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News des Wochenendes Zwei weitere Festnahmen wegen Anschlags in Wien

Archivbild: Schwerbewaffnete Polizisten kontrollieren am 2. November in der Wiener Innenstadt eine Person.
Archivbild: Schwerbewaffnete Polizisten kontrollieren am 2. November in der Wiener Innenstadt eine Person.
© DPA
Kosmonauten kämpfen mit Problemen wegen eines Luft-Lecks auf der ISS +++ Hochstapler schummelt sich in "New York Times"-Podcast +++ Polizei geht gegen Querdenker-Demo in Leipzig vor +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Aktuelle Top-Meldung:

Zwei weitere Festnahmen wegen Anschlags in Wien

In Österreich sind zwei weitere Verdächtige wegen des islamistischen Anschlags in Wien Anfang November festgenommen worden. Die DNA-Spuren eines 26-jährigen Österreichers mit afghanischen Wurzeln seien auf den Tatwaffen entdeckt worden, teilte die Wiener Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Er sei ebenso wie der zweite Verdächtige am Freitag festgenommen worden. Im Laufe des Tages würden Anträge auf Untersuchungshaft gegen die beiden Männer gestellt.    
Ein Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte Anfang November in einem belebten Wiener Stadtteil das Feuer eröffnet und vier Menschen getötet, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. Kurz nach dem Anschlag waren bereits 18 Menschen festgenommen worden.
+++ Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier +++
Die News von heute im stern-Ticker: 

+++ 15.26 Uhr: Spannungen zwischen Äthiopien und Sudan wegen Grenzstreitigkeiten +++

Nach den wochenlangen Kämpfen in der äthiopischen Konfliktregion Tigray ist es zu Spannungen mit dem Nachbarstaat Sudan über Grenzprobleme gekommen. "Die sudanesische Armee ist jetzt in Gebieten entlang der Grenze zu Äthiopien aktiv", sagte ein Sprecher der sudanesischen Streitkräfte. Betroffen sei die Region Al-Gedaref. Nach Scharmützeln zwischen beiden Seiten wurde laut diesen Angaben mittlerweile aber ein Waffenstillstand ausgerufen.

Die offizielle Nachrichtenagentur Suna hatte zuvor berichtet, dass die sudanesische Armee ihre Vorstöße dank militärischer Verstärkung fortgesetzt habe, um besetztes Land zurückzuerobern. Nach diesen Angaben wird der sudanesische Anspruch von Äthiopien zwar nicht bestritten - das umstrittene Land aber dennoch von äthiopischen Gruppen genutzt. Hintergrund ist ein Abkommen von 1902, in dem Sudans damalige Kolonialmacht Großbritannien zwar die Grenze zu Äthiopien festlegte, eine klare Kennzeichnung dieser Linie aber unterblieb.

+++ 14.19 Uhr: Tausende fliehen auf den Philippinen vor Überschwemmungen - Mindestens acht Tote +++

Durch heftige Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche sind auf den Philippinen mindestens acht Menschen ums Leben gekommen und knapp 10.000 evakuiert worden. Das Wasser stehe in 14 Städten im Nordosten der Hauptinsel Luzon hüfthoch, sagte der regionale Zivilschutzbeauftragte Francis Joseph Reyes am Sonntag. Der Regen habe zudem den Magat Damm bis knapp zu dem kritischen Pegel gefüllt; ein Ablassen von Wasser könnte die Situation verschlimmern, warnte Reyes. Behördenangaben zufolge ertranken mindestens sechs Menschen auf der südlichen Insel Mindanao in den Fluten. Zwei Seniorinnen kamen demnach zudem am Samstag bei einem Erdrutsch in der Provinz Leyte zu Tode. 

+++ 13.59 Uhr: Mindestens neun Tote bei Bombenanschlag auf Abgeordneten in Kabul +++

Trotz laufender Friedensverhandlungen ebbt die Gewalt in Afghanistan nicht ab: Bei einem Bombenanschlag auf einen Parlamentsabgeordneten in der Hauptstadt Kabul sind am Sonntag mindestens neun Menschen getötet worden. Die Autobombe habe 20 weitere Menschen verletzt, sagte Innenminister Masud Andrabi. Aus Regierungskreisen hieß es, der Abgeordnete Khan Mohammad Wardak sei bei dem Angriff verletzt worden. Bis Sonntagmittag hatte sich keine Gruppe zu dem Anschlag bekannt. 

+++ 13.01 Uhr: Nepals Präsident löst Parlament auf +++

Nepals Präsident Bidya Devi Bhandari hat das Parlament aufgelöst und damit den Weg für Neuwahlen in dem Himalaya-Land freigemacht. Diese sollen in zwei Wahlgängen am 30. April und am 10. Mai 2021 stattfinden, wie das Präsidentenbüro am Sonntag mitteilte. Der Staatschef entsprach damit einer Empfehlung von Premierminister Khadga Prasad Sharma Oli, dessen regierende Kommunistische Partei zuletzt von internen Machtkämpfen durchgerüttelt wurde.

+++ 12.29 Uhr: Zwei weitere Festnahmen wegen Anschlags in Wien +++

In Österreich sind zwei weitere Verdächtige wegen des islamistischen Anschlags in Wien Anfang November festgenommen worden. Die DNA-Spuren eines 26-jährigen Österreichers mit afghanischen Wurzeln seien auf den Tatwaffen entdeckt worden, teilte die Wiener Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Er sei ebenso wie der zweite Verdächtige am Freitag festgenommen worden. Im Laufe des Tages würden Anträge auf Untersuchungshaft gegen die beiden Männer gestellt.    
Ein Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte Anfang November in einem belebten Wiener Stadtteil das Feuer eröffnet und vier Menschen getötet, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. Kurz nach dem Anschlag waren bereits 18 Menschen festgenommen worden.

