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Schutz vor Kot: Reiche Briten installieren Anti-Vogel-Spikes auf Bäumen - damit das Auto sauber bleibt

Genervt vom Vogelkot auf dem Auto? Das ging auch den Bewohnern eines Reichenviertels der britischen Stadt Bristol so. Um ihre teuren Fahrzeuge vor den Ausscheidungen zu schützen, sperrten sie die Vögel einfach aus den Bäumen aus.

Kunststoffspikes zur Vogelabwehr

Kunststoffspikes zur Vogelabwehr: Üblicherweise werden sie an Gebäuden und Schildern eingesetzt, um diese vor Verschmutzung durch Vogelkot zu schützen.

Jeder Autofahrer kennt das Ärgernis: Man parkt seinen Wagen unter einem Baum und am nächsten Tag sind Blech und Scheiben übersät mit Vogelkot. Anwohner eines Reichenviertels der südwestenglischen Stadt Bristol installierten deshalb einfach sogenannte Spikes zur Vogelabwehr in den Ästen - und machen damit nun mächtig Schlagzeilen in den britischen Medien.

"Buchstäblich für Vögel unbewohnbar" 

Die Kunststoffspitzen seien an zwei Bäumen in einer exklusiven Gegend von Bristol angebracht worden, berichtet der "Independent". Die Bäume stünden in den Vorgärten privater Wohnhäuser. Eine Stadträtin der Grünen habe sie als "buchstäblich für Vögel unbewohnbar" bezeichnet. Zu den Fahrzeugen, die dort parken, gehören demnach einige teure BMWs und Audis.

Die Spikes dienten "ausschließlich dem Schutz der Autos, es gibt keinen anderen Grund", zitiert die Zeitung "Bristol Post" einen Anwohner, der anonym bleiben wollte. "Es gibt hier ein großes Problem mit Vogelkot. Er kann Autos wirklich versauen, und aus irgendeinem Grund scheinen sich die Vögel in dieser Gegend zu versammeln."

Der Anwohner räumte dem Blatt zufolge ein, dass man das Vorgehen als herzlos ansehen könne, versicherte aber, dass es in der Nähe viele weitere Bäume gebe, in denen die Vögel sitzen und Nester bauen könnten. Nach Angaben der "Bristol Post" werden die Anti-Vogel-Spikes allerdings auch auf anderen Grundstücken in dem Viertel verwendet.

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"Wir haben versucht, die Vögel mit anderen Methoden abzuschrecken, sagte der Anwohner der Zeitung. "Ich glaube, wir hatten einen hölzernen Raubvogel in den Ästen, aber das schien überhaupt nicht zu helfen."

Twitter-User empören sich über Anti-Vogel-Spikes

Die Grüne Stadträtin hat dennoch kein Verständnis für das Aussperren der Vögel aus ihrem natürlichen Lebensraum. Zwar handelten die Grundstücksbesitzer wohl nicht illegal, da die Bäume auf Privatgelände stünden, dennoch werde sie das Thema im Stadtrat zur Sprache bringen, sagte sie laut "Bristol Post"."Es ist eine Schande, wenn Bäume für Vögel buchstäblich unbewohnbar gemacht werden - mutmaßlich zuliebe parkender Autos."

Und auch auf Twitter empören sich zahlreiche User über die Anti-Vogel-Spikes: "Unser Krieg gegen die Tierwelt: Dürfen Vögel jetzt nicht mehr auf Bäume ... ?!", fragt Jennifer Garrett. "Diese Taubenspitzen wurden in Clifton, Bristol, über einem Parkplatz gesichtet. Hat das schon mal irgendjemand gesehen? Wie kann das erlaubt sein?!"

Die britischen Grünen twitterten: "Das ist absolut entsetzlich. Bäume, die für Vögel unbewohnbar gemacht werden. Parkenden Autos zuliebe."

"Ich könnte mit einem Eimer voller Vogelscheiße rüberkommen und sie einfach auf ihre Autos werfen", wetterte der Politik-Blog Wings Over Scotland.

Und selbst deutsche Twitterer hat das Thema erreicht: 

mad