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News von heute Zu kritisch über Waldbrände berichtet: Türkische Sender müssen Strafen zahlen

Meterhohe Flammen schlagen aus einem Nadelbaum-Gebüsch
In der Türkei wüten heftige Waldbrände – wie in vielen anderen Ländern am Mittelmeer auch
© Emre Tazegul/AP / DPA
Biden lädt zu Gipfel für Demokratie +++ Neue Anklage gegen Nawalny mit drohender Gefängnisstrafe +++ RKI registriert 4996 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 25,1 +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die News von heute im stern-Ticker:  

19.35 Uhr: Türkische Sender müssen nach Berichten über Brände Strafe zahlen

Wegen der Berichterstattung über die Brände in der Türkei hat die Rundfunkbehörde des Landes (Rtük) Strafen gegen fünf TV-Sender verhängt. Rtük begründete die Entscheidung damit, dass Beiträge Angst und Panik verbreitet hätten und beleidigend gegenüber der Regierung gewesen seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch.

Die Strafen richten sich demnach gegen Fox TV, KRT, Tele 1, Halk Tv und Haber Türk. Die Sender hätten sich unter anderem abwertend über die Reaktion der Regierung Erdogan auf die Feuer geäußert. In dem Gremium haben die islamisch-konservative Regierungspartei AKP und ihr ultranationalistischer Partner MHP eine Mehrheit. Rtük hatte vor ein paar Wochen bereits eine Warnung an Medien hinsichtlich der Berichterstattung über die Brände ausgesprochen.

19.07 Uhr: Staatsanwalt für indigene Angelegenheiten in Mexiko erschossen

In Mexiko ist ein Sonderstaatsanwalt für Angelegenheiten indigener Gemeinschaften erschossen worden. Die Leiche von Gregorio Pérez wurde am Dienstagabend (Ortszeit) in seinem Auto in der Nähe seines Büros in der südlichen Stadt San Cristóbal de las Casas mit sechs Schusswunden entdeckt. Das teilte die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Chiapas in der Nacht zum Mittwoch mit.

Pérez war mit Ermittlungen in einem Fall in der Ortschaft Pantelhó befasst. Dort waren bei Gewalt krimineller Gruppen seit März mehrere Menschen getötet und zahlreiche Häuser geplündert und angezündet worden. Mehr als 3000 Bewohner der indigen geprägten Gemeinde wurden in die Flucht getrieben. Es bildete sich als Reaktion darauf eine sogenannte Selbstverteidigungsgruppe bewaffneter Bewohner, die den örtlichen Behörden vorwarfen, mit den kriminellen Gruppen unter einer Decke zu stecken. Mexiko erlebt sehr hohe Gewaltraten, seit der Staat Ende 2006 begann, den sogenannten Drogenkrieg militärisch zu bestreiten.

18.56 Uhr: Israel genehmigt 1000 Wohneinheiten für Palästinenser

Israel hat in einem außergewöhnlichen Schritt nach eigenen Angaben 1000 Wohneinheiten für Palästinenser im besetzten Westjordanland genehmigt. Die Wohneinheiten sollen sich in fünf Dörfern im allein von Israel kontrollierten C-Gebiet befinden, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Mittwoch bestätigte. Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Peace Now sowie des UN-Nothilfebüros Ocha erhalten Palästinenser nur in absoluten Ausnahmefällen Baugenehmigungen im C-Gebiet.

Die israelische Nachrichtenseite ynet sprach von einem "dramatischen (...) israelischen Schritt", den es seit Jahren nicht gegeben habe. Von palästinensischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.

18.51 Uhr: Italienische Behörden melden neuen Hitzerekord von 48,8 Grad auf Sizilien

Italien hat einen neuen Hitzerekord verzeichnet, während einige Regionen des Landes bereits mit Waldbränden zu kämpfen haben. Auf Sizilien kletterte das Thermometer in der Nähe von Syrakus auf 48,8 Grad, wie die Regionalbehörden mitteilten. Der Rekord muss allerdings noch vom nationalen Wetterdienst überprüft werden. Der bisherige Hitzerekord von 48,5 Grad wurde 1999 ebenfalls auf Sizilien gemessen.

Die bislang heißeste Woche in diesem Sommer brachte der südlichen Insel bereits Gluthitze mit bis zu 47 Grad. Für den Südwesten Siziliens waren für Mittwoch Temperaturen zwischen 49 und 50 Grad vorhergesagt worden, für die südlichen Festland-Regionen Kalabrien, Apulien und Kampanien 39 bis 42 Grad.

18.04 Uhr: Irans Präsident Raisi stellt konservatives und rein männliches Kabinett vor

Der neue iranische Präsident Ebrahim Raisi hat sein Kabinett vorgestellt, das nur aus Männern besteht und von Konservativen dominiert wird. Die Liste der Minister wurde am Mittwoch von den staatlichen Medien verbreitet. Das Kabinett benötigt noch die Zustimmung des Parlaments, die am Samstag eingeholt werden soll. Als Außenminister ist der 56-jährige Hossein Amir-Abdollahian vorgesehen, der im staatlichen Fernsehen als "angesehener Diplomat der Achse des Widerstands" vorgestellt wurde.

Raisi folgte in der vergangenen Woche auf den gemäßigten Präsidenten Hassan Ruhani, dessen wichtigster außenpolitischer Erfolg das Atomabkommen von 2015 war. Amir-Abollahian gilt als Vertreter des Establishments in Teheran und soll über enge Kontakte zur libanesischen Hisbollah-Bewegung verfügen.

17.44 Uhr: Deutschland verzichtet auf Moderna-Lieferungen

Angesichts der sinkenden Impfbereitschaft verzichtet Deutschland auf die Lieferung von rund 2,65 Millionen Impfstoff-Dosen des Herstellers Moderna. Das geht aus einer Auflistung des Bundesgesundheitsministeriums hervor, über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte.

Zwei Chargen mit jeweils gut 1,3 Millionen Dosen, die für die ersten beiden August-Wochen zugesagt waren, werden demnach anderen EU-Staaten überlassen. Zudem werden derzeit alle Lieferungen des Herstellers Astrazeneca an die internationale Hilfsinitiative Covax gespendet.

17.27 Uhr: US-Senat stimmt Billionen-Haushalt mit Mehrheit der Demokraten zu

Der US-Senat hat mit knapper Mehrheit einen Haushaltsplan angenommen, der zusätzliche Investitionen ins Gesundheitssystem, ins Bildungssystem und in den Kampf gegen den Klimawandel ermöglicht. Für den Haushalt stimmten 50 Senatoren, dagegen 49. Der demokratische Mehrheitsführer Chuck Schumer twitterte nach der Abstimmung, durch die Abstimmung würden "historische Investitionen" ermöglicht.

Der Haushalt umfasst 3,5 Billionen Dollar (knapp drei Billionen Euro). Es ist ein weiterer Schritt zur Verwirklichung der Pläne von US-Präsident Joe Biden, die US-Wirtschaft zu modernisieren.

17.10 Uhr: Berichte: Rentner bei Waldbränden in Süditalien gestorben

In Italien ist Medienberichten zufolge ein Rentner im Zusammenhang mit den Waldbränden ums Leben gekommen. Der Mann kam in dem Örtchen Grotteria in der süditalienischen Region Kalabrien auf seinem Grundstück ums Leben, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Binnen weniger Minuten hätten Flammen sein Haus umringt, so dass er nicht mehr entkommen konnte. "Ein weiteres Opfer der Brände", schrieb der Bürgermeister der Metropolregion Reggio Calabria im äußersten Süden Kalabriens, Giuseppe Falcomatà, auf Facebook.

