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News von heute EU bleibt bei Brexit hart - Briten lassen offen, ob sie noch gesprächsbereit sind

Flaggen der EU und Großbritanniens übereinander
Die Fronten sind verhärtet: Einem Handelsabkommen für die Zeit nach dem Brexit sind die Unterhändler in Brüssel nicht näher gekommen.
© Jonathan Brady / DPA
Bußgelder für Raser: Weiter keine Einigung +++ EU setzt Sanktionen wegen Nawalny-Vergiftung in Kraft +++ USA: Fünfjährige stirbt in klinischer Studie +++ Die News von heute im stern-Ticker. 

Aktuelle Topmeldung:

London "enttäuscht" über Brexit-Erklärung des EU-Gipfels - Briten lassen offen, ob sie noch gesprächsbereit sind

Die britische Regierung hat die Beschlüsse des EU-Gipfels zu den Gesprächen über ein Handelsabkommen nach dem Brexit negativ bewertet. Er sei "enttäuscht" über die Erklärung der Staats- und Regierungschefs, teilte der britische Verhandlungsführer David Frost mit. Er ließ offen, ob die britische Seite zu weiteren Gesprächen bereit ist. Premierminister Boris Johnson werde sich dazu am Freitag äußern, erklärte Frost.

Der EU-Gipfel hatte nur eine kurze Erklärung zu den Verhandlungen mit Großbritannien veröffentlicht. "Mit Besorgnis" stellen die Staats- und Regierungschefs darin fest, dass es zweieinhalb Monate vor Ende der Brexit-Übergangsphase noch immer keine ausreichenden Fortschritte bei Schlüsselfragen gibt. Sie fordern die britische Regierung auf, "die notwendigen Schritte zu unternehmen, um ein Abkommen möglich zu machen".

Frost kritisierte insbesondere diese Formulierung. Er sei "überrascht" über den Vorschlag, "dass alle künftigen Schritte von Großbritannien kommen müssen", schrieb er im Onlinedienst Twitter. "Das ist eine ungewöhnliche Herangehensweise, um Verhandlungen zu führen." Überrascht zeigte sich Frost auch, dass die EU nicht mehr "intensiv" mit London verhandeln wolle. Tatsächlich wurde eine zunächst geplante derartige Formulierung bis zum Gipfel wieder aus den Schlussfolgerungen gestrichen.     

+++ Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie finden Sie in unserem Corona-Ticker +++

Die Meldungen des Tages:

+++ 23.45 Uhr: Youtube verschärft Vorgehen gegen QAnon-Verschwörungstheoriker +++

Weniger als drei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl verschärft auch die Videoplattform Youtube ihr Vorgehen gegen die QAnon-Bewegung, die Verschwörungstheorien verbreitet und US-Präsident Donald Trump unterstützt. Youtube werde seine Richtlinien ausweiten, um Inhalte zu verbieten, bei denen einzelne Menschen oder Gruppen Ziel von Verschwörungstheorien werden, erklärte das Unternehmen. Vor wenigen Tagen waren bereits die Online-Netzwerke Facebook und Instagram gegen QAnon vorgegangen. "Zehntausende von QAnon-Videos" seien bereits entfernt worden, erklärte Youtube. Zudem seien von der Bewegung genutzte Kanäle eingestellt worden, darunter solche, die ausdrücklich mit Gewalt drohen oder die Existenz von Gewalttaten leugnen. Die QAnon-Bewegung verbreitet die Behauptung, dass die USA von einer kriminellen und satanistischen Organisation beherrscht würden, der etwa die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, der Milliardär George Soros sowie diverse Hollywoodstars angehören sollen. Viele QAnon-Botschaften haben antisemitischen und rechtsradikalen Charakter. Seither fand die Bewegung immer mehr Anhänger, inzwischen auch in Deutschland, wo das QAnon-Symbol bei Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen auftaucht. Viele Anhänger der Bewegung vertreten die durch keine Tatsachen belegte Überzeugung, das Coronavirus sei eine Verschwörung, um Menschen durch Einsatz von Impfungen und 5G-Handytechnologie zu unterwerfen.

