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News von heute: Airbus will 15.000 Stellen streichen - mehr als 5000 in Deutschland

Airbus baut weltweit massiv Stellen ab +++ Mindestlohn soll in vier Stufen bis 2022 auf 10,45 Euro steigen +++ EU beendet Corona-Einreiseverbote für 15 Drittstaaten +++ Hamburg lockert Corona-Auflagen +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder

Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder (Archivbild)

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Flugzeugbauer Airbus will weltweit 15.000 Stellen streichen (19.44 Uhr)
  • Mindestlohn soll in vier Stufen bis 2022 auf 10,45 Euro steigen (16.48 Uhr)
  • Clemens Tönnies tritt als Aufsichtsratschef von Schalke 04 zurück (15.22 Uhr)
  • Hamburg lockert seine Corona-Beschränkungen (12.43 Uhr)
  • Missbrauchskomplex in Münster: Zahl der Verdächtigen steigt (11.10 Uhr)

Die Nachrichten von heute im stern-Ticker:

+++ 21.54 Uhr: Esken fordert deutlich stärkere Anhebung des Mindestlohns +++

SPD-Chefin Saskia Esken hat die von der Mindestlohnkommission empfohlene stufenweise Anhebung des Mindestlohns als zu gering kritisiert. "Nein, das reicht bei weitem nicht", sagte Esken dem Nachrichtenportal "t-online.de". "Wir haben schon länger zwölf Euro als Ziel formuliert. Und selbst dieses Ziel ist ja eigentlich ein bewegliches, weil die Löhne steigen."

+++ 20.54 Uhr: Unionsfraktion offen für Reduzierung der Zahl der Wahlkreise auf 280 +++

 Die Unionsfraktion ist offen für eine Reduzierung der Zahl der Wahlkreise von jetzt 299 auf 280 bei der Bundestagswahl 2025 - wenn gleichzeitig sieben Überhangmandate nicht ausgeglichen werden. In mehr als dreistündiger Diskussion zeichnete sich am Dienstagabend in einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten nach Angaben von Teilnehmern zudem eine Mehrheit dafür ab, dem Koalitionspartner SPD vorzuschlagen, dieses Modell bereits für die nächste Bundestagswahl 2021 anzuwenden. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erhielten von den Abgeordneten demnach quasi ein Mandat, über diesen Vorschlag zunächst mit der SPD zu verhandeln. Brinkhaus hatte angekündigt, noch in dieser Woche rasch auf SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich zuzugehen. Dobrindt hatte zuvor einen wesentlichen Knoten in der Diskussion durchschlagen, indem er für die CSU nach jahrelanger Ablehnung die Bereitschaft signalisiert hatte, einer Reduzierung der Zahl der Wahlkreise zuzustimmen.

+++ 20.29 Uhr: Biden verzichtet wegen Corona-Pandemie auf Wahlkampfauftritte  +++

Der designierte US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden will wegen der Corona-Pandemie auf Wahlkampfauftritte vor großem Publikum verzichteten. Er werde dem Rat der Ärzte folgen und keine solchen Veranstaltungen abhalten, sagte der US-Demokrat am Dienstag vor Journalisten in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Der frühere Vizepräsident grenzt sich damit von Amtsinhaber Donald Trump ab, der nach dreimonatiger Coronavirus-Pause kürzlich trotz aller Warnungen seine Wahlkampfveranstaltungen wieder aufgenommen hatte.

+++ 19.44 Uhr: Flugzeugbauer Airbus will weltweit 15.000 Stellen streichen +++

Der Flugzeugbauer Airbus will wegen der Luftfahrt-Krise weltweit 15.000 Stellen streichen. Allein in Deutschland sollen etwa 5100 Stellen betroffen sein, teilte der Flugzeugbauer mit Schaltzentrale im französischen Toulouse am Dienstagabend mit. "Die Branche befindet sich in einer beispiellosen Krise", hieß es in einer Mitteilung. Es werde erwartet, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erholen werde und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor Corona sein werde.

In Deutschland sollen von den Streichungen auch Stellen der Airbus-Tochter Premium Aerotec mit Sitz in Augsburg betroffen sein. Außerdem will Airbus 5000 Stellen in Frankreich, 900 in Spanien, 1700 in Großbritannien und 1300 an weiteren weltweiten Standorten streichen. Die Einzelheiten dieses Plans müssten noch mit den Sozialpartnern abgestimmt werden. Betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter. 

+++ 19.19 Uhr: Experte Fauci warnt: Den USA drohen 100.000 Neuinfektionen pro Tag +++

Einer der führenden Corona-Experten der US-Regierung hat angesichts der rapiden Zunahme der Neuinfektionen im Süden des Landes vor einer dramatischen Zuspitzung der Pandemie gewarnt. Falls der Anstieg in den betroffenen Bundesstaaten nicht unter Kontrolle gebracht werden könne, seien landesweit bald bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag vorstellbar, warnte der Immunologe Anthony Fauci bei einer Anhörung im Senat. "Ich bin sehr besorgt", sagte er. "Wir bewegen uns in die falsche Richtung." Zuletzt gab es in den USA rund 40 000 Neuinfektionen pro Tag - mehr als an den meisten Tagen der Hochphase der Pandemie im April. 

Die Pandemie könne derzeit nur eingedämmt werden, wenn die Menschen in der Öffentlichkeit konsequent Masken trügen und auf ihren Sicherheitsabstand achteten, sagte Fauci, der Direktor des nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten ist.

+++ 18.37 Uhr: Behörden: Hitzerekord von 38 Grad in russischer Arktis gemessen +++

In der russischen Arktis sind im Juni Rekordtemperaturen von bis zu 38 Grad gemessen worden. "Wir hatten extrem anomales Wetter" im Juni, sagte der Leiter des russischen Wetterdienstes, Roman Wilfand, in Moskau. Diese "außergewöhnlichen" Phänomene seien auf den Klimawandel zurückzuführen. In der Folge kam es ungewöhnlich häufig zu Bränden in der russischen Tundra. Im Norden Russlands - unter anderem in der sibirischen Teilrepublik Jakutien - hatte es in den vergangenen Wochen eine regelrechte Hitzewelle gegeben. 

+++ 18.28 Uhr: EU: Geberkonferenz für Syrien-Flüchtlinge bringt 6,9 Milliarden Euro +++

Die internationale Geberkonferenz für Syrien-Flüchtlinge hat Hilfszusagen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro gebracht. Wie der für Krisenhilfe zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic mitteilte, sind davon 4,9 Milliarden Euro für das laufende Jahr und zwei Milliarden Euro für die Zeit danach vorgesehen. Internationale Finanzinstitutionen hätten zudem Kredite zu günstigen Konditionen in Höhe von sechs Milliarden Euro zugesagt.

+++ 18.20 Uhr: VW beendet Corona-Kurzarbeit in deutschen Werken +++

Volkswagen will ab Mittwoch die coronabedingte Kurzarbeit in seinen deutschen Werken vorerst beenden. Dies gelte für die Standorte in Braunschweig, Chemnitz, Emden, Hannover, Kassel, Osnabrück, Salzgitter und Wolfsburg, teilte das Unternehmen mit. In Dresden und Zwickau war bereits vor längerer Zeit die Kurzarbeit beendet worden. Durch die Öffnung der Autohäuser und die Angebote zur Verkaufsförderung habe sich die Auftragslage zuletzt positiv entwickelt, begründete der Konzern die Entscheidung.

