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Blue Monday Warum heute (angeblich) der traurigste Tag des Jahres ist

Traurige Frau am Blue Monday
An keinem Tag soll die Stimmung so schlecht sein wie am "Blue Monday"
© Xesai / Getty Images
Der dritte Montag im Januar gilt als der traurigste Tag des Jahres – auch bekannt als "Blue Monday". Was dahinter steckt und warum diese Theorie sich wissenschaftlich kaum halten lässt.

Kalt, nass, dunkel und trist: Die Wintermonate schlagen vielen Menschen aufs Gemüt. Doch es gibt einen Tag, an dem die Lage besonders deprimierend sein soll – der traurigste Tag des Jahres. Laut einer Berechnung des britischen Psychologen Cliff Arnall fällt dieser Tag in jedem Jahr auf den dritten Montag im Januar, den sogenannten "Blue Monday". Im Jahr 2022 gilt also der 17. Januar als der traurigste Tag des Jahres.

2005 veröffentlichte Arnall seine Theorie in einer Pressemitteilung der PR-Agentur Porter Novelli. Der Gedanke dahinter: Faktoren wie Wetter, Geld und Motivation haben direkte Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Menschen. Arnall stellte eine Gleichung auf, die diese Punkte aufnahm. Demnach ist im Januar das Wetter mies, es stehen die Rechnungen vom Jahresanfang aus, das Januar-Gehalt ist aber noch nicht eingegangen. Die Weihnachtszeit, die vielen Menschen Auftrieb und Sinn gegeben hat, ist vorüber, gleichzeitig sind die guten Vorsätze für das neue Jahr schon wieder gebrochen. Und auch das Motivationslevel sowie das Bedürfnis, aktiv zu sein, befindet sich laut Arnall auf dem Tiefpunkt.

"Blue Monday" soll der traurigste Tag des Jahres sein

Zieht man all diese Faktoren in Betracht, ergibt sich daraus an keinem anderen Tag ein so geringer Wert wie am dritten Januar-Montag. Der "Blue Monday" hat seinen Namen von der Übersetzung des englischen Wortes "Blue", das nicht nur die Farbe blau bezeichnet, sondern auch mit "traurig" oder "niedergeschlagen" wiedergegeben werden kann. 

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Die wissenschaftliche Basis für diese Behauptung ist allerdings dünn. Die Faktoren, die Arnall in seiner Gleichung verwendet, sind nur schwer konkret messbar. Der Psychologe musste für seine These viel Kritik einstecken, sogar die Universität Cardiff, an der Arnall zuvor tätig gewesen war, distanzierte sich von ihm. Bemängelt wurde nicht nur sein methodisches Vorgehen, sondern auch der Umstand, dass er die Gleichung im Auftrag eines Reiseunternehmens erstellt hatte, die damit Werbung für Reisen im vermeintlich so traurigen Januar machte.

Tipps gegen schlechte Laune am "Blue Monday"

Arnall selbst hat sich 2018 in einem Interview mit dem "Independent" dafür entschuldigt, den seiner Berechnung nach traurigsten Tag des Jahres für viele Menschen noch deprimierender gemacht zu haben. Das sei nicht seine Absicht gewesen, er habe vielmehr die Leute dazu ermutigen wollen, "aktiv zu werden und mutige Lebensentscheidungen zu treffen". Passend dazu gab er einige Tipps, wie man sich am "Blue Monday" die gute Laune zurückholen könne – beispielsweise indem man Zeit mit lieben Menschen verbringt oder sich ein neues Hobby sucht.

Quellen: "Guardian" / "Independent"


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