich dabei auf der A3 bei Leverkusen auf einem Abschnitt gefilmt, auf dem ein Tempolimit von 120 gilt, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft in Düsseldorf. Die Verdächtigen im Alter von 22 und 23 Jahren hätten auf Social-Media-Kanälen mit ihrer Raserei geprahlt.

Vor einem halben Jahr habe ein Zeuge beobachtet, wie sich das Trio auf der Autobahn 46 zu einem illegalen Rennen über alle drei Fahrspuren zusammengetan habe und dann mit Vollgas auch durch den Düsseldorfer Tunnel unter dem Uni-Gelände gerast sei. Dort gilt ein Tempolimit von 80 km/h. Die Polizei sicherte Aufnahmen aus Überwachungskameras im Tunnel und sah die Angaben bestätigt. Ermittlungen begannen und wie sich herausstellte, hatten die Verdächtigen auch dieses Rennen gefilmt. Bei der Razzia wurden nun zwei der drei beteiligten Sportwagen, ein Audi R8, ein Mercedes AMG und ein BMW M3 sowie Datenträger beschlagnahmt und den Beschuldigten die Führerscheine vorläufig entzogenen. Der dritte Wagen sei zwischenzeitlich verkauft worden.

13.49 Uhr: Al-Kaida gratuliert Taliban zum "historischen Sieg" in Afghanistan

Das Terrornetzwerk Al-Kaida hat den Taliban zur Machtübernahme in Afghanistan gratuliert und mit Blick auf den US-Abzug aus dem Land von einem "historischen Sieg" gesprochen. Über ihren Propagandaflügel Al-Sahab verbreiteten die Terroristen eine zweiseitige Mitteilung. "Das afghanische Debakel Amerikas und der Nato markiert den Anfang vom Ende einer dunklen Ära westlicher Vorherrschaft und militärischer Besatzung islamischer Länder", heißt es darin.

US-Truppen hatten die Taliban, die Al-Kaida-Mitgliedern Unterschlupf gewährt hatten, 2001 aus Kabul vertrieben. Heute ist Al-Kaida laut einem UN-Bericht vom Mai 2020 etwa in einem Drittel der afghanischen Provinzen aktiv. Die Beziehungen mit den Taliban sind demnach weiter eng. Die Taliban hatten sich im Februar 2020 in einem Abkommen mit den USA eigentlich dazu verpflichtet, ihre Zusammenarbeit mit Al-Kaida zu kappen.

13.38 Uhr: Hurrikan "Ida" könnte teuerste Wetterkatastrophe aller Zeiten werden

Hurrikan "Ida" könnte die teuerste Wetterkatastrophe aller Zeiten werden. "Es besteht die Möglichkeit, dass die wirtschaftlichen Kosten höher ausfallen als bei 'Katrina'", erklärte die Weltwetterorganisation WMO in Genf unter Hinweis auf die großen Schäden an Louisianas Stromnetz. "Ida" war am Sonntag als Hurrikan der zweithöchsten Stufe 4 auf die Südostküste der USA getroffen – exakt 16 Jahre nachdem "Katrina" die Gegend verwüstet hatte. Später schwächte er sich zu einem Tropensturm ab. Das Ausmaß der Zerstörung in den US-Staaten Louisiana und Mississippi ist bislang nicht vollständig absehbar. Mindestens vier Menschen starben, doch die Behörden gehen von weiteren Opfern aus.

Bislang galt "Katrina" als die bei Weitem teuerste wetterbedingte Katastrophe. Der Hurrikan hatte 2005 große Teile von New Orleans zerstört, mehr als 1800 Menschen starben. Einem neuen WMO-Bericht zufolge führte der Sturm zu wirtschaftlichen Verlusten in Höhe von fast 164 Milliarden Dollar.

13.27 Uhr: Papst weist Spekulationen über Rücktritt zurück

Papst Franziskus hat Spekulationen in den italienischen Medien über einen möglichen Rücktritt dementiert. "Das ist mir nicht einmal in den Sinn gekommen", sagte der Papst, der sich vor rund zwei Monaten einer Darmoperation unterzogen hatte, dem spanischen Radiosender Cope. Er könne sich nicht erklären, wie die Medien auf diese Idee gekommen seien. "Wenn ein Papst im Krankenhaus liegt, erhebt sich immer ein leichter Wind oder ein Wirbelsturm im Konklave", scherzte der 84-Jährige und bezog sich damit auf die Versammlung im Vatikan hinter geschlossenen Türen, bei der ein neuer Papst gewählt wird.

