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Uvalde Nach Schulmassaker in Texas: Einsatzleiter vom Dienst suspendiert

Eine Polizistin legt Blumen vor der Robb Elementary School in Uvalde nieder
Eine Polizistin legt Blumen vor der Robb Elementary School nieder. Nach Kritik am Polizeieinsatz in Uvalde wurde der Einsatzleiter nun beurlaubt. Die Schule soll abgerissen werden.
© Wu Xiaoling/XinHua / DPA
Nach dem Amoklauf an einer Grundschule in Uvalde, Texas wird die Kritik an der örtlichen Polizei immer lauter. Ein Polizist steht wegen zu späten Eingreifens in der Kritik. Jetzt wurde er beurlaubt. 

Fast einen Monat nach dem Schulmassaker in der US-Stadt Uvalde in Texas mit 21 Todesopfern ist der Polizeichef des Schulbezirks bis auf Weiteres beurlaubt worden. Der Leiter des Schulbezirks der texanischen Stadt, Hal Harrell, erklärte am Mittwoch, er habe Pete Arredondo beurlaubt. Er habe eigentlich die Ermittlungsergebnisse abwarten wollen, bevor er Personalentscheidungen treffe. Da jedoch unklar sei, bis wann die Ermittlungen abgeschlossen würden, habe er entschieden, Arredondo vorübergehend vom Dienst auszuschließen. Arredondo leitete bis dahin die für die Sicherheit an den Schulen von Uvalde zuständige Polizeibehörde.

Bei einer Anhörung im texanischen Senat hatte der Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, am Dienstag gesagt, bereits drei Minuten, nachdem der Schütze einen Klassenraum betreten und das Feuer eröffnet habe, seien neun Polizisten vor dem Raum gewesen, zwei davon mit Gewehren. Weitere seien nach und nach dazugekommen. Der Einsatzleiter habe entschieden, auf Verstärkung, auf weitere Gewehre und Schutzausrüstung zu warten. Nichts von alldem wäre nötig gewesen, argumentierte McCraw.

"Klägliches Versagen" der Polizei in Uvalde

McCraw warf den Polizisten vor Ort "klägliches Versagen" vor. Statt den Schützen in der Grundschule schnell zu stoppen, hätten sie wertvolle Zeit mit der Suche nach einem Schlüssel für das Klassenzimmer vergeudet, der gar nicht benötigt worden sei.

Das lange Abwarten führte McCraw auf die "schrecklichen Entscheidungen" von Einsatzleiter Arredondo zurück. Dieser habe "entschieden, die Leben von Beamten vor das Leben von Kindern zu stellen". 

In einer solchen Lage reiche im Zweifel ein Polizist mit einer Waffe, um den Amokläufer zu stoppen – auch wenn das ein Risiko für den Beamten darstelle. Die Polizisten vor dem Raum hätten Waffen, Schutzausrüstung und das Training für solche Situationen gehabt, die Kinder dagegen nichts davon, sagte McCraw. Dennoch hätten die Schüler und Lehrer "eine Stunde, 14 Minuten und 8 Sekunden" warten müssen, bis Einsatzkräfte in den Raum eingedrungen seien, um sie zu retten.

Grundschule in Texas soll abgerissen werden

Der Bürgermeister von Uvalde kündigte am Dienstag den Abriss der Grundschule an. "Man kann weder von einem Kind noch von einem Lehrer verlangen, in diese Schule zurückzukehren", sagte Don McLoughlin.

Ein 18 Jahre alter Schütze hatte Ende Mai an einer Grundschule in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen. Der Angreifer hatte in zwei miteinander verbundenen Klassenräumen mit einem Sturmgewehr auf die Kinder und Lehrerinnen geschossen. Erst rund 75 Minuten, nachdem der Schütze das Feuer eröffnet hatte, drangen Einsatzkräfte in den Raum vor und töteten den Täter.

rw DPA AFP

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