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Bis zu minus 35 Grad: Zahlreiche Kältetote in Europa - neue Winterstürme in Deutschland erwartet

Schnee und Glätte in Deutschland, zweistellige Minusgrade in Weißrussland - der eisige Winter hält an. Vor allem Osteuropa hat mit der Wetterlage zu kämpfen. Viele Länder müssen Kältetote betrauern.

Der verschneite Moskwa-Fluss in Moskau: Seit Jahresbeginn forderte der eisige Winter Kältetote in Osteuropa, z.B. Weißrussland

Seit Jahresbeginn forderte der eisige Winter bereits zahlreiche Kältetote in Weißrussland, Russland, Polen, Bulgarien, Italien, der Slowakei und der Ukraine

Der Winter hat Europa weiter fest im Griff: In Deutschland warnen Meteorologen in mehreren Bundesländern vor Glatteis auf den Straßen. Der Deutsche Wetterdienst kündigte nasskaltes Wetter, aber auch Schnee an. Zur Wochenmitte werden neue Winterstürme erwartet. An der Küste seien schwere Sturmböen möglich. Auch anderswo ist es winterlich. Vor allem in Weißrussland und der Ukraine macht den Menschen die klirrende Kälte zu schaffen. In Polen stieg die Zahl der Kältetoten seit Jahresbeginn auf 19.

25 Grad unter Null in Weißrussland

Ukraine, Weißrussland, Russland: In der Westukraine erfroren bei eisigen Temperaturen innerhalb eines Tages mindestens vier Menschen. Seit Jahresbeginn starben damit landesweit nach Medienberichten vom Montag insgesamt mindestens acht Menschen bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad. In Weißrussland kamen fünf Menschen in der Nähe von Minsk bei minus 25 Grad ums Leben, berichtete die Agentur Interfax. In der russischen Hauptstadt froren die Menschen bei knapp 30 Grad unter dem Nullpunkt, im Durchschnitt bis zu 15 Grad kälter als zu dieser Jahreszeit üblich. Laut Interfax starben in Moskau seit Jahresbeginn zwei Menschen wegen der Kälte.

Polen: Bei der Kältewelle in Polen kamen innerhalb eines Tages zehn weitere Menschen ums Leben. Dies teilte am Montag das Sicherheitszentrum der Regierung mit. Damit erfroren seit vergangener Woche bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad bereits 19 Menschen. Insgesamt stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf 65. Weitere 24 Menschen starben seitdem an Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Sie hatten unter anderem giftige Gase aus Kohleöfen eingeatmet. Abgase, Kälte sowie fehlender Wind führten am Montag vielerorts zu Smog.

So kalt wie seit 30 Jahren nicht mehr

Slowakei: Bei den niedrigsten seit mehr als 30 Jahren gemessenen Temperaturen erfroren in der Slowakei vier Menschen. Wie das Nachrichtenportal "Pravda.sk" am Montag unter Berufung auf Rettung und Polizei auflistete, wurden am Freitag und Sonntag in den Städten Nitra und Bratislava zwei vermutlich obdachlose Männer erfroren gefunden. In einem Dorf hatte man am Freitag einen Rentner erfroren vor seiner eigenen Haustür entdeckt. Im nordslowakischen Bezirk Namestovo starb eine 54-jährige Frau auf dem nächtlichen Heimweg von ihrer Arbeit. In dem Ort Oravska Lesna wurde am Sonntag mit minus 35,2 Grad Celsius die niedrigste in der Slowakei seit 1985 gemessene Temperatur erreicht.

Bulgarien: In Bulgarien erfroren in der sibirischen Kälte seit Jahresbeginn neben mindestens drei Bulgaren auch drei Flüchtlinge - eine Frau aus Somalia und zwei Iraker. Als Grenzpolizisten die Frau fanden, war sie bereits tot. In einem getrennten Fall starben wenige Tage später im Grenzgebiet zur Türkei zwei Männer aus dem Irak. Dorfbewohner entdeckten ihre Leichen in einem verschneiten Wald im Strandscha-Gebirge im Südosten.

Harter Winter auch in Südeuropa 

Griechenland: In Griechenland schneite es in der Nacht zum Montag erneut in vielen Regionen, so dass etliche Dörfer und auch Inseln mittlerweile von der Außenwelt abgeschnitten sind. In vielen Fällen gebe es keine Stromversorgung und damit auch kein Wasser und keine Heizung mehr, weil Pumpen nicht betrieben werden könnten oder Wasserrohre zugefroren seien, berichtete am Montagmorgen der Radiosender Athina 984. Die Schulen blieben in weiten Teilen des Landes geschlossen. Auf der Insel Euböa lag der Schnee selbst in Küstenorten bis zu drei Meter hoch. Selbst auf Kreta fielen die Temperaturen nachts auf rekordverdächtige minus 15 Grad. Hafenstädte wie Rethymno, Chania und Heraklion waren seit Jahrzehnten erstmals tief verschneit.

Italien: Der ungewöhnliche Wintereinbruch mit Eis, Schnee und Wind hielt die Menschen in Mittel- und Süditalien auch am Montag in Atem: In Apulien und Kalabrien blieben zahlreiche Schulen geschlossen. Wegen starken Schneefalls fielen nahe der Küstenstadt Bari Züge aus. In Pisa mussten Schüler frieren, weil in einigen Gebäuden die Heizungen ausgefallen waren, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Medien bezifferten die Zahl der Kältetoten auf acht, eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

fri / DPA