Auch die Frage nach seinem Gesundheitszustand beantwortete das Oberhaupt der Katholiken in scherzhaftem Ton: "Ich lebe noch!", sagte er lachend. Besondere Anerkennung gebühre einem "sehr erfahrenen" italienischen Krankenpfleger im Krankenhaus des Vatikan. Dieser habe ihm "das Leben gerettet", indem er den Pontifex dazu drängte, sich einer Darmoperation zu unterziehen.

13.11 Uhr: "Wie im Dschungelbuch": zwei Pythons in englischem Dorf gefunden

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist in einem englischen Dorf ein Python gefunden worden. Das etwa drei Meter lange Tier sei in der Nähe von der Stelle entdeckt worden, an der erst am Freitag Tierschützer eine Schlange von einem Baum geholt hatten, teilte die Organisation Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) mit.

Die zweite Schlange wurde dabei beobachtet, wie sie über eine Straße im Dorf Conington bei Cambridge glitt. Die Würgeschlangen stammen aus Afrika, Asien und Australien und kommen in Großbritannien nicht vor. "Die Szene erinnerte ein wenig an das Dschungelbuch", sagte Justin Stubbs von der RSPCA

12.51 Uhr: Transporter gerät in Bushaltestelle – Mutter und Kind tot

Bei einem schweren Unfall an einer Bushaltestelle in Würselen bei Aachen sind eine Frau und ihr Baby getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, hatte der 19 Jahre alte Fahrer eines Kleintransporters einen Wagen überholt. Beim Wiedereinscheren verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und geriet in die Haltestelle, wo die Mutter mit ihrem Säugling im Kinderwagen auf einen Bus wartete. Das drei Monate alte Kind starb noch an der Unfallstelle. Die 21 Jahre alte Mutter erlag wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Der Fahrer des Transporters kam nach Polizeiangaben mit einem Schock ins Krankenhaus.

Zeugen hatten noch vergeblich versucht Erste Hilfe zu leisten. Sie und weitere Menschen, die den Unfall mitangesehen hatten, wurden von Seelsorgern und Opferschutzhelfern der Polizei betreut. Weitere Details zum Unfall werden noch ermittelt. Der Bürgersteig am Haltestellenschild ist recht schmal. Im Bereich der Unfallstelle gilt Tempo 50.

12.56 Kremlgegner Nawalny ruft zur "smarten Abstimmung" bei Duma-Wahl auf

Der im Straflager inhaftierte russische Oppositionelle Alexej Nawalny hat rund zwei Wochen vor der Parlamentswahl zur Protestabstimmung gegen die Kremlpartei Geeintes Russland aufgerufen. "Nehmt unbedingt an der "smarten Abstimmung" teil", hieß es in einem Appell des Kremlgegners bei Instagram. Aufgerufen sind Wählerinnen und Wähler, anderen als den Kandidaten der Kremlpartei die Stimme zu geben, um das Machtmonopol von Geeintes Russland zu brechen.

In einer Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts FOM gaben 27 Prozent der Befragten an, bei der Duma-Wahl vom 17. bis 19. September für Geeintes Russland stimmen zu wollen. "Vor der letzten Abstimmung für die Staatsduma waren das noch 44 Prozent", hieß es in Nawalnys Mitteilung. Die von Präsident Wladimir Putin unterstützte Kremlpartei will bei der Wahl ihre absolute Mehrheit im Parlament verteidigen.

12.50 Uhr: Chinas Schüler müssen "Xi Jinpings Gedankengut" lernen

Chinas knapp 300 Millionen Schüler lernen seit heute die Ideologie von Staats- und Parteichef Xi Jinping von einem starken China und der Führung der allmächtigen Kommunistischen Partei. "Xi Jinpings Gedankengut über den Sozialismus chinesischer Prägung für eine neue Ära" wurde zum Schulbeginn auf den Lehrplan gesetzt. Es soll jungen Menschen helfen, "den Glauben in den Marxismus aufzubauen und das Vertrauen in den Weg, die Theorie, das System und die Kultur des Sozialismus chinesischer Prägung zu stärken", wurde das Bildungsministerium zitiert. Kritiker sprachen von "Gehirnwäsche" und dem Versuch, die nachwachsende Generation zu beeinflussen und Unterstützung für die Partei und Xi Jinping sicherzustellen.