Ende vergangener Woche starben ein Mann und eine Frau ebenfalls in Kalabrien im Zusammenhang mit den Bränden, als es auf ihrem Bauernhof brannte. Kalabrien zählt zu den derzeit am stärksten von Bränden betroffenen Gebieten Italiens. Die Feuer lodern vor allem im und um den Aspromonte Nationalpark, einem bei der Unesco wegen seiner einzigartigen Landschaft gelisteten Gebirgspark

16.58 Uhr: Russland will erfolgreiche Olympioniken auszeichnen

Nach den Olympischen Spielen in Tokio will Russland erfolgreiche Sportler mit staatlichen Auszeichnungen ehren. Das ordnete Präsident Wladimir Putin an, wie der Kreml mitteilte. Ausgezeichnet werden demnach Olympioniken, die einen "großen Beitrag zur Entwicklung des nationalen Sports" geleistet und darüber hinaus "herausragende sportliche Leistungen, Siegeswillen, Ausdauer und Entschlossenheit" an den Tag gelegt hätten, heißt es in einem Dekret von Putin

Die Mannschaft aus Russland landete mit 20 Mal Gold auf dem fünften Platz des Medaillenspiegels hinter den USA, China, Japan und Großbritannien. Die Olympischen Spiele waren am Sonntag zu Ende gegangen. Trotz Sanktionen wegen staatlich orchestrierten Dopings durften dort 335 Athletinnen und Athleten starten, allerdings nur als Team des Russischen Olympischen Komitees. 

16.29 Uhr: Feuerwehrleute aus NRW in Griechenland im Einsatz

Die nordrhein-westfälischen Feuerwehrleute, die zur Waldbrandbekämpfung nach Griechenland geflogen sind, sind zum ersten Mal mit ihren Löschfahrzeugen im Einsatz gewesen. Dies sei etwa 50 Kilometer von Olympia im westlichen Teil der Halbinsel Peloponnes der Fall gewesen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Bonn. Alle seien glücklicherweise wohlauf.

Das Waldbrandkontingent der Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen  57 Helfer mit 19 Fahrzeugen  war am Dienstag in Griechenland eingetroffen. Die Mitglieder der Feuerwehren Bonn, Königswinter und Leverkusen hatten sich am Sonntagmorgen auf den Weg gemacht, um in Griechenland gegen die Waldbrände zu kämpfen.

16.08 Uhr: Israelischer Außenminister erstmals in Marokko

Acht Monate nach der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Marokko hat der israelische Außenminister Yair Lapid das nordafrikanische Land erstmals besucht. Er sei "stolz, Israel bei diesem historischen Besuch zu vertreten", schrieb Lapid nach der Landung in Rabat im Onlinedienst Twitter. In der marokkanischen Hauptstadt will der Minister am Donnerstag eine diplomatische Vertretung eröffnen. 

Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Marokko wurde dadurch ermöglicht, dass die USA die "Souveränität" Marokkos über die Westsahara anerkannten, die international umstritten ist. 

16.05 Uhr: Südafrikas Präsident Ramaphosa gesteht Korruption unter Vorgänger Zuma

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat vor einem Anti-Korruptions-Ausschuss eingeräumt, dass die Korruption unter seinem Amtsvorgänger Jacob Zuma weitreichende Ausmaße annahm – und dass er davon wusste. Er habe sich dafür entschieden, zu bleiben und Widerstand zu leisten.

Mit der Befragung Ramaphosas soll aufgeklärt werden, wieviel Geld während der Präsidentschaft Zumas (2009-2018) in dunklen Kanälen verschwand. Dabei soll Ramaphosa sowohl in seiner Rolle als ehemaliger Stellvertreter Zumas von 2014 bis 2018 als auch als aktueller Staatschef vernommen werden.

15.38 Uhr: Kölner Polizei nimmt nach Fund von totem Neugeborenen Tatverdächtige fest

Einen Monat nach dem Fund eines toten Neugeborenen vor einer Babyklappe eines Frauenhauses in Köln ist eine 36-Jährige festgenommen worden. Sie werde der Tötung durch Unterlassen verdächtigt, erklärte die Kölner Polizei. Das Ergebnis eines Abgleichs belege zweifelsfrei, dass die DNA der Frau mit jener auf dem Handtuch übereinstimme, in welches das Baby eingewickelt war. Für eine endgültige Bestätigung, dass die 36-Jährige auch die Mutter des Kinds ist, bedürfe es allerdings noch weiterer Analysen.

Das tote Neugeborene wurde Mitte Juli vor der Babyklappe eines Frauenhauses im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen gefunden. Der Säugling war laut Polizeiangaben in ein stark verschmutztes Handtuch eingewickelt und lag im Freien.

15.16 Uhr: Riesiger Ölteppich nach Tankerunfall im Schwarzen Meer

Nach einem Unfall mit einem Tankschiff im Schwarzen Meer ist das Ausmaß der Umweltverschmutzung größer als zunächst mitgeteilt. Der Ölteppich sei mit 80 Quadratkilometern um mehrere Hunderttausend Mal größer als vom Verursacherunternehmen angegeben, teilte die Russische Akademie der Wissenschaften nach der Auswertung von Satellitenbildern mit.

Am Samstag war es beim Einpumpen von Erdöl in einen griechischen Tanker sechs Kilometer vor der russischen Küste zu einer Havarie gekommen. Dem Pipelinebetreiber nach sind etwa zwölf Kubikmeter des Rohstoffs ins Meer gelangt. Das verschmutzte Gebiet war auf 200 Quadratmeter geschätzt worden.

15.09 Uhr: USA müssen diplomatische Präsenz in Belarus verringern

Die Regierung in Belarus hat die USA angewiesen, ihre diplomatische Präsenz in dem Land zu verringern. Wie das Außenministerium in Minsk mitteilte, soll das Personal der US-Botschaft in Minsk bis zum 1. September auf fünf Mitarbeiter reduziert werden.

Die belarussische Regierung reagierte damit auf neue US-Sanktionen gegen das Land, Außenamtssprecher Anatoli Glas prangerte in einer Erklärung "offen feindselige Handlungen" Washingtons an.

15.03 Uhr: Neue Anklage gegen Nawalny mit drohender Gefängnisstrafe

Gegen den inhaftierten Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist in Russland eine neue Anklage erhoben worden, die seine Gefängnisstrafe deutlich verlängern könnte. Nawalny werde die Gründung einer Organisation vorgeworfen, "die Rechte der Bürger verletzt", erklärte das für schwere Straftaten zuständige Ermittlungskomitee in Moskau. Im Falle einer Verurteilung wegen der neuen Vorwürfe drohen Nawalny drei Jahre Gefängnis.

14.48 Uhr: Rumäniens Regierungschef räumt Promille-Fahrt ein

Rumäniens Ministerpräsident Florin Citu hat ein jahrzehntealtes Verkehrsdelikt eingeräumt, weswegen er sogar kurz im Gefängnis saß. "Ich habe vor 20 Jahren einen Fehler gemacht. (...) Es ging um Autofahren unter Alkoholeinfluss", sagte Citu nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax vor Journalisten, nach Medienberichten über den Vorfall.

Demnach war Citu im Jahr 2001 wegen der Promille-Fahrt im US-Bundesstaat Iowa zu zwei Tagen Haft und zur Zahlung eines Bußgeldes von 1000 US-Dollar verurteilt worden. In Iowa hatte der heute 49-jährige Citu um die Jahrtausendwende ein College sowie ein Wirtschaftsstudium absolviert. Es sei "interessant", dass diese Information ausgerechnet jetzt publik geworden sei, wo innerhalb der Regierungspartei PNL ein Machtkampf stattfinde, fügte Citu hinzu.

14.46 Uhr: Handy-Anrufe bei 0180-Servicenummern sollen deutlich billiger werden

Bei Anrufen von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei Servicediensten oder auch bei Abstimmungen und Gewinnspielen gibt es teils deutliche Kostenunterschiede für Festnetz und Mobilfunk – künftig soll nun überall der gleiche Preis gelten: Die Bundesnetzagentur in Bonn kündigte an, dass die Endkundenpreise für Anrufe bei 0180-Rufnummern und bei 0137-Rufnummern angeglichen werden. Dadurch sollen die Preise für Anrufe aus dem Mobilfunknetz "erheblich" sinken.

Die Änderungen bei den 0180er Rufnummern für Servicedienste werden nach Angaben der Bonner Behörde mit Wirkung zum 1. Dezember angeglichen. Bei den für sogenannte Massenverkehrsdienste vorgesehenen 0137er Rufnummern, die vor allem für Zuschauerabstimmungen oder Gewinnspiele mit einer hohen Zahl von Anrufern binnen kurzer Zeit eingesetzt werden, geschieht dies zum 1. April 2022.