+++ 17.43 Uhr: Chinesische Forscher warnen vor neuem Schweinegrippe-Virus +++

Wissenschaftler haben in China eine Variante des Schweinegrippe-Virus identifiziert, die das Potenzial für eine Pandemie unter Menschen entwickeln könnte. Das berichtet das Team um George Gao vom Chinesischen Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten in Peking im US-Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Variante des Influenza-Virus H1N1, das ab 2009 als sogenannte Schweinegrippe zirkulierte, komme vor allem in Schweinen vor, könne aber auch Menschen infizieren, schreibt das Team.

Die Virusvariante G4 EA H1N1 zeige alle Anzeichen als möglicher Auslöser einer Pandemie, mahnen die Wissenschaftler. Untersuchungen in Schweinebetrieben verschiedener chinesischer Provinzen hatten ergeben, dass diese Variante seit 2016 unter den Tieren vorherrscht. Zudem hatte etwa jeder zehnte von 338 untersuchten Beschäftigen in der Schweinehaltung im Blut Antikörper gegen den Erreger. Menschen könnten also grundsätzlich infiziert werden, folgert das Team.

Die Forscher haben die Sorge, dass sich das Virus besser an den Menschen anpassen und sich dann vermehrt ausbreiten könnte. Zudem biete eine Immunität gegen anderen Grippe-Erreger keinen Schutz gegen diesen Genotypen. Die Wissenschaftler empfehlen daher dringend, seine Verbreitung bei Schweinen und Menschen engmaschig zu kontrollieren.

+++ 16.50 Uhr: Branchenverband: Airlines verdoppeln Angebot ab deutschen Flughäfen im Juli +++

Die Fluggesellschaften planen nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) im Juli nochmals eine deutliche Ausweitung ihres Reiseangebots ab den deutschen Flughäfen. Während die deutschen und internationalen Airlines im Juni rund 30 Prozent ihres ursprünglichen Streckennetzes wieder bedienten, werden es im Juli 60 Prozent sein, wie der BDL mitteilte. Die Passagiere können demnach von deutschen Flughäfen im Juli wieder 239 Ziele in 69 Ländern mit dem Flugzeug erreichen.

+++ 16.48 Uhr: Mindestlohn soll in vier Stufen bis 2022 auf 10,45 Euro steigen +++

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll bis 2022 auf 10,45 Euro steigen. Das beschloss die Mindestlohnkommission nach eigenen Angaben einstimmig.  Konkret soll der Mindestlohn laut der Empfehlung zunächst zum 1. Januar 2021 auf 9,50 Euro steigen. Zum 1. Juli 2021 soll eine zweite Anhebung auf 9,60 Euro folgen, zum 1. Januar 2022 eine dritte auf 9,82 Euro. Die vierte Stufe sieht zum 1. Juli 2022 eine Anhebung auf 10,45 Euro vor.

Der gesetzliche Mindestlohn war zum 1. Januar 2015 mit einem Betrag von 8,50 Euro brutto pro Stunde eingeführt worden. Zuletzt hatte es eine Anhebung in zwei Stufen gegeben: auf 9,19 Euro zum 1. Januar 2019 und auf die jetzigen 9,35 Euro zum 1. Januar 2020.

Grundsätzlich orientiert sich die unabhängige Kommission aus Vertretern von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Wissenschaft an der zurückliegenden Entwicklung der Tariflöhne.

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+++ 16.38 Uhr: Corona-Tests für alle Mitarbeiter bei Tönnies-Weißenfels angeordnet +++

Die Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sollen auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis angeordnet, wie die Verwaltung mitteilte. Hintergrund sei eine nicht zweifelsfrei geklärte Infektionskette. "Ein Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachtbetriebes kann somit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden", teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) mit. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Eigenen Angaben zufolge sind am Standort in Weißenfels rund 2200 Mitarbeiter beschäftigt.

+++ 16.36 Uhr: Aus Wut die eigenen Eltern getötet - 39-jähriger gesteht in Rostock +++

Aus Wut hat ein 39-Jähriger nach eigenem Geständnis vor Gericht am Silvestermorgen 2019 in Rostock seine Eltern umgebracht. Diese Gefühle gegen seine Eltern habe er schon häufiger in seinem Leben verspürt, sagte der arbeitslose Fleischer im Landgericht Rostock. Seine Mutter habe ihn häufig erniedrigt, sein Vater oft geschlagen. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte mit einem Hammer auf seinen schlafenden Vater eingeschlagen und dann 21 Mal auf den älteren Mann eingestochen haben. Danach habe er seine Mutter mit 41 Stichen getötet. Die Opfer waren 62 und 61 Jahre alt.

+++ 16.21 Uhr: Auszahlung der Grundrente noch nicht zu Jahresanfang +++

Ältere Menschen können noch nicht zum Jahresanfang 2021 mit einer Aufstockung ihrer Bezüge durch die Grundrente rechnen. Für die Union sei eine Bedarfsprüfung die entscheidende Bedingung bei der Grundrente, sagte der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU) vor einer Sitzung der Abgeordneten von CDU/CSU in Berlin. Diese Prüfung einer Berechtigung bis Januar sei allerdings nicht möglich - "und deswegen ist es auch so, dass die Auszahlung zum ersten Januar nicht erfolgen kann", sagte Brinkhaus. Da der Zuschuss aber rückwirkend ausgezahlt werde, "hat da auch niemand einen Schaden von", sagte Brinkhaus. Das Gesetz zur Grundrente soll zum 1. Januar 2021 starten. Damit sollen die Renten von rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Bezügen aufgebessert werden.

+++ 16.17 Uhr: Tausende protestieren gegen Finanznot an Frankreichs Kliniken +++

Das französische Gesundheitspersonal ist erneut gegen die Finanznot an öffentlichen Krankenhäusern auf die Straße gegangen. In Paris zogen tausende Menschen zum Gesundheitsministerium, wie ein AFP-Reporter berichtete. Sie fordern nach der Corona-Krise eine höhere Bezahlung und mehr Geld für die Patienten-Versorgung. Nach der letzten Kundgebung am 16. Juni war es in Paris zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften gekommen. Die Regierung hat seitdem Lohnanpassungen von 6,3 Milliarden Euro für die Mitarbeiter der Gesundheitsdienste vorgeschlagen. Den Gewerkschaften reicht dies jedoch nicht aus.

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+++ 16.13 Uhr: Ende der Kurzarbeit bei VW zum 1. Juli +++

Rund drei Monate nach dem Beginn der starken Corona-Einschränkungen in der Produktion hat die Kurzarbeit in den deutschen Volkswagen-Werken ein Ende. Ab dem 1. Juli sollen die Schichtpläne wieder vollständig besetzt werden, wie das Unternehmen mitteilte. An einigen Standorten und in manchen Bereichen waren die Beschäftigten schon seit längerem zurück im Einsatz. Es geht dabei um den Stammsitz Wolfsburg sowie die Werke Braunschweig, Chemnitz, Emden, Hannover, Kassel, Osnabrück und Salzgitter. In Dresden und Zwickau wurde bereits wieder voll gearbeitet.

