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Vermeintlicher Unglückstag Heute ist Freitag, der 13. – Was hat es mit dem Aberglauben auf sich?

Freitag, der 13. – Was hat es mit dem Aberglaube auf sich?
Wir sparen uns an dieser Stelle das Bild einer schwarzen Katze. Aber um das Kalenderblatt kommen Sie nicht umhin. 
© Christian Ohde / Picture Alliance
Mindestens einmal im Jahr fällt der 13. eines Monats auf einen Freitag, dann ist schnell von einem Unglückstag die Rede. Der schlechte Ruf dieser Zahl hat eine lange Tradition, die bereits in der Antike beginnt und bis heute so manchen Aberglauben nährt.

Die böse Dreizehn! Die Nachfolgerin der harmonischen 12 hat einen schlechten Ruf - besonders, wenn sie mit einem Freitag zusammenfällt. Vielerorts gilt die 12 als "heilig": Apostel, Monate, Sternzeichen. Schon in der Antike gab es 12 Olympische Götter. Die 13 sprengt diese Ordnung. Wie etwa im Märchen Dornröschen, in dem die ausgeladene 13. Fee wütend die Prinzessin verwünscht. In der nordischen Mythologie legt sich nach dem unheilvollen Auftauchen von Loki als 13. Gast in Walhalla Dunkelheit über die Erde. Im Judentum wiederum verheißt die Zahl Glück. Nach den jüdischen Phasen des Lebens ist 13 das Alter der Reife oder Verantwortung, zum Beispiel werden Jungen dann mit der Bar-Mizwa in die Gemeinde aufgenommen.

Vielleicht ist aus der Furcht vor der 13 im 19. Jahrhundert der wohlfeile Job des "Quatorzième" entstanden. Mit dem "Vierzehnten" stand ein professioneller Extra-Gast für Tischgesellschaften bereit. Die einzige Aufgabe: bei der Gästeanzahl die 13 vermeiden. Andernfalls müsse jemand sterben. Als Gegenbewegung gründet sich am 13. Januar 1882, natürlich einem Freitag, in New York der mutige "Thirteen Club", zu dessen Veranstaltungen immer genau 13 Gäste zugegen sind. Stolz heißt es nach einem Jahr: Alle leben noch.

Unfallstatistiken widersprechen dem Aberglauben 

Wer Angst vor Freitag, dem 13. hat, leidet womöglich an Paraskavedekatriaphobie - abgeleitet von den griechischen Wörtern paraskeue" (Freitag), "dekatria" (dreizehn) und "phobos" (Angst). Es gibt auch die etwas abgewandelte Form: Triskaidekaphobie, die Furcht vor der bloßen Zahl Dreizehn. In Hochhäusern wird die 13. Etage regelmäßig zur 14., Hotels verzichten zuweilen auf eine solche Zimmernummer - alles, um abergläubische Menschen nicht abzuschrecken. In manchen Flugzeugen folgt auf Reihe 12 gleich die 14.

Aber die Panik ist völlig unangebracht: Unfallstatistiken vergangener Jahre widersprechen dem Aberglauben. Der ADAC sieht bei der Anzahl der Crashs keinen entscheidenden Unterschied zu anderen Freitagen im Jahr. Von der Zurich Versicherung heißt es sogar, dass an den vermeintlichen Unglückstagen sogar weniger Schäden gemeldet werden als an anderen Freitagen. Möglicherweise lassen die Menschen dann besondere Vorsicht walten.

Was passierte am letzten Freitag, den 13.?

Ein Freitag, der 13., steht auf jedem Kalender. Mindestens ein Mal im Jahr ist er sicher dabei - höchstens aber drei Mal. 2020 ist mit zwei solcher Exemplare nicht sonderlich herausragend. Über die Jahrhunderte fiel der 13. eines Monats sogar am häufigsten auf einen Freitag. Wer seit der Gregorianischen Kalenderreform im Jahr 1582 durchzählt, wird das bestätigt sehen.

Der jüngste Freitag, der 13., im März war natürlich von der Pandemie geprägt. Damals war die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Toten in Deutschland noch einstellig. Ein Großteil der Bundesländer kündigte Kita- und Schulschließungen an. Die Fußball-Bundesliga unterbrach ihren Spielbetrieb. Und in einem Supermarkt bei Osnabrück führte der Streit um 50 Packungen Mehl zu einer Rauferei mit Polizeieinsatz.

sve / Sebastian Fischer

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