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Bei "Black Lives Matter"-Demo "Moralische Verworfenheit": Waffenschwingendem Paar droht Entzug der Anwaltslizenz

Ein weißer Mann mit weißer Hose und rosa Poloshirt hält ein Sturmgewehr in seinen Händen, eine weiße Frau hält eine Pistole hoch
Am 28. Juni 2020 stand das Ehepaar McCloskey (r.) vor seinem Haus in St. Louis, US-Bundesstaat Missouri, und richtet Waffen auf "Black Lives Matter"-Demonstranten
© Laurie Skrivan/St. Louis Post-Dispatch/AP / DPA
Im Sommer 2020 haben Mark und Patricia McCloskey "Black Lives Matter"-Protestierende mit Waffen von ihrem Haus ferngehalten. Nun könnte sie das ihre Lizenzen als Anwälte kosten.

Seit Mark und Patricia McCloskey im Sommer 2020 Waffen auf "Black Lives Matter"-Demonstranten vor ihrem Haus richteten, sind sie für Republikaner Helden, für Demokraten Kriminelle und für die US-Justiz ein Thema. Nachdem sie wegen des Vorfalls verurteilt wurden, hat der republikanische Gouverneur von Missouri, Mike Parson, die beiden Ende Juli begnadigt. Doch nun droht ihnen neuer Ärger: laut übereinstimmenden Medienberichten könnten sie ihre Anwaltlizenzen verlieren.

In den Gerichtsakten führt laut "The Independent" der zuständige Disziplinaranwalt Alan Pratzel an, dass sich das Paar in Bezug auf Vergehen, die ihnen nach dem Vorfall zur Last gelegt wurden, schuldig bekannt hat. Mark McCloskey bekannte sich am 17. Juni der Körperverletzung vierten Grades schuldig und wurde zur Zahlung einer Geldstrafe von 750 Dollar verurteilt. Seine Frau Patricia McCloskey habe sich am selben Tag schuldig bekannt und wurde zu einer Geldstrafe von 2000 Dollar verurteilt.

Anwaltslizenz könnte auf unbestimmte Zeit weg sein

Pratzel argumentiert laut der Zeitung, beide Straftaten zeugten von "Gleichgültigkeit gegenüber der öffentlichen Sicherheit" und stellten eine "moralische Verworfenheit" dar, die Disziplinarmaßnahmen rechtfertigten. Er empfahl demnach dem Supreme Court, die Lizenzen der McCloskeys auf unbestimmte Zeit auszusetzen, ohne die Möglichkeit, sechs Monate lang eine Wiederzulassung zu beantragen.

Trotz seines Schuldbekenntnisses hatte Mark McCloskey sich uneinsichtig gezeigt: "Ich würde es jedes Mal wieder tun, wenn der Mob sich mir nähert, ich würde alles tun, um sie in unmittelbare Gefahr zu bringen, denn das hat sie davon abgehalten, mein Haus und meine Familie zu zerstören."

Wie hart ein Entzug der Anwaltslizenz die McCloskeys treffen würde, ist nicht ganz klar. Inzwischen hat Mark McCloskey eh andere Ambitionen: Er hofft, dass die Republikaner ihn für einen frei werdenden Sitz im US-Senat nominieren.

Quellen:"Independent.co.uk", "The Kansas City Star".

tkr

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