+++ 16.05 Uhr: EU beendet Corona-Einreiseverbote für 15 Drittstaaten +++

Die EU-Staaten haben sich auf eine Aufhebung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote für 15 Drittstaaten vom 1. Juli an verständigt. Wie der EU-Rat mitteilte, beinhaltet eine entsprechende Empfehlung bei China allerdings als zusätzliche Bedingung, dass das Land seinen Einreisestopp für EU-Bürger beendet. Bestehen blieben die Einreiseverbote für Staaten mit weiter hohen Infektionszahlen wie die USA, Brasilien und Russland. Auf Basis des Beschlusses können die EU-Staaten nun beginnen, die Beschränkungen für folgende 15 Länder zu beenden: Algerien, Australien, China, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay.

+++ 15.42 Uhr: Trump schriftlich über Kopfgeld-Vorwürfe gegen Moskau unterrichtet +++

In der Affäre um ein mögliches russisches Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan hat die "New York Times" bekräftigt, dass Präsident Donald Trump über die Vorwürfe gegen Moskau unterrichtet worden sei. Die Geheimdienstinformationen seien Ende Februar in einem täglichen schriftlichen Bericht für Trump enthalten gewesen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter. Der Nachrichtensender CNN berichtete, das Dokument sei "im Frühling" angefertigt worden. Die US-Regierung und die Geheimdienste haben vehement bestritten, dass Trump über die Kopfgeld-Vorwürfe gegen Russland unterrichtet wurde. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte, weil es bei der Einschätzung der Geheimdienstinformationen "widersprüchliche Meinungen" innerhalb der Nachrichtendienste gegeben habe, sei Trump zunächst nicht informiert worden.

+++ 15.35 Uhr: Regierung sieht im Iran keine zweite Corona-Infektionswelle +++

Trotz zuletzt steigender Fallzahlen will die Regierung in Teheran nicht von einer zweiten Welle der Corona-Pandemie im Iran sprechen. "Aktuell erreicht das Coronavirus einen Höchststand in den Grenzregionen und Städten, in denen es in den ersten Monaten nicht aufgetreten ist", sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Sima Sadat Lari, der Nachrichtenagentur Irna. Es handele sich somit nicht um eine zweite Welle. Das Ministerium registrierte am Dienstag 147 Corona-Tote binnen 24 Stunden, am Montag war mit 162 Corona-Toten ein neuer Tagesrekord erreicht worden. Insgesamt starben im Iran 10.817 Infizierte.

+++ 15.54 Uhr: Schalke 04 bestätigt Rücktritt von Clemens Tönnies +++

Der Fleischproduzent Clemens Tönnies tritt von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurück. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Verein auf seiner Website.

+++ 15.45 Uhr: Weißes Pulver in Rathaus-Briefkasten in Lörrach löst Großeinsatz aus

Ein zunächst unbekannten Pulver in der Post hat im Rathaus Lörrach in Baden-Württemberg einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Nach ersten Untersuchungen handelte es sich um Kalziumkarbonat, wie die Polizei mitteilte. Es war offenbar lose in den Briefkasten des Rathauses gestreut worden. Das Pulver verursachte bei drei Mitarbeitern in der Poststelle Augen- und Atemwegsreizungen. Daraufhin wurden Teile des Rathauses evakuiert und die betroffenen Mitarbeiter zur Vorsorge ins Krankenhaus gebracht. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 70 Einsatzkräften und 20 Fahrzeugen im Einsatz, zudem wurde von der Werksfeuerwehr der Pharmafirma Roche aus dem nahegelegenen Basel ein Spezialmessgerät eingesetzt. Kalziumkarbonat wird als Dünger oder Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt und gilt als ungefährlich.

+++ 15.40 Uhr: Clemens Tönnies tritt als Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04 zurück +++

Der Fleischproduzent Clemens Tönnies tritt laut "Bild" und WDR von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurück. Der 64-jährige Tönnies steht unter Druck, nachdem in seinem Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück zahlreiche Corona-Infektionen festgestellt worden waren - auch die Fanszene des Vereins hatte verstärkt gegen den Fleischproduzenten mobil gemacht und seinen Rücktritt gefordert. Im August vergangenen Jahres hatte er mit einer rassistischen Äußerung über Afrikaner für Empörung gesorgt.

Menschenkette: "Der ist so nicht tragbar": Schalke-Fans protestieren gegen Clemens Tönnies

+++ 15.33 Uhr: Kramp-Karrenbauer will Elitetruppe KSK zum Teil auflösen +++

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will die Elitetruppe KSK nach rechtsextremistischen Vorfällen zum Teil auflösen. Die zweite Kompanie, in denen die Vorfälle stattfanden, werde ersatzlos aufgelöst, sagte die Ministerin der "Süddeutschen Zeitung". Das Kommando Spezialkräfte habe sich "in Teilen verselbstständigt, auch weil es eine toxische Führungskultur einzelner gab - daraus folgt, dass das KSK nicht in seiner jetzigen Verfassung bestehen bleiben kann", sagte sie der Zeitung.

+++ 15.09 Uhr: Medienkonsum in der Corona-Krise in Deutschland deutlich gestiegen +++

Die Mediennutzung in Deutschland ist in der Corona-Krise einer Umfrage für den Bundesverband der Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) zufolge "stark gestiegen". 65 Prozent oder zwei Drittel der Menschen über 16 Jahren informierten sich dabei mindestens einmal täglich über Nachrichten von landesweiter Bedeutung, teilte der BDZV mit. Eine "vertrauenswürdige Quelle" sei den Menschen beim Konsum von Nachrichten am wichtigsten, erklärte der Branchenverband weiter.

+++ 15.03 Uhr: Mitglied der iranischen Exilopposition zum Tode verurteilt +++

Der iranische Oppositionelle Ruhollah Sam ist zum Tode verurteilt worden. Sam, der lange in Frankreich gelebt hatte, sei wegen "Verdorbenheit auf Erden" schuldig gesprochen worden, sagte ein Justizsprecher in Teheran. Gegen das Urteil könne am Obersten Gerichtshof Berufung eingelegt werden. "Verdorbenheit auf Erden" ist eines der schwerwiegendsten Verbrechen im iranischen Recht. Sam wurde beschuldigt, "vom französischen Geheimdienst geführt und von Amerika und dem israelischen Regime unterstützt zu werden". Der Oppositionelle hatte den Kanal "Amadnews" in dem verschlüsselten Nachrichtendienst Telegram betrieben.

+++ 15.02 Uhr: Neue Fischsaurier-Art entdeckt - Forscher verglichen Fossilien +++

Zwei Forscherinnen haben durch den Vergleich bereits bekannter Fossilien aus England und Baden-Württemberg eine neue Fischsaurier-Art bestimmt. Nach Angaben der Paläontologin Erin Maxwell vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart stammt das Fossil der neuen Art Hauffiopteryx altera aus den 182 Millionen Jahre alten und fossilienreichen Posidonienschiefern in Südwestdeutschland. Beide Paläontologinnen schätzen, dass die neu bestimmte Saurier-Art ungefähr so groß war wie ein erwachsener Mensch.