14.25 Uhr: Französischer Zoll findet 415 Kilo Kokain in Bananencontainer

In einem Bananencontainer versteckt hat der französische Zoll im Hafen von Dunkerque 415 Kilogramm Kokain entdeckt. Das Rauschgift mit einem Straßenverkaufswert von Dutzenden Millionen Euro befand sich in einem Container aus Kolumbien, berichtete die Zeitung "Le Phare Dunkerquois". Es war in 25 Kisten auf einer Palette verpackt, während sich ansonsten nur Bananen in dem Container befanden. Für eine Kontrolle hatten die Zöllner gestern vier Container ausgewählt, einer davon war ein Treffer.

14.19 Uhr: Amsterdam führt Touristenquote ein – 20 Millionen ist Maximum

Amsterdam führt eine Obergrenze für Touristen von 20 Millionen Übernachtungen im Jahr ein, wie aus einer Verordnung der Stadt hervorgeht. Die niederländische Hauptstadt will mindestens zehn Prozent weniger Übernachtungen und damit die hohe Belastung durch den Massentourismus eindämmen. Grundlage der Quote ist eine Bürgerinitiative in der rund 30.000 Bewohner allerdings eine Begrenzung auf höchstens 12 Millionen Übernachtungen jährlich gefordert hatten. Im Jahr 2019 gab es fast 22 Millionen touristische Übernachtungen in Amsterdam. Durch die Corona-Pandemie ist der Tourismus aber nun total eingebrochen.

Einmal im Jahr muss die Stadt die Zahl der Übernachtungen vorlegen. Wird der Maximal-Wert überschritten, verpflichten sich die Behörden zum Eingreifen: Mögliche Maßnahmen sind eine Erhöhung der Touristensteuer und Einschränkung der privaten Zimmervermietung etwa über Airbnb. Die Maßnahmen sind nicht neu. Die Stadt hat bereits die Regeln für Plattformen wie Airbnb drastisch verschärft. Die Zahl der Hotelbetten wurde begrenzt und Stadtführungen im historischen Zentrum eingeschränkt. 

14.17 Uhr: Schicksal von vermisster Frau aus Baden-Württemberg nach 43 Jahren geklärt

Rund 43 Jahre nach dem Verschwinden einer Frau in Baden-Württemberg hat die Polizei ihr Schicksal aufgeklärt. Wie die Beamten in Pforzheim mitteilten, wurden im Frühjahr in einem Waldstück bei Calw gefundene Knochen und Kleidungsstücke durch DNA-Tests inzwischen zweifelsfrei der damals 36-Jährigen zugeordnet. Hinweise auf ein Verbrechen gibt es demnach nicht.

Nach Angaben der Beamten stammte die Frau aus Calw und war im Juni 1978 vermisst gemeldet worden. Frühere Suchmaßnahmen und Ermittlungen blieben ergebnislos. Im April wurden dann Knochen und Kleidungsreste in einem Wald bei Calw entdeckt. Durch "akribische Ermittlungen der Kriminalpolizei" seien diese dann dem 43 Jahre alten Vermisstenfall zugeordnet worden, teilten die Beamten mit. Ein DNA-Vergleich beseitigte letzte Zweifel.

13.43 Uhr: Biden lädt zu Gipfel für Demokratie

US-Präsident Joe Biden will Staats- und Regierungschef aus aller Welt zu einem Gipfel für Demokratie zusammenbringen. Das virtuelle Treffen solle am 9. und 10. Dezember stattfinden, wie das Weiße Haus mitteilte. Hauptthemen werden demnach die Verteidigung gegen Autoritarismus, die Bekämpfung der Korruption und Förderung der Achtung der Menschenrechte sein. Ein Jahr später soll es einen weiteren Gipfel geben, um die Fortschritte bei der Erfüllung der Verpflichtungen zu präsentieren.

Die Gipfeltreffen sollen die Staats- und Regierungschefs, Zivilgesellschaft, Spendenorganisationen und den Privatsektor zusammenbringen. Demokratie und Menschenrechte seien überall auf der Welt bedroht, hieß es weiter. Nun gelte es zu beweisen, dass Demokratie immer noch funktioniere. Es müsse eine "gemeinsame Grundlage für die globale demokratische Erneuerung" geschaffen werden.

13.31 Uhr: Deutschland setzt Abschiebungen nach Afghanistan aus

Deutschland schiebt vorerst keine Menschen mehr nach Afghanistan ab. "Der Bundesinnenminister hat aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Sicherheitslage entschieden, Abschiebungen nach Afghanistan zunächst auszusetzen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

13.11 Uhr: Zahl der Todesopfer bei Waldbränden in Algerien auf 65 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer durch die Waldbrände in Algerien ist auf 65 gestiegen. Unter den Opfern seien 28 Soldaten, berichtete das Staatsfernsehen des nordafrikanischen Mittelmeerlandes. Die meisten Opfer gab es demnach im Verwaltungsbezirk Tizi Ouzou. Zwölf bei den Rettungseinsätzen schwer verletzte Soldaten schwebten in Lebensgefahr. Am Dienstag hatte die algerische Regierung noch von mindestens 42 Todesopfern, darunter 25 Soldaten, gesprochen. Im Norden Algeriens waren nach Regierungsangaben seit Montag mehr als 70 Feuer ausgebrochen. 

13.06 Uhr: Sudan liefert Ex-Präsident al-Baschir an Internationalen Strafgerichtshof aus

Die Regierung des Sudan wird Ex-Präsident Omar al-Baschir und weitere Verdächtige wegen des Vorwurfs des Völkermords an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überstellen. Das sudanesische Kabinett habe die Auslieferung der von Den Haag gesuchten Verdächtigen beschlossen, teilte Außenministerin Mariam al-Mahdi nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Suna mit. Das Gericht wirft al-Baschir Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Darfur-Konflikt vor.

12.54 Uhr: Nach Vorfall in Friesland – Mehr als 2000 zu Nachimpfungen angemeldet

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalz-Lösungen im Kreis Friesland haben sich nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums bereits mehr als 2000 Menschen zu Nachimpfungen angemeldet. Gestern war bekannt geworden, dass Tausende Menschen – und damit weit mehr als zunächst angenommen – keinen Impfschutz gegen Covid-19 haben könnten, weil eine Krankenschwester Spritzen mit einer Kochsalzlösung statt mit Impfstoff aufgezogen haben soll. Möglicherweise betroffen sind nach Angaben des Kreises 8557 Menschen, die im Zeitraum zwischen dem 5. März und dem 20. April geimpft wurden. Sie sollten nun schnellstmöglich eine weitere Impfung erhalten.

12.38 Uhr: Bund vorerst weiter für Zugang in Innenräume mit negativem Test

Die Bundesregierung setzt beim weiteren Corona-Kurs vorerst auf Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Innenräumen auch für Ungeimpfte mit negativem Test – nicht nur für Geimpfte und Genesene. Die Einführung dieser Testpflicht sei gemeinsam mit den Ländern gestern beschlossen worden, machte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin deutlich. Dabei gehe es darum, frühzeitig mit relativ niedrigschwelligen Maßnahmen zu verhindern, "dass die Situation eskaliert und man überhaupt über andere Maßnahmen nachdenken muss". Die Situation sei aber weiter zu beobachten.

12.25 Uhr: Zusätzlich zu Waldbränden nun auch noch Rekordhitze in Italien erwartet

Während einige Regionen Italiens bereits mit Waldbränden zu kämpfen haben, hat sich das Mittelmeerland auf neue Hitzerekorde vorbereitet. Italiens bislang heißeste Woche in diesem Sommer brachte in Sizilien bereits Gluthitze mit bis zu 47 Grad. Der nationale Wetterdienst rechnet noch für heute damit, dass der bisherige landesweite Hitzerekord von 48,5 Grad übertroffen wird. Er war 1999 auf Sizilien erreicht worden.

Drohnen-Videos zeigen das verheerende Ausmaß der Waldbrände in Türkei

Für den Südwesten Siziliens wurden für heute Temperaturen zwischen 49 und 50 Grad vorhergesagt, für die südlichen Festland-Regionen Kalabrien, Apulien und Kampanien 39 bis 42 Grad. Für die Feuerwehr in Kalabrien und auf Sizilien sind die hohen Temperaturen schlechte Nachrichten. Sie hatte nach eigenen Angaben in den vergangenen Stunden bereits 300 Einsätze zur Bekämpfung von Bränden. 

