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Sturm über Deutschland Rund 50.000 Menschen in mehreren Bundesländern plötzlich ohne Strom

Feuerwehrmann im Einsatz, um die Straße freizuräumen
Feuerwehrleute sind in ganz Deutschland im Einsatz, um die Straßen freizuräumen
© Daniel Bockwoldt / DPA
Der erste Herbststurm hat begonnen: Erst zog Tief "Ignatz", nun zieht "Hendrik II" über weite Teile Deutschland hinweg. Hier finden Sie alle News zur aktuellen Lage. 

Inhaltsverzeichnis

Das Sturmtief "Ignatz" wurde von "Hendrik II" abgelöst, das seit dem frühen Donnerstagmorgen über weite Teile Deutschlands hinwegfegt. Im Laufe des Tages rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einem Streifen über die Mitte bis in den Osten und Nordosten Deutschlands mit schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen von bis zu 105 Kilometern pro Stunde. Im Bergland könne es sogar Orkanböen mit bis zu 120 Stundenkilometern geben.

Wetterkarte: Hier können Sie verfolgen, wo es am stärksten stürmt.

Alle aktuellen News zu den Sturmtiefs "Ignatz" und "Hendrik II": 

Sturm über Deutschland: Rund 50.000 Menschen in mehreren Bundesländern plötzlich ohne Strom

+++ Zugverkehr im Südosten läuft wieder an +++

Im Südosten rollen die Züge des Regionalbahnverkehrs langsam wieder an. "Bis sich der Verkehr normalisiert hat, dauert es noch. Aber wir fahren wieder", sagte ein Bahn-Sprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. Deutschlandweit warnte die Bahn vor Verspätungen und Zugausfällen.

+++ Herbststurm "Hendrik" sorgt neben reichlich Wind für Verwirrung +++

Das erste Sturmtief des Herbstes heißt "Hendrik" - und sorgte damit für einige Verwirrung. Denn neben "Hendrik" war auch Tief "Ignatz" wetterbestimmend, zumindest bis Mittwoch, erklärte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Nachts habe sich dann ein Teiltief mit Namen "Hendrik II" hervorgetan - und dieses sei letztlich für den heutigen Sturm verantwortlich gewesen. Der genaue Hergang müsse noch geklärt werden, heißt es beim DWD.

+++ Baum fällt im Sturm auf fahrendes Auto – Fahrer schwer verletzt +++

Ein im Sturm umstürzender Baum hat im Harz einen 59-jährigen Autofahrer schwer verletzt. Der Baum habe am Morgen den Wagen des Mannes bei Elend (Sachsen-Anhalt) unter sich begraben, sagte ein Sprecher der Polizei. Der eingeklemmte Fahrer wurde anschließend von der Feuerwehr aus dem Auto befreit und mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

+++ Stromausfall für 50.000 Menschen in Brandenburg und Sachsen +++

Umgestürzte Bäume und herabfallende Äste sorgen in Teilen Brandenburgs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens für Stromausfälle. Etwa 50.000 Kunden seien ohne Strom, teilte ein Sprecher der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom am Nachmittag mit. "Alle Mitarbeiter (...) sind im Einsatz, um die Stromversorgung schnellstmöglich wiederherzustellen", teilte der Sprecher mit. Auch in Bayern kam es teilweise zu Stromausfällen

+++ Erste Fernverkehrszüge rollen wieder durch NRW ++++

Nachdem der Fernverkehr wegen Sturmschäden in Nordrhein-Westfalen am Donnerstagmorgen komplett eingestellt worden war, rollen seit dem Mittag auf einigen Strecken wieder erste Fernzüge. Wie die Deutsche Bahn am Mittag mitteilte, werde der Zugverkehr auf ersten Strecken nach und nach wieder aufgenommen. Es komme jedoch weiter zu Ausfällen und Verspätungen in weiten Teilen Deutschlands. Wie lange die Behinderungen andauerten, sei noch nicht abzusehen.

+++ Bahnverkehr in Thüringen eingestellt +++

Der Sturm hat am Donnerstag in Thüringen zur Einstellung des gesamten Zugverkehrs geführt. Das teilte die Deutsche Bahn mit. Zunächst war die Höchstgeschwindigkeit auf allen Strecken auf 80 Kilometer pro Stunde gesenkt worden. Wie es hieß, komme es wegen des Unwetters bundesweit zu Verspätungen und Zugausfällen.

+++ Tornado richtet schwere Schäden in Schwentinetal an +++

Ein Tornado hat am Donnerstagmorgen schwere Schäden in Schwentinental bei Kiel angerichtet. Feuerwehr-Einsatzleiter Kai Lässig berichtete, er habe den Rüssel des Wirbelsturms selbst gesehen. Der Sturm habe im Ort eine "Schneise der Verwüstung" auf etwa 100 Metern Breite hinterlassen. Mehrere Häuser seien schwer beschädigt worden, berichtete Lässig weiter. Bäume seien umgestürzt und hätten Autos unter sich begraben. Verletzte gab es nach seinen Angaben nicht.

Der Sturm sei gegen 7.30 Uhr aus Richtung Kiel durch den Ort gezogen. Er habe unter anderem Gartenhäuser, Wintergärten und Gewächshäuser zerstört. Auch an anderen Orten in Schleswig-Holstein stürzte der Sturm Bäume um. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes gehörte Schleswig-Holstein am Morgen allerdings zu den Bundesländern mit den geringsten Windgeschwindigkeiten in Deutschland. Die stärkste Böe wurde in Travemünde mit 89 Kilometern pro Stunde gemessen.