12.35 Uhr: Milliardenauftrag für Siemens-Zugsparte aus Ägypten

Siemens baut in Ägypten das erste elektrische Eisenbahnnetz auf und liefert dafür bereits im ersten Schritt ICE- und Regionalzüge, Stellwerke und Signaltechnik für 3 Milliarden US-Dollar. Der Vertrag für die ersten 660 Kilometer des geplanten, 1800 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsnetzes sei jetzt unterschrieben, sagte Vorstandschef Roland Busch am Mittwoch in Kairo. Das Gesamtprojekt habe das dreifache Volumen.

12.24 Uhr: Bundesbank tauscht verschmutztes Bargeld aus Flutgebiet um

Mehr als 50 Millionen Euro an beschädigtem Bargeld haben Privatleute aus den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie Banken und Sparkassen bislang bei der Bundesbank für eine Rückerstattung eingereicht. Die oft stark mit Schlamm, Abwässern und Heizöl verdreckten Geldscheine werden von Spezialisten der Bundesbank in Mainz gewaschen, getrocknet und geprüft, damit die Einreicherinnen und Einreicher ihr Geld in frischen Noten zurückbekommen. 

11.45 Uhr: Kapazitäten in Auffanglagern auf Ägäis-Inseln deutlich entspannter

Die Kapazitäten in den Auffanglagern auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis entspannen sich immer mehr. Auf Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos registrierte das Athener Migrationsministerium Ende August noch knapp 5400 Migranten. Vor zwei Monaten lebten dort 7700 Migranten. Im April 2020 lag die Zahl noch bei gut 40.000. Die Migranten lebten dort jedoch weiterhin unter teils menschenunwürdigen Bedingungen.

11.39 Uhr: Papst legt Merkel aus Versehen Putin-Zitat zu Afghanistan in den Mund

Papst Franziskus hat Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Interventionspolitik des Westens in Afghanistan irrtümlich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugeschrieben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bezeichnete Merkel als eine "der großen Persönlichkeiten der internationalen Politik" und zitierte sie dann mit diesem Satz: "Es ist notwendig, der unverantwortlichen Politik des Eingreifens von außen und des Aufbaus der Demokratie in anderen Ländern unter Ignorierung der Traditionen der Völker ein Ende zu setzen." 

11.39 Uhr: Eltern ungetesteter Schüler in Thüringen droht Bußgeld bis 250 Euro

In der Corona-Pandemie droht Thüringer Eltern, deren Kinder ungetestet in die Schule kommen, künftig ein Bußgeld zwischen 60 und 250 Euro. Das gilt nicht für Eltern geimpfter oder genesener Kinder und Jugendlicher, wie Bildungsminister Helmut Holter (Linke) mitteilte. Geplant ist demnach, dass das Vergehen als Ordnungswidrigkeit eingestuft wird.

Nach der 14-tägigen Testphase, die Holter als Sicherheitspuffer bezeichnet, soll es diese Testpflicht nur in der höchsten Corona-Warnstufe 3 des Freistaates geben. Ausschlaggebend für das Erreichen einer Warnstufe ist in Thüringen neben der Sieben-Tage-Inzidenz unter anderem auch die Belegung der Intensivbetten in Krankenhäusern. Die Schule beginnt im Freistaat am Montag.

11.24 Obduktion bestätigt: Zweijähriger erstickte in Kita-Bett

Der zweijährige Junge, der am Montag in einer Gelsenkirchener Kita umgekommen ist, ist in seinem Bett erstickt. Das habe die Obduktion des Kindes ergeben, sagte die zuständige Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens. Die genauen Abläufe würden aber weiter untersucht, dazu sei derzeit keine Aussage möglich. Erzieher hatten den Jungen am Montag nach einem Mittagsschlaf in der Einrichtung leblos aufgefunden. Er war reanimiert worden, aber kurz danach gestorben. Nach der Position, in der der Junge gefunden wurde, wird vermutet, dass er sich in einem Etagenbett eingeklemmt hatte.

11.00 Uhr: Kriminelle stoppen und plündern Güterzug in Frankreich

Kriminelle haben einen Güterzug in Frankreich auf offener Strecke zum Stehen gebracht und Ladung aus den Waggons gestohlen. Nach dem Angriff auf den Zug bei Riom in der Auvergne liefen die Ermittlungen, teilte die Polizei mit. Beim Wiederanfahren blockierten die Bremsen, so dass der Lokführer am Zug entlanglief, um das Problem zu begutachten. Am Zugende hörte er Geräusche und sah, wie mehrere Menschen mit einem Trennschleifer vier Container öffneten. Vor Eintreffen der Polizei ergriffen sie die Flucht.