12.15 Uhr: Riesiger Ölteppich nach Tankerunfall im Schwarzen Meer

Nach einem Unfall mit einem Tankschiff im Schwarzen Meer ist das Ausmaß der Umweltverschmutzung größer als zunächst mitgeteilt. Der Ölteppich sei mit 80 Quadratkilometern um mehrere Hunderttausend Mal größer als vom Verursacherunternehmen angegeben, teilte die Russische Akademie der Wissenschaften nach der Auswertung von Satellitenbildern mit. "Der Ölfleck zog sich am 8. August von der Küste bis ins offene Meer auf eine Länge von 19 Kilometer." Die ausgetretene Ölmenge bei der Großstadt Noworossijsk sei bisher unbekannt.

Am Samstag war es beim Einpumpen von Erdöl in einen griechischen Tanker sechs Kilometer vor der russischen Küste zu einer Havarie gekommen. Dem Pipelinebetreiber nach sind etwa zwölf Kubikmeter des Rohstoffs ins Meer gelangt. Das verschmutzte Gebiet war auf 200 Quadratmeter geschätzt worden.

12.10 Uhr: Deutsche Leichtathleten nachträglich Sieger der Team-EM 2015

Aufgrund eines weiteren Dopingfalls in der russischen Mannschaft ist die deutsche Leichtathletik-Auswahl mehr als sechs Jahre nach der Team-Europameisterschaft 2015 nachträglich zum Sieger erklärt worden. Dies teilte der Deutsche Leichtathletik-Verband unter Berufung auf den europäischen Dachverband mit.

Die DLV-Mannschaft hatte im Juni 2015 in Tscheboksary den zweiten Platz hinter Gastgeber Russland belegt. Nachdem dem russischen Team jedoch wegen Dopingvergehen bereits Punkte gestrichen worden waren, verlor es durch eine Sperre gegen Hammerwerferin Oksana Kondratjewa in diesem Frühjahr weitere Zähler. Der Europäische Leichtathletik-Verband habe den DLV nun darüber informiert, dass das deutsche Team, das als Titelverteidiger gestartet war, auf Rang eins vorrücke, hieß es in der Mitteilung.

12.08 Uhr: Indonesiens Armee schafft Jungfrauentests bei Rekrutinnen ab

Die indonesische Armee will die umstrittene Praxis beenden, Soldatinnen vor deren Rekrutierung auf ihre Jungfräulichkeit zu überprüfen. "Diese Untersuchungen wird es jetzt nicht mehr geben", teilte der Stabschef der Armee, General Andika Perkasa, in einem Youtube-Video mit. Sie seien für eine Rekrutierung irrelevant. Beim Militär des Inselstaates wurde traditionell mittels eines sogenannten Zwei-Finger-Tests festgestellt, ob eine Anwärterin schon sexuell aktiv war. Nur Jungfrauen seien geeignet, um ihrem Land mit der Waffe zu dienen, lautete die Regel. Auch die Verlobten von Soldaten mussten sich bislang den Tests unterziehen. Es werde ab jetzt nur noch "äußerliche Untersuchungen" geben, betonte Perkasa, ohne die Aussage zu erläutern.

Ob auch die Marine und die Luftwaffe die Praxis abschaffen werden, ist unklar. Menschenrechtler fordern schon länger eine Aufhebung der Praxis beim gesamten Militär. Human Rights Watch hatte die Jungfräulichkeitstests zuletzt als "geschlechtsspezifische Gewalt" und "missbräuchlich, unwissenschaftlich und diskriminierend" verurteilt. Die Polizei hat die Rekrutierungstests 2015 beendet.

11.35 Uhr: Unbekannte zünden fünf Firmenfahrzeuge von Vonovia in Berlin an

In Berlin haben Unbekannte nach AFP-Informationen mehrere Fahrzeuge der Immobilienfirma Vonovia angezündet. Die Berliner Polizei sprach von fünf in Brand gesetzten Fahrzeugen "einer Immobilienfirma", ohne das betroffene Unternehmen namentlich näher zu benennen. Demnach wurden mindestens neun weitere Autos durch die Flammen beschädigt. Verletzt wurde niemand. Nach Polizeiangaben standen in der Nacht Firmenfahrzeuge in den Stadtteilen Wedding, Tempelhof, Steglitz, Friedrichsfelde und Alt-Hohenschönhausen in Flammen. Demnach brannte ein Kleintransporter vollständig aus, weitere Firmenwagen wurden stark beschädigt. In allen Fällen übernahm der polizeiliche Staatsschutz die weiteren Ermittlungen.

11.12 Uhr: Hunderte afghanische Soldaten ergeben sich den Taliban nahe Kundus

Nahe der von den radikalislamischen Taliban eroberten Stadt Kundus haben hunderte afghanische Sicherheitskräfte vor den Islamisten kapituliert. Soldaten, Polizisten und Kämpfer hätten sich "mitsamt ihrer militärischen Ausrüstung" den Taliban ergeben, sagte Amruddin Wali, ein Mitglied des Provinzrates von Kundus. Zuvor hatten die Taliban Faisabad und damit die neunte Provinzhauptstadt binnen einer Woche erobert. Faisabad in der Provinz Badachschan, in der bis 2012 Bundeswehrsoldaten stationiert waren, befindet sich nach Angaben eines örtlichen Abgeordneten nun in den Händen der Miliz.

Seit dem Beginn des Abzugs der internationalen Truppen im Mai haben die Taliban weite Teile des Landes eingenommen. Die Extremisten kontrollieren nun zudem mehr als ein Viertel der Provinzhauptstädte des Landes.

10.53 Uhr: AfD verliert Klage gegen bayerischen Landtag

Der bayerische Landtag kann nach einer gescheiterten Klage der AfD-Fraktion Mitglied in dem gegen Rechtsextremisten gerichteten "Bündnis für Toleranz" bleiben. Der Verfassungsgerichtshof in München wies eine Klage der Rechtspopulisten ab. Die Mitgliedschaft in dem Bündnis verletzt laut Urteil nicht die Neutralitätspflicht des Staates. Die AfD wollte die Mitgliedschaft des Landtags in dem 2005 auf Initiative der Kirchen gegründeten Toleranzbündnis aufkündigen. Das hatte der Ältestenrat des Landtags abgelehnt, daraufhin hatte die AfD Bayerns höchstes Gericht angerufen.

Der Verfassungsgerichtshof wird am Nachmittag noch in einem zweiten Fall mit einer Klage der AfD befasst sein. Die AfD will für sich die Mitgliedschaft im Parlamentarischen Kontrollgremium des Landtags erstreiten, das den bayerischen Verfassungsschutz überwacht. Derzeit hat das Gremium nur sechs statt der üblichen sieben Mitglieder. Die AfD hat zwar gemessen an ihrer Fraktionsstärke im Landtag ein Vorschlagsrecht, die übrigen fünf Fraktionen hatten die AfD-Kandidaten jedoch mehrfach durchfallen lassen, weil sie diese für nicht vertrauenswürdig halten.

10.49 Uhr: Englische Zug-Fans heiraten auf der Schiene

Zwei Zug-Fans aus England haben sich in ungewöhnlicher Umgebung das Jawort gegeben. Laura Dale und Jane Magnet aus der Grafschaft Surrey heirateten gestern in einem Wagen des Zugbetreibers Avanti West Coast Service, der London mit dem Norden Englands und Schottlands verbindet. Die beiden waren aus rund 150 Paaren ausgewählt worden, die sich auf eine Hochzeit im Zug beworben hatten. Am Londoner Bahnhof Euston bekam das Paar einen Sektempfang, bevor die Hochzeitsgemeinde ein dekoriertes Zugabteil bestieg.

"Züge sind ein großer Teil meines Lebens", erzählte die 29-jährige Laura Dale der Nachrichtenagentur PA. Auch ihre Partnerin Jane habe sie in der West Coast Main Line auf dem Weg ins nordenglische Telford kennengelernt. Eigentlich hatte das Paar schon vor zwei Jahren heiraten wollen. Nun aber sei "ein Traum in Erfüllung gegangen".