+++ 12.28 Uhr: Kosmonauten kämpfen mit Problemen wegen eines Luft-Lecks auf der ISS +++

Kosmonauten kämpfen im russischen Teil der Internationalen Raumstation ISS wegen eines Lecks mit Problemen bei der Luftversorgung. Die Raumfahrer müssten nun die undichte Stelle finden, weil die Sauerstoffreserven immer kleiner würden, meldete die Staatsagentur Tass nach einer Schalte zwischen der ISS und der Leitzentrale in Moskau. Es sei nicht klar, wo genau sich die undichte Stelle in einem Übergang zum Modul "Swesda" ("Stern") befinde, sagte ein Experte auf der Erde. Das Problem mit Luftaustritt und Druckabfall in dem Modul gibt es bereits seit August.

Die Zeit laufe ab, das Problem müsse gelöst werden, hieß es bei der Flugleitzentrale. Der Kosmonaut Sergej Ryschkow auf der ISS sagte, dass die Luft aus einem Übergang zum Modul "Swesda" ausweiche. Unklar sei allerdings, wo genau. Diskutiert werde demnach nun, den Teil hermetisch abzuriegeln, um die Luftversorgung nicht zu gefährden. Das werde die Arbeit auf der ISS beeinflussen, hieß es.

+++ 11.22 Uhr: Zeitpunkt für Genehmigung der Tesla-Fabrik noch offen +++

Der Zeitpunkt für die Genehmigung der Fabrik des US-Elektroautoherstellers Tesla in Grünheide bei Berlin ist offen. Das Brandenburger Landesumweltamt werte noch eine Anhörung von Naturschützern und Anwohnern aus und prüfe dort vorgetragene Anträge und Argumente sowie Stellungnahmen von Behörden, teilte die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt, mit. Minister Axel Vogel (Grüne) halte eine Genehmigung im Januar für möglich. Ein konkreter Zeitpunkt könne aber nicht genannt werden. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag) gesagt, er gehe davon aus, dass die Entscheidung zu Jahresbeginn komme.

Tesla will sein erstes europäisches E-Auto-Werk in Grünheide in Brandenburg ab Sommer 2021 in Betrieb nehmen. Bisher baut das Unternehmen über einzelne vorläufige Zulassungen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschied nach einer Beschwerde von Umweltverbänden, dass Tesla bestimmte Randbereiche von Waldflächen trotz vorzeitiger Genehmigung nicht roden darf. Einige Bauarbeiten stehen zudem still, weil Tesla eine vom Land geforderte Sicherheitsleistung für mögliche Rückbaukosten von 100 Millionen Euro nicht fristgerecht erbracht hat.

+++ 10.43 Uhr: Mindestens vier Tote durch Zyklon "Yasa" auf den Fidschi-Inseln +++

Beim Durchzug des Zyklons "Yasa" über den Fidschi-Inseln sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Der Wirbelsturm zerstörte ganze Dörfer, tausende Menschen musste in Notunterkünfte fliehen. Es sei mit Schäden in Höhe von "hunderten Millionen Dollar" zu rechnen, teilten die Behörden des pazifischen Inselstaats mit. Hilfsorganisationen warnten am Sonntag vor dem Ausbruch von Krankheiten in den Katastrophengebieten.

+++ 10.32 Uhr: Bundesregierung holt gefangene deutsche IS-Mitglieder aus Nordsyrien zurück +++

Die Bundesregierung hat drei deutsche Frauen und zwölf Kinder aus Lagern für gefangene IS-Mitglieder in Nordsyrien nach Deutschland geholt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) äußerte sich am Sonntag in Berlin "erleichtert" über die erfolgreiche Rückholaktion. "Es handelt sich dabei um humanitäre Fälle", einige der Kinder seien erkrankt, hob er hervor.     
Eine der drei Frauen, die 21-jährige Leonora M. aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt, wurde laut einem Bericht der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe bei ihrer Einreise am Flughafen Frankfurt am Main festgenommen. Grundlage war demnach ein bestehender Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland sowie wegen Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit.     
Leonora M. war 2015 als 15-Jährige nach Syrien gereist, um sich der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat anzuschließen. Sie wurde laut Bundesanwaltschaft dort Drittfrau eines IS-Geheimdienstmitarbeiters und bekam mit ihm zwei Kinder. Der Mann habe auch eine gefangene Jesidin erworben, mit dem Ziel diese gewinnbringend weiterzuveräußern. Leonora M. habe ihn bei seinen Aktivitäten unterstützt.     Laut einem Bericht des "Spiegel" laufen auch gegen die beiden anderen Frauen in Deutschland Ermittlungsverfahren wegen Terrorverdachts.

+++ 9.09 Uhr: Baerbock traut sich Kanzleramt zu +++

Grünen-Chefin Annalena Baerbock traut sich nach eigenen Worten das Kanzleramt zu. Mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst kommenden Jahres sagte sie der "Bild am Sonntag": "Ja, ich traue auch mir das Kanzleramt zu". Sie ergänzte, dass sie es auch ihrem Co-Chef Robert Habeck zutraue. Man werde "gemeinsam entscheiden, was das Beste für das Land und unsere Partei ist".

Die Grünen wollen ihre Spitzenkandidatur erst nächstes Jahr klären. Habeck hatte zuletzt ebenfalls erklärt, dass er sich das Kanzleramt zutrauen würde. Die SPD hatte im Sommer mit Olaf Scholz als erste Bundestagspartei bereits einen Kanzlerkandidaten ins Rennen geschickt.

Baerbock sagte der "BamS": "Für alle, die gerade im Gespräch sind, gilt: Niemand ist als Kanzler vom Himmel gefallen. Alle müssten im Amt dazulernen. Ich selbst hatte bislang zum Beispiel noch kein Regierungsamt." Sie bringe aber etwa "internationale Erfahrungen und europäische Verankerung" mit. "Drei Jahre als Parteichefin, Abgeordnete und Mutter kleiner Kinder stählen ziemlich", so Baerbock.

+++ 8.47 Uhr: Goretzka berichtet von Anfeindungen von AfD-Unterstützern +++

Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka wurde wegen seines politischen Engagements nach eigenen Worten von Anhängern der AfD angefeindet. "Ja, wurde ich. Das habe ich auch zum Teil öffentlich gemacht, um den Menschen zu zeigen: Stopp, hier gibt es Contra", sagte der 25-Jährige vom FC Bayern München in einem Interview der "Welt am Sonntag". "Aber es gab vor allem viel mehr Zuspruch. Gegen diese Widerstände muss man ankämpfen, um etwas zu verbessern. Wir müssen den Leuten klar vor Augen führen, dass wir in einer Demokratie leben, die durch nichts und niemanden kaputt gemacht werden kann. Hasskommentare bringen mich eher dazu, mich noch klarer zu positionieren."

