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Studie in sieben Ländern Fast jeder Zweite glaubt, Medien würden Tatsachen über Coronavirus verschweigen

Mehrheit der Bürger sorgt sich um Zunahme von Fake-News in der Corona-Krise
54 Prozent der Befragten empfinden es als schwierig, zwischen Nachrichten und bewussten Falschmeldungen zu unterscheiden
© ViewApart / Getty Images
Rund 7300 Menschen aus sieben Ländern wurden zu ihrer Mediennutzung und zu Falschmeldungen während der Corona-Pandemie befragt. Das Ergebnis zeigt, wie tief der Vertrauensverlust in die Medien greift.

Einer neuen Studie zufolge ist die Mehrheit der Bürger wegen der Zunahme von Falschmeldungen in der Coronakrise besorgt. "Noch nie zuvor haben sich Desinformationen so schnell und flächendeckend verbreitet und hartnäckig festgesetzt", lautet das am Freitag veröffentlichte Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, welche die Friedrich-Naumann-Stiftung in sieben Ländern in Auftrag gegeben hatte.

So glauben 44 Prozent der Befragten, die Medien würden auf Druck der Regierung Tatsachen über das Coronavirus verschweigen.

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag der FDP-nahen Stiftung rund 7300 Menschen zu ihrer Mediennutzung und zu Falschmeldungen während der Corona-Pandemie. Die Teilnehmer stammten aus Deutschland, den USA, aus Mexiko, Südafrika, den Philippinen sowie Indien und Jordanien. 74 Prozent der Befragten empfinden der Umfrage zufolge die Zunahme von bewussten Falschmeldungen in der Coronakrise als beunruhigend.

Fake-News-Studie zeichnet "ein düsteres Bild"

Das Vertrauen in die Medien sei offenbar tief erschüttert, hieß es weiter. 54 Prozent empfinden es demnach als schwierig, zwischen Nachrichten und bewussten Falschmeldungen zu unterscheiden. Dies sei "ein gefährlicher Nährboden für Verschwörungstheorien und Falschmeldungen", etwa zur Herkunft des Virus, erklärte die Stiftung. So ist rund ein Viertel aller deutschen Befragten der Meinung, das Coronavirus sei in einem chinesischen Labor gezüchtet worden. In Indien sind sogar 79 Prozent der Menschen davon überzeugt, in den USA rund 44 Prozent. Die Studie zeichne "ein düsteres Bild", lautet das Fazit der Stiftung. "Lügen leben länger. Und nehmen direkten Einfluss auf unsere politischen Entscheidungen. Eine Realität, für die wir als Demokratie gewappnet sein müssen."

sve AFP

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