+++ 21.58 Uhr: EU-Gipfel will erst im Dezember über neues Klimaziel für 2030 entscheiden +++

Der EU-Gipfel will erst Mitte Dezember über ein verschärftes Klimaziel für das Jahr 2030 entscheiden. Wie die Staats- und Regierungschefs in Brüssel beschlossen, werden sie sich dann erneut mit dem Thema befassen "mit dem Ziel, sich auf ein neues Ziel zur Emissionsreduzierung für 2030 zu einigen". Eine Vorfestlegung auf die von der EU-Kommission vorgeschlagene Erhöhung des CO2-Reduzierungsziels auf mindestens 55 Prozent gab es nicht. Die EU hat sich verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu sein - also mehr Treibhausgas zu kompensieren oder aufzufangen, als sie ausstößt. Das bisherige Zwischenziel für 2030 einer Verringerung der CO2-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reicht dafür nicht aus. Die EU-Kommission hat deshalb mindestens 55 Prozent vorgeschlagen, das Europaparlament fordert sogar 60 Prozent. 

+++ 19.36 Uhr: Britischer Brexit-Verhandler Frost enttäuscht über harte Linie der EU +++

Der britische Chef-Unterhändler David Frost hat sich enttäuscht über die Position der EU zu einem Handelspakt mit Großbritannien für die Zeit nach dem Brexit gezeigt. Er sei "enttäuscht" über die Linie der EU-Staaten und "überrascht", dass die EU sich "nicht mehr dazu bekennt, intensiv an einer zukünftigen Partnerschaft zu arbeiten", schrieb Frost am Donnerstagabend auf Twitter während des ersten EU-Gipfeltages in Brüssel. Die EU-Staatschefs und Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatten zuvor erneut zwar das Interesse an einem Abkommen bekundet, aber auch klar gemacht, nicht von ihren Prinzipien abrücken zu wollen. Er sei "auch überrascht über den Vorschlag, dass nur Großbritannien auf die EU zukommen soll, um ein Abkommen zu erreichen. Das ist ein ungewöhnliches Vorgehen in Verhandlungen", schrieb Frost weiter.

+++ 18.10 Uhr: Trump wirbt vor Wahl für weiteres billionenschweres Konjunkturpaket +++

US-Präsident Donald Trump hat knapp drei Wochen vor der Wahl für ein weiteres riesiges Corona-Konjunkturpaket geworben. Er unterstütze "definitiv" auch ein Maßnahmenbündel, das über die zuletzt von der Regierung vorgeschlagenen 1,8 Billionen US-Dollar (1,5 Billionen Euro) hinausgehe, sagte Trump am Donnerstag in einem telefonischen Interview mit dem TV-Sender Fox Business. "Mach es groß, oder lass es bleiben", sagte der Republikaner Trump. Der Streit zwischen Demokraten und Republikanern um ein weiteres Konjunkturpaket dauert bereits seit Monaten an. Neben den Differenzen von Regierung und Demokraten müssten auch die Vorbehalte mehrerer Republikaner im Senat gegen ein großes Konjunkturpaket überwunden werden. 

+++ 16.42 Uhr: Betrugsprozess gegen Ex-VW-Chef Winterkorn beginnt am 25. Februar +++

Der Betrugsprozess gegen den früheren Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn soll am 25. Februar 2021 beginnen. Das Landgericht Braunschweig hat den Terminplan für das Strafverfahren veröffentlicht. Es dürfte sich demnach bis mindestens ins Frühjahr 2023 ziehen. Winterkorn steht dann zusammen mit vier weiteren Angeklagten wegen des Vorwurfs des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs vor Gericht. Die zuständige Kammer hatte im September die Eröffnung des Hauptverfahrens zugelassen, weil sie bei Winterkorn einen hinreichenden Tatverdacht sieht. Der frühere Top-Manager war im April 2019 von der Braunschweiger Staatsanwaltschaft aufgrund seiner Rolle im Dieselskandal angeklagt worden.

+++ 16.31 Uhr: Wieder keine Einigung: Streit über Bußgeldkatalog geht weiter +++

Im monatelangen Streit um den Bußgeldkatalog haben sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern erneut nicht geeinigt. "Wir haben ein paar Annäherungen erreichen können, aber keine fertige Lösung erzielt", sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die saarländische Ressortchefin Anke Rehlinger (SPD), nach einer Video-Konferenz der Minister. Knackpunkt blieb vor allem, ab wann Rasern wegen Tempoverstößen Fahrverbote drohen sollen. Hintergrund des Streits ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung und des Bußgeldkatalogs, mit der Strafen für zu schnelles Fahren deutlich verschärft wurden. Die Änderung wurde wegen eines Formfehlers außer Kraft gesetzt. Auch neu eingeführte Bußgelder für Autofahrer, die Radfahrer etwa durch zu enges Überholen gefährden, können damit nicht sanktioniert werden. Die Ausgliederung und Verabschiedung unstrittiger Punkte scheiterte jetzt an zu weit auseinanderliegenden Standpunkten.