Der Triple-Gewinner bekräftigte, dass er die rechtspopulistische Partei für unwählbar halte. "Speziell durch die Corona-Krise wurde noch offensichtlicher, welche Partei das ist: Für mich ist es keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland."

+++8.25 Uhr: Mindestens acht Tote bei Anschlag in Kabul +++

Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Sonntag mindestens acht Menschen getötet worden. Mehr als 15 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatte der Attentäter im Westen von Kabul eine Autobombe gezündet.     
Obwohl die afghanische Regierung seit September in Doha Friedensgespräche mit Vertretern der radikalislamische Taliban führt, erlebt das Land derzeit eine Welle der Gewalt. Erst am Freitag waren im Osten Afghanistans 15 Kinder durch eine Bombenexplosion getötet worden. Die Verhandlungen zwischen der Regierung und den Taliban sind derzeit unterbrochen und sollen am 5. Januar wieder aufgenommen werden.

+++ 8.05 Uhr: Weinkellerei in Kläranlage in den USA ausgehoben +++

Die US-Behörden haben eine illegale Weinkellerei an einem ungewöhnlichen Ort ausgehoben: Sie spürten sie nach anonymen Hinweisen in einer Kläranlage der Kleinstadt Rainsville im Bundesstaat Alabama auf. Die Ermittler hätten große Mengen illegalen Alkohols entdeckt und eine Weinkellerei, die anscheinend schon eine ganze Weile in Betrieb war, teilte das Sheriffbüro des DeKalb County mit. Ein 62-jähriger Mann wurde festgenommen. Ihm würden unerlaubter Besitz von illegal hergestellten alkoholischen Getränken und Amtsmissbrauch zum persönlichen Gewinn vorgeworfen, schrieb das Sheriffbüro. Mehr war über den Mann zunächst nicht zu erfahren.

Von der Polizei veröffentlichte Fotos zeigten Glasbehälter, Eimer und Geräte, die zum Schwarzbrennen und von Amateuren zur Weinherstellung genutzt werden. "Dies ist definitiv die größte Operation, die wir in unserem Bezirk gesehen haben und möglicherweise in unserem Staat. Ein großes Dankeschön an die Öffentlichkeit und ihre Hinweise zu allen illegalen Aktivitäten", sagte Sheriff Nick Welden. Warum sich der oder die Täter diesen ungewöhnlichen Ort ausgesucht hatten, war zunächst nicht klar.

+++ 6.43 Uhr: Global-Citizen-Preise an Elton John und von der Leyen vergeben +++

Star-Aufgebot bei der Verleihung der Global-Citizen-Preise: In der Nacht zum Sonntag halfen Künstler wie John Legend, Miley Cyrus, Carrie Underwood und Gwen Stefani mit, um die Auszeichnungen der internationale Hilfsorganisation Global Citizen zu vergeben. Im Rahmen der einstündigen Live-Show wurde Popstar Elton John mit dem "Künstler des Jahres"-Preis für seinen Aktivismus geehrt. Der Sänger unterstützt mit seiner Elton John AIDS Foundation auch den Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erhielt den "World Leader Prize". Sie sei "zutiefst geehrt", erklärte sie im Gespräch mit dem dänischen Schauspieler Nikolaj Coster-Waldau. Dies sei eine enorme Motivation, die Arbeit zur Eindämmung der Pandemie fortzusetzen.

+++ 5.58 Uhr: Nach später Gratulation: Mexikos Präsident telefoniert mit Biden +++

Nach der späten Gratulation zum Sieg bei der US-Präsidentenwahl hat der mexikanische Staatschef Andrés Manuel López Obrador erstmals mit dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden telefoniert. "Wir bekräftigten die Verpflichtung, gemeinsam für das Wohlergehen unserer Völker und Nationen zu arbeiten", schrieb Mexikos kurz AMLO genannter Präsident am Samstag auf Twitter. López Obrador hatte erst Anfang der Woche, mehr als 40 Tage nach der Wahl, seine Glückwünsche ausgesprochen, nachdem die Wahlleute Biden als Sieger bestätigt hatten.

Biden habe in dem Gespräch deutlich gemacht, eine starke Beziehung zu Mexiko aufbauen zu wollen, teilte das Team des künftigen US-Präsidenten mit. Die Zusammenarbeit zwischen den USA und Mexiko müsse wiederbelebt werden, um eine sichere und geordnete Migration zu gewährleisten, Covid-19 einzudämmen, die Wirtschaft Nordamerikas wiederzubeleben und die gemeinsame Grenze zu sichern. 

+++ 4.33 Uhr: Streit um Drohnenbewaffnung: Ziemiak greift Scholz scharf an +++

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Streit um die Bewaffnung von Bundeswehr-Drohnen Führungsschwäche und "außen- und sicherheitspolitische Unzuverlässigkeit" vorgeworfen. "Wenn sich Olaf Scholz nach jahrelanger Debatte ganz plötzlich um eine klare Entscheidung drückt, ist das ein drastisches Zeichen von Führungsschwäche neun Monate vor der Bundestagswahl", sagte Ziemiak der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Offensichtlich ist ausgerechnet mit Olaf Scholz nun außen- und sicherheitspolitische Unzuverlässigkeit neuer Markenkern der SPD."

Nach zehn Jahren Diskussion hatte die SPD-Fraktion das Projekt auf Eis gelegt und weiteren Diskussionsbedarf angemeldet. Damit ist es wohl für die verbleibende Regierungszeit der großen Koalition vom Tisch. Scholz verteidigte die zögernde Haltung der Bundestagsfraktion. Auch parteiintern hat die Entscheidung der SPD-Fraktion für viel Kritik gesorgt.