Die Ermittler gehen von einer sorgfältig geplanten Aktion aus, berichtete die Zeitung "La Montagne". Die Beute fiel demnach aber mager aus, sie bestand aus Weihnachtsdekoration und Kleinmöbeln. Rund um die französischen Metropolen Paris, Marseille und Lyon kommt es immer wieder zu Angriffen auf Güterzüge durch Ladungsdiebe, selten aber in der Provinz, hieß es in dem Bericht.

10.52 Uhr: Kabinett verlängert Corona-Arbeitsschutzverordnung

Das Bundeskabinett hat die Corona-Arbeitsschutzverordnung für Unternehmen und ihre Beschäftigten verlängert. Die Verordnung von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wird an die Dauer der epidemischen Lage gekoppelt und somit bis einschließlich 24. November 2021 verlängert, wie das Bundesarbeitsministerium in Berlin mitteilte. Neu gilt ab 10. September eine Verpflichtung der Arbeitgeber, Beschäftigte über die Risiken einer Covid-19 Erkrankung und Impfmöglichkeiten zu informieren, Beschäftigte zur Wahrnehmung von Impfangeboten freizustellen und die Betriebsärzte bei betrieblichen Impfangeboten zu unterstützen. Ansonsten gelten bestehende Regeln fort.

10.38 Uhr: IG Metall und Airbus verhandeln über Konzernumbau

Airbus und die IG Metall haben Verhandlungen über die Bedingungen des umstrittenen Konzernumbaus begonnen. Die Gespräche des Flugzeugbauers mit der Gewerkschaft starteten am Vormittag in Hamburg, wie eine IG-Metall-Sprecherin mitteilte. Auf dem Tisch liegen Forderungen der größten deutschen Gewerkschaft nach einem Sozialtarifvertrag. Darin sollen Bedingungen für die Beschäftigten geregelt werden, die bei den Töchtern Airbus Operations und Premium Aerotec von dem Umbau betroffen sind. IG Metall und Betriebsräte verlangen – aus ihrer Sicht bislang vergeblich – konkrete Zusagen zur Absicherung der Beschäftigung an den Standorten in Norddeutschland und Augsburg bis ins nächste Jahrzehnt.

10.35 Uhr: Bürger und Unternehmen bekommen 80 Prozent der Flutschäden erstattet

Von der Flutkatastrophe betroffene Privatleute und Unternehmen bekommen vom Staat bis zu 80 Prozent der durch die Wassermassen entstandenen Schäden erstattet. Wie das Kabinett  entschied, kann in begründeten Härtefällen auch der gesamte Schaden ausgeglichen werden. Zahlungen von Versicherungen und Soforthilfen werden so angerechnet, dass maximal 100 Prozent des Schadens abgedeckt sind.

"Wir stehen zusammen in der Not, das macht unser Land stark und lebenswert", betonte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD). 30 Milliarden Euro stünden bereit, um die Zerstörung zu beseitigen und Gebäude wie Infrastruktur neu aufzubauen. Die Milliardenhilfen werden von Bund und Ländern gemeinsam gezahlt. Sie sollen zum Wiederaufbau von Wohnhäusern und Unternehmen, aber auch von Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Schienen genutzt werden. Die Länder sollen ihren Anteil in Höhe von 14 Milliarden Euro über 30 Jahre beim Bund abstottern. Die Verordnung kann erst in Kraft treten, wenn der Bundesrat ihr zustimmt. Die Abstimmung ist für den 10. September geplant.

10.18 Uhr: Frau und Kind in Werdau getötet – Vater festgenommen

Ein 31-Jähriger soll im sächsischen Werdau seine Frau und sein Kind getötet haben. Der Vater sei in der Nacht in der Notaufnahme eines Zwickauer Krankenhauses erschienen und habe sich zunächst aggressiv verhalten, teilte die Polizei mit. Polizisten habe er dann erzählt, er habe seiner Frau und seinem Kind etwas angetan. Kurz darauf fanden Beamte die 43 Jahre alte Ehefrau und das dreijährige Kind tot in der Wohnung des Mannes in Werdau. Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden beide gewaltsam getötet.