10.25 Uhr: Mutmaßlicher ausländischer Agent in Potsdam festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat einen Mitarbeiter der britischen Botschaft in Berlin festnehmen lassen, weil er einem russischen Geheimdienst gegen Geld Dokumente verschafft haben soll. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe soll heute entscheiden, ob der Brite in Untersuchungshaft kommt. Der Mann steht den Behördenangaben zufolge wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit unter dringendem Verdacht. Spätestens seit November 2020 soll er für den russischen Geheimdienst gearbeitet haben. Mindestens einmal habe er diesem Material übermittelt, an das er im Zuge seiner Arbeit gelangte. Wie viel Bargeld er dafür bekam, sei bisher unklar.

Gestern hatten Beamte des Bundeskriminalamtes den Beschuldigten in Potsdam festgenommen, wie es weiter hieß. Zudem seien die Wohnung und der Arbeitsplatz des Mannes durchsucht worden. Vorausgegangen seien gemeinsame Ermittlungen deutscher und britischer Behörden.

10.17 Uhr: Leichte Entspannung bei Bränden in Griechenland

In Griechenland hat sich die Lage bei den Großbränden leicht entspannt. Auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa gibt es weiterhin viele, aber kleinere Brände. Weil die Rauchentwicklung nicht mehr so stark ist, konnten die Löschflugzeuge und -hubschrauber am Morgen besser löschen, wie griechische Medien berichteten. Gestern waren in der Region noch 21 Dörfer evakuiert worden, weil die Flammen immer näher rückten. Einen Hoffnungsschimmer liefert nun das Wetter: Für den Abend sind auf der Insel Regenfälle angekündigt. Die Menschen hoffen, dass sie wirklich kommen und stark genug ausfallen.

Drohnen-Videos zeigen das verheerende Ausmaß der Waldbrände in Türkei

Auf der Halbinsel Peloponnes wütet das Feuer ebenfalls weiter, doch auch dort hat sich die Lage laut Feuerwehr leicht entspannt. Das liege nicht zuletzt an den vielen internationalen Helfern, in der Region sind vor allem tschechische, britische und auch deutsche Kräfte. Insgesamt sind in der Region 578 Feuerwehrleute mit 181 Fahrzeugen im Einsatz. Unterstützt werden sie von sieben Löschflugzeugen und sieben Löschhubschraubern.

9.55 Uhr: Polens nationalkonservatives Regierungsbündnis zerbrochen

Nach der Entlassung von Polens Vize-Ministerpräsident Jaroslaw Gowin ist das nationalkonservative Regierungsbündnis zerbrochen. Der Vorstand von Gowins konservativer Gruppierung Porozumenie (Verständigung) beschloss am Morgen, das Listenbündnis und die gemeinsame Fraktion mit der Regierungspartei PiS zu verlassen. Man wolle fortan als eigenständige Parlamentariergruppe agieren, teilte Sprecher Jan Strzezek auf Twitter mit.

Zuvor hatte Regierungschef Mateusz Morawiecki den Vize-Ministerpräsidenten und Entwicklungsminister Gowin entlassen. Daraufhin hatte Gowin die Zusammenarbeit seiner Gruppierung mit der PiS von sich aus aufgekündigt. Hintergrund sind interne Konflikte über ein Konjunkturprogramm und ein neues Rundfunkgesetz. Über die Novelle des Rundfunkgesetzes soll das Parlament heute abstimmen. Es ist unklar, ob die PiS dafür noch die nötige Mehrheit zusammenbekommt.

9.35 Uhr: AfD scheitert mit Eilanträgen zur Vizepräsidentenwahl im Bundestag

Das Bundesverfassungsgericht hat zwei Eilanträge der AfD im Zusammenhang mit deren erfolglosen Bemühungen um einen Vizepräsidentenposten im Bundestag abgewiesen. Sie seien unzulässig, teilte das Karlsruher Gericht mit. Das, was die AfD konkret beantragt habe, könne in einem Organstreit grundsätzlich nicht angeordnet werden. Über die eigentlichen Klagen ist noch nicht entschieden. Am 10. November will das Gericht über eine von ihnen verhandeln, wie parallel angekündigt wurde.

Die AfD ist in der zu Ende gehenden Wahlperiode als einzige Fraktion nicht mit einem Stellvertreter im Bundestagspräsidium vertreten. Die anderen Parteien hatten allen sechs Kandidatinnen und Kandidaten die erforderliche Mehrheit verweigert. Die AfD-Fraktion sieht sich in ihren Rechten verletzt. Mit ihrem Eilantrag hatte sie erreichen wollen, dass der Bundestag "vorläufig verfahrensmäßige Vorkehrungen" für die Wahl des Präsidiums treffen muss. Die Klage, über die im November verhandelt werden soll, stammt von dem AfD-Abgeordneten Fabian Jacobi. Hier geht es um die Frage, ob auch einzelne Abgeordnete oder nur die Fraktion ein Vorschlagsrecht für die Wahl haben.

9.30 Uhr: 13-Jähriger wird in NRW unter Arbeitsmaschine eingeklemmt und stirbt

In Morsbach in Nordrhein-Westfalen ist ein 13-Jähriger unter einer Arbeitsmaschine eingeklemmt worden und gestorben. Der Jugendliche aus Forst bei Wissen befuhr gestern Nachmittag mit der selbstfahrenden Maschine einen ungeteerten Feldweg, wie die Polizei des Oberbergischen Kreises in Gummersbach mitteilte. Nach bisherigem Ermittlungsstand sei die Arbeitsmaschine vom Weg in einen Graben gerutscht. Die umstürzende Maschine habe den 13-Jährigen eingeklemmt. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen erlag der Jugendliche demnach vor Ort seinen Verletzungen.

9.26 Uhr: Diebe klauen Promi-Klo

Die Polizei in Oberfranken fahndet nach einem VIP-Toilettenwagen. Der rund 40.000 Euro teure Anhänger sei nach einer Veranstaltung eines Möbelgeschäftes in Kulmbach gestohlen worden, teilte die Polizei mit. Die Organisatoren hatten den Anhänger an einer Straße geparkt. Als er am Montagnachmittag abgeholt werden sollte, war er weg. Auf den Seiten des Promi-Klos stehe neben einer großen Werbeanzeige "VIP-Toilettenwagen". Für den Abtransport eines solchen Anhängers sei ein großes Zugfahrzeug mit Anhängerkupplung erforderlich, hieß es weiter. Die Polizei sucht Zeugen.

9.08 Uhr: SPD legt in Umfrage zu – Scholz gewinnt deutlich bei Kanzlerpräferenz

Die Union hat in einer Forsa-Umfrage deutlich an Zuspruch verloren, während sich die SPD verbessern konnte. Im "RTL/ntv-Trendbarometer" büßte die CDU/CSU drei Prozentpunkte ein und fiel auf 23 Prozent, die SPD stieg um drei Punkte auf 19 Prozent, dem besten Wert in dieser Umfrage seit April 2018. Die CDU/CSU war hier im Januar noch auf 36 Prozent gekommen. Die FDP verlor einen Punkt und erreichte zwölf Prozent, die Linke verbesserte sich um einen Punkt auf sieben Prozent. Die Grünen verharrten bei 20 Prozent, die AfD bei zehn. Regieren könnten demnach folgende Dreier-Koalitionen: "Jamaika" aus Union, Grünen und FDP; "Deutschland-Koalition" aus Union, SPD und FDP; "Ampel" aus Grünen, SPD und FDP sowie mit knapper Mehrheit ein grün-rot-rotes Bündnis.

Bei der Kanzlerpräferenz gewann der SPD-Kandidat Scholz gegenüber der Vorwoche fünf Prozentpunkte hinzu. Laschet verlor nochmals drei Prozentpunkte, auch die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock erzielte zwei Prozentpunkte weniger als zuvor. Wenn die Deutschen ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich der Umfrage zufolge derzeit 26 Prozent für Scholz, 16 Prozent für Baerbock und zwölf Prozent für Laschet entscheiden.