+++ 15.50 Uhr: 13 Tote bei Erdrutsch in Vietnam: Unwetter fordern fast 50 Opfer +++

Bei einem Erdrutsch im Zentrum von Vietnam sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Die Leichen seien am Donnerstag an einer Rangerstation entdeckt worden, nachdem sie am späten Montag von Schlamm-Massen begraben worden waren, zitierte die Zeitung "VnExpress" die Einsatzkräfte. Seit über einer Woche gibt es in der Region immer wieder heftige Niederschläge. Insgesamt sind bei den Unwettern fast 50 Menschen ums Leben gekommen. Das Schicksal von 17 Arbeitern, die ebenfalls am Montag in der Zentralprovinz Thua Thien-Hue nahe eines im Bau befindlichen Wasserkraftwerks bei einem anderen Erdrutsch verschüttet worden waren, ist weiter unklar.

+++ 15.42 Uhr: Kultusminister vereinbaren Plan für mehr Einheitlichkeit der Bildung +++

Die Kultusminister der Länder haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf einen Vertrag für eine bessere Zusammenarbeit im deutschen Bildungssystem mit einheitlicheren Linien verständigt. Die Ministerinnen und Minister der 16 Länder beschlossen eine entsprechende "Ländervereinbarung" bei einer Videokonferenz. Das Papier soll das 56 Jahre alte "Hamburger Abkommen" zur Vereinheitlichung auf dem Gebiete des Schulwesens" ablösen und beschreibt Grundsätze und Ziele der Zusammenarbeit. Es soll in den kommenden Jahren zu mehr Vergleichbarkeit bei der Schulausbildung und bei den Abschlüssen führen.

In der neuen Vereinbarung sichern sich die Länder unter anderem zu, durch "geeignete Maßnahmen" dafür zu sorgen, dass Schüler bei einem länderübergreifenden Schulwechsel "ihre Bildungslaufbahn bruchlos fortsetzen können". Geprüft werden soll auch eine Angleichung der verschiedenen Schulbezeichnungen im Sekundarbereich I. Beim Abitur wollen sich die Länder verpflichten, 2023 die Hälfte aller schriftlichen Aufgaben in den Kernfächern aus einem gemeinsamen, länderübergreifenden Aufgabenpool zu entnehmen.

+++ 15.35 Uhr: Nach Missbrauchsvorwürfen: WHO setzt Untersuchungskommission ein +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lässt die Missbrauchsvorwürfe zahlreicher Frauen gegen internationale Helfer während der Ebola-Krise in Afrika untersuchen. Die frühere Außenministerin von Niger, Aïchatou Mindaoudou, und die Menschenrechtsaktivistin Julienne Lusenge aus dem Kongo wurden als Leiterinnen einer Untersuchungskommission bestellt, wie die WHO in Genf mitteilte. Zahlreiche Frauen in den Provinzen Nordkivu und Ituri im Kongo hatten berichtet, sie seien von Mitarbeitern internationaler Organisationen, darunter auch der WHO, sexuell missbraucht worden. So hätten Mitarbeiter unter anderem Jobs nur vergeben, wenn die Frauen sich zu Sex bereiterklärten. Die Kommission soll die Fakten prüfen, Hilfen für Betroffene bereitstellen und dafür sorgen, dass Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

+++ 15.26 Uhr: Probebetrieb im neuen Hauptstadtflughafen BER beendet +++

Nach knapp vier Monaten ist am Donnerstag der Probebetrieb am künftigen Hauptstadtflughafen BER zu Ende gegangen. Zum Abschluss testeten nach Betreiberangaben noch einmal einige hundert Freiwillige die Abläufe im neuen Terminal. Am 31. Oktober soll der Flughafen nach jahrelangen Verzögerungen in Betrieb gehen. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis, die Prozesse laufen stabil", sagte eine Sprecherin. Seit Juni waren etwa 9000 Freiwillige im Einsatz, das Unternehmen dankte nun für ihre Neugier und ihre Geduld. Eine Bilanz des Probebetriebs soll nächste Woche gezogen werden.