Der Mann wurde vorläufig festgenommen und ist in polizeilichem Gewahrsam. Am Morgen konnten zur Todesursache, dem genauen Todeszeitpunkt und zum Motiv noch keine Aussagen gemacht werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, Spezialisten des Landeskriminalamts sollen den Tatort untersuchen.

10.01 Uhr: Warten auf Taliban-Regierung in Afghanistan - Gefechte mit Widerstand

Nach dem US-Truppenabzug aus Afghanistan lassen die militant-islamistischen Taliban mit einer Regierungsbildung weiter auf sich warten. Es gebe noch keine exakten Informationen über den Zeitpunkt, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid der Deutschen Presse-Agentur. Auch ob Talibanführer Haibatullah Achundsada erstmals nach der Machtübernahme der Islamisten öffentlich auftreten werde, ließ er offen. "Wir warten", so Mudschahid.

Unterdessen lieferten sich in der Nacht Widerstandskämpfer nahe dem Pandschirtal nach Angaben der Taliban erneut Gefechte mit den Islamisten. Die Provinz Pandschir ist die einzige von 34 Provinzen des Landes, die nach den Eroberungen der Taliban noch nicht unter Kontrolle der Islamisten steht. Verhandlungen hätten bisher keine "positiven Ergebnisse" gezeigt, sagte Mudschahid.

9.55 Uhr: Chinas Industrie wegen Delta-Ausbruch mit deutlichem Dämpfer

Die Stimmung chinesischer Industriebetriebe hat im August wegen der Ausbreitung der Delta-Variante im Land einen kräftigen Dämpfer erhalten. Das geht aus einem vom chinesischen Wirtschaftsmagazin "Caixin" veröffentlichten Einkaufsmanagerindex (PMI) hervor, der im Vergleich zum Vormonat von 50,3 auf 49,2 Punkte stärker zurückging, als Analysten erwartet hatten. Über der Marke von 50 Punkten ist von einem Wachstum der Industrie auszugehen, darunter von einem Rückgang der Aktivität. Laut "Caixin" fiel der Index vor allem, weil sich im Juli und August in vielen Provinzen Chinas die Delta-Variante des Coronavirus ausgebreitet hatte, was Einschränkungen für Betriebe zur Folge hatte.

9.00 Uhr: Deutliche Zunahme der wetter- und klimabedingten Naturkatastrophen laut Weltwetterorganisation

Die Zahl der wetter- oder klimabedingten Naturkatastrophen ist seit 1970 deutlich gestiegen. Zwischen 2000 und 2009 waren es fünf Mal so viele wie in den 70er Jahren, wie die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf berichtete. In den zehn Jahren danach, von 2010 bis 2019, ging die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen leicht zurück.

Insgesamt wurden von 1970 bis 2019 rund 11.000 solcher Katastrophen gemeldet. Mehr als zwei Millionen Menschen kamen dabei ums Leben. Es geht etwa um Stürme, Überschwemmungen, Dürren oder extreme Hitzeereignisse. Nicht berücksichtigt sind Katastrophen wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Weil heute mehr Menschen in mehr Ländern frühzeitig vor nahenden Unwettern gewarnt werden können, ist die Zahl der Todesopfer deutlich zurückgegangen. In den 70er Jahren waren es insgesamt mehr als 55.000 Tote, von 2010 bis 2019 waren es 18.500.

Zwei junge Menschen fahren auf einem Lastenrad - einer auf dem Sattel, einer vorne im Gepäckfach - durch Regen in Berlin

8.42 Uhr: Einzelhandel im Juli im Monatsvergleich mit kräftigen Umsatzeinbußen

Durchwachsener Juli für Deutschlands Einzelhändler: Die Umsätze lagen sowohl preisbereinigt (minus 5,1 Prozent) als auch nominal (minus 4,5 Prozent) unter dem Niveau von Juni 2021. Allerdings war der Juni des laufenden Jahres auch ein vergleichsweise umsatzstarker Monat, wie das Statistische Bundesamt erinnerte: Der Handel hatte im Juni spürbar von den Lockerungen der Corona-Beschränkungen profitiert.