+++ 14.59 Uhr: Koalas könnten in einem Teil Australiens bis 2050 ausgestorben sein +++

Im australischen Bundesstaat New South Wales könnte es einer Studie zufolge schon in 30 Jahren keine Koalas mehr geben. Das Aussterben der Beuteltiere bis zum Jahr 2050 könne nur durch eine "dringende Intervention der Regierung" verhindert werden, teilte ein Parlamentsausschuss des Bundesstaats als Ergebnis einer Untersuchung mit. Durch die Buschfeuer zu Beginn des Jahres sind nach Expertenmeinungen mindestens 5000 Koalas allein in dem Bundesstaat ums Leben gekommen, heißt es in der Studie. Außerdem seien über 5,5 Millionen Hektar Land verbrannt, in etwa die Fläche Kroatiens. Das sei ein Viertel des Lebensraumes der Koalas auf öffentlichem Gebiet. Koalas galten in New South Wales schon vor den Buschfeuern als gefährdet.

+++ 14.56 Uhr: LKA eingeschaltet nach Angriff auf Kretschmanns Facebook-Seite +++

Nach den massenhaften Drohungen und Beleidigungen auf der Facebook-Seite von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet worden. Neben "übelster sexistischer Anmache" hätten Beiträge auch strafrechtlich relevante Tatbestände enthalten, sagte Kretschmann. Ein Beitrag habe etwa mit "Sieg Heil" geendet. Nach Angaben eines Regierungssprechers versucht das LKA, den Urheber des Posts zu finden und ihn strafrechtlich zu belangen. Kretschmann vermutete, dass seine Facebook-Seite Opfer eines gezielten Angriffs wurde.

1. Juli 2020: Diese Dinge ändern sich

+++ 14.52 Uhr: Erdogan lässt von Davutoglu unterstützte Universität schließen +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Schließung einer von Ex-Ministerpräsident Ahmet Davutoglu unterstützten Privat-Universität in Istanbul angeordnet. Der Sehir-Universität wurde "die Erlaubnis zur Durchführung jeglicher Aktivitäten entzogen", hieß es in einem Dekret. Davutoglu gilt als Rivale Erdogans, nachdem dieser im September aus der Regierungspartei ausgetreten war und im Dezember seine eigene "Zukunftspartei" gegründet hatte, sie galt als beliebt bei der modernen, konservativen Elite.

+++ 14.47 Uhr: Lichter im Amsterdamer Rotlichtviertel gehen wieder an +++

Im Amsterdamer Rotlichtviertel gehen die Lichter wieder an. Ab Mittwoch dürfen nach einem Beschluss der Regierung alle Sexarbeiter im Land wieder uneingeschränkt ihrem Gewerbe nachgehen. Die Interessenvereinigung der Sexarbeiter in Amsterdam zeigte sich erleichtert. "Es wird Zeit, dass wieder Leute kommen. Unser Geld ist alle", sagte Felicia Anna, die Vorsitzende von Red Light United der Nachrichtenagentur ANP. Der sonst verpflichtende 1,5-Meter-Abstand gilt im Sexgewerbe nicht. Auch Handschuhe oder Masken sind nicht Pflicht. Freier müssen ihre Hände waschen und desinfizieren.

+++ 14.34 Uhr: Datenschützer verhängen Millionen-Strafe gegen AOK +++

Wegen Verstoßes gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat der Landesdatenschutzbeauftragte gegen die AOK Baden-Württemberg ein Bußgeld in Höhe von 1,2 Millionen Euro verhängt. Die Krankenkasse habe in den Jahren 2015 bis 2019 Gewinnspiele veranstaltet und dabei personenbezogene Daten der Teilnehmer gesammelt, darunter deren Kontaktdaten und Krankenkassenzugehörigkeit, teilte der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Stuttgart mit.

Zuvor hatte die AOK eigentlich zugesagt, die Daten der Gewinnspielteilnehmer nur zu Werbezwecken zu nutzen, wenn die Teilnehmer eingewilligt hatten. Dies wurde aber nicht beachtet. Das Millionen-Bußgeld ist die bislang höchste Strafe, die im Südwesten je wegen eines Fehlers beim Datenschutz verhängt worden ist.

+++ 14.12 Uhr: UN: Fast 8700 Tote im Drogenkrieg auf den Philippinen +++

Im seit 2016 von der Regierung in Manila ausgerufenen Krieg gegen die Drogendealer sind nach UN-Angaben auf den Philippinen bisher fast 8700 Menschen getötet worden. Es herrsche nahezu komplette Straffreiheit für die Tötung von Drogenverdächtigen durch die Polizei, kritisierte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, am Dienstag in Genf. Der Staat sei offenkundig nicht gewillt, die Straftäter zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Regierung in Manila hat nach eigenen Angaben unterdessen mehr als 5000 Todesfälle in diesem Zusammenhang einer Überprüfung unterzogen. Ein entsprechender Bericht solle Ende November vorliegen, sagte ein per Video zugeschalteter Vertreter des philippinischen Justizministeriums. Die von der Polizei unabhängige Bewertung werde auch Aussagen betroffener Familien einbeziehen. "Sie wird das Netz bestehender Mechanismen straffen, um Fälle von Straflosigkeit zu verhindern."

+++ 14.05 Uhr: SPD-Fraktion gesprächsbereit wegen Bundestags-Verkleinerung +++

Die SPD-Fraktion hat sich offen für neue Gespräche über eine Reform für einen kleineren Bundestag gezeigt. "Wir stehen jede Stunde, jeden Tag zur Verfügung, uns in dieser Woche, aber auch in der nächsten Zeit noch mit weiteren Reformvorschlägen zu befassen", sagte Fraktionschef Rolf Mützenich vor einer Fraktionssitzung im Bundestag. Bis September müsse der Bundestag über eine Reform des Wahlrechts entscheiden.

Über eine Verkleinerung des Bundestags streiten die Parteien bereits seit Jahren. Die Union will am Dienstag drei Modelle dazu debattieren. Es seien "interessante Vorschläge" gemacht worden, sagte Mützenich.

+++ 14.02 Uhr:  Zahl der Kurzarbeiter sinkt +++

Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland könnte mit dem zunehmenden Lockerungen in der Corona-Krise langsam zurückgehen. Das Münchner Ifo-Institut sieht für den Juni nur noch 6,7 Millionen Kurzarbeiter in Deutschland, nach 7,3 Millionen im Mai. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg, Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, operiert mit niedrigeren Zahlen: Demnach waren im Mai 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und damit gut 6 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Der Rückgang ist recht zögerlich, und in einigen Branchen nimmt die Kurzarbeit sogar noch zu", sagt Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Nach der Ifo-Schätzung erhöhte sich die Zahl der Kurzarbeiter in der Industrie von 2,2 Millionen auf 2,3 Millionen Menschen und damit von 31 auf 33 Prozent der Beschäftigten in den Industriebetrieben.

+++ 13.42 Uhr: Bayern will 30.000 Corona-Tests pro Tag durchführen +++

Ungeachtet vieler kritischer Stimmen hat die bayerische Staatsregierung kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute "schneller, kostenlos und für jedermann", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Er kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte Söder.