+++ 3.31 Uhr: Biden will Kampf gegen Klimawandel zu einer Hauptsäule von Regierungshandeln machen +++

Der gewählte US-Präsident Joe Biden will den Kampf gegen die "existenzielle Bedrohung" durch den Klimawandel zu einer Hauptsäule des Regierungshandelns machen. "Wir sind in einer Krise", sagte Biden am Samstag (Ortszeit) in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. "Genau so, wie wir im Kampf gegen das Coronavirus eine geeinte Nation sein müssen, so brauchen wir eine geeinte nationale Antwort auf den Klimawandel."
Biden erneuerte sein Ankündigung, sofort nach Amtsantritt den Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaabkommen zu erklären. Der Kampf gegen den Klimawandel sei elementar. Er werde eine Hauptsäule künftiger Regierungspolitik sein und solle den Neuaufschwung der Wirtschaft mit vorantreiben und zum Jobmotor werden. Die Wasser-, Transport- und Energieinfrastruktur müsse verbessert werden, forderte Biden. 

+++ 3.03 Uhr: Nordirland-Expertin befürchtet weitere Spaltung nach Brexit +++

In der britischen Provinz Nordirland droht nach Einschätzungen einer Expertin nach vollzogenem Brexit eine weitere Spaltung der Gesellschaft. "In einer schwierigen Situation ist die Frage immer: Wer ist Schuld daran?", sagte die Konfliktforscherin und Nordirland-Expertin des Thinktanks UK in a Changing Europe, Katy Hayward, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Brexiteers werden den Brexit-Gegnern die Schuld an der Situation geben. Die Brexit-Gegner werden den Brexiteers die Schuld geben. Jeder wird ein einfaches Ziel haben."

Nordirland befindet sich - wie auch der Rest des Vereinigten Königreichs - wegen der Corona-Pandemie in einer schweren Rezession. Die Brexit-Effekte könnten dies noch verschärfen.

In den Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU war Nordirland schon von Beginn an ein besonders strittiger Punkt. Die Grenze zwischen dem EU-Land Irland und der britischen Provinz ist die einzige Landesgrenze des Vereinigten Königreichs mit der EU. Doch ausgerechnet dort darf auf keinen Fall eine harte Grenze mit Kontrollen und Grenzposten entstehen, ansonsten wird ein Aufflammen alter Konflikte zwischen Katholiken in Irland und Protestanten in Nordirland befürchtet. Diese Vereinbarung ist im Austrittsabkommen im sogenannten Nordirland-Protokoll festgehalten.

Obwohl diese Vereinbarung größeren Schaden abwenden soll, sagte Hayward: "Der Brexit und das Protokoll bedeuten, dass Nordirland um sich herum Grenzen haben wird. Insbesondere im Fall eines No Deals werden diese Grenzen härter werden", sagte die Expertin. "Es gibt hier ein Gefühl der Verletzlichkeit."

Mittlerweile haben sich Großbritannien und die EU auf die Details geeinigt, wie das Nordirland-Protokoll umgesetzt werden soll. Klar ist: Wenn Ein- und Ausfuhren an der irisch-nordirischen Grenze nicht kontrolliert werden sollen, muss dies an anderer Stelle geschehen. Dafür vorgesehen ist die Meeresgrenze, die Nordirland von Großbritannien trennt. Eine Übergangsphase soll diese Neuerungen möglichst glimpflich gestalten.

+++ 0.54 Uhr: Franzose hält mehr als zweieinhalb Stunden in Eiswürfeln aus +++

Zwei Stunden, 35 Minuten und 43 Sekunden - so lange hat ein Franzose in Eiswürfeln ausgehalten. Romain Vandendorpe stellte damit am Samstag in Wattrelos im Norden Frankreichs einen neuen Weltrekord im eisigen Dauerfrieren auf. Der 34-Jährige hielt sich in einem Glascontainer auf, der bis zu seinen Schultern mit Eiswürfeln gefüllt war.    
Vandendorpe wollte mit der Aktion Geld für eine Hilfsorganisation für Kinder mit Krebs sammeln. "Jeder könnte einen Euro geben für jede Minute, die Romain in den Eiswürfeln ausgehalten hat", sagte der Vorsitzende der Organisation, Steve de Matos.    
Vandendorpe hatte nach eigenen Angaben zwei Jahre lang unter anderem in einem mit Eiswasser gefüllten Whirlpool sowie in einem 500-Liter-Gefrierschrank trainiert. Er habe sich durch Konzentration und Vorstellungskraft in einen "Zustand von Tagträumen" gebracht, berichtete der 34-Jährige, dessen Rekordversuch nach Angaben eines AFP-Reporters etwa 50 Menschen und eigens bestellte Juroren verfolgten. Am Ende verbesserte Vandendorpe den bisherigen Weltrekord um 40 Minuten. 
News des Wochenendes: Zwei weitere Festnahmen wegen Anschlags in Wien

+++ 0.16 Uhr: BKA-Prognose: Mehr als 400 Sprengungen von Geldautomaten im Jahr 2020 +++

Kriminelle haben in diesem Jahr deutlich mehr Geldautomaten gesprengt als 2019. "Für 2020 rechnen wir in Deutschland mit über 400 Taten", sagte die Vizepräsidentin des Bundeskriminalamtes (BKA), Martina Link, der Deutschen Presse-Agentur. Zu einigen dieser Beutezüge ermittelten die Polizeibehörden ihren Angaben zufolge "reisende Täter" aus Rumänien und Moldau. 

Für die Zeit bis zum 16. Dezember berichtet die "Welt am Sonntag" von 390 Sprengungen und beruft sich auf eine Umfrage unter den Landeskriminalämtern. Damit sei der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2018 bereits jetzt übertroffen worden. Laut der Zeitung kamen die Täter in 160 Fällen an das Bargeld, in 230 Fällen ging etwas schief. Spitzenreiter unter den Bundesländern ist 2020 demnach erneut Nordrhein-Westfalen. Bis zum 16. Dezember wurden dort 174 Automaten gesprengt. Auf den weiteren Plätzen folgen Niedersachsen (45), Baden-Württemberg (36) und Rheinland-Pfalz (34). 