8.40 Uhr: Arbeitsminister Hubertus Heil: Generelles Auskunftsrecht zum Impfstatus wird es nicht geben

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich gegen eine Impfstatusabfrage von Arbeitgebern unter Beschäftigten ausgesprochen. "Ein generelles Auskunftsrecht des Arbeitgebers wird es nicht geben können, das Arbeitsrecht gibt das nicht her", sagte der SPD-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". Es sei zwar weiter wichtig, dass die Arbeitswelt nicht zum Infektionsherd werde. "Was nicht geht, ist, dass wir sehr persönliche Daten über den Gesundheitsstatus allen zugänglich machen."

Gleichzeitig sprach sich Heil aber für pragmatische Lösungen aus. So sei es etwa möglich, über das Infektionsschutzrecht an besonders sensiblen Arbeitsplätzen wie Krankenhäusern oder Altenheimen eine Art 3G-Regel aufzustellen – also von Arbeitnehmern den Nachweise zu verlangen, dass sie entweder genesen, geimpft oder getestet sind.

8.27 Uhr: London spricht mit Taliban über Ausreise von Briten und Ortskräften

Die britische Regierung verhandelt mit den militant-islamischen Taliban über eine sichere Ausreise von Briten und afghanischen Ortskräften aus Afghanistan. Der Sonderbeauftragte von Premierminister Boris Johnson, Simon Gass, sei zu Gesprächen mit führenden Vertretern der Taliban in die katarische Hauptstadt Doha gereist, sagte ein Regierungssprecher in. Es gehe darum, "die Bedeutung einer sicheren Ausreise für britische Staatsangehörige und die Afghanen, die in den vergangenen 20 Jahren mit uns zusammengearbeitet haben, zu unterstreichen".

Zudem verstärkt das Außenministerium vorübergehend seine Botschaften in den afghanischen Nachbarländern Pakistan, Usbekistan und Tadschikistan. Spezialisten sollen die Diplomaten dabei unterstützen, Menschen über Landgrenzen in Sicherheit zu bringen. Außenminister Dominic Raab hatte am Dienstag gesagt, dass sich noch eine "niedrige dreistellige" Zahl an Briten in Afghanistan aufhalte.

7.33 Uhr: Waldbrände am Lake Tahoe – mehr als 4100 Feuerwehrleute im Einsatz

Großeinsatz der Feuerwehr am kalifornischen Lake Tahoe: mehr als 4100 Feuerwehrleute und Helfer haben am Dienstag gegen heftige Waldbrände in dem malerischen Berggebiet östlich der Hauptstadt Sacramento angekämpft. Nach Angaben der Behörden hat sich das sogenannte Caldor-Feuer auf eine Fläche von mehr als 800 Quadratkilometern ausgebreitet. Am Dienstagabend (Ortszeit) war der Flächenbrand zu 18 Prozent unter Kontrolle. Damit machten die Einsatzteams beim Eindämmen leichte Fortschritte gegenüber dem Vortag.

Am Montag waren Zehntausende Menschen aufgefordert worden, den Südrand des riesigen Bergsees in der Sierra Nevada zu verlassen. Die Feuerwehr hatte die Räumung der bedrohten Gebiete als Vorsichtsmaßnahme angeordnet. Auch im Nachbarstaat Nevada mussten Menschen am Dienstag ihre Häuser räumen. Das seit mehr als zwei Wochen wütende Feuer hatte sich am Wochenende gen Osten in das Urlaubsgebiet vorgefressen.

7.27: Israel beschließt Reihe von Erleichterungen für Gazastreifen

Israel hat die Fischereizone vor dem palästinensischen Gazastreifen auf 15 Seemeilen (knapp 28 Kilometer) ausgeweitet. Außerdem sei der Warenübergang Kerem Schalom in das blockierte Gebiet vollständig geöffnet worden, teilte die zuständige Cogat-Behörde mit. Die Wasserversorgung des Gazastreifens solle zudem um fünf Millionen Kubikmeter vergrößert werden. Ein Kubikmeter entspricht 1000 Liter.

Israel will laut der Mitteilung außerdem die Zahl der Einreisegenehmigungen für Geschäftsleute aus dem Gazastreifen um 5000 auf 7000 erhöhen. Dies gelte allerdings nur für gegen das Coronavirus geimpfte oder genesene Personen. Ziel der Erleichterungen ist offenbar eine Beruhigung der Lage in dem Küstenstreifen.