+++ 15.10 Uhr: Russland will Gespräche zu MH17-Abschuss beenden +++

Russland will die trilateralen Gespräche mit den Niederlanden und Australien zum Abschuss der MH17-Passagiermaschine über der Ostukraine vor mehr als sechs Jahren nicht fortsetzen. Die Niederlande würden ausschließlich eigene politische Interessen verfolgen und Russland zu einem Schuldbekenntnis drängen, teilte das russische Außenministerium am Donnerstag in Moskau mit. Den Haag ignoriere alle Argumente aus Moskau und auch die Bereitschaft zum Dialog. Die Regierung in Den Haag bedauerte den Schritt Moskaus und forderte, die Gespräche fortzusetzen.

+++ 15.07 Uhr: Merkel unterstützt Klimaziel der EU-Kommission +++

Zum Auftakt des EU-Gipfels hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel hinter den Vorschlag gestellt, den Ausstoß der Klimagase bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu bringen. Es wäre wichtig, wenn sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bis Dezember in einer Vereinbarung gemeinsam zu diesem Ziel bekennen würden. "Deutschland wird das jedenfalls tun." Der Vorschlag der EU-Kommission für das neue 55-Prozent-Ziel ist am Donnerstag Thema beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Eine Entscheidung soll aber der EU-Gipfel im Dezember treffen. Bisher gilt als Ziel minus 40 Prozent.

+++ 15.04 Uhr: Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA deutlich gestiegen +++

Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der andauernden Corona-Krise wieder deutlich gestiegen. In der Woche bis zum 10. Oktober stellten 898.000 Menschen einen entsprechenden Antrag, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Das war der höchste Stand seit August. In der Woche davor waren es 845.000 - die Zahl wurde um 5000 nach oben korrigiert. Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarktes in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Unmittelbar vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl meist bei rund 200.000 pro Woche gelegen.

+++ 13.02 Uhr: Auf 6,5 Cent gedeckelte Ökostrom-Umlage kostet Bund nächstes Jahr 10,8 Milliarden Euro +++

Die Deckelung der EEG-Umlage wird den deutschen Staat im kommenden Jahr Milliarden kosten: Die Übertragungsnetzbetreiber bezifferten den benötigten Bundeszuschuss auf 10,8 Milliarden Euro. Andernfalls würde die EEG-Umlage 2021 um gut 40 Prozent auf 9,651 Cent pro verbrauchte Kilowattstunde Strom steigen, erklärten die Netzbetreiber. Die Bundesregierung hatte die Ökostrom-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zuletzt allerdings auf 6,5 Cent gedeckelt. Dass dieser Wert ohne den bereits in Aussicht gestellten Milliardenzuschuss des Bundes nicht realisierbar ist, führten die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW auf einen deutlichen gesunkenen Stromverbrauch und einen Preisverfall an den Strombörsen zurück - maßgeblich als Folge der Corona-Pandemie. Demnach liegt der vorläufige Nettostrombedarf in Deutschland für das laufende Jahr rund acht Prozent unter der Prognose, der Marktpreis sogar mehr als zwei Drittel. 

+++ 12.16 Uhr: Galeria Karstadt Kaufhof schließt reihenweise Warenhäuser +++

Galeria Karstadt Kaufhof macht ernst: Nach dem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens schließt der deutsche Warenhauskonzern in dieser Woche eine ganze Reihe von nicht mehr rentablen Filialen. Das Kaufhof-Warenhaus in der Hamburger Mönckebergstraße stellte schon am Mittwoch für immer den Warenverkauf ein, ebenso der Kaufhof in Essen. Weitere Filialen unter anderem in Braunschweig, Witten und Fulda sollen in den nächsten Tagen folgen. Wie viele genau, darüber wollte ein Unternehmenssprecher keine Auskunft geben. Insgesamt sieht das Sanierungskonzept des Konzerns die Schließung von gut 40 der zuletzt noch rund 170 Warenhäuser vor. Einige Häuser sollen aber noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen.

