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Melodien für Millionen: Wann wird um den Globus welche Musik gehört?

Fernöstliche Musikfans ziehen aus der Ruhe ihre Kraft, Südamerikaner hingegen verlangt es nach aufregenden Rhythmen. Das zeigt eine Spotify-Analyse. Ein Anzeichen für schieres Glück im Land sei die Vorliebe für Salsa aber nicht, gibt ein Experte zu bedenken.

Samba

Menschen in Asien hören eher entspannende Musik, Hörer in Lateinamerika neigen eher zu anregenden Stücken. Foto: Matthias Merz

Emotionen und Musik gehören zusammen: Man denke an schrille Geigenklänge, die gruselige Horrorfilmszenen einläuten. Oder die zuckrigen Töne, die einen romantischen Film untermalen.

Doch beeinflussen Lieder unsere Gefühle? Oder suchen wir Musik aus, die zu unserer Stimmung passt? Eine Studie der US-amerikanischen Cornell Universität liefert Hinweise.

Die Forscher untersuchten Millionen Online-Streams der Musik-Plattform Spotify weltweit, um stündliche, tägliche und saisonale Muster ausfindig zu machen. Wie sie im Fachmagazin «Nature Human Behaviour» berichten, wird über Kultur- und Ländergrenzen hinweg am Abend eher entspannende Musik gehört, während tagsüber energiegeladenere Stücke bevorzugt werden.

Doch es gab auch deutliche regionale Unterschiede. So wählten Menschen in Asien eher entspannende Musik, Hörer in Lateinamerika hingegen mehrheitlich anregende Stücke. Insgesamt wertete das Team um den Sozialwissenschaftler Minsu Park von der Cornell Universität 765 Millionen Musikstücke aus, die von fast einer Million Menschen aus 51 Ländern auf der Plattform «Spotify» gestreamt wurden.

Schon länger steht das Verhältnis von Musik und Stimmungslage im Fokus verschiedener Disziplinen. So interessieren sich Neurowissenschaftler dafür, was im Gehirn passiert, wenn wir Musik hören, während Psychologen die Auswirkungen bestimmter musikalischer Genres auf unsere Emotionen untersuchen. Dabei ergaben Studien, dass Stimmungsregulation tatsächlich ein wichtiger Motivator für uns ist, Musik zu hören - und zwar solche, die zur jeweiligen Laune passt.

Andere Untersuchungen legten nahe, dass sich bestimmte Songs stimulierend auf das Selbstbewusstsein auswirken. Und weitere Studien ergaben, dass speziell die Musik unserer Jugend prägend für uns ist und wir uns besonders gut an sie erinnern. Trotz dieser Ansätze bleibt allerdings unklar, wie die Interaktion zwischen Musik und Gemüt genau funktioniert und ob die gefundenen Zusammenhänge global gelten.

Die Forscher um Minsu Park machten sich nun die riesige Datenmenge der Plattform «Spotify» zunutze - statt etwa Musikvorlieben anhand von Social-Media-Inhalten zu analysieren. «Musikhören unterscheidet sich insofern davon, was Menschen schreiben, als dass es nicht nur Einblicke dazu gibt, was Menschen fühlen könnten, sondern auch, was sie vielleicht fühlen wollen», notieren die Autoren dazu.

Gunter Kreutz lobt das Vorgehen der Forscher: «Die Studie ist ziemlich einzigartig, weil sehr effiziente Methoden benötigt werden, um mit den riesigen Datenmengen umzugehen», sagt der Musikwissenschaftler der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der selbst nicht an der Analyse beteiligt war. Ein Randaspekt: Dass dabei plausible Ergebnisse entstünden, spreche auch dafür, dass die Datensammlungen von Konzernen und Geheimdiensten über das menschliche Verhalten in vielen Ländern ein recht gutes Bild ermöglichen.

Generell hören der Analyse zufolge vor allem jüngere Menschen intensivere Musik - ein Befund, der Gunter Kreutz nicht überrascht. Neu ist für ihn vielmehr die Möglichkeit, «kontinentale Befindlichkeiten» abzubilden: «Es entspricht dem Stereotyp, dass die fernöstliche Philosophie aus der Ruhe ihre Kraft bezieht. Ganz anders in Südamerika, wo offenbar das Lebensgefühl der Menschen mehr nach aufregenden Rhythmen verlangt.»

Dass sich die unterschiedlichen Vorlieben mit der Zeit angleichen werden, glaubt der Musikwissenschaftler nicht. «Menschen halten an ihren Geschmäckern fest.» Vielmehr seien über die Jahre vermutlich Kohorteneffekte zu sehen: «In ein paar Jahrzehnten werden sich die Präferenzen zwischen den Altersgruppen verschoben haben.»

Alles in allem kann allerdings auch die aktuelle Studie nicht beantworten, ob Musik unsere Emotionen beeinflusst oder wir Musik auswählen, die zu unserer Gemütslage passt - wahrscheinlich sei ein Wechselspiel beider Ansätze, so die Autoren. Eine andere Schwäche der Analyse ist demnach, dass nur die Daten von Menschen ausgewertet wurden, die Spotify nutzen - eine Kritik, die auch Gunter Kreutz anbringt: «Bislang müssen die Nutzer ja über ein Minimum an Wohlstand verfügen, um sich Spotify leisten zu können.»

Der Musikwissenschaftler warnt zudem davor, die Ergebnisse zu pauschalisieren: «Musikhören ist ein Indikator für die menschlichen Bedürfnisse nach Regulation ihrer Stimmungen. Es ist schwer, daraus zu schließen, was in der Umwelt jeweils vor sich geht und wie sich die Menschen eigentlich fühlen.» So sei es einseitig, die energetische Musik in Südamerika als Lebensfreude zu deuten. «Denn die Lebensverhältnisse in weiten Teilen der Bevölkerungen geben eigentlich wenig Anlass dazu, Salsa zu tanzen.» Die entscheidende Probe für das vorgestellte Verfahren werde es sein, sozioökonomische Daten mit in die Analyse einfließen zu lassen.

dpa
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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