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Analyse

Raumfahrt: Warum die Landung auf der Rückseite des Mondes China zur neuen Macht im All macht

Erstmals haben Menschen eine Raumsonde erfolgreich auf der Rückseite des Mondes abgesetzt. Mit diesem Meilenstein wird China zur neuen Raumfahrt-Großmacht. Das dürfte auch militärisch Folgen haben.

Jim Bridenstine konnte nicht umhin, den Kollegen aus der Ferne reichlich Anerkennung zu zollen: "Gratulation an Chinas Chang'e-4-Team für eine scheinbar erfolgreiche Landung auf der anderen Seite des Mondes", twitterte der Direktor der amerikanischen Raumfahrtagentur Nasa am frühen Donnerstagmorgen. "Es ist eine Premiere für die Menschheit und eine beeindruckende Leistung!"

Zuvor war die Meldung um die Welt gegangen, dass es der staatlichen chinesischen Weltraumagentur CNSA, wie geplant, um 3.26 Uhr unserer Zeit gelungen war, eine nach einer chinesischen Mondgöttin benannte Sonde mitsamt einem Rover sicher auf der der Erde abgewandten Seite des Mondes abzusetzen - und zwar, ebenfalls plangemäß, im Von-Krámár-Krater, etwa auf halbem Weg zwischen Äquator und Südpol im Aitken-Bassin gelegen. Die Region hat einen Durchmesser von mehr als 2000 Kilometer.

Mond-Rückseite: Kommunikation nur über Umweg

Dabei war nicht das Entscheidende, dass eine Sonde auf dem Erdtrabanten aufsetzte - das ist schon häufig geglückt, man denke nur an die Mondlandungen der Amerikaner in den 1960er- und 70er-Jahren -, sondern dass es auf der sogenannten "dunklen Seite des Mondes" passierte. Der Grund: Der Mond als massives Objekt blockiert in diesem Fall selbst die Signalwege zur Erde, Kommunikation ist somit nur auf indirektem Weg möglich. Um den sogenannten Funkschatten zu umgehen, hatte die CNSA daher schon Ende Mai 2018 den rund 400 Kilo schweren Relais-Satelliten "Queqiao" ("Brücke der Elstern") zum Erdtrabanten geschickt und so im Orbit stationiert, dass Signale über diesen Umweg von der Erde zur Mondrückseite und umgekehrt gesendet werden können. So kam auch das nach der Landung veröffentlichte erste "Chang'e-4"-Foto von der Rückseiten-Oberfläche zum Kontrollzentrum in Peking.

Relais-Satellit Queqiao - Kommunikation zwischen der Rückseite des Mondes und der Erde

So läuft die Kommunikation zwischen der Rückseite des Mondes und der Erde mit Hilfe des Relais-Satelliten "Queqiao".

Was wie ein einfacher Kniff wirkt, ist tatsächlich höchst komplex: Alle drei beteiligten natürlichen und künstlichen Himmelskörper - Erde, Mond und Relais-Satellit - müssen auf ihren Rotationsbahnen günstig zueinander stehen, damit die Kommunikation funktionieren und der mitgelandete Rover in den kommenden Tagen gesteuert werden kann. Die Landung selbst lief laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua freilich "vollständig automatisch" ab - inklusive einer heiklen, mehrminütigen Sequenz, in der die Sonde in rund 100 Metern Höhe mit Sensoren den Landeplatz abtastete, um kurz vor dem Aufsetzen die Landestelle zu inspizieren. Der Grund: Die Rückseite des Mondes ist deutlich zerklüfteter als die uns bekannte Seite, wie schon Aufnahmen von Apollo 8 1968 aus der Umlaufbahn belegten. Die Sonde hätte daher im letzten Moment noch verloren gehen können - und sei es nur, weil sie in unebenem Gelände so unglücklich umgekippt wäre, dass sie für Funksignale nicht mehr erreichbar gewesen oder nicht mehr steuerbar gewesen wäre.

China - der neue große Player im Weltraum

Ganz offenbar liefen alle Manöver jedoch wie am Schnürchen. Ein schlagender Beweis für die enorme Leistungsfähigkeit Chinas in der Raumfahrt. "Damit haben die Chinesen gezeigt, dass sie ganz vorne mitspielen", stellte Ralf Jaumann, Mondforscher beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) unumwunden fest. Wie auf der Erde ist damit den bisherigen Platzhirschen USA und Russland ein echter Konkurrent erwachsen (und Europas Esa scheint angesichts solcher Missionen trotz bemerkenswerter eigener Erfolge eher wie ein, wenn auch potenter, Junior-Partner). Bei aller technischen Präzision gelang es den Chinesen auch noch, mit "Chang'e-4" ein symbolischen Punkt zu machen. Die Landung auf der Rückseite des Mondes glückte fast auf den Tag genau 60 Jahre, nachdem die russische Sonde "Luna 1" am 4. Januar 1959 den Mond um 6000 Kilometer verfehlt hatte und im All verloren ging. Da wird Fortschritt für die Beteiligten fast spürbar, denn 60 Jahre sind in der Raumfahrt keine lange Zeit. Immerhin gelang den Russen später mit "Luna 3" die allererste Aufnahme der "dunklen" Mondseite überhaupt:

Erste Aufnahme von der Rückseite des Mondes

Allererste Aufnahme der Rückseite des Mondes von der russischen Sonde "Luna 3", Oktober 1959.