Kritik an der bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. Die Kosten könnten kein Argument sein. Man dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit der Bürger sparen. "Testen ist auch Vorbeugung", betonte er.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier

+++ 13.20 Uhr: Großeinsatz der Pariser Polizei wegen eines angeblich bewaffneten Mannes +++

Ein Großeinsatz der Polizei hat am Morgen im Geschäftsviertel La Défense westlich von Paris für Unruhe gesorgt. Aus Polizeikreisen hieß es, dass dort ein bewaffneter Mann gesehen worden sei. Die Polizei überprüfte dies, konnte jedoch keine verdächtige Person ausfindig machen, wie sie am Mittag bekanntgab.

Ein Einkaufszentrum und der Bahnhof des Geschäftsviertels wurden geräumt, Züge hielten dort nicht mehr. Auf Fernsehbildern war ein großes Polizeiaufgebot zu sehen, auch Soldaten waren vor Ort. Die Menschen mussten beim Verlassen der Örtlichkeiten die Hände heben und wurden von den Einsatzkräften kontrolliert.

+++ 13.04 Uhr: Bayern bleibt bei den bisherigen Corona-Maßnahmen +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erteilt neuen Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Bayern eine Absage. Zum Beginn seiner Pressekonferenz mahnt er allerdings weiterhin zu Vorsicht. Die Herausforderung bleibe konstant da. Er warnt vor einer zweiten Welle. "Wir bleiben vorsichtig." Daher will er in Bayern erst einmal abwarten, welche Folgen die Lockerungen in anderen Bundesländern haben, bevor Bayern weitere Lockerungen beschließt. Lediglich der Kulturbereich werde Gottesdiensten gleichgestellt. Wer in einem Konzertsaal ausreichend Abstand hält, muss keine Maske mehr tragen.

Gleichzeitig verteidigt Söder die Ausweitung von Corona-Tests in Bayern. Er will schneller und für die Bürger kostenlos Corona-Tests durchführen zu lassen. "Angesichts der Tatsache, dass wir mit einer zweiten Welle erwarten, ist das auch ein wichtiges Frühwarnsystem", sagt Söder. 

+++ 12.50 Uhr: Mieten-Aufschub in Coronakrise wird nicht verlängert +++

Die in der Großen Koalition umstrittene Verlängerung des Mieten-Aufschubs in der Coronakrise ist vom Tisch. "Die Bundesregierung plant nicht, die Regelungen zum Schutz der Mieterinnen und Mieter zu verlängern", sagte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Damit läuft das Moratorium für Mietzahlungen an diesem Dienstag nach drei Monaten aus. Die SPD hatte sich für eine Verlängerung ausgesprochen.

+++ 12.43 Uhr: Hamburg lockert seine Corona-Beschränkungen +++

Vor dem Hintergrund eines moderaten Infektionsgeschehens lockert der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg weitere Coronavirus-Beschränkungen. So sind unter bestimmten Umständen wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Besuchern möglich, auch dürfen sich nunmehr wieder bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit treffen, die aus einer beliebigen Anzahl von Haushalten kommen. Bei Treffen im privaten Rahmen sind bis zu 25 Teilnehmer erlaubt. Einrichtungen wie Schwimmbäder oder Theater dürfen wieder öffnen, müssen aber Schutzvorkehrungen treffen und gegebenenfalls die Besucherzahl begrenzen. Grundsätzlich gilt nach Angaben von Bürgermeister Peter Tschentscher weiterhin die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Details hat der Senat auf seiner Homepage bekanntgegeben.

+++ 12.10 Uhr: Koalition legt Streit um Grundrente bei - Verabschiedung diese Woche +++

Die Große Koalition hat ihren langen Streit um die Finanzierung der Grundrente beigelegt und will das Gesetz noch diese Woche im Bundestag verabschieden lassen. Die Union werde der Vorlage zustimmen, auch wenn die für die Finanzierung eingeplante Finanztransaktionssteuer noch nicht umgesetzt ist, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in Berlin. Die Gelder sollen nun aus dem Bundeshaushalt kommen. 

+++ 11.52 Uhr: Im Rhein Ertrunkene konnten nicht schwimmen +++

Nachdem am Samstagabend eine Mutter und ihr Sohn im Rhein ertrunken sind, gehen die Ermittler davon aus, dass beide Nichtschwimmer waren. Das teilte ein Polizeisprecher in Darmstadt mit. Ersten Erkenntnissen zufolge war die Familie nicht zum Baden an den Rhein gekommen, sondern wollte sich im hessischen Trebur am Ufer aufhalten. Der fünfjährige Sohn sei ein Stück ins Wasser gegangen und dabei in einen Sog geraten. Die Mutter und die 13-jährige Tochter hätten versucht, den Jungen zu retten. Die Gefahren darf man nicht unterschätzen am Rhein", sagte der Polizeisprecher.

+++ 11.10 Uhr: Missbrauch in Münster: nach Durchsuchungen nun 21 Verdächtige +++

Im Missbrauchskomplex Münster sind am Dienstag 180 Beamte zu Durchsuchungen in vier Bundesländern ausgerückt. Es seien drei weitere Verdächtige dem Haftrichter vorgeführt und drei weitere identifiziert worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in einer Sondersitzung mehrerer Landtagsausschüsse zu dem Komplex. Die konzertierte Aktion habe in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein stattgefunden.

Insgesamt gebe es in dem Komplex nun 21 Verdächtige, von denen 10 in Haft seien. "Weitere Kinder wurden damit aus der tagtäglichen Hölle befreit", sagte Reul.

Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war Anfang Juni bekannt geworden. Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige war wegen Besitzes von Kinderpornografie zweifach vorbestraft.

+++ 10.40 Uhr: Drei Tote in der Schweiz: Obduktionsergebnis bestätigt Theorie der Ermittler +++

Das Verbrechen in der Schweiz mit drei Toten ist weitgehend aufgeklärt. Laut Obduktionsbericht hat der 38-jährige Vater seine beiden kleinen Kinder getötet. Anschließend habe er sich selbst das Leben genommen, teilte die Polizei mit.

Während die beiden Kinder keine äußeren Verletzungen aufwiesen, sei der Vater an den Folgen von Stichverletzungen gestorben. Die genaue Todesursache des vier Jahre alten Jungen und seiner siebenjährigen Schwester sei noch nicht restlos geklärt. Es könne ausgeschlossen werden, dass weitere Personen involviert gewesen seien, so die Polizei. Die Tat habe sich zwischen Samstagabend und Sonntagmittag ereignet. Die genauen Umstände seien Gegenstand weiterer Ermittlungen.

+++ 10.17 Uhr: Missbrauchsbeauftragter fordert entschiedenes Durchgreifen +++

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert die Bundesländer zu entschiedenem Durchgreifen bei Kindesmissbrauch auf. "Jede Landesregierung sollte sich selbst ins Stammbuch schreiben, wenn sie nicht das Maximale tut, um diese abscheulichen Verbrechen zu verhindern, dann setzt sie sich im Ergebnis der Duldung dieser scheußlichen Verbrechen aus", sagte er am Dienstag im Bayerischen Rundfunk ("Bayern 2, radioWelt am Morgen"). Auf der Prioritätenliste müsse das Thema nach ganz oben. Das ist eine nationale Daueraufgabe."