+++ 11.49 Uhr: Zyperns Parlamentspräsident nach Skandal um Reisepässe zurückgetreten +++

Der Skandal um die Vergabe von Staatsbürgerschaften im Gegenzug für Investitionen in dem EU-Land Zypern hat politische Folgen. Der zyprische Parlamentspräsident Dimitris Syllouris ist zurückgetreten. Dies berichtete der staatliche zyprische Rundfunk (RIK). Die Justiz werde nun klären, was geschehen sei, hieß es in einer Erklärung des Parlamentspräsidenten, die in der zyprischen Presse veröffentlicht wurde. Hintergrund ist ein mit versteckter Kamera aufgenommener Bericht des TV-Senders Al-Dschasira. Demnach waren hohe Funktionäre wie der Parlamentspräsident oder ein linker Abgeordneter bereit, einer Person, die in China wegen Geldwäsche zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war, die zyprische Staatsbürgerschaft zu vermitteln. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades hatte am Dienstag angekündigt, dass die Vergabe von Staatsbürgerschaften ab 1. November ausgesetzt werde. Der zyprische Pass ist begehrt, weil die Mittelmeerinsel seit 2004 Mitglied der EU ist. 

+++ 11.32 Uhr: EU setzt Sanktionen wegen Anschlag auf Kremlkritiker Nawalny in Kraft +++

Die EU hat die wegen des Giftanschlags auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny beschlossenen Sanktionen gegen Gefolgsleute des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Kraft gesetzt. Zu den Betroffenen zählen nach Angaben aus dem Amtsblatt der Europäischen Union unter anderem Inlandsgeheimdienst-Chef Alexander Bortnikow sowie der Vizechef der Präsidialverwaltung, Sergej Kirijenko. Die Sanktionen treffen damit erstmals auch hochrangige Personen  aus dem russischen Staatsapparat. 

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+++ 10.47 Uhr: Fünfjähriges Mädchen stirbt bei klinischer Studie in den USA +++

Während einer klinischen Studie zu einer neuartigen Gentherapie in den USA ist ein fünfjähriges Mädchen gestorben. Die französische Biotech-Firma Lysogene teilte mit, das Kind habe an einer Studie zum sogenannten Sanfilippo-Syndrom teilgenommen. Dabei handelt es sich um eine seltene neurologische Krankheit, die im schlimmsten Fall zu Behinderungen führen kann und bisher als unheilbar gilt.

Die Todesursache bei dem Mädchen sei "ungeklärt", betonte die Firma. "Bisher gibt es keinen Beweis, dass der Vorfall mit der Verabreichung des Mittels im Zusammenhang steht", das für die klinische Studie eingesetzt wurde.

Das Mädchen sei zum Zeitpunkt seines Todes nicht im Krankenhaus gewesen, hieß es weiter. Es war zuvor in einem der Testlabore von Lysogene in den USA behandelt worden und danach wieder nach Hause zurückgekehrt.

+++ 10.27 Uhr: Kirgisischer Präsident Dscheenbekow tritt zurück +++

Der kirgisische Präsident Sooronbai Dscheenbekow tritt zurück. Er habe entschieden, sein Amt niederzulegen, teilte Dscheenbekow in einer von seinem Büro verbreiteten Stellungnahme mit. Dscheenbekow war nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl am 4. Oktober massiv unter Druck geraten und hatte sich vergangene Woche in Folge von Unruhen in der Hauptstadt Bischkek zum Rücktritt bereit erklärt.

+++ 10.09 Uhr: Ausgaben des Bundes für Asylbewerberleistungen zurückgegangen +++

Die Aufwendungen des Bundes für Asylbewerberleistungen sind im vergangenen Jahr leicht gesunken. Knapp 385.000 Asylbewerber in Deutschland erhielten Ende 2019 Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG), sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahr 2015 waren demnach noch 975.000 Menschen leistungsberechtigt gewesen; seitdem sank die Zahl kontinuierlich.

Leistungen nach dem AsylbLG können hilfebedürftige Asylbewerber sowie geduldete und ausreisepflichtige Ausländer erhalten. Ausländer, die bereits als asylberechtigt anerkannt sind oder denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Flüchtlingseigenschaft zuerkennt, gehören nicht zum Empfängerkreis.

+++ 9.26 Uhr: Weniger Baugenehmigungen im August +++

Die Bauämter haben im August in Deutschland weniger Wohnungen genehmigt als ein Jahr zuvor. Die Zahl der genehmigten Einheiten sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent auf 31.600, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahresverlauf, also in den ersten acht Monaten, liegt die Zahl aber noch 4,6 Prozent über dem Vergleichswert aus 2019.

