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Gastgeber der Fußball-WM 2022 Amnesty International fordert Untersuchung: Mehr als 6500 Gastarbeiter in Katar gestorben

Bauarbeiter 2015 auf einer Baustelle in Doha (Katar)
In Katar soll die Fußballweltmeisterschaft 2022 stattfinden. Internationale Kritik gibt es nicht nur an der Vergabe, sondern auch an schwierigen Arbeitsbedingungen von ausländischen Bauarbeitern.
© Bernd von Jutrczenka / Picture Alliance / DPA
Amnesty International hat Katars Regierung aufgerufen, Todesfälle unter Arbeitsmigranten zu untersuchen. Bei den Bauarbeiten zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022, welche im Emirat ausgetragen wird, sind seit 2010 mehr als 6500 Gastarbeiter umgekommen. 

Amnesty International fordert von dem Ausrichter der nächsten Fußball-WM Katar Todesfälle unter Gastarbeitern unabhängig aufzuklären. Notwendige Untersuchungen, wie Autopsien, sollten durchgeführt werden, um die tatsächliche Ursachen für ungeklärte Todesfälle zu ermitteln, erklärte Amnestys Katar-Expertin Regina Spöttl.

6500 Gastarbeiter starben seit der Vergabe

Der britische "Guardian" hatte am Dienstag gemeldet, seit der Vergabe der WM im Jahr 2010 seien in Katar mehr als 6500 Arbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka gestorben. Das Blatt beruft sich dabei auf Regierungsangaben. In der großen Mehrzahl der Fälle sei eine natürliche Todesursache angegeben worden.

Spöttl erklärte, der Bericht des "Guardian" sei "zutiefst alarmierend" und lasse befürchten, dass die Arbeitsmigranten für die Ausrichtung der WM 2022 einen hohen Preis zahlen müssten. Katars bisherige Reformmaßnahmen schienen nicht auszureichen, um sie vor prekären Arbeitsbedingungen zu schützen, sagte sie weiter.

Katars Regierung teilte hingegen mit, die Sterberate unter Millionen ausländischer Arbeiter liege in einem zu erwartenden Bereich. Der Botschafter in Deutschland, Abdullah bin Mohammed Al Thani, erklärte, der "Guardian"-Bericht führe die Öffentlichkeit in die Irre. Das Emirat habe zahlreiche Reformen erlassen, die die Lage der Arbeiter verbessert hätten. Auch die UN-Arbeitsorganisation ILO habe diese als "historischen Schritt" bezeichnet. Katar beanspruche jedoch nicht für sich, perfekt zu sein, und werde weitere Schritte unternehmen.

jus DPA

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