 +++ Nachrichten von Samstag, 19. Dezember 2020 +++

+++ 20.20 Uhr: Mann rast der Polizei mit mehr als 180 Sachen davon – Festnahme +++ 

Ein 26 Jahre alter Autofahrer ist der Polizei auf einer Bundesstraße in Rheinland-Pfalz mit mehr als 180 Stundenkilometern davongerast. Erlaubt waren 80 km/h. Er wurde nach einer Verfolgungsjagd gestoppt und festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten hätten bei ihm einen "deutlichen Alkoholgeruch" wahrgenommen und im Wagen eine halb volle Bierflasche sowie einen Schlagring und eine Schreckschusspistole gefunden. Einen gültigen Führerschein hatte der 26-Jährige jedoch nicht. Gegen ihn wird nun auch wegen Verstöße gegen das Waffengesetz ermittelt.

Der hochmotorisierte schwarze Wagen war einer Streife am Samstagnachmittag aufgefallen, wie es hieß. Beim Erblicken des von hinten herannahenden Streifenwagens sei der Fahrer auf die linke Fahrspur gewechselt und habe stark beschleunigt. Die Polizei konnte ihn schließlich einholen.

+++ 17.58 Uhr: Hackerangriff: Trump widerspricht Pompeo und nimmt Russland in Schutz +++ 

Der amtierende US-Präsident Donald Trump sieht anders als sein Außenminister Mike Pompeo nicht unbedingt Russland hinter der groß angelegten Cyberattacke auf amerikanische Regierungseinrichtungen – sondern womöglich China. Es werde immer gleich Russland verdächtigt, wenn etwas passiere, schrieb Trump am Samstag auf Twitter, nachdem er tagelang öffentlich zu der Cyberattacke geschwiegen hatte. Dabei könne es möglicherweise auch China sein, doch diese Option werde "aus überwiegend finanziellen Gründen" nicht diskutiert.

Pompeo hatte zuvor Russland für die groß angelegte Cyberattacke auf amerikanische Regierungseinrichtungen verantwortlich gemacht. Es lasse sich nun "ziemlich klar" sagen, dass die Russen hinter dem Angriff steckten, sagte Pompeo in einem Radiointerview. Russland hat jede Verbindung zu dem Hackerangriff zurückgewiesen.

+++ 16.53 Uhr: Polizei geht gegen Querdenker-Demo in Leipzig vor +++ 

Nach dem Verbot von Demonstrationen sogenannter Querdenker in Leipzig ist es in der Innenstadt heute laut Polizei zunächst ruhig geblieben. Die Polizei hatte zuvor dort Wasserwerfer sichtbar positioniert und Bilder davon auch im Internet verbreitet. Starke Einsatzkräfte sowie Polizeihubschrauber waren am Nachmittag vor Ort. Die Polizei bestätigte auch, dass ein Bus, der sich offensichtlich auf dem Weg zu der verbotenen Kundgebung von Gegnern der staatlichen Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie befand, außerhalb von Leipzig gestoppt worden sei. Gegen den Fahrer und 30 Fahrgäste seien Anzeigen erstattet worden. Zudem habe es im Vorfeld eine Gefährderansprache bei dem Inhaber eines Busunternehmens aus dem Vogtland gegeben. Die Stadt Leipzig hatte für das gesamte Stadtgebiet ein Versammlungsverbot für nicht zuvor angemeldete Kundgebungen erlassen.

+++ 15.52 Uhr: Regierung holt offenbar gefangene deutsche IS-Mitglieder aus Nordsyrien zurück +++

Die Bundesregierung holt einem Bericht der "Bild "-Zeitung zufolge an diesem Wochenende gefangene deutsche IS-Mitglieder aus Nordsyrien zurück nach Deutschland. Dabei gehe es um drei Frauen mit ihren Kindern sowie mehrere Waisenkinder, berichtete die Zeitung heute. Alle seien bisher in Lagern in den von kurdischen Sicherheitskräften kontrollierten Gebieten Nordsyriens interniert gewesen, wo Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) inhaftiert sind. Für den Rücktransport habe das Auswärtige Amt ein Flugzeug gechartert. Der Flug werde von Bundespolizisten begleitet, hieß es ohne nähere Quellenangabe. 

+++ 15.41 Uhr: "New York Times" fällt in Podcast über den IS auf Hochstapler rein +++

Die renommierte "New York Times" ist auf einen Hochstapler hereingefallen, der sich als ehemaliger IS-Kämpfer ausgegeben hat. Die Erzählungen des Kanadiers mit pakistanischem Hintergrund spielten eine wesentliche Rolle in einem Podcast der Zeitung namens "Caliphate" ("Kalifat") über die Terrormiliz IS, der im Jahr 2018 veröffentlicht wurde. Am Freitag (Ortszeit) veröffentlichte die "New York Times" eine Mitteilung, in der die Zeitung einräumte, die Podcast-Episoden mit den Darstellungen des Mannes erfüllten nicht die journalistischen Standards der Redaktion. Der Kanadier hatte in dem Podcast behauptet, in Syrien selbst schauerliche Verbrechen für den IS begangen zu haben. Der Chefredakteur der "New York Times", Dean Baquet, sagte, der Mann sei ein Betrüger, der das meiste, wenn nicht alles, was er uns erzählt hat, erfunden hat". Es handele sich nicht um das Versagen eines einzelnen Reporters, sondern um ein institutionelles Versagen.

+++ 15.25 Uhr: Opferzahl bei Selbstmordanschlag in Somalia steigt auf 21 +++

Ein Selbstmordanschlag in der somalischen Stadt Galkayo hat 21 Menschen das Leben gekostet. Etwa die gleiche Zahl wurde bei dem Angriff verletzt. "Die meisten der Toten waren Soldaten, darunter drei Kommandeure", sagte der zuständige Sprecher der Regionalregierung, Osman Isse Nur, heute der Deutschen Presse-Agentur. Die Explosion hatte sich gestern in der Nähe eines Stadions ereignet, an dem sich eine große Menschenmenge zum Empfang von Premierminister Mohamed Hussein Roble versammelt hatte.