+++ 9.15 Uhr: Merkur-Sonde "BepiColombo": Geglücktes Rendezvous mit der Venus +++

Erfolgreiches Rendezvous im All: Auf ihrer Jahre dauernden Mission zum Merkur ist die Sonde "BepiColombo" am Morgen an der Venus vorbeigeflogen. "Es hat alles funktioniert, es war erfolgreich", sagte Simon Plum vom Esa-Satellitenkontrollzentrum (Esoc) in Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur. In der kommenden Woche würde nun eine genaue Analyse erfolgen. Kurz vor 6 Uhr flog das weit über eine Milliarde Euro teure europäisch-japanische Raumfahrzeug in gut 10.000 Kilometer Entfernung an dem Nachbarplaneten der Erde vorbei. Das Manöver wurde aus dem Kontrollzentrum in Darmstadt gesteuert.

+++ 7.05 Uhr: "Lost" ist "Jugendwort des Jahres" 2020 +++

"Lost" ist das "Jugendwort des Jahres" 2020. Mit dem Begriff wird ahnungsloses und unsicheres Verhalten beschrieben. Mit 48 Prozent der Stimmen hat es sich gegen die Finalisten "Cringe" und "Wyld/Wild" durchgesetzt, wie eine Sprecherin des Pons-Verlags in Stuttgart sagte. Jugendliche waren im Internet aufgerufen, Vorschläge einzureichen und das Wort in mehreren Abstimmungen auszuwählen. Eine Jury hatte zwischendurch aus den besten Vorschlägen zehn Wörter zusammengestellt. "Cringe", das sich nicht durchsetzen konnte, beschreibt etwas Peinliches und Unangenehmes, teils auch Fremdschämen. Jugendliche sagen "Wyld" oder "Wild", wenn sie etwas Krasses und Besonderes umschreiben. Jahrelang hatte der Langenscheidt-Verlag die Wahl in München veranstaltet. Dann wurde Langenscheidt Anfang 2019 von Pons übernommen. 2019 pausierte die Wahl des Jugendworts, die auch als umstrittene Werbeaktion gilt.

+++ 7.03 Uhr: 2019 viele tote Schweinswale an deutscher Ostseeküste +++

An der deutschen Ostseeküste sind im vergangenen Jahr mindestens 180 tote Schweinswale gefunden worden. In Schleswig-Holstein waren es 133 Tiere und in Mecklenburg-Vorpommern 47. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke hervor. "Diese toten Tiere sind die direkte Folge einer verfehlten Meerespolitik", erklärte Lemke. So gebe es weiterhin keine wirksamen Meeresschutzgebiete in Deutschland. "Es ist ein politischer Skandal, dass in diesen Schutzgebieten sogar intensiver gefischt wird als außerhalb." Der Ostsee-Schweinswal sei vom Aussterben bedroht, mahnte Lemke.

+++ 5.04 Uhr: Brandschneisen und Hoffen auf Regen: Weiter Flammen am Kilimandscharo +++

Mit einfachsten Mitteln geht an Afrikas höchstem Berg der Kampf gegen die seit vier Tagen lodernden Flammen unvermindert weiter. An der Südflanke des Kilimandscharo versuchten einige der rund 500 Helfer mit Hacken und Ästen Brandschneisen zu schlagen. Laut Tansanias Nationalpark-Behörde Tanapa sind bisher mehr als 28 Quadratkilometer Heidelandschaft abgebrannt. Tourismusminister Hamisi Kigwangalla rief bei einer Inspektion vor Ort zu verstärkten Anstrengungen auf, um den Großbrand unter Kontrolle zu bekommen.

+++ 4.22 Uhr: Thailands Regierung erklärt angesichts von Massenprotesten den Ausnahmezustand +++

In Thailand hat die mit Massenprotesten konfrontierte Regierung von Ex-Armeechef Prayut Chan-O-Chaden den Ausnahmezustand ausgerufen. Versammlungen von mehr als vier Menschen in der Hauptstadt Bangkok sowie die Veröffentlichung von Botschaften im Internet, "welche die nationale Sicherheit beeinträchtigen können", wurden damit verboten, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Am Vortag hatten erneut tausende Menschen in Bangkok gegen die Regierung demonstriert (siehe auch Meldung von 2.04 Uhr).

