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Meteorologie Die "Eisheiligen" 2020: Woher sie kommen und was sie dieses Mal im Gepäck haben

Eisheilige
Sehen Sie im Video: Eisheilige – warum sind sie im Norden und Süden unterschiedlich?


Mitte Mai ist die Zeit der "Eisheiligen".


Das Wetterphänomen, auch "strenge Herren" oder "Eismänner" genannt, beschreibt Frosteinbrüche zwischen dem 11. und 15. Mai.


Doch was hat es mit der Frostregel eigentlich auf sich?


Die Eisheiligen gehen auf historische Berichte von Bauern zurück, laut denen es an den Namenstagen von Heiligen oft zu einem letzten Kälteeinbruch und zu Nachtfrösten kommt.


Bei den namensgebenden Heiligen handelt es sich um frühchristliche Bischöfe und Märtyrer:


Mamertus (11. Mai)
Pankratius (12. Mai)
Servatius (13. Mai)
Bonifatius von Tarsus (14. Mai)
Sophia von Rom (15. Mai)


Doch wie viel Verlass ist auf die historische Regel?


Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kann es in diesem Zeitraum in allen Gegenden Mitteleuropas durch Kaltlufteinbrüche zu Frost kommen.


Allerdings merkt der DWD an, dass die "Eisheiligen" sich heute nicht mehr so stark auf die Vegetation auswirken.


Früher im Jahr auftretende Kälteperioden seien in diesem Zusammenhang von stärkerer Bedeutung.


In Norddeutschland spricht man vom 11. bis 13. Mai von den "Eisheiligen".


Im Süden hingegen wird der Zeitraum vom 12. bis 15. Mai so bezeichnet.


Diese Differenz erklärt sich durch den Zeitraum, den die Polarluft benötigt, um von Norden nach Süden zu gelangen.


Hobby-Gärtner, die auf Nummer sicher gehen wollen, halten sich weiterhin an die Bauernregel: "Pflanze nie vor der kalten Sophie."
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Jahr für Jahr zittern Landwirte und Kleingärtner, wenn sie den Kalender auf den Wonnemonat Mai umblättern. Doch was hat es mit den so gefürchteten "Eisheiligen" auf sich? Hier erfahren Sie die Hintergründe und auch, wie sich das Wetter in den kommenden Tagen in Deutschland entwickeln könnte.  

Mamertus, Pankratius und Servatius gingen als frühchristliche Bischöfe und Märtyrer in die Geschichte ein. Das dürfte, abgesehen von einigen belesenen Historikern, kaum jemand wissen. Und dass, obwohl das Trio als "Eisheilige" die Menschen schon seit Jahrhunderten zum Frösteln bringt. Denn die Namenstage im Heiligenkalender vom 11. bis 15. Mai bescheren uns regelmäßig Kaltlufteinbrüche. Beobachtet werden die gefürchteten Tage im Übrigen schon seit Beginn systematischer Wetteraufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gibt es bei den Eisheiligen eine Nord-Süd-Teilung. Im Norden Deutschlands gelten vor allem die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige. Im Süden und Südosten Deutschlands kommen noch der 14. und 15. Mai als Jahrestage von Bonifatius und der kalten Sophie dazu. Diese Zeitverschiebung liegt an den etwa 24 Stunden, die die Kaltluft benötigt, um von der Küste bis zu den Alpen vorzudringen.

In Zeiten des Klimawandels sind die "Eisheiligen" in den vergangenen Jahren immer mal wieder ausgeblieben oder mutierten bei 25 Grad und mehr sogar zu "Schweißheiligen". Nach Untersuchungen des DWD liegt die Wahrscheinlichkeit von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai vor allem im süddeutschen Raum mittlerweile deutlich unter 50 Prozent.

"Eisheilige" 2020: Das sagt der DWD

Nach einem freundlichen und teils schon fast sommerlichem April, der mancherorts keinen einzigen Regentropfen auf die Felder fallen ließ, zeigte sich der Mai in den ersten Tagen von seiner wechselhaften Seite. Bei teils kühlen Temperaturen zwischen zwölf und 19 Grad machte er dem April Konkurrenz. Gilt er doch sonst als der Monat mit spontanen Wetterumschwüngen. Viele Wolken, böiger Wind, Schauer und sogar Gewitter betrübten die Menschen hierzulande am ersten Wochenende im Mai. Doch was ist mit den Temperaturen in den kommenden Tagen? 

Der Januar 2020 war der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Laut den aktuellen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) müssen die Landwirte und Kleingärtner in diesem Jahr zittern. Zumindest bis zum Wochenende ist laut DWD in Bodennähe mit leichtem Nachtfrost zu rechnen. Demnach verlagert sich aktuell Hoch "Paul" von Schottland Richtung Nordsee und Deutschland. Begleitet wird es von kühler Polarluft, die aus Nordosten ins Land strömt. Aus südlichen Richtung kommt dagegen zunehmend wärmere Luft. Mit Prognosen für die kommende Woche hält sich der DWD aber noch bedeckt. "Man sollte die "Eisheiligen", der Schreck eines jeden Landwirts, noch nicht abschreiben", so Meteorologe Sebastian Schappert vorsichtig. Es könne bis weit in den Mai hinein zu Kaltlufteinbrüchen kommen, die in den Nächten für frostige Temperaturen sorgen. Selbst Schnee in den Mittelgebirgen sei dann möglich.

js / mod DPA

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