HOME

Frankreich: Festnahme nach Pariser Auto-Angriff

Die französische Polizei hat nach der Auto-Attacke in einem Pariser Vorort einen Verdächtigen festgenommen. Er soll mit seinem Fahrzeug mindestens sechs Soldaten verletzt haben.

Nach dem mutmaßlichen Auto-Anschlag patroullieren Soldaten in der Nähe des Tatortes bei Paris

Nach dem mutmaßlichen Auto-Anschlag patroullieren Soldaten in der Nähe des Tatortes bei Paris

Die französische Polizei hat nach dem Auto-Angriff auf Soldaten nahe Paris einen Verdächtigen festgenommen. Das mutmaßliche Tatfahrzeug sei auf einer Autobahn gestoppt worden, verlautete aus Ermittlerkreisen. Der Fahrer wurde demnach durch Polizeischüsse verletzt.

Bei dem 1980 geborenen Festgenommenen handle es sich mutmaßlich um den Täter, hieß es aus Justizkreisen. "Er war im gesuchten Auto und hat versucht zu fliehen." Gestoppt wurde das Fahrzeug auf einer Autobahn in Richtung der nordfranzösischen Stadt Calais. 

Mindestens sechs Soldaten verletzt

In Levallois-Perret, einem Vorort von Paris, sind am Morgen gegen 8 Uhr mehrere Soldaten von einem Auto angefahren worden. Nach Angaben der Polizei gibt es mindestens sechs Verletzte, drei von ihnen sollen schwer verletzt sein. In Lebensgefahr schwebe jedoch keines der Opfer. Der Fahrer des Wagens sei auf der Flucht, nach ihm werde gefahndet. Bei dem Tat-Fahrzeug handele es sich womöglich um einen BMW, wie unter anderem der Nachrichtenkanal "France 24" berichtet

Die Beamten gehen davon aus, dass der Unfall absichtlich verursacht wurde. Auf Twitter teilten sie zunächst mit, dass sie in dem Gebiet im Einsatz seien. 


Inzwischen hat die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Untersuchungen zu der Autoattacke übernommen. Ermittelt werde unter anderem wegen terroristisch motivierter Mordversuche, teilten die Ermittler mit.

"Das ist eine abscheuliche Aggression"

Patrick Balkany, der Bürgermeister des 65.000-Einwohner-Vorortes, sagte dem Fernsehsender BFM-TV, dass das Auto "sehr schnell" auf die Soldaten zugefahren sei. Die Militärs hätten gerade ihre Kaserne verlassen. Der Fahrer habe augenscheinlich darauf gewartet, dass die Soldaten zu ihren Fahrzeug gehen und sei dann auf sie zugerast. "Das ist eine abscheuliche Aggression", so Balkany. Er gehe davon aus, dass der Angreifer den Tatort bewusst gewählt habe. "Hier hat der Inlandsgeheimdienst DGSI seinen Sitz", sagte der konservative Politiker am Tatort. Der DGSI spielt bei Anti-Terror-Ermittlungen in ganz Frankreich eine wichtige Rolle.

Verteidigungsministerin Florence Parly sprach in einer Mitteilung von einem "feigen Akt". Der Angriff werde nicht die "Entschlossenheit der Soldaten" mindern, sich für die Sicherheit der Franzosen einzusetzen, erklärte die Ministerin. Parly sprach den verletzten Soldaten ihren Beistand aus.


Der Ort der mutmaßlichen Attacke liegt etwa vier Kilometer nördlich des Eiffelturms in der französischen Hauptstadt. Weitere Hintergründe zu dem Vorfall  - auch zu einem möglichen Motiv des Täters und dem Ablauf der Tat - konnte die Polizei zunächst nicht machen.

Paris ist immer wieder Ziel von Anschlägen

Französische Medien berichten, dass die Betroffenen Teil der Anti-Terror-Mission "Sentinelle" seien, deren 7000 bis 10.000 Soldaten in mehreren Städten des Landes patroullieren. Die Militäroperation im Inland wurde ins Leben gerufen, um unter anderem Synagogen, Flughäfen, Bahnhöfe und Sehenswürdigkeiten vor terroristischen Attacken zu schützen. In den vergangenen Jahren sind in Frankreich hunderte Menschen durch islamistisch motivierte Anschläge ums Leben gekommen, auch Sicherheitskräfte waren immer wieder Ziel von Terroristen.

Seit dem 13. November 2015 herrscht in dem Land der Ausnahmezustand. Das Auswärtige Amt in Berlin rät Frankreich-Reisenden vor dem Hintergrund der "sehr angespannten" Sicherheitslage schon seit geraumer Zeit zu "besonderer Vorsicht".

Ob der Vorfall in Levallois-Perret auch auf das Konto eines radikalen Islamisten geht, ist indes noch unklar.


AFP / DPA
Themen in diesem Artikel