+++ 14.33 Uhr: Röttgen attackiert Scholz im Streit um Kampfdrohnen +++

Im Koalitionsstreit um die Ausrüstung der Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen hat der CDU-Politiker Norbert Röttgen scharfe Kritik an SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz geübt. "Anstatt den Argumenten der eigenen Verteidigungspolitiker zu folgen, verdreht Olaf Scholz nun absichtlich, worum es bei der Anschaffung der bewaffneten Drohnen geht", sagte Röttgen den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Es gehe "nicht um gezielte Tötungen, sondern ausschließlich um den Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten in bewaffneten Einsätzen", hob der Bewerber um den CDU-Vorsitz hervor. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte sich am Dienstag vorerst gegen die Anschaffung von Kampfdrohnen ausgesprochen. Scholz hatte sich in der Debatte lange zurückgehalten. In den Funke-Zeitungen vom Samstag verwies er jedoch auf das Problem "gezielter Tötungen", für die "Drohnen von anderen, auch befreundeten Ländern, in den vergangenen Jahren genutzt worden sind".

+++ 14.26 Uhr: Tunnel mit Unterwasser-Kreisverkehr auf Färöer-Inseln eröffnet +++

Auf den Färöer-Inseln ist ein mehr als zehn Kilometer langer Unterwassertunnel mit einem unterirdischen Kreisverkehr eröffnet worden. Er verbindet die Hauptstadt Tórshavn mit der Insel Eysturoy und ist seit Samstag für den Verkehr freigegeben. Er gilt als größtes Infrastrukturprojekt im Nordatlantik. Mit dem mautpflichtigen Tunnel verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Tórshavn und den Orten Runavík und Strendur laut Betreibern von 64 auf 16 Minuten. Nach Klaksvík - der zweitgrößten Stadt auf den Färöern - dauert es nun 36 statt 68 Minuten. Für Färöer-Urlauber dürfte besonders der unterseeische Kreisel im Zentrum des Tunnelnetzes ein Erlebnis werden: Der vom färingischen Künstler Tróndur Patursson entworfene und von Architekt Eydun Eliasen umgesetzte Kreisverkehr wird dauerhaft von mehreren Farben angeleuchtet. Er besteht aus natürlichem Gestein.

+++ 13.29 Uhr: Französischer Geschäftspartner von Jeffrey Epstein inhaftiert +++

Gegen den ehemaligen Geschäftspartner des US-Investmentbankers und Sexualverbrechers Jeffrey Epstein, Jean-Luc Brunel, ist in Frankreich ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Dem 74-Jährigen würden "Vergewaltigungen von Minderjährigen über 15 Jahren" sowie "sexuelle Belästigung" vorgeworfen, teilte heute Staatsanwalt Rémy Heitz in Paris mit. Brunel wurde in Untersuchungshaft genommen. Der Gründer von Model-Agenturen wird von der Staatsanwaltschaft zudem verdächtigt, "den Transport und die Unterkunft von jungen Mädchen oder jungen Frauen für Jeffrey Epstein organisiert zu haben", wie es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft weiter hieß. Die Ermittlungsrichter nahmen dies jedoch zunächst nicht in das Ermittlungsverfahren mit auf, sondern stuften Brunel hier als "Zeugen mit Rechtsbeistand" zum Tatbestand des "schweren Menschenhandels" ein, was einem Zwitterstatus zwischen Beschuldigtem und Zeugen entspricht.

+++ 12.33 Uhr: Facebook-Konto des Kölner Polizeipräsidenten gehackt +++

Unbekannte haben mit einem automatischen Virus das private Facebook-Konto des Kölner Polizeipräsidenten Uwe Jacob gehackt. Das bestätigte ein Polizeisprecherin heute auf Anfrage. Jacob sagte der "Bild": "Ich habe mich unglaublich geärgert, dass gerade ich da in die Falle getappt bin. Es zeigt, wie perfide dieser Hacker-Angriff gemacht worden ist." Jacob hatte nach eigenen Angaben via Facebook eine Nachricht von einer pensionierten Kollegin bekommen. Darin war demnach ein Video und die Nachricht "Schau mal, was ich gefunden habe". Der Polizeipräsident habe drauf geklickt - und einen Virus in Form des Videos an alle seine Freunde weiter geschickt. Einer meldete sich nach einer Minute. "Ich habe mich selbstverständlich sofort mit dem Leiter unseres Kommissariats zur Bekämpfung von Cyberkriminalität in Verbindung gesetzt, um abzuklären, wie mit der Situation zu verfahren ist", sagte Jacob.

+++ 12.18 Uhr: Bundeskanzlerin dankt in Video-Botschaft Einsatzkräften im Ausland +++

In ihrem letzten Video-Podcast vor Weihnachten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den deutschen Einsatzkräften im Ausland für ihr Engagement unter erschwerten Bedingungen gedankt. "Mit ihrer Arbeit sind sie Botschafter für Freiheit und Demokratie", sagte Merkel heute über Polizistinnen und Polizisten, Soldatinnen und Soldaten und zivile Helfer, die die Festtage "nicht im Kreis ihrer Liebsten" verbringen könnten. Mit Blick auf die pandemiebedingten Einschränkungen, die die Menschen in Deutschland zu Weihnachten in diesem Jahr erwarten, sagte die Kanzlerin: "Die Frauen und Männer, die sich fernab der Heimat auch für unsere Sicherheit hier in Deutschland einsetzen, die wissen, was es heißt, wenn der Kontakt zu den Liebsten zu Hause eingeschränkt ist. Die wissen, was es heißt, wenn man über längere Zeit nur skypen kann."

+++ 12.08 Uhr: Naturschutzbund dringt auf Verzicht von Rodung auf Tesla-Gelände +++

Nach dem gerichtlichen Rodungsstopp von Wald auf einem Teil der Baustelle von US-Elektroautobauer Tesla bei Berlin dringt der Naturschutzbund auf einen Verzicht der weiteren Fällung."Tesla müsste intensiv darüber nachdenken, ob sie nicht darauf verzichten können, die Flächen zu roden", sagte heute die Landesgeschäftsführerin des Nabu Brandenburg, Christiane Schröder. Sie fragte: "Muss da wirklich alles plattgemacht werden?" Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hatte gestern einem Eilantrag des Nabu und der Grünen Liga Brandenburg gegen die vorzeitige Zulassung für Rodungsarbeiten teilweise stattgegeben. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) hatte in der Vorinstanz die Fällung von knapp 83 Hektar Wald genehmigt.