Große Mehrheit für allgemeinen Lockdown und Impfpflicht – nur FDP-Anhänger scheren aus

9.06 Uhr: Razzia gegen mutmaßliche Schleuser in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen

In Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen ist die Polizei mit einer Razzia gegen mutmaßliche Schleuser vorgegangen. Ermittelt werde gegen sieben griechische Staatsbürger im Alter von 19 bis 59 Jahren, teilte die Staatsanwaltschaft Stralsund mit. Ihnen würden unter anderem Menschenhandel, Ausbeutung und Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Beschuldigten sollen seit 2019 in den Landkreisen Vorpommern Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte sowie in Niedersachsen Restaurants eröffnet haben, in die sie Menschen aus Drittstaaten eingeschleust und dann "unter ausbeuterischen Verhältnissen" beschäftigt hätten. Dazu hätten sie die Arbeitskräfte mit gefälschten Dokumenten beziehungsweise polnischen Visa ausgestattet.

Der Hauptbeschuldigte wurde demnach festgenommen. Gegen die Beschuldigten wurde den Angaben zufolge ein Vermögensarrest von 840.000 Euro erlassen. Das entspreche dem ermittelten Betrag, den die Tatverdächtigen durch ihr kriminelles Geschäftsmodell erwirtschaftet haben sollen.

8.46 Uhr: Historischer Einbruch bei Ausbildungsverträgen in Coronakrise

Die Coronakrise hat zu einem historischen Rückgang der Ausbildungszahlen in Deutschland geführt. Im vergangenen Jahr wurden 465.700 Verträge für eine Lehre in der dualen Berufsausbildung geschlossen, das waren 47.600 oder 9,3 Prozent weniger als 2019, teilte das Statistische Bundesamt mit. Es handle sich um den größten prozentualen Rückgang seit dem Beginn der Zeitreihe 1977.

"Die Zahl der Neuverträge befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Noch nie seit Beginn der Statistik vor über 40 Jahren hat es in einem Jahr weniger als 500.000 neue Azubis gegeben", erklärte Rotraud Kellers aus dem für die Berufsbildungsstatistik zuständigen Referat im Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. "Besonders deutlich gingen die Neuabschlüsse im Gast- und Verkehrsgewerbe zurück, also in sehr stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Branchen."

8.24 Uhr: Neunte Provinzhauptstadt in Afghanistan unter Taliban-Kontrolle

Die militant-islamistischen Taliban haben auf ihrem schnellen Vormarsch in Afghanistan eine neunte Provinzhauptstadt in weniger als einer Woche erobern können. Mit Faisabad sei die Hauptstadt der nordöstlichen Provinz Badachschan in die Hände der Islamisten gefallen, bestätigten ein Provinzrat und ein Parlamentsvertreter der Provinz der Deutschen Presse-Agentur. Damit kontrollieren die Taliban nun die Hauptstädte von neun der 34 afghanischen Provinzen. Nur Stunden vor dem Fall von Faisabad nahmen die Aufständischen gestern die Provinzhauptstädte Pul-i Chumri in der nördlichen Provinz Baghlan und Farah in der gleichnamigen Provinz im Westen des Landes ein. Seit dem Beginn des Truppenabzugs der USA Anfang Mai haben sie massive Gebietsgewinne verzeichnet.

Die Taliban hatten schon von 1996 bis zur US-geführten Intervention 2001 weite Teile Afghanistans unter ihrer Kontrolle. Inzwischen ist der Abzug zu mehr als 95 Prozent abgeschlossen. Auch die deutsche Bundeswehr und die Soldaten anderer NATO-Länder haben Afghanistan bereits verlassen.

8.13 Uhr: AfD-Chef Chrupalla: Abschaffung kostenloser Tests "unverantwortlich"

AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla ist gegen die Abschaffung kostenfreier Corona-Tests. Im ZDF-"Morgenmagazin" sagte Chrupalla: "Dass die Bürger für eine Verpflichtung, die der Staat gestellt hat, selber zahlen müssen, ist unverantwortlich." Der AfD-Politiker betonte die Freiwilligkeit der Impfungen und sagte: "Hier kann es keine Impfpflicht durch die Hintertür geben." Bund und Länder hatten auf einer gemeinsamen Sitzung gestern beschlossen, dass Corona-Schnelltests ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos sein werden. Zudem vereinbarte der Gipfel auch ein Fluthilfepaket in Höhe von 30 Milliarden Euro. Chrupalla sagte, das Hilfspaket sei "absolut" das richtige Signal. Das Geld müsse vor Ort aber auch im Katastrophenschutz eingesetzt werden. Dort seien "viele Fehler gemacht worden".

Markus Söder zu Ungeimpften

7.52 Uhr: Niederlage für Bolsonaro: Abgeordnete lehnen Wahlreform ab

Die brasilianische Abgeordnetenkammer hat eine vom rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro befürwortete Wahlreform abgelehnt. Statt der benötigten mindestens 308 Ja-Stimmen erhielten die Verbündeten Bolsonaros nur 229 Stimmen. 218 Abgeordnete votierten dagegen und es gab eine Enthaltung, wie aus einer Mitteilung der Kammer hervorging. Damit scheiterte eine Verfassungsänderung, nach der die elektronischen Wahlmaschinen zusätzlich mit gedruckten Wahlscheinen ergänzt werden sollten. Stunden zuvor war ein Militärkonvoi mit Dutzenden Fahrzeugen unter anderem am Präsidentenpalast und am Kongress vorbeigefahren – was Beobachter als Einschüchterungsversuch der Regierung angesichts der sich abzeichnenden Abstimmungsniederlage werteten.

7.44 Uhr: Buckelwal in Hai-Netz verfangen - Rettungsaktion in Australien

Vor der australischen Ostküste kämpfen Tierschützer um das Leben eines jungen Buckelwals. Der Meeressäuger habe sich in der Touristenregion Gold Coast in der Nähe der Küste in einem Hai-Netz verfangen, berichtete der australische Sender ABC. Anwohner hätten das Tier am frühen Morgen entdeckt und die Behörden alarmiert. "Der Wal war ganz nah an den Felsen", sagte ein Augenzeuge. "Man konnte ihn vom Land aus weinen hören, und er hat viel geweint." In der Gegend seien mittlerweile mehrere andere Wale gesichtet worden, hieß es. Mitarbeiter des Fischereiministeriums und des Freizeitparks Sea World waren im Einsatz, um dem kleinen Buckelwal zu helfen. Auch Polizeiboote wurden entsandt. Es sei eine "tragische" Situation, sagte die Umweltministerin der Region Queensland, Meaghan Scanlon. Sie sei aber überzeugt, dass die Rettungsteams ihr Bestes täten, um den Wal zu befreien. Gleichzeitig verteidigte sie die Nutzung der umstrittenen Hai-Netze, auch wenn bereits nach Alternativen gesucht werde. "Wir müssen wirklich alle Optionen prüfen, die wir haben. Aber letztlich ist es unsere oberste Priorität, die Sicherheit von Schwimmern im Ozean zu gewährleisten", betonte Scanlon. Tierschützer warnen schon lange, dass die hunderte Meter langen Netze, die unter der Meeresoberfläche verankert sind, Todesfallen für zahlreiche Tiere anderer Arten sein können, darunter auch Delfine und Wale.

6.55 Uhr: Tiktok am häufigsten heruntergeladene App des Jahres 2020

Das bei Kindern und Jugendlichen beliebte Onlinenetzwerk Tiktok ist die am häufigsten heruntergeladene App des vergangenen Jahres. Die chinesische Smartphone-App übertrumpfte damit Platzhirsch Facebook und dessen Nachrichtendienste Messenger und Whatsapp, wie die Marktanalysefirma App Annie mitteilte. Ein Jahr zuvor lag Tiktok noch auf Rang vier. Der Aufstieg ist auch angesichts der Probleme Tiktoks mit der US-Regierung bemerkenswert. Hatte der frühere US-Präsident Donald Trump noch versucht, Tiktok aus Gründen der nationalen Sicherheit vom US-Markt zu verbannen, falls Mutterkonzern Bytedance sie nicht an US-Investoren verkauft, so hob sein Nachfolger Joe Biden diese Anordnung im Juni auf. Biden ordnete stattdessen eine allgemeine Überprüfung der Sicherheitsrisiken durch ausländische Internetdienste an. Es wird angenommen, dass Tiktok weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer hat. Facebook nutzt das Wachstum der App als Argument im Streit mit US-Kartellbehörden über seine angebliche Marktmacht. 

