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Archäologie Caligulas Legionskastell bei Amsterdam entdeckt

Die Serie "Britannia" schildert die Eroberung der Insel durch Aulus Plautius. "Britannia" wird auf Sky ausgestrahlt.
Die Serie "Britannia" schildert die Eroberung der Insel durch Aulus Plautius. "Britannia" wird auf Sky ausgestrahlt.
© PR
Caligula wollte Britannien unterwerfen. Nun wurde eine große Festung entdeckt. Die Truppen dort sollten die Operation vor germanischen Überfällen schützen.

Der römische Kaiser Caligula (12 bis 41 n. Chr.) gilt als Paradebeispiel für den sogenannten Cäsarenwahn. Er plante, Britannien zu erobern, eine Aufgabe, an der der große Caesar gescheitert war. Dazu fasste Caligula große Mengen an Truppen an der Küste zusammen, in diesem Zusammenhang wurde auch ein befestigtes Lager für mehrere Tausend Soldaten in Velsen an einem Nebenfluss des Rheins angelegt, dessen Überreste nun freigelegt wurden.

Vorbereitungen unter Caligula 

Caligulas Eroberungsversuch im Jahr 40 n.Chr. scheiterte jämmerlich, als die Legionäre sich weigerten, die Schiffe zu besteigen. Kurz darauf wurde die Herrschaft des exzentrischen Kaisers gewaltsam beendet. Der Archäologe Dr. Arjen Bosman sagte dem "Guardian": "Caligula kam, um die Vorbereitungen für die Invasion Englands zu treffen – um die gleiche militärische Leistung wie Julius Cäsar zu erbringen – aber um dort einzumarschieren und zu bleiben. Er konnte die Arbeit nicht zu Ende führen, da er 41 n. Chr. getötet wurde und Claudius 43 n. Chr. die Nachfolge antrat."

Eroberung unter Claudius

Claudius selbst war kein großer Feldherr und besaß nur geringes Ansehen in den Streitkräften, aber er war klug genug, fähige Militärs für die Aufgabe auszusuchen. Der spätere Statthalter Aulus Plautius setzte mit vier Legionen über. Seine Streitmacht umfasste die IX Hispana, die später zur "Verschwundenen Legion" wurde, die XIV Gemina, die XX Valeria Victrix und die II Augusta, die von Vespasian befehligt wurde. Vespasian wurde nach dem Tod Neros selbst Kaiser und begründete die Dynastie der Flavier.

Das Fort konnte genau datiert werden. "Wir haben Holzplanken unter dem Wachturm oder dem Tor des Kastells gefunden aus der Phase kurz vor der Invasion Englands. Die Holzplanke wurde in den Winter 42/43 n. Chr. datiert. Das ist ein schönes Datum. Ich bin in die Luft gesprungen, als ich es hörte," so Bosman. Das Kastell in Velsen sicherte die nördliche Flanke der Operation auf dem Kontinent vor Angriffen germanischer Stämme. "Das war ein Frühwarnsystem für die Truppen in Frankreich. Es war nun egal, was die Germanen ins Feld führten, denn es war eine Legion da."

Größer als erwartet

Die ersten Hinweise auf das Lager wurden schon 1945 gefunden, als Schulkinder in einem Panzergraben Keramikscherben fanden. Systematische Ausgrabungen fanden erst 1997 statt, damals ging man davon aus, dass es sich um einen kleinen Vorposten und nicht um das Lager einer ganzen Legion handelte. So wie ein kleines Castellum in der Nähe. "Doch es ist nicht ein oder zwei Hektar groß wie das erste Fort in Velsen, sondern mindestens 11 Hektar", so Bosman. "Wir dachten immer, es sei gleich groß, aber das ist nicht wahr. Es war eine Legionsfestung, und das ist etwas ganz anderes."

Das Kastell wurde im Jahr 47 n. Chr. aufgegeben, als Claudius seinen Truppen den Rückzug hinter den Rhein befohlen hatte. Nach schweren Aufständen konnten die Römer ihre Herrschaft in Britannien festigen. Sie endete erst in der Agonie des Imperiums um 410 n. Chr..

Quelle: Guardian


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