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Strafe auf den Philippinen Mann muss wegen Corona-Verstößen 300 Kniebeugen absolvieren – und stirbt daran

Corona-Sünder auf den Philippinen
Corona-Sünder auf den Philippinen werden zur Strafe für einige Stunden in einem öffentlichen Park festgehalten
© Aaron Favila/AP / DPA
Auf den Philippinen musste ein Mann 300 Kniebeugen machen, weil er während der Ausgangssperre draußen unterwegs war. Zwei Tage später starb er. Die Polizisten handelten bei der Bestrafung offenbar auf eigene Faust.

Um die Corona-Regeln durchzusetzen, greifen die Behörden auf den Philippinen zu ungewöhnlichen Maßnahmen. In der Provinz Quezon wurden Menschen, die dagegen verstoßen hatten, zum Beispiel über mehrere Stunden in einem öffentlichen Park festgehalten und mussten sich Vorträge über korrektes Verhalten in der Pandemie anhören. Nun ist ein Filipino verstorben, nachdem er 300 Kniebeugen absolvieren musste.

Wie CNN berichtet, hatte der 28-Jährige aus der Stadt General Trias in der Provinz Cavite sein Haus trotz Ausgangssperre verlassen – offenbar um Wasser für seine Familie zu kaufen. Er wurde erwischt und von der Polizei dazu angehalten, 300 Kniebeugen zu machen. Das entkräftete ihn anscheinend so sehr, dass er zwei Tage später starb.

Herzstillstand nach 300 Kniebeugen

Nach den 300 Kniebeugen habe er sich kaum noch bewegen können, sagte seine Partnerin dem Portal "Rappler": "Er musste über den Boden kriechen, um sich aufzurichten." Wenig später erlitt er einen Herzstillstand. Seiner Familie sei es zunächst gelungen, ihn zu Hause wiederzubeleben, berichtet CNN unter Berufung auf Angehörige. Danach sei der Mann ins Koma gefallen und anschließend verstorben.

Der Bürgermeister der Stadt hat nun eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet. Dabei soll ermittelt werden, ob ein Fehlverhalten der Polizisten vorliegt. Laut Polizeichef gehören Sportübungen nicht zum offiziellen Strafenkatalog – erst recht nicht in diesem Umfang. Nach Angaben von Angehörigen des Toten hatten die Polizisten den 28-Jährigen und einen weiteren Mann zunächst zu hundert Kniebeugen gezwungen. Danach sollten sie die Übungen wiederholen, weil sie diese nicht synchron durchgeführt hätten.

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Philippinen im Lockdown

Die Lebensgefährtin des Verstorbenen übte harte Kritik an der Bestrafung: "Er wollte nicht draußen rumhängen, sondern nur etwas einkaufen. Wenn sie jemanden bestrafen wollen, muss es nicht eine solche Strafe sein. Nicht jeder ist körperlich fit." In der Provinz Cavite gilt derzeit zwischen 18 und 5 Uhr eine Ausgangssperre, um die Ausbreitung des Coronavirus in der Gegend einzudämmen. Mehrere Provinzen, einschließlich der Hauptstadtregion Manila, befinden sich im Lockdown. Die Philippinen sind zusammen mit Indonesien das am schwersten betroffene Land in Südostasien.

Quellen:  CNN"Rappler" 

epp

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