6.41 Uhr: Schwimmende Olympische Ringe in Tokio wieder abgebaut

Die auf einem Floß schwimmenden gigantischen Olympischen Ringe in Tokio sind nach Ende der 17-tägigen Sommerspiele wieder entfernt worden. Das 15 Meter hohe, fast 33 Meter lange und 69 Tonnen schwere Symbol der Olympischen Spiele wurde von seinem Standort im Odaiba Marine Park abgezogen. Es soll in Kürze durch das "Three Agitos"-Symbol für die Paralympics ersetzt werden, die am 24. August beginnen und bis zum 5. September dauern sollen. Eigentlich hätten die Olympischen Spiele und die Paralympics im Sommer des vergangenen Jahres stattfinden sollen. Doch wegen der Corona-Pandemie waren sie auf dieses Jahr verschoben worden. Die Spiele hatten ohne Zuschauer stattgefunden. Die Zuschauerfrage bei den Paralympics haben die Organisatoren bislang noch nicht geklärt.

6.36 Uhr: Medizinethikerin: Abschaffung kostenloser Bürgertests gerechtfertigt

Die Göttinger Medizinethikerin Claudia Wiesemann sieht das Ende der kostenlosen Schnelltests für Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, als gerechtfertigt an. "Die Impfung gegen das Sars-Cov2-Virus stellt für alle Erwachsenen die einfachste und wirksamste Vorbeugungsmaßnahme dar. Da sie verträglich, verfügbar und kostenlos ist, ist der staatlichen Aufgabe, für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu sorgen, Genüge getan", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Bund und Länder hatten gestern beschlossen, dass sich Nicht-Geimpfte im Kampf gegen eine neue große Corona-Welle auf mehr Testpflichten im Alltag einstellen müssen - und Schnelltests ab 11. Oktober in der Regel nicht mehr kostenlos sind. Gratis sollen Schnelltests nur noch für jene zu haben sein, die sich nicht impfen lassen können oder für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt wie Schwangere und Unter-18-Jährige.

6.18 Uhr: Syrischer Olympia-Radfahrer zum Fall Moster: "Das ist rassistisch"

Radfahrer Adreddin Wais (30) hat dem suspendierten Radsport-Funktionär Patrick Moster Rassismus vorgeworfen. "Niemand bestreitet, dass der Funktionär dieses Wort benutzt hat, um die anderen Fahrer zu beschämen. Da geht es nicht darum, Respekt auszudrücken, sondern zu erniedrigen. Und das hat er getan, indem er einen Sportler aus einem anderen Land pauschal abgetan hat. Das ist rassistisch, ganz klar", sagte der Syrer in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Moster, Sportdirektor vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR), hatte bei den Olympischen Spielen in Tokio im Einzelzeitfahren den Kölner Nikias Arndt an der Strecke mit den Worten "Hol' die Kameltreiber, hol' die Kameltreiber, komm" angefeuert, die vor ihm fahrenden Azzedine Lagab aus Algerien und Amanuel Ghebreigzabhier aus Eritrea noch einzuholen. Die Rufe waren vom Fernsehen eingefangen und live übertragen worden. Danach war der 54-Jährige vom BDR schriftlich abgemahnt und von seinen internationalen Aufgaben "bis auf Weiteres entbunden" worden. Der Weltverband UCI hatte Moster auch vorläufig suspendiert. Moster hatte sich entschuldigt, auch bei den beiden Athleten.

6.12 Uhr: US-Medien: Alfred Hitchcocks Tochter mit 93 Jahren gestorben

Patricia Hitchcock, Tochter des 1980 gestorbenen Krimi-Altmeisters Alfred Hitchcock, ist tot. Ihre Mutter sei am Montag in ihrem Haus im kalifornischen Thousand Oaks gestorben, sagte Tochter Katie O’Connell-Fiala den US-Filmportalen "Hollywood Reporter" und "Variety". Patricia Hitchcock wurde 93 Jahre alt. Das einzige Kind des britischen Regisseurs ("Die Vögel", "Psycho") und dessen Frau Alma Reville wurde 1928 in London geboren. 1939 zog die Familie nach Kalifornien. Patricia, die Schauspiel studierte, trat am Broadway und in mehreren Filmen ihres Vaters auf. Der Regisseur gab ihr Nebenrollen in den Thrillern "Die rote Lola", "Der Fremde im Zug" und "Psycho". 1952 heiratete sie den Geschäftsmann Joseph O’Connell Jr., mit dem sie drei Töchter hatte. 

Patricia Hitchcock ist im Alter von 93 Jahren gestorben.
Patricia Hitchcock ist im Alter von 93 Jahren gestorben
© Nestor Bachmann / Picture Alliance

6.09 Uhr: Nordkorea setzt Drohkurs gegen Südkorea und die USA fort

Nordkorea setzt seinen Drohkurs gegen Südkorea und die USA wegen ihrer geplanten gemeinsamen Sommer-Militärübungen fort. "Wir werden ihnen jede Minute zu verstehen geben, welche gefährliche Wahl sie getroffen hat und welcher ernsten Sicherheitskrise sie sich aussetzen wird", hieß es in einer vor allem gegen die Regierung Südkoreas gerichteten Erklärung des Parteifunktionärs und früheren Geheimdienstchefs Kim Yong Chol. Nordkorea werde eine entsprechende Entscheidung treffen, die klarer ausfallen müsse, wurde der Vizevorsitzende des Zentralkomitees der Arbeiterpartei von den Staatsmedien zitiert. Wie die Entscheidung aussehen könnte, blieb offen.

5.58 Uhr: Kanadier Michael Spavor in China zu elf Jahren Haft verurteilt

Vor dem Hintergrund diplomatischer Spannungen ist in China ein kanadischer Geschäftsmann zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der nordostchinesischen Stadt Dandong sprach Michael Spavor der Spionage und Beschaffung von Staatsgeheimnissen schuldig. Spavor wurde im Dezember 2018 genau wie sein Landsmann Michael Kovrig in China in Gewahrsam genommen, kurz nachdem in Kanada die Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, festgenommen worden war. Peking wird deshalb "Geiseldiplomatie" vorgeworfen. Der Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei wird in den USA Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. In Kanada befindet sich ein Verfahren in der Endphase, in dem über die Auslieferung der Geschäftsfrau an die USA entschieden wird. 

5.34 Uhr: Kleingärten werden in Corona-Pandemie neu entdeckt

Seit Beginn der Corona-Pandemie scheinen einige Menschen den Schrebergarten neu für sich zu entdecken. "Selbst in Lagen, die vor der Corona-Pandemie teilweise leerstehende Parzellen aufwiesen, gibt es jetzt oft wieder Wartelisten", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde (BDG) Stefan Grundei. Er sieht die Ursache für die steigende Nachfrage nicht nur in der Viruskrise. Nach Darstellung Grundeis hat Corona einen ohnehin seit Jahren bestehenden Trend "hin zum Kleingarten" verstärkt. Rund 900.000 Kleingärten vereint der BDG derzeit nach eigenen Angaben unter seinem Dach. Weitere 200 000 seien bei anderen Einrichtungen organisiert, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage mehrerer Abgeordneter und der Linken vom Juni hervorgeht. Im Jahr 1990 seien es hingegen noch etwa 1,3 Millionen Kleingärten gewesen.

5.17 Uhr: Bericht: Farc-Rebellen rekrutierten mehr als 18.000 Kinder

Die kolumbianische Guerilla-Organisation Farc hat zwischen 1996 und 2016 mindestens 18.677 Mädchen und Jungen unter 15 Jahren angeworben und systematisch eingesetzt. Dies geht aus einer Mitteilung der Sonderjustiz für den Frieden (JEP) hervor, die Verbrechen der am bewaffneten Konflikt in Kolumbien beteiligten Parteien aufarbeiten soll. Demnach kam die Sonderjustiz durch den Abgleich von 31 Datenbanken von Opfer-Organisationen, staatlichen Einrichtungen und Universitäten auf die Zahl. Diese ist nach einem Bericht der kolumbianischen Zeitung "El Tiempo" mehr als doppelt so hoch wie die ursprünglich von der Generalstaatsanwaltschaft angegebene. Die JEP lud zudem 26 ehemalige Farc-Mitglieder vor, um sich für ihre mutmaßliche Verantwortung bei den Rekrutierungen zu verantworten. Die Rekrutierung von Kindern ist ein heikler Aspekt der Aufarbeitung des Bürgerkriegs in Kolumbien, auch weil die Farc bestreitet, eine solche Politik gehabt zu haben. Die Kinder hätten sich freiwillig angeschlossen.