In dem sogenannten Missbrauchskomplex "Bergisch Gladbach" stießen Ermittler zuletzt auf Spuren, die zu potenziell mehr als 30 000 Verdächtigen führen könnten. Bisher waren landesweit 72 Verdächtige identifiziert worden. Zehn waren zuletzt in U-Haft. Sieben Anklagen gegen acht Personen sind bereits erhoben worden. Der Fall war im Oktober 2019 mit der ersten Durchsuchung bei einem der Hauptverdächtigen in Bergisch Gladbach bei Köln ins Rollen gekommen.

+++ 9.57 Uhr: BGH: Deutsche Bank muss Gebühren für Basiskonten senken +++

Der Bundesgerichtshof (BGH) schützt Nutzer eines sogenannten Basiskontos für einkommensschwache Menschen vor überhöhten Gebühren. Laut Gesetz müssen die Kosten angemessen sein. Die Banken dürfen deshalb ihren Mehraufwand für die Kontoführung nicht allein auf die Inhaber der Basiskonten umlegen, wie die Karlsruher Richter nach einer Klage der Verbraucherzentralen gegen die Deutsche Bank entschieden. Eine konkrete Obergrenze nannten sie nicht. Die Deutsche Bank darf ihr Basiskonto aber ab sofort nicht mehr wie bisher für 8,99 Euro im Monat anbieten. Das Urteil gilt auch für bereits laufende Verträge. (Az. XI ZR 119/19)

Das Basiskonto wurde 2016 eingeführt, um Menschen mit wenig Geld grundlegende Bankgeschäfte zu ermöglichen. So sollen zum Beispiel auch Obdachlose oder Geflüchtete ein Girokonto haben können. Die Banken sind grundsätzlich verpflichtet, auf Antrag das Konto ohne vorherige Prüfung einzurichten. Kostenlos muss es aber nicht sein.

+++ 9.48 Uhr: BGH hält Polizeiaktion in Abgeordnetenbüro für verfassungswidrig +++

Das Eindringen von Polizisten in das Büro des Linken-Bundestagsabgeordneten Michel Brandt im September 2018 war verfassungswidrig. Das entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit einem nunv eröffentlichten Beschluss vom 9. Juni. Der Präsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Schäuble CDU), habe den Abgeordneten in seinem Recht aus Artikel 38 des Grundgesetzes verletzt. (2 BvE 2/19)

An Brandts Bürofenstern hingen während eines Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan DIN A4 große Ausdrucke einer Kurdistan-Flagge sowie eines Wimpels der kurdischen Verteidigungseinheiten YPG. Brandt war nicht im Büro, Polizisten gelangten mit einem Zentralschlüssel hinein und entfernten die Ausdrucke. Die Bundestagsverwaltung rechtfertigte das Eindringen auch damit, dass sich Erdogan-Anhänger durch die Plakate provozieren und zu Aktionen gegen den Bundestag hätten hinreißen lassen können.

+++ 9.17 Uhr: Belgiens König bedauert grausame Kolonialzeit +++

Belgiens König Philippe hat sein tiefstes Bedauern für Gewalt, Grausamkeiten und Erniedrigung während der belgischen Kolonialherrschaft im Kongo ausgedrückt. Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Brief des Monarchen an den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, hervor. Anlass ist der 60. Jahrestag der Unabhängigkeit des afrikanischen Landes. Philippe wendet sich auch gegen heutigen Rassismus in seinem Land.

Der belgische König Leopold II. hatte Teile der heutigen Demokratischen Republik Kongo - den sogenannten Freistaat Kongo - von 1885 bis 1908 als Privatvermögen beherrscht und gnadenlos ausgebeutet. Acht bis zehn Millionen Kongolesen sollen nach Schätzungen von Historikern unter seiner Herrschaft ums Leben gekommen sein - knapp die Hälfte der damaligen Bevölkerung. Anschließend war das Gebiet bis 1960 belgische Kolonie.

+++ 9.15 Uhr: Indien verbietet TikTok und andere Apps aus China +++

Indien hat das soziale Netzwerk TikTok und 58 weitere chinesische Apps verboten. Als Grund wurden Sicherheitsbedenken genannt. Das indische Informationstechnologieministerium habe mehrere Berichte erhalten, wonach Nutzerdaten von einigen dieser Apps missbraucht und auf Server außerhalb des Landes übertragen würden, hieß es in einer Mitteilung. Inzwischen sind TikTok und die betroffenen Apps nicht mehr im Google Play Store and Apple App Store in Indien zu finden.

Die Zusammenstellung dieser Daten, deren gezielte Auswertung und das Profiling durch Elemente, die der nationalen Sicherheit und Verteidigung Indiens feindlich gesinnt sind - was letztlich die Souveränität und Integrität Indiens betrifft - ist eine sehr tief gehende Angelegenheit und eine dringende Sorge, welche Notfallmaßnahmen erfordert", hieß es.

+++ 8.22 Uhr: Duda holt 43,5 Prozent bei Präsidentenwahl in Polen +++

Bei der Präsidentenwahl in Polen am vergangenen Sonntag hat der nationalkonservative Amtsinhaber Andrzej Duda laut amtlichem Endergebnis 43,5 Prozent der Stimmen bekommen. Für seinen Herausforderer von der liberalkonservativen Bürgerkoalition, Warschaus Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski, stimmten rund 30,5 Prozent, wie die Wahlkommission am Dienstag in Warschau mitteilte. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erzielte, müssen Duda und Trzaskowski am 12. Juli zu einer Stichwahl antreten.

Im ersten Wahlgang lag die Beteiligung trotz Corona-Pandemie bei 64,5 Prozent. Dies sei einer der höchsten Werte bei Wahlen in den vergangenen Jahren, sagte der Vorsitzende der Kommission.

+++ 8.10 Uhr: 7 Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh nicht mehr dreistellig +++

Im Kreis Gütersloh ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage erneut deutlich zurückgegangen. Nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die sogenannte Sieben Tage-Inzidenz nunmehr 86,0.

Damit ist der Wert erstmals seit den hohen Zahlen durch den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück nicht mehr dreistellig. Er liegt aber noch weiter deutlich über dem Grenzwert von 50, der bundesweit in der Diskussion um zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eine Rolle spielt.

Die Sieben Tage-Inzidenz lag am Dienstag vergangener Woche im Kreis Gütersloh bei 270,2. Nach 164,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Samstag, 132,9 am Sonntag und 112,6 am Montag setzt sich der Abwärtstrend anhaltend fort.

+++ 7.35 Uhr: Haiti öffnet trotz Coronakrise die Grenzen +++

Haiti öffnet mitten in der Corona-Krise seine Grenzen wieder. Das gelte bereits ab Dienstag für die Landgrenze zur Dominikanischen Republik wie auch für die Flughäfen, teilte Präsident Jovenel Moïse am Montag (Ortszeit) in einer Ansprache mit. Ab 6. Juli könnten außerdem Fabriken den vollen Betrieb wieder aufnehmen, sagte der Staatschef des Karibikstaates. Für andere Institutionen wie Schulen, Universitäten und Kirchen werde noch an einer Lösung gearbeitet. Diese sind seit dem 19 März geschlossen.