+++ 2.40 Uhr: US-Fahnder beschlagnahmen Rekordmenge von tausend Kilo Methamphetamin +++

US-Fahnder haben eine Rekordmenge von rund tausend Kilo Methamphetamin beschlagnahmt. Es handelt sich um die bisher größte Menge dieses synthetischen Rauschgifts, die von der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA innerhalb der Vereinigten Staaten aufgegriffen wurde, wie der kommissarische Leiter der Behörde, Timothy Shea, mitteilte. Es sprach von einem "schweren Schlag" gegen die mexikanischen Drogenkartelle.    

Das gefundene Methamphetamin hat nach Angaben der Behörde einen Straßenwert von 7,2 Millionen Dollar (rund 6,1 Millionen Euro). Es wurde Anfang Oktober zusammen mit etwa 400 Kilo Kokain und knapp sechs Kilo Heroin beschlagnahmt.

+++ 2.04 Uhr: Thailands Regierung geht mit Versammlungsverbot gegen Proteste vor +++

Die thailändischen Behörden gehen mit einem Versammlungsverbot gegen die Proteste von Regierungsgegnern vor. Versammlungen ab einer Größe von als fünf Menschen seien fortan in der Hauptstadt Bangkok verboten, teilte ein Regierungssprecher mit. Damit sollten "illegale Demonstrationen" unterbunden werden. Verboten wurde nach Angaben des Sprechers auch die "Verbreitung von Nachrichten über die elektronischen Medien, welche die nationale Sicherheit beeinträchtigen können". 

Zuletzt hatten in Bangkok erneut tausende Menschen die Regierung von Ex-Armeechef Prayut Chan-O-Cha demonstriert. Nach Angaben der Behörden waren rund 14.000 Polizisten im Einsatz. Am Dienstag waren bei den Protesten 21 Menschen festgenommen worden. Die pro-demokratische Protestbewegung fordert den Rücktritt der Regierung und eine offene Debatte über die Rolle der Monarchie in Thailand. 

+++ 1.03 Uhr: Amt: Vergangener Monat war wärmster September seit Messungsbeginn +++

Der vergangene Monat war nach Messungen der US-Klimabehörde NOAA weltweit der wärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 0,97 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 15 Grad gelegen, teilte die NOAA mit. Damit übertraf der September 2020 die gleichen Monate der Jahre 2015 und 2016, die laut NOAA bisherigen Rekordhalter, um 0,02 Grad Celsius. 

+++ 0.42 Uhr: Bidens Wahlkampfteam weist Bericht zu Ukraine-Kontakten zurück +++

Das Wahlkampfteam von Joe Biden hat einen Medienbericht zurückgewiesen, der den US-Präsidentschaftskandidaten mit Geschäften seines Sohnes Hunter in der Ukraine in Verbindung zu bringen versuchte. Die "New York Post" hatte berichtet, eine E-Mail, die auf einem Notebook in einer Reparaturwerkstatt gefunden worden sei, deute auf ein Treffen Joe Bidens mit einem Geschäftspartner seines Sohnes im Jahr 2015 hin. Ein Sprecher von Bidens Wahlkampfteam betonte in einer Stellungnahme an die Website "Politico": "Wir haben Joe Bidens offizielle Zeitpläne aus dieser Zeit geprüft - und es gab nie ein Treffen, wie es von der 'New York Post' behauptet wurde."

+++ 0.34 Uhr: Shakespeare-Erstausgabe für fast zehn Millionen Dollar versteigert +++

Eine Erstausgabe von William Shakespeares "Comedies, Histories & Tragedies" ist in New York für den Rekordpreis von fast zehn Millionen Dollar versteigert worden. Das 1623 gedruckte Werk habe 9,987 Millionen Dollar (rund 8,5 Millionen Euro) eingebracht und damit mehr als je ein literarisches Werk zuvor bei einer Versteigerung, teilte das Auktionshaus Christie's in New York mit.

+++ 0.01 Uhr: Greta Thunberg ruft EU zu größtmöglichem Einsatz für Klimaschutz auf +++

Vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg die EU-Staats- und Regierungschefs zum größtmöglichen Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel aufgefordert. "Natürlich ist nichts von dem, was vorgeschlagen oder vorangetrieben wurde, im Einklang mit der Wissenschaft, aber wir fordern sie immer noch auf, so viel wie möglich zu tun", sagte Thunberg im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.     

Thunberg erinnerte die Politiker an ihre Versprechen aus dem Klimaabkommen von Paris im Jahr 2015. Sie forderte, "jährliche und verbindliche" Klimaziele aufzustellen und nicht nur solche, die für 2030 oder 2050 gelten.

dho / wue DPA AFP

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