5.03 Uhr: Millionenmetropole Melbourne bleibt eine weitere Woche im Lockdown

Die australische Millionenmetropole Melbourne bleibt eine weitere Woche im Lockdown. Die Regionalregierung habe diese Entscheidung getroffen, nachdem innerhalb von 24 Stunden weitere 20 Neuinfektionen bestätigt worden seien, teilte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, mit. "Es gibt zu viele Fälle, deren Ursprung uns nicht klar ist, zu viele unbeantwortete Fragen, zu viele Mysterien, als dass wir jetzt sicher aus dem Lockdown herauskommen könnten", betonte er. "Wenn wir jetzt aufmachen, dann werde die Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit stark ansteigen", so Andrews.

In anderen Teilen Victorias waren die Beschränkungen hingegen am Dienstag weitgehend aufgehoben worden. Die Maßnahmen in Melbourne waren vor einer Woche verhängt worden. Es ist bereits der sechste Lockdown in der Stadt an der Ostküste seit Beginn der Pandemie. Die Menschen dürfen nur noch in Ausnahmefällen ihre Häuser verlassen. 

4.38 Uhr: SPD-Fraktion bereit zur Verlängerung epidemischer Lage

Die SPD im Bundestag ist nach den Worten ihres Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers Carsten Schneider dafür, die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite, wie von Bund und Ländern erbeten, zu verlängern. "Die Infektionszahlen steigen, obwohl in den meisten Bundesländern noch Ferien sind. Damit die notwendigen Gegenmaßnahmen nach bundesweit einheitlichen Maßstäben angewendet werden können, sind wir bereit, die pandemische Lage nach dem Sommer zu verlängern", sagte Schneider der Deutschen Presse-Agentur. Die epidemische Lage kann nur vom Bundestag festgestellt werden. Sie gibt dem Bund bestimmte Befugnisse in der Corona-Pandemie, etwa das Recht, direkt Verordnungen zu Tests und Impfungen zu erlassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Dienstag den Bundestag gebeten, "zu erwägen", die epidemische Lage über den 11. September hinaus zu verlängern.

4.26 Uhr: 42 Tote bei Waldbränden in Algerien

Rauch steigt neben einem Dorf in der Nähe von Tizi Ouzou, etwa 100 Kilometer östlich von Algier, auf. 
Rauch steigt neben einem Dorf in der Nähe von Tizi Ouzou, etwa 100 Kilometer östlich von Algier, auf. Feuerwehrleute kämpften gegen eine Reihe von Waldbränden im Norden Algeriens.
© Fateh Guidoum / DPA

Bei schweren Waldbränden in Algerien sind mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern sind 25 Soldaten, die bei Rettungseinsätzen starben, wie Präsident Abdelmadjid Tebboune mitteilte. Im Norden des Landes brachen nach Regierungsangaben mehr als 70 Feuer aus. Innenminister Kamel Beldjoud machte bei einem Besuch in der der betroffenen Stadt Tizi Ouzou Brandstifter für die Feuer verantwortlich. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Die meisten Brände wüteten in der Kabylei, einer stark bewaldeten und dicht besiedelten Bergregion östlich der Hauptstadt Algier. Innenminister Beldjoud sagte bei seinem Besuch in Tizi Ouzou, die Feuer seien "krimineller Natur". Es sei "unmöglich, dass 50 Feuer gleichzeitig ausbrechen". Der staatliche Rundfunk meldete die Festnahme von drei mutmaßlichen Brandstiftern in Médéa im Norden Algeriens, wo es ebenfalls brannte. Ein weiterer Verdächtiger wurde demnach in Annaba in Gewahrsam genommen.

4.18 Uhr: RKI registriert 4996 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 25,1

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts liegt sie bei 25,1 – am Vortag hatte der Wert 23,5 betragen, vor einer Woche lag er bei 18,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4996 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 3571. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 14 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 25. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.799.425 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.671.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.817.

3.45 Uhr: Mittelstand: Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens enttäuschend

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Pandemie kritisiert. Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Ergebnisse des Spitzentreffens von Bund und Ländern sind aus Sicht des Mittelstands weitgehend enttäuschend. Die Politik spielt in der Corona-Krise weiter auf Zeit, anstatt endlich Klarheit für Betriebe und Bürger zu schaffen." Die eingeschränkte Testpflicht komme einer Impfpflicht durch die Hintertür gleich. "Ein möglicher Lockdown ist dadurch bis auf Weiteres aufgeschoben, nicht aber verbindlich aufgehoben. Die Bundesregierung hat sich damit über die Bundestagswahl gerettet", so Jerger. "Dem Mittelstand bleibt sie den dringend benötigten Fahrplan für einen Neustart der Wirtschaft nach Corona weiter schuldig."

2.58 Uhr: Hacker stehlen Kryptowährungen im Wert von bis zu 600 Millionen Dollar

Hacker haben bei einem Angriff in den USA offenbar Kryptowährungen im Wert von bis zu 600 Millionen Dollar (510 Millionen Euro) gestohlen. Das US-Unternehmen Poly Network teilte auf der Internet-Plattform Twitter mit, dass Unbekannte seine Sicherheitsvorkehrungen geknackt und die Einlagen von "zehntausenden" Kunden auf von ihnen kontrollierte Konten umgeleitet hätten. Dem Unternehmen zufolge handelte es sich um den größten Diebstahl in der Geschichte der Kryptowährungen. Kryptowährungen wie Bitcoin basieren auf der Blockchain-Technologie. Diese ermöglicht es, auf Banken zu verzichten, da die Transaktionen direkt von Nutzer zu Nutzer erfolgen. Allerdings werden die verschiedenen Währungen häufig nicht als Zahlungsmittel verwendet, sondern als Spekulationsobjekt und Geldanlage.

1.45 Uhr: Frankreich sagt weggeschnippten Zigarettenkippen Kampf an

Viele Franzosen schnippen ihre Zigarette achtlos weg, so dass jährlich 23,5 Milliarden Kippen auf den Straßen und in der Natur landen. Dieser Unsitte sagt das Umweltministerium in Paris nun den Kampf an, indem es die Hersteller in die Pflicht nimmt. Ein vergangenes Jahr verabschiedetes Kreislauf- und Antiverschwendungsgesetz schreibt ihnen vor, sich um den Verbleib ihrer Produkte nach deren "Lebensende" zu kümmern.

Corona-Spezial: Experte beantworte Ihre Fragen zu Totimpfstoffen

Konkret soll die Tabakindustrie pro Jahr 80 Millionen Euro zur Beseitigung der Kippen und für Sensibilisierungskampagnen beisteuern. Dabei hat das Ministerium ein konkretes Ziel vor Augen: Binnen sechs Jahren soll die Kippenflut um mindestens 40 Prozent schrumpfen. Erreicht werden soll dies auch übers Verteilen von Taschenaschenbechern, mehr reine Zigaretten-Mülleimer sowie neue Sammel- und Recyclingsysteme für die "Mégos", wie die Kippen umgangssprachlich auf Französisch genannt werden. 

0.32 Uhr: "Cygnus"-Frachter zur Internationalen Raumstation gestartet

Beladen mit fast 4000 Kilogramm Lebensmittel, Materialien für wissenschaftliche Experimente und Ersatzteilen ist der private Raumfrachter "Cygnus" zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. Mit einer "Antares"-Rakete habe der unbemannte Frachter am Dienstag (Ortszeit) von einem Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat Virginia abgehoben, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Am Donnerstag wird die vom amerikanischen Luft- und Raumfahrtunternehmen Northrop Grumman gebaute Kapsel 

jek / mad / fs / yks DPA AFP

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