Vor rund drei Wochen warnte die Organisation Ärzte ohne Grenzen vor einer besorgniserregend schnellen Ausbreitung des Coronavirus in Haiti. Auch das dortige UN-Büro teilte vor kurzem mit, das ohnehin überstrapazierte Gesundheitssystem des ärmsten Landes der westlichen Hemisphäre werde durch die Pandemie besonders schwer beansprucht. Auch das soziale Sicherungsnetz sei bereits durch eine seit 18 Monaten andauernde politische, wirtschaftliche, soziale und institutionelle Krise sehr schwach. Die humanitäre Situation könne zur Auswanderung vieler Menschen führen.

+++ 6.36 Uhr: Bacon-Triptychon erzielt bei Auktion 85 Millionen US-Dollar +++

Ein Triptychon des britisch-irischen Künstlers Francis Bacon (1909-1992) hat bei einer Online-Auktion rund 85 Millionen Dollar (etwa 75 Millionen Euro) eingebracht. Zwei Bieter - einer online und einer per Telefon - hätten sich einen zehnminütigen Wettstreit geliefert, teilte das Auktionshaus Sotheby's in der Nacht zum Dienstag mit. Schließlich bekam der Telefonbieter, der zunächst anonym blieb, für rund 84,6 Millionen Dollar den Zuschlag. Das Auktionshaus war zuvor nur von einem Preis von etwa 60 Millionen Dollar ausgegangen.

Das auf den Tragödien von Aischylos, einem griechischen Dichter der Antike, basierende Bacon-Werk aus dem Jahr 1981 hatte 1984 der norwegische Sammler Hans Rasmus Astrup gekauft und seitdem in seinem Museum beheimatet. Es gehört zu den 28 Werken dieser Art, die Bacon zwischen 1962 und 1991 erstellte.

+++ 5.49 Uhr: Frauenanteil in Top-Positionen steigt nur leicht +++

Der Frauenanteil in den Führungsgremien großer deutscher Unternehmen ist leicht gestiegen. Nach einer aktuellen Auswertung der Organisation "Frauen in die Aufsichtsräte" (Fidar) planen viele Firmen aber weiter mit "frauenfreien" Vorständen. Demnach war Ende April fast jeder dritte Aufsichtsratsposten in den 188 größten börsennotierten deutschen Unternehmen mit einer Frau besetzt. In den Vorständen dominierten die Männer mit fast 90 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Frauenanteil in beiden Kategorien nur um maximal 1,5 Prozentpunkte zu.

Zugleich planen 75 Konzerne weiter auch perspektivisch mit Führungsetagen ganz ohne Frauen. Frauenministerin Franziska Giffey SPD) drohte mit spürbaren Sanktionen. Sie plädiert für eine Frauenquote auch für Vorstände mit vier oder mehr Mitgliedern, eine Verständigung mit der Union steht allerdings noch aus.

+++ 4.49 Uhr: Renten-Nullrunde laut SPD-Rentenexpertin noch nicht sicher +++

Die befürchtete Nullrunde für Rentner im Westen im kommenden Jahr ist nach Angaben der SPD-Rentenexpertin Kerstin Tack noch nicht sicher. Die Folgen der Krise ließen sich momentan nur schwer vorhersagen, sagte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion der Deutschen Presse-Agentur. Die endgültige Entscheidung über die Rentenanpassung 2021 falle erst im Frühjahr nächsten Jahres. "Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftliche Lage in der zweiten Jahreshälfte entwickelt."

Die Deutsche Rentenversicherung hatte in der vergangenen Woche prognostiziert, dass wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die in den vergangenen Jahren übliche Rentenerhöhung zum 1. Juli zumindest im Westen voraussichtlich ausfallen wird. Im Osten sieht die Rentenversicherung einen möglichen Mini-Anstieg um 0,7 Prozent, der allerdings nur der schrittweisen Angleichung des Rentenwerts Ost an den Rentenwert West geschuldet ist.

+++ 4.16 Uhr: 498 Corona-Neuinfektionen in Deutschland +++

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194 259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 30.06., 0.00 Uhr).

8973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 179 100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 1000 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 29.6., 0.00 Uhr, bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

+++ 4.15 Uhr: China verabschiedet wohl Sicherheitsgesetz für Hongkong +++

China hat nach Hongkonger Medienberichten das umstrittene Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong erlassen. Der Ständige Ausschuss des Volkskongresses habe das Gesetz am Dienstag in Peking verabschiedet, berichteten die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" und der Sender Now TV übereinstimmend.

Es richtet sich vor allem gegen Aktivitäten, die von Peking als subversiv, separatistisch oder terroristisch angesehen werden. Auch soll es "heimliche Absprachen" von Aktivisten mit Kräften im Ausland bestrafen. Die demokratische Opposition in Hongkong fürchtet, zum Ziel des Gesetzes zu werden.

+++ 2.39 Uhr: Mexiko: Neue Festnahme im Fall der 43 verschwundenen Studenten +++

Ein mutmaßlicher Anführer des Kartells Guerreros Unidos, das an der Entführung und mutmaßlichen Ermordung von 43 Studenten im Jahr 2014 beteiligt war, ist in Mexiko festgenommen worden. Entsprechende Medienberichte bestätigte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft am Montag (Ortszeit) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. José Ángel Casarrubias Salgado, genannt "El Mochomo", wurde demnach bereits am vergangenen Mittwoch in dem Ort Metepec, 60 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt, gefasst. Zwei von seinen Brüdern waren zuvor in dem Fall festgenommen worden.

Dieser hatte vor fast sechs Jahren weltweit Empörung ausgelöst. Polizisten hatten die 43 Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa in der Nacht zum 27. September 2014 in Iguala im Bundesstaat Guerrero verschleppt und dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos übergeben. Den offiziellen Ermittlungen zufolge wurden die jungen Männer getötet und verbrannt. Unabhängige Untersuchungen zweifeln das allerdings an.

+++ 2.27 Uhr: Arizona führt Corona-Beschränkungen wieder ein +++

Bars, Fitnesszentren und Kinos in Arizona müssen wieder schließen: Angesichts einer rasanten Zunahme der Neuinfektionen hat der südwestliche US-Bundesstaat eine Lockerung seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig gemacht. Gouverneur Douglas Doucey erklärte am Montag (Ortszeit), auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern seien nun wieder verboten - und das nur eine Woche nach einem großen Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Arizona. Douceys Anordnung gilt zunächst bis Ende Juli.

In dem Bundesstaat mit gut sieben Millionen Einwohnern gibt es bislang rund 75.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen schnell angestiegen - genauso wie in den südlichen Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Florida. Auch in Texas und Teilen Kaliforniens wurde daher zuletzt eine Schließung von Bars angeordnet. Der Bundesstaat New Jersey verschob angesichts der Zunahme von Neuinfektionen im Süden des Landes die für Donnerstag geplante Erlaubnis für Restaurants, Gäste wieder in geschlossenen Räumen bewirten zu dürfen. Für Sonntag meldeten die Behörden in den USA fast 40.000 Neuinfektionen, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten.

