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Kolumne "Kopfwelten": Emotion pur - Einsicht null

Gefühle sind der Antrieb des Lebens. Doch wer gerührt ist, hat nicht auch schon verstanden. Maßlose Gefühligkeit ist darum nicht nur geschmacklos, sondern sogar gefährlich.

Von Frank Ochmann

Mitleid zum Selbstzweck: Das Schicksal eines Demenzkranken berührt - ein wohltuender Beweis eigener moralischer Stärke

Mitleid zum Selbstzweck: Das Schicksal eines Demenzkranken berührt - ein wohltuender Beweis eigener moralischer Stärke

Über "Pornos der Hochkultur" hat kürzlich mein Kollege Jochen Siemens eindrucksvoll auf stern.de geschrieben. Dabei nahm er vor allem Autoren ins Visier, die den geistigen Verfall, die Demenz der eigenen Väter im Detail beschreiben. Nach Krebs in allen denkbaren Varianten wird das Elend der unaufhaltsamen geistigen Dämmerung zu einem bevorzugten Thema - mit guten Aussichten, einen Bestseller auf den Markt zu bringen. Für "authentisch" halten die einen solche Werke, von Schamlosigkeit sprechen andere wie Jochen Siemens. Seinen kritischen Blick auf die Autoren möchte ich an dieser Stelle durch einen auf die Leser, auf uns also, ergänzen. Denn der ist nicht weniger offenbarend.

Kritiker rühmen zumeist Bücher, Filme oder auch Theaterstücke, deren Autoren ihr Publikum, ihre Konsumenten, "ganz dicht" heranlassen. An den siechen Kopf und die Windeln einer einstigen Geistesgröße also, in einem anderen Fall vielleicht an das körperlich oder seelisch verstümmelte Opfer eines Verbrechens oder einer Naturkatastrophe. Was aber macht den Erfolg und die Attraktivität solcher "schonungslosen" Einblicke aus? Denn dazu braucht es nun mal Leser, Zuschauer, Käufer. Was also haben die davon und was versprechen sie sich, wenn sie "ganz nah" herangelassen werden?

Der Mensch, das mitleidende Wesen

Rührung und Ergriffenheit vor allem. Einen Schwall der Gefühle. Und hinter denen sind wir nun mal her wie der Teufel hinter der armen Seele. Ein unablässiges Wechselspiel von Neuronen und Hormonen produziert in Kopf und Körper all das Angenehme, manchmal auch Gruselige oder Traurige, die Freude und auch mal die Albernheit, all die Emotionen eben, die unserem Leben Farbe geben und das Blut durch die Adern jagen. Gefühle sind der Antrieb des Lebens und genau genommen auch sein letztes Ziel. Die guten natürlich vor allem. Aber auch für die brauchen wir Stimulierendes von außen. Was uns dann am Schicksal (fremder) dämmernder Greise reizt? Unsere eigene Reaktion vor allem. Denn spüren wir Bedauern und Mitleid mit einem solchen Menschen, dem wir nie begegnen werden, verbucht das unser Kopf als "warm glow", als überaus wohltuenden Beweis eigener moralischer Stärke und mitmenschlicher Wärme also. Es tut eben überaus gut, so gut zu sein.

Schon deshalb verwechseln wir zu oft Rührung und Einsicht. Dass in unserem Beispiel die Alzheimersche Krankheit oder sonst eine Demenz an einem zweifellos erschütternden Fall anschaulich wird, bedeutet noch lange nicht, dass wir sie deshalb auch besser verstünden. Ebenso wenig steigert es unser Verständnis von Gewalt und Verbrechen, wenn wir bei der Schilderung eines Kriminalfalles die Qualen eines Opfers in solchem Detail präsentiert bekommen, dass es uns den Magen zuschnürt. Aber wollen wir überhaupt verstehen?

Die Medien bedienen hauptsächlich Voyeure

Die meisten Medienmacher scheinen ein solches Bedürfnis zumindest in der Masse nicht zu entdecken und bedienen darum Voyeure. Wer heute Auflage und Quote machen will, versucht es mit "Emotion pur". Gefühligkeit in allen nur vorstellbaren Variationen durchsetzt die Verlagsprogramme nicht weniger als tagtäglich die der Fernsehsender