+++ 11.00 Uhr: US-Luftwaffenstützpunkt in Afghanistan mit Raketen angegriffen +++

Ein wichtiger US-Luftwaffenstützpunkt in Afghanistan ist heute mit fünf Raketen angegriffen worden. "Heute Morgen wurden Raketen in Richtung des Bagram-Fliegerhorstes abgefeuert", sagte ein Vertreter der Nato. Ersten Berichten zufolge gebe es keinen Verletzten und der Stützpunkt sei nicht beschädigt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff auf die Militärbasis nördlich von Kabul. Auch die radikalislamischen Taliban bestritten jegliche Beteiligung an der Attacke. Die Raketen schlugen auf dem Flugplatz in der Provinz Parwan gegen 6.00 Uhr morgens ein, wie eine Sprecherin des Provinz-Gouverneurs sagte. Der Stützpunkt war bereits im April Ziel eines Angriffs geworden. Damals bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu der Attacke.

+++ 10.37 Uhr: Dreitägige Staatstrauer in Armenien für Opfer von Berg-Karabach-Konflikt +++

Nach dem Ende der Kämpfe in der Kaukasus-Region Berg-Karabach hat in Armenien heute eine dreitägige Staatstrauer begonnen. "Die gesamte Nation hat einen Albtraum durchlebt und durchlebt ihn immer noch", sagte Ministerpräsident Nikol Paschinjan heute in einer Videoansprache. Mehr als 5000 Menschen, unter ihnen zahlreiche Zivilisten, waren seit Ende September bei dem Konflikt in Armenien und Aserbaidschan getötet worden. "Manchmal scheint es, als ob alle unsere Träume zerschlagen und unser Optimismus zerstört wurde", sagte Paschinjan weiter. Er soll heute einen Gedenkmarsch durch die Hauptstadt Eriwan anführen. Die Route führt zu einer Gedenkstätte, in der Opfer des Konflikts begraben sind.

+++ 9.32 Uhr: Mindestens vier Tote durch Zyklon "Yasa" auf den Fidschi-Inseln +++

Bei dem Durchzug des Zyklons "Yasa" über den Fidschi-Inseln sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Nach dem Tod eines Mannes und eines Säuglings am Freitag seien zwei weitere Leichen entdeckt worden, teilte die Katastrophenschutzbehörde heute mit. Das gesamte Ausmaß der Zerstörungen werde erst in einigen Tagen sichtbar sein. Es sei mit Schäden in Höhe von "hunderten Millionen Dollar" zu rechnen. Der Fokus liege nun auf dem Wiederaufbau der Infrastruktur und der Reparatur der Kommunikationsnetze in den besonders schwer betroffenen Regionen, sagte die Leiterin der Katastrophenschutzbehörde, Vasiti Soko. Da die östlich gelegenen Lau-Inseln von der Außenwelt abgeschnitten seien, könne der dort entstandene Schaden noch nicht abgeschätzt werden. 

+++ 9.28 Uhr: Kosmonauten kämpfen mit Problemen wegen Luft-Lecks auf der ISS +++

Im russischen Teil der Internationalen Raumstation ISS kämpfen Kosmonauten wegen eines Lecks mit Problemen bei der Luftversorgung. Die Raumfahrer müssten nun die undichte Stelle finden, weil die Sauerstoffreserven immer kleiner würden, meldete die Staatsagentur Tass nach einer Schalte zwischen der ISS und der Leitzentrale in Moskau. Es sei nicht klar, wo genau sich die undichte Stelle in einem Übergang zum Modul "Swesda" ("Stern") befinde, sagte ein Experte auf der Erde. Das Problem mit Luftaustritt und Druckabfall in dem Modul gibt es seit August. Die Zeit laufe ab, das Problem müsse gelöst werden, hieß es bei der Flugleitzentrale. Der Kosmonaut Sergej Ryschkow auf der ISS sagte, dass die Luft aus einem Übergang zum Modul "Swesda" ausweiche. Unklar sei, wo genau. Diskutiert werde demnach nun, den Teil hermetisch abzuriegeln, um die Luftversorgung nicht zu gefährden. Das werde die Arbeit auf der ISS beeinflussen, hieß es.

+++ 8.35 Uhr: Pompeo macht Russland für großangelegten Cyberangriff in den USA verantwortlich +++

US-Außenminister Mike Pompeo hat Russland für den großangelegten Cyberangriff auf Bundesbehörden und Unternehmen in den Vereinigten Staaten verantwortlich gemacht. Die Täter hätten mit großem Aufwand versucht, über die Software eines Drittanbieters auf die IT-System der Regierung zuzugreifen, sagte Pompeo gestern in einer Radiosendung. Es sei "ziemlich eindeutig", dass Russland hinter diesen Attacken stecke. Die US-Regierung hatte vergangene Woche einen großangelegten, offenbar monatelang andauernden Cyberangriff auf mehrere Behörden bestätigt. Ziel der Attacke waren Berichten zufolge unter anderem die Ministerien für Finanzen, Handel und Energie. Russland bestritt jegliche Beteiligung an dem Angriff.

+++ 7.29 Uhr: Britische Abgeordnete kritisieren mangelhafte Brexit-Vorbereitungen der Regierung +++

Wenige Tage vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase haben britische Abgeordnete der Regierung Versäumnisse vorgeworfen. Sie seien besorgt über den Stand der Vorbereitung auf die zum Jahreswechsel eintretenden Änderungen, erklärten die Mitglieder des Komitees für die künftigen Beziehungen zur EU. Einige Entscheidungen seien zu spät getroffen worden. Das parteiübergreifende Parlamentsgremium kritisierte in einem heute veröffentlichten Bericht die schleppende Umstellung von IT-Systemen etwa an Häfen. Unternehmen bliebe somit zu wenig Zeit, um sich auf die neuen Systeme einzustellen. In den Häfen müsse außerdem eine neue Infrastruktur für Zoll- und Grenzkontrollen errichtet werden. Die Vergabe von staatlichen Mitteln für die Arbeiten sei aber zu langsam erfolgt.

