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Unerbittlicher Vulkan Plötzlich verschwunden – das "Wunderhaus" von La Palma gibt es nicht mehr

Ein Haus steht inmitten von Asche und Lava wie auf einer Insel
Das Wunder währte nur etwas mehr als eine Woche. Dieses Bild des kleinen, scheinbar unzerstörbaren Hauses auf La Palma ist Geschichte
© Emilio Morenatti / DPA
Auf La Palma hielt ein kleines Haus tagelang den Lavamassen stand. In den sozialen Medien wurde es als Symbol der Hoffnung gefeiert. Doch nun ist das passiert, was viele Menschen auf der Insel befürchtet hatten.

Es galt als ein Symbol der Hoffnung inmitten der Vulkan-Katastrophe von La Palma: Ein kleines Häuschen blieb tagelang einfach stehen, obwohl sich ringsum heiße, giftige Lava ihren Weg über die Kanaren-Insel bahnte. Die grauschwarze Masse floss um das Haus herum. Seit eineinhalb Wochen ist La Palma Schauplatz eines Vulkanausbruchs.

Das im kanarischen Stil erbaute Einfamilienhaus im Örtchen El Paraíso wurde weltberühmt, nachdem der Fotograf Alfonso Escalero eine Luftaufnahme davon gemacht hatte, die sich vor allem in den sozialen Medien weltweit rasant verbreitete. Warum der Lavastrom um das Gebäude herum floss, dafür gibt es bislang keine Erklärung. Und obwohl es stehen blieb, konnte seit Beginn des Vulkanausbruchs niemand zu dem Haus gelangen – denn ringsum war alles zerstört und von der Lava begraben.

Das Wunderhaus wurde von Lava und Asche verschluckt

Die Besitzer, ein Rentner-Paar aus Dänemark, konnten nur abwarten und hoffen, ihr Ferien-Domizil eines Tages wieder besuchen zu können. Der britische "Guardian" merkte vergangene Woche an, das sei wie in einem Comic, in dem ein Haus von seiner eigenen Regenwolke beschirmt werde. Vermutlich war es Glück. Oder, wie das Foto und die vielen Tweets und Berichte über das standhafte Häuschen auf La Palma nahelegten – ein "Wunder".

Doch nun hat sich die schützende Wolke aufgelöst, das Wunder ist passé, und zerstörerischen Naturgewalten walzten auch das kleine Haus nieder. Wie Medien weltweit berichten, war das Gebäude am Dienstag plötzlich verschwunden. Es sei verbrannt und unter der Lava verschüttet, heißt es.

Damit teilt das einstige "Wunderhaus" das Schicksal von etwa 600 weiteren Gebäuden auf der Insel. Viele Menschen sind durch die Eruption des Vulkans obdachlos geworden. Mehr als 6000 Bewohner La Palmas wurden evakuiert. Laut den Experten des kanarischen Vulkanforschungsinstituts Involcan ist es möglich, dass die Eruption noch länger anhalten kann – zwischen drei Wochen und drei Monaten. 

Seit dem 19. September wirbelt der Vulkan im Naturpark Cumbre Vieja Steine. Asche und 1000 Grad heiße Lava in die Luft. De Lava verwüstete Orte, Wohngebiete, Straßen, Stromleitungen und Bananenplantagen. Bislang wurden den Berichten zufolge keine Menschen verletzt. Seit diesem Mittwoch hat der Lavastrom auch die Küste erreicht und ergießt sich ins Meer.

Hausbesitzer-Paar hatte sich schon auf den Herbst auf La Palma gefreut

Gegenüber der spanischen Zeitung El Mundo sagten die Hausbesitzer des einstigen "Wunderhauses", Inge Bergedorf and Ranier Cocq, wie traurig sie über ihren Verlust sind: "Alles ist zerstört. Wir haben alles auf unserer geliebten Insel verloren. Es ist sehr traurig. Inge und ich sind sehr erschüttert", sagte Cocq. Aktuell wohnen die beiden der BBC zufolge auf Jütland. Seit Beginn der Corona-Pandemie seien sie nicht mehr auf La Palma gewesen.

Wäre der Vulkan nicht ausgebrochen, hätten die beiden ihre Sachen gepackt, um La Palma im Herbst zu besuchen, so die BBC. "Normalerweise sind wir im Oktober und November dorthin gereist, um unsere Weintrauben zu pflücken", sagte Cocq.  Doch dieser schöne unbeschwerte Trip wird in diesem Jahr nicht stattfinden.

Quellen: BBC, "N-TV.de", "The Guardian"

Unerbittlicher Vulkan: Plötzlich verschwunden – das "Wunderhaus" von La Palma gibt es nicht mehr

Sehen Sie im Video: Mehr als eine Woche nach dem Beginn des Ausbruchs des Vulkans Cumbre Vieja fließen Lavamassen ins Meer. Die spanische Regierung stufte La Palma als Katastrophengebiet ein.


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