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Brand in Pariser Kirche: Kirchenfenster, Klassenfahrt und die Liebe: Menschen teilen Erinnerungen an Notre-Dame

Notre-Dame war Kirche, Touristenmagnet und Wahrzeichen. Fast jeder, der Paris besucht hat, hat eine Erinnerung daran. Auf Twitter teilten nach dem Brand viele Menschen ihre Erlebnisse.

Die Bilder, die die Welt am Montagabend aus Paris erreichten, lösten bei vielen Menschen Trauer und Bestürzung aus. Flammen loderten hoch aus der weltbekannten Kathedrale Notre-Dame, Videos vom Einsturz eines Turmes gingen durch die sozialen Netzwerke. Erst am nächsten Morgen konnte das Feuer endgültig gelöscht werden, große Teile der Kirche im Herzen der französischen Hauptstadt sind zerstört.

Doch Notre-Dame war mehr als nur eine Kirche, wie man sie in fast jeder großen europäischen Stadt findet. Das Pariser Wahrzeichen stand für französisches Lebensgefühl, für Freiheit und Spiritualität, und nicht zuletzt durch Victor Hugos Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" (1831) und die Disney-Verfilmung erlangte die Kathedrale große Bekanntheit. Viele Menschen – nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland, ganz Europa und darüber hinaus – verbinden mit Notre-Dame persönliche Erinnerungen. In der Nacht des Brandes erzählten einige von ihnen via Twitter, welche Bedeutung die Kirche in ihrem Leben hatte.

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Notre-Dame: Fast jeder hat eine Erinnerung daran

Große Teile von Notre-Dame sind zerstört, darunter künstlerische Werke von unschätzbarem Wert. Das ist ein immenser kultureller Verlust, der für Menschen, die beispielsweise mit den berühmten Kirchenfenstern eine eigene Geschichte verbinden, besonders schwer wiegt. Glücklicherweise konnten einige Reliquien und Kunstwerke gerettet werden.

Katholiken trifft die Zerstörung der Pariser Kirche besonders hart. Für sie ist dieses Gebäude mehr als ein architektonisches Meisterwerk, es hat eine spirituelle Bedeutung. Einige verbinden Notre-Dame mit eigenen, sehr besonderen Erlebnissen mit Gott und anderen Gläubigen.

Natürlich war Notre-Dame immer ein Touristenmagnet. Neben dem Eiffelturm war sie stets das Wahrzeichen von Paris – und wird es sicherlich auch weiterhin bleiben. Jeder, der mal die französische Hauptstadt besucht hat, wird auch Notre-Dame zumindest von außen besichtigt haben. Die Brandkatastrophe ruft Erinnerungen an lange vergangene Klassenfahrten, Urlaubsreisen und Schüleraustauschprogramme wach – auch ein Symbol der deutsch-französischen Völkerverständigung nach dem Zweiten Weltkrieg. 

Niemand konnte ahnen, welches Schicksal Notre-Dame ereilen würde. Umso wertvoller sind nun die Erinnerungen derjenigen, die die Kirche wenige Tage vor dem Brand noch in ihrer vollen Pracht kennenlernen durften. Was bleibt, sind private Touribilder, mit denen jetzt viele in Erinnerungen schwelgen und sie als Würdigung auf ihren Profilen posten.

Einige tragen ihre Erinnerung an Notre-Dame sogar immer bei sich – der Besuch der Kathedrale hat ihr Leben tatsächlich verändert.

Bereits einmal in ihrer langen Geschichte wurde die Kirche, deren Bau 1163 begonnen hatte und die im Jahr 1345 fertiggestellt worden war, schwer beschädigt und dann wiederhergestellt. Auch nach dem Brand hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, Notre-Dame wieder aufzubauen. Bundesaußenminister Heiko Maas hat bereits in Aussicht gestellt, dass Deutschland sich daran beteiligen wird. Die Erinnerungen an Notre-Dame werden also hoffentlich nicht die letzten sein.

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