5.59 Uhr: Harry Potter in China: Größter Themenpark von Universal Studios offen

Der weltgrößte Vergnügungspark von Universal Studios hat in Peking seine Tore für geladene Besucher geöffnet. Nach dem "Soft-Opening" soll der Park des Hollywood-Riesen in Chinas Hauptstadt am 20. September, einen Tag vor dem chinesischen Mondfest, seinen Betrieb voll aufnehmen. Mehr als zehn Millionen Gäste und ein Umsatz von zehn Milliarden Yuan, umgerechnet 1,3 Milliarden Euro, werden pro Jahr erwartet, wie Staatsmedien berichteten.

Das "Universal Beijing Resort" hat einen eigenen U-Bahnhof und liegt im Stadtbezirk Tongzhou rund 30 Kilometer vom Zentrum der 21-Millionen-Metropole. Zwei große Hotels, 24 Bühnenshows sowie 37 Attraktionen um populäre Themen wie Harry Potter, Transformers, Kung Fu Panda, Jurassic Park, Minions und Waterworld sowie 80 Restaurants und 30 Geschäfte werben um die Besucher.

5.28 Uhr: Erstes Para-Gold für Schützen seit 2004: Hiltrop siegt mit Luftgewehr

Sportschützin Natascha Hiltrop ist Paralympicssiegerin im Zehn-Meter-Wettbewerb mit dem Luftgewehr. Die 29-Jährige gewann in einem spannenden Finale in Tokio bei einem Gesamtwert von 253,1 Ringen mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,1 Ringen vor der Südkoreanerin Jino Park (253,0) die Goldmedaille. Bronze holte die Ukrainerin Irina Schchetnik (231,2). Für die deutschen Sportschützen ist es die erste Goldmedaille seit den Spielen in Athen 2004. In Rio 2016 hatte Hiltrop Silber gewonnen.

5.10 Uhr Chemische Industrie: Streik bei Bahn verstärkt Lieferprobleme

Der dritte Streik im Güterverkehr der Deutschen Bahn stellt die chemische Industrie vor erhebliche Herausforderungen. "Erneut müssen die Unternehmen mit ihren Kunden und Logistikdienstleistern kurzfristig flexible Lösungen entwickeln", teilte der Verband der Chemischen Industrie mit. "Das zieht einen immensen Personalaufwand und erhebliche zusätzliche Kosten nach sich." Der Bundesverband der Deutschen Industrie erneuerte seine Kritik am Vorgehen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Neben dem Streik im Personenverkehr hat die GDL zu einem mehr als fünftägigen Streik im Güterverkehr der Bahn aufgerufen. Der Arbeitskampf sollte am Mittwochabend (17 Uhr) beginnen.

4.20 Uhr: RKI registriert 13.531 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 75,7

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen ist wieder leicht angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ag sie am Mittwochmorgen bei 75,7 – am Vortag war der Wert seit längerer Zeit mal wieder gesunken und lag bei 74,8. Vor einer Woche betrug er 61,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13 531 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11 561 Ansteckungen gelegen.

4.12 Uhr: Nahverkehr für Jugendliche wird im Großraum Straßburg gratis

Alle Jugendlichen unter 18 Jahren im Großraum der Elsass-Metropole Straßburg können ab heute an den öffentlichen Nahverkehr gratis benutzen. Dazu muss lediglich ein kostenloses Abo abgeschlossen werden, wie die Verkehrsbetriebe mitteilten. Eingeschlossen sind die 33 Gemeinden der Eurométropole sowie die deutsche Grenzstadt Kehl. Das Abo kann auf einer Karte oder direkt auf einer Handy-App gespeichert werden. Insgesamt rund 84.200 Jugendliche könnten von dem Angebot profitieren. Fast 46.000 Abos seien bereits abgeschlossen worden, hieß es vor dem Start.

3.51 Uhr: Japan macht wieder Jagd auf Delfine

Japan macht vor seiner Küste wieder Jagd auf Delfine und andere kleine Walarten. Im Walfangort Taiji, wo die meisten Delfine gefangen werden, brachen die ersten Fischer zum Auftakt der bis März dauernden Treibjagd auf, wie Tierschützer berichteten. Sobald sie nahe der Küste Delfine ausgemacht haben, treiben sie sie in einer Bucht zusammen. Die schönsten Exemplare werden im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aussortiert, die übrigen werden in einer Nachbarbucht getötet. Den Vorwurf im Westen, das Abschlachten sei grausam, weisen die Fischer immer wieder zurück.