+++ 5.04 Uhr: Bundesländer entlassen mehr als 950 Gefangene +++

Rechtzeitig zu Weihnachten zeigt sich die Justiz in vielen Bundesländern gnädig und entlässt Hunderte Häftlinge vorzeitig aus dem Gefängnis. Mindestens 963 Inhaftierte durften bereits oder dürfen die Haftanstalten früher verlassen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. Vielerorts ist die Zahl der Begünstigten im Vergleich zum Vorjahr allerdings deutlich gesunken. In Berlin etwa haben sich die Gefängnistore für 124 Inhaftierte vorzeitig geöffnet - 2019 waren es noch 170. In Nordrhein-Westfalen ging die Zahl der begnadigten Häftlinge laut NRW-Justizministerium auf 247 Häftlinge (Vorjahr: 522) zurück. Sachsen entlässt zum ersten Mal vorzeitig Gefangene in der Weihnachtszeit - und zwar 58. Bayern verzichtet erneut komplett auf diese Möglichkeit.

+++ 5.04 Uhr: Babys in griechischem Flüchtlingslager offenbar von Ratten gebissen +++

Rund drei Monate nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die weiterhin katastrophalen Bedingungen für die Migranten auf der griechischen Insel Lesbos angeprangert. "Das neue Lager Kara Tepe ist offensichtlich nicht besser - im Gegenteil: Ärzte ohne Grenzen musste jetzt eine Tetanus-Impfaktion starten, weil Babys in nassen Zelten von Ratten gebissen werden", sagte Müller der "Passauer Neuen Presse" in der heutigen Ausgabe. "Das sind entsetzliche Zustände - mitten in Europa." Alle seien nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria davon ausgegangen, "dass die schrecklichen Zustände nach dem Brand verbessert werden, aber die Wirklichkeit sieht leider anders aus", sagte Müller. Und die härtesten Winterwochen stünden den Flüchtlingen noch bevor.
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+++ 4.05 Uhr: Scheuer will mehr Bahnstrecken ans Stromnetz anschließen +++

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will die Elektrifizierung von Bahnstrecken in Deutschland vereinfachen. Beim Bewertungsverfahren für solche Projekte sollen Kriterien wie der Klimaschutz größeres Gewicht bekommen, sagte Scheuer der "Augsburger Allgemeinen" in der heutigen Ausgabe. Bisher scheiterten die Vorhaben häufig daran, dass sie in der Wirtschaftlichkeitsprüfung durchfallen. "Ich will dieses Bewertungsverfahren ändern. Denn wenn wir so weitermachen wie bisher, bekommen wir die klimafreundliche, elektrifizierte Streckenplanung nicht hin. Ich will erreichen, dass vor allem Strecken im Regional- und Nahverkehr deswegen schneller realisiert werden können", führte Scheuer aus.

+++ 2.49 Uhr: Siamesische Zwillinge im Jemen geboren +++ 

Im Bürgerkriegsland Jemen sind siamesische Zwillinge geboren worden, die nach Angaben ihrer Ärzte nur durch eine Behandlung im Ausland gerettet werden können. Die beiden zwei Tage alten Jungen schwebten in Lebensgefahr, sagte Klinikdirektorin Maschda al-Chatib gestern in der Hauptstadt Sanaa der Nachrichtenagentur AFP. Es sei "dringend notwendig", dass die am Oberkörper zusammengewachsenen Zwillinge ins Ausland gebracht würden. "Jedes der beiden Kinder hat ein eigenes Herz, aber die Position ist bei einem nicht normal", berichtete al-Chatib. Die schlechte Ausstattung des Krankenhauses hindere die Ärzte daran zu erkennen, "welche Organe zusammengewachsen sind". Das Gesundheitsministerium stehe wegen einer möglichen Behandlung im Ausland bereits mit internationalen Organisationen wie der UNO in Kontakt, fügte sie hinzu.

+++ 2.00 Uhr: Nicaragua lässt zu Weihnachten mehr als 1000 Häftlinge frei +++ 

Anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes hat Nicaraguas Regierung 1004 Häftlinge freigelassen. Das gab Vizepräsidentin Rosario Murillo gestern in einer Ansprache bekannt. Unter ihnen waren nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten und lokalen Medien auch mindestens drei politische Gefangene. Seit Beginn der Proteste gegen die autoritäre Regierung von Präsident Daniel Ortega vor zwei Jahren wurden nach Angaben der Opposition rund 800 Menschen wegen ihrer Teilnahme an Demonstrationen festgenommen. Mehr als 100 sitzen demnach noch in Haft. Zu bestimmten Feiertagen werden in Nicaragua regelmäßig Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. "Wir teilen die Freude der Familienmitglieder, die diese Brüder und Schwestern mit einer neuen Chance im Leben empfangen", sagte Vizepräsidentin Murillo, die auch die Ehefrau von Staatschef Ortega ist.

+++ 0.24 Uhr: Mehr als tausend Flüchtlinge fordern in Paris besseren Schutz +++

Mehr als tausend Flüchtlinge haben in Paris besseren Schutz und leichteren Zugang zu Aufenthaltspapieren gefordert. "Wir machen die Arbeit in der Corona-Krise", hieß es am gestrigen Abend auf Plakaten in der französischen Hauptstadt. An dem Demonstrationszug nahmen vor allem aus Afrika gekommene Einwanderer ohne Papiere teil, deren Situation sich durch die Corona-Krise noch zusätzlich verschärft hat. Die Demonstration in Paris wurde von einem hohen Polizeiaufgebot begleitet, sie verlief ohne Zwischenfälle. Viele Teilnehmer trugen Fackeln und Kerzen mit sich, mit denen sie an gestorbene Landsleute erinnern wollten. Insgesamt fanden gestern - dem Internationalen Tag der Migranten - Demonstrationen in rund 50 französischen Städten statt. Zuletzt waren in Frankreich immer wieder Flüchtlings-Zeltlager von der Polizei aufgelöst worden, teilweise gingen Polizisten brutal gegen Flüchtlinge vor.
sve DPA AFP

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