+++ Sturmtief löst Bahnchaos in weiten Teilen des Landes aus +++

Das Orkantief über Deutschland führt zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr. "In Nordrhein-Westfalen ist der Fernverkehr komplett eingestellt", teilte die Deutsche Bahn am Vormittag mit. Besonders betroffen seien auch das Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Es komme zu Zugausfällen und Verspätungen. "Hunderte Mitarbeitende sind im Einsatz, um Bäume und andere Hindernisse aus den Gleisen zu räumen, Oberleitungen zu reparieren und Schäden aufzunehmen", teilte eine Sprecherin mit.  Fahrgäste, die aufgrund des Unwetters ihre Reise verschieben wollen, könnten ihr gebuchtes Ticket ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach dem Ende der Störungen einlösen.

+++ Große Behinderungen im Bahnverkehr in Norddeutschland +++

In Norddeutschland gibt es erste große Behinderungen im Bahnverkehr, da Bäume auf Oberleitungen gefallen sind, wie der NDR meldet. Nordrhein-Westfalen hat den Fernverkehr vorübergehend komplett eingestellt; es gibt keine Verbindungen mehr nach Hamburg und Hannover. Betroffen sind außerdem der Regionalexpress von Hannover nach Norddeich und von Hannover nach Bremerhaven. Auch auf den S-Bahnlinien rund um Hannover gibt es Probleme, teilte die Bahn mit. Verbindungen von Hamburg nach Kiel und Flensburg war ebenfalls betroffen.

+++ In Berlin und Brandenburg ist es zu ersten Verkehrseinschränkungen gekommen +++

In der Hauptstadt und in Brandenburg ist es zu ersten Verkehrseinschränkungen gekommen. Größere Unfälle oder Personenschäden gab es aber noch nicht, wie der rbb24 meldet. Die Bahn meldete vereinzelte Verspätungen aufgrund von technischen Störungen, die von dem Sturm verursacht worden seien, wie eine Bahn-Sprecherin sagte.

+++ Deutsche Bahn warnt vor möglichen Zugausfällen oder Verspätungen wegen des Sturms +++

+++ Lagezentren der Polizei liegen bislang keine größeren Schadensmeldungen vor +++

Vereinzelt habe der Wind Bäume ausgerissen, Schlimmeres sei jedoch nicht passiert, hieß es etwa aus Thüringen und Baden-Württemberg. Im niedersächsischen Delmenhorst war am Mittwochabend ein Mann von einem herabstürzenden Ast getroffen, aber nur leicht verletzt worden, wie die Polizei mitteilte.

+++ Wetterdienst warnt vor Tornados +++

In der Nordhälfte Deutschlands warnte der Wetterdienst vor ostwärts ziehenden Gewittern, bei denen orkanartige Böen mit bis zu 105 Kilometern pro Stunde wehen könnten. "Kurzlebige Tornados" seien dabei nicht ausgeschlossen, hieß es. Im Laufe des Nachmittags lässt der Wind den DWD-Angaben zufolge von Westen her wieder nach. Es wird insgesamt kühler. Am Donnerstag liegen die Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad, im Westen und Norden zwischen 12 und 15 Grad.

+++ Güterzug kollidiert mit Ast – Fernzüge Köln-Koblenz betroffen

Ein Güterzug ist in der Nacht in Bad Godesberg mit einem Ast kollidiert, der Fernverkehr Köln-Koblenz war am Morgen beeinträchtigt. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte, war der Ast sturmbedingt linksrheinisch auf das Gleis gestürzt. "Wir müssen rechtsrheinisch umleiten und arbeiten mit Hochdruck daran, die Schäden zu beheben." Kurz vor sieben Uhr sei der Schaden behoben worden, die Fernzüge könnten wieder linksrheinisch fahren, hieß es dann wenig später. Die Fernzüge waren zuvor seit den frühen Morgenstunden zwischen Köln und Koblenz umgeleitet worden und hatten Verspätungen zwischen 20 und 90 Minuten. Die DB rechnete aber auch nach Beseitigung des Schadens noch mit "leichten Folgeverspätungen".

+++ Böe erfasst Lastwagenanhänger auf Rheinbrücke bei Speyer +++ 

Laut Polizei hat eine Böe mutmaßlich einen Lastwagenanhänger erfasst und umgestürzt. In der Folge stellten sich mehrere Lastwagen quer. Auch andernorts gab es Sachschäden. So meldete die Feuerwehr in Dortmund, dass ein Baum auf fünf geparkte Autos fiel und diese beschädigte. Insgesamt gab es in der Stadt am Morgen knapp 50 sturmbedingte Einsätze. Im Saarland waren mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

Auf der Rheinbrücke in Speyer steht ein Lastwagen quer. Die Polizei geht davon aus, dass Sturmböen den LKW umstürzten.
Auf der Rheinbrücke in Speyer steht ein Lastwagen quer. Die Polizei geht davon aus, dass Sturmböen den LKW umstürzten.
© Rene Priebe / DPA

+++ Abstürzender Ast verletzt Mann in Delmenhorst +++

Am Mittwochabend ist ein Mann von einem herabstürzenden Ast getroffen, aber nur leicht verletzt worden, wie die Polizei in Delmenhorst mitteilte.

tis/tkr AFP DPA

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