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der gejagten Delfine und Kleinwale in Japan stark zurückgegangen, hatte Pro Wildlife im vergangenen Jahr mitgeteilt. Die Organisation fordert seit Jahren ein Ende der Jagd in Japan, auch wenn in anderen Ländern inzwischen weit mehr Delfine gejagt würden, zum Beispiel in Peru, Nigeria, Brasilien oder Indien.

2.29 Uhr: New Orleans verhängt Ausgangssperre wegen Stromausfall durch Hurrikan

Wegen der Nachwirkungen des Hurrikans "Ida" hat die Großstadt New Orleans im Süden der USA vorübergehend eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Bürgermeisterin der Stadt, Latoya Cantrell, erklärte, dies gelte ab sofort jeweils zwischen 20 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen. Die Polizei von New Orleans begründete den Schritt mit der öffentlichen Sicherheit. Wegen des flächendeckenden Stromausfalls in der Stadt sei es derzeit nicht sicher, sich nachts auf den Straßen aufzuhalten. Außerdem wolle die Polizei gegen Plünderungen angehen.

1.30 Uhr: Parlament in Texas beschließt umstrittene Wahlrechtsänderungen

Das Parlament im US-Staat Texas hat umstrittene Wahlrechtsänderungen beschlossen. Beide Parlamentskammern stimmten den Plänen jeweils mit der Mehrheit der Republikaner zu. Das Gesetz soll unter anderem die Macht parteiischer Wahlbeobachter ausweiten und bestimmte Wahlmethoden verbieten – etwa eine Abstimmung in Drive-In-Wahllokalen, also aus dem Auto heraus. Untersagt werden soll zum Beispiel auch, dass offizielle Stellen unaufgefordert Anträge für eine Briefwahl an Wahlberechtigte schicken.

Kritiker sehen in den Änderungen einen Angriff auf die Demokratie. Der prominente Demokrat und frühere Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke aus Texas etwa sprach von "Wählerunterdrückung".

1 Uhr: Justizministerin: Auskunftspflicht über Impfstatus nur als Ausnahme

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält ein Recht des Arbeitgebers auf Auskunft über den Impfstatus seiner Beschäftigten nur in Ausnahmefällen für vertretbar. "Gesundheitsdaten von Beschäftigten sind besonders sensibel, dazu gehört auch die Frage einer Impfung gegen das Coronavirus", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Ein Auskunftsrecht sei nur in bestimmten Fällen vorstellbar, "in denen es um besondere Gefährdungssituationen geht".

0.32 Uhr: Umfrage: Mehrheit in USA sieht Ziele bei Afghanistan-Einsatz verfehlt

Eine große Mehrheit der Amerikaner hält den inzwischen beendeten Militäreinsatz der USA in Afghanistan einer Umfrage zufolge nicht für erfolgreich. 69 Prozent gaben an, dass die USA ihre Ziele in Afghanistan größtenteils verfehlt hätten, wie das Institut Pew mitteilte. Kaum einen Unterschied gab es dabei zwischen Anhängern der Demokraten von US-Präsident Joe Biden (69 Prozent) und denen der Republikaner (70 Prozent). Klare Differenzen zeigten sich bei der Einschätzung des vollständigen US-Truppenabzugs aus Afghanistan: 70 Prozent der Demokraten befürworteten ihn, aber nur 34 Prozent der Republikaner.

0.05 Uhr: Pentagon: Haben keine Hunde in Käfigen in Kabul zurückgelassen

Das Pentagon hat Berichte zurückgewiesen, Hunde des US-Militärs am Flughafen der afghanischen Hauptstadt in Käfigen zurückgelassen zu haben. Die vorrangige Aufgabe der USA sei die Evakuierung von US-Bürgern, afghanischen Ortskräften und gefährdeten Afghanen gewesen, erklärte das Pentagon am Dienstag. Weiter hieß es: "Das US-Militär hat keine Hunde in Käfigen auf dem internationalen Flughafen Hamid Karzai zurückgelassen, auch keine (...) Militärdiensthunde." Entsprechende Berichte seien falsch.

Hintergrund sind Fotos, die im Internet kursieren und Hunde am Kabuler Flughafen zeigen sollen. Der Vorwurf: Die US-Truppen hätten sie beim Abzug zurückgelassen. Das Pentagon betont nun, dass die Hunde unter der Obhut der Tierschutzorganisation Kabul Small Animal Rescue gestanden hätten – nicht unter der des US-Militärs.

mad / yks / fs DPA AFP

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