+++ 2.18 Uhr: Norwegian storniert Flugzeug-Bestellungen und verklagt Boeing +++

Der Billigflieger Norwegian Air Shuttle zieht sämtliche Bestellungen bei Boeing zurück und leitet rechtliche Schritte gegen den kriselnden US-Hersteller ein. Insgesamt geht es um 97 Maschinen, 92 Krisenjets vom Typ 737 Max und fünf Langstreckenflieger der Marke 787 "Dreamliner", wie Norwegian in der Nacht auf Dienstag in Oslo mitteilte. Die Flugzeuge sind laut Listenpreisen insgesamt 10,6 Milliarden Dollar (9,4 Mrd Euro) wert. Allerdings sind bei Großaufträgen deutliche Rabatte üblich.

Norwegian erklärte, wegen der im März 2019 im Zuge zweier Abstürze verhängten Flugverbote für Boeings 737 Max erhebliche Verluste erlitten zu haben. Boeing darf die Maschinen seitdem auch nicht mehr an Kunden ausliefern. Gespräche mit Boeing hätten zu keiner Einigung mit vernünftiger Kompensation geführt, so Norwegian. Hinzu kämen auch noch Probleme mit 787-Maschinen, die zu außerplanmäßigen Wartungsarbeiten geführt hätten. Norwegian will die entstandenen Schäden und Vorauszahlungen nun auf dem Rechtsweg einklagen.

+++ 2.11 Uhr: Venezuela weist EU-Botschafterin aus +++

Nach einer neuen Sanktionsrunde der Europäischen Union gegen Venezuela hat die Regierung des südamerikanischen Landes die EU-Botschafterin Isabel Brilhante Pedrosa des Landes verwiesen. Ich habe mich dazu entschieden, der Botschafterin der Europäischen Union in Caracas 72 Stunden Zeit zu geben, um unser Land zu verlassen", sagte Präsident Nicolás Maduro am Montag (Ortszeit). Schluss mit dem europäischen Kolonialismus gegen Venezuela."

Zuvor hatte die EU die Sanktionen gegen Unterstützer von Maduro ausgeweitet. Betroffen sind elf Amtsträger, denen eine Beteiligung an Handlungen gegen die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vorgeworfen wird. Sie sollen zum Beispiel dafür gesorgt haben, dass Mitglieder der Nationalversammlung politisch verfolgt werden können, oder für Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit verantwortlich sein. Alle elf Betroffenen sind nun mit EU-Einreiseverboten und Vermögenssperren belegt.

+++ 1.36 Uhr: US-Senatoren stellen sich gegen Truppenabzug aus Deutschland +++

Führende US-Senatoren beider Parteien wollen den von Präsident Donald Trump gewünschten Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland per Gesetz verhindern. Die Gruppe platzierte vor der Verabschiedung des Verteidigungshaushalts im Senat eine entsprechende Vorgabe im Budget, wie das Büro des republikanischen Senators Mitt Romney am Montag (Ortszeit) mitteilte. Für einen Abzug dürften Budgetmittel demnach nur genutzt werden, wenn der Verteidigungsminister in einem Bericht an den Kongress erklärt, dass dies im Interesse der nationalen Sicherheit sei und die Sicherheit der europäischen Nato-Partner nicht gefährde.

Der Abzug von US-Truppen aus Deutschland wäre ein Geschenk für Russland - und das ist das Letzte, was wir tun sollten", erklärte der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Romney. Auch ein enger Vertrauter Trumps, Senator Lindsey Graham, unterstützte den Vorstoß. Der Demokrat Chris Coons erklärte: "Fast 10 000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, ohne Absprache mit der deutschen Regierung und unseren anderen europäischen Verbündeten, macht Amerika kein bisschen sicherer." Die Demokratin Jeanne Shaheen erklärte, die Truppenpräsenz in Deutschland sei im beiderseitigen Interesse.

+++ 0.50 Uhr: Fall George Floyd: Prozess gegen Polizisten erst 2021 +++

Das Hauptverfahren gegen vier wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd angeklagte Ex-Polizisten soll US-Medienberichten zufolge am 8. März nächsten Jahres beginnen. Zuvor soll es am 11. September noch eine Anhörung zu Verfahrensfragen geben, wie Richter Peter Cahill am Montag (Ortszeit) verfügte. Er warnte die Beteiligten auch, dass bei weiteren öffentlichen Äußerungen zu dem Fall eine Verlegung des Verfahrens an einen anderen Ort nötig sein könnte, um einen fairen Prozess zu garantieren, wie die örtlichen Fernsehsender ABC5 und Kare11 berichteten.

Der Hauptangeklagte Derek C. nahm über Videolink aus dem Gefängnis an der Anhörung teil, die übrigen drei waren im Gerichtssaal präsent, wie sie weiter berichteten. Ihnen drohen lange Haftstrafen. Zwei der inzwischen entlassenen Polizisten sind auf Kaution frei.

+++ 0.20 Uhr: AKW Fessenheim endgültig abgeschaltet +++

Das elsässische Atomkraftwerk Fessenheim, das seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko gilt, ist endgültig abgeschaltet worden. Der zweite Druckwasserreaktor des betriebsältesten Atomkraftwerks in Frankreich ist am späten Montagabend um 23 Uhr vom Stromnetz getrennt worden, wie der französische Energiekonzern EDF mitteilte. Der Vorgang hatte am Montagnachmittag etliche Stunden früher als geplant begonnen.

+++ 0.09 Uhr: 32 Tote bei Schiffsunglück in Bangladesch +++

Bei einem Schiffsunglück in Bangladesch sind mindestens 32 Menschen gestorben. Sie waren auf einer Fähre, die auf einem Fluss in der Nähe der Hauptstadt Dhaka mit einem anderen Schiff zusammenstieß und daraufhin kenterte, wie ein Sprecher der Wassertransportbehörde des Landes der Deutschen Presse-Agentur sagte. Mindestens zehn Menschen hätten es geschafft, an Land zu schwimmen. Die anderen Passagiere waren zunächst vermisst. Rund 13 Stunden nach dem Unglück konnte ein Passagier im Alter von Anfang 30 noch lebend aus dem Wasser geborgen werden, wie die Feuerwehr mitteilte.

Laut Behördenangaben waren insgesamt 50 Menschen an Bord des gesunkenen Schiffs. Ein Augenzeuge berichtete dem Fernsehsender 71 Television aber von mindestens 100 Passagieren.

+++ 0.04 Uhr: SPD rückt in Umfrage zu den Grünen auf +++

Die SPD legt einer Umfrage zufolge zu und kommt den zugleich leicht schwächelnden Grünen näher. Im "Insa-Meinungstrend" für die "Bild"-Zeitung gewinnt die SPD einen Punkt (16 Prozent), während die Grünen eineinhalb Prozentpunkte abgeben und auf 17 Prozent fallen. Auch die FDP (plus ein Punkt auf sieben Prozent) und die AfD (plus ein halber Punkt auf 10,5 Prozent) verbessern sich leicht. Die Linke verliert einen halben Punkt (8 Prozent). CDU/CSU halten ihren Wert (36,5 Prozent) aus der Vorwoche und sind somit weiterhin mit großem Abstand stärkste Kraft.

Damit hätten sowohl die große Koalition aus Union und SPD (52,5 Prozent) als auch ein schwarz-grünes Bündnis (53,5 Prozent) eine Mehrheit. Grüne, SPD und Linke erreichen zusammen 41 Prozent.

tkr / wue / DPA / AFP