"Die Landung hat vor allem einen großen symbolischen Wert", meint der Dortmunder Techniksoziologe und Weltraumexperte Johannes Weyer im Gespräch mit der DPA. Die Amerikaner hätten sich in der Vergangenheit mit den Russen einen Wettkampf um die Vorherrschaft im All geliefert - und gewonnen, wie er meint. Jetzt kommen die Chinesen, "die demonstrieren, dass sie eine technologische Großmacht sein wollen" - und sich mit symbolischen Erfolgen nicht begnügen werden. Im Gegenteil: Im eng durchgetakteten Weltraum-Plan steht schon die nächste Mission an. Mit "Chang'e 5" sollen noch in diesem Jahr Gesteinsproben zurück auf die Erde gebracht werden. 2030 soll dann erstmals ein Chinese auf dem Mond landen, womit die Taikonauten auch diesen US-Vorsprung aufholen würden. "Ich habe schon in der Vergangenheit immer wieder drauf hingewiesen, dass China ein beeindruckendes Raumfahrtprogramm verfolgt", verband Esa-Chef Jan Wörner seine Gratulation an die CNSA mit einer Wertschätzung der Kollegen aus dem Reich der Mitte.

Wettlauf um Energiequelle Helium-3

"Alles baut aufeinander auf", sagte Ouyang Ziyuan, führender wissenschaftlicher Berater des chinesischen Mondprogramms, der DPA. China denke sehr langfristig und zeige auch Interesse an den Rohstoffen auf dem Mond - besonders an Helium-3. Das Isotop ist fast schon legendär, seit vielen Jahren ranken sich regelrechte Wundergeschichten um den möglichen Brennstoff für Kernfusionskraftwerke in ferner Zukunft. Ein Brennstoff, der auf der Erde praktisch nicht vorkommt, aber angeblich alle irdischen Energieprobleme für lange, lange Zeit lösen kann. Es braucht nicht viel Phantasie, sich auszumalen, dass die Supermächte den Abbau wirtschaftlich lohnend machen und sich die Kontrolle über die möglichen Vorkommen sichern wollen. Der Wettlauf um den Mond läuft bereits, und dank des "Chang'e"-Programms scheint China ganz weit vorne zu liegen. Zudem sollen die Chinesen den Mars fest im Blick haben und bis 2022 eine eigene Raumstation betriebsbereit haben.

Das wirft unweigerlich die Frage von Kooperationen und gemeinsamen Projekten auf. Die Internationale Raumstation wurde bisher als Menschheitsprojekt verstanden, die Besatzung atmeten diesen Geist auf der ISS geradezu ein - wie zuletzt auch der deutsche Esa-Astronaut und Stationskommandant Alexander Gerst wieder deutlich gemacht hat. Was, wenn nun das größte Volk der Erde ausschert und Alleingänge bevorzugt? Andeutungen, dass die Chinesen zur Zusammenarbeit bereit sind, gibt es dennoch. Auf der "Chang'e-4"-Sonde flog ein Meßgerät der Universität Kiel mit. Das Team um Robert Wimmer-Schweingruber will gefährliche Neutronen-Strahlung auf dem Mond erforschen. Und Anfang November erzielte die CNSA eine Übereinkunft, mit der russischen Roskosmos gegen Weltraumschrott vorzugehen - das Müllproblem im Erdorbit wird zusehends größer.

Trump skeptisch - "aus Sicherheitsgründen"

Ein weiteres Problem: Chinas Raumfahrtvorhaben dienen nicht nur dem Prestige und der wissenschaftlich-technischen Entwicklung, verfolgt werden ganz klar auch militärische Interessen. Militärexperten in China verweisen gerne darauf, dass künftige Kriege im All gewonnen werden. "Wer Raketen in den Weltraum schießt, kann auch andere Länder bedrohen. Das muss man immer im Hinterkopf haben", sagt Weltraumexperte Weyer. Und 2018 schickte China schon mehr Raketen ins All als jede andere Nation.

Auf die neue militärische Konkurrenz im All stellen sich die USA unter Präsident Donald Trump längst ein. Er hat ein neues militärisches Führungskommando "Space Command" ins Leben gerufen. Und der US-Kongress hat der Nasa gegenseitige Kooperationen mit den chinesischen Amtskollegen schlicht untersagt - aufgrund von Sicherheitsbedenken. Nicht auszuschließen, dass die Amerikaner auch dadurch auf dem Mond ins Hintertreffen geraten. Oder Sache wird noch teurer als sie mutmaßlich ohnehin sein wird.

Zwischen minus 173 und plus 127 Grad

Zunächst aber müssen sich die Chinesen in naher Zukunft noch auf dem Erdtrabanten beweisen. Dort müssen Lander und Rover der "Chang'e-4"-Mission nun unter harten Bedingungen funktionieren. Während der Mondnacht, die 14 Tagen auf der Erde entspricht, sinken die Temperaturen auf bis zu minus 173 Grad Celsius. Während des Mondtages, der ebenfalls 14 Tage dauert, wird es bis zu 127 Grad warm. Die Instrumente müssen diesen Schwankungen standhalten und während der hellen Zeit genug Energie tanken, um die dunkle Zeit zu überstehen.

Der Versuch des Anbaus von Kartoffeln und anderer Pflanzen, der im Rahmen der aktuellen Mission ebenfalls versucht werden soll, scheint angesichts dessen skurril. Doch wer weiß. Womöglich sind die Chinesen auch in dieser Hinsicht schon einen Schritt weiter. Es wirkt, als seien die Taikonauten gekommen, um auf dem Mond zu bleiben. Deshalb dürfte Nasa-Chef Bridenstine seine Twitter-Glückwünsche nicht ohne Sorgen formuliert haben.

mit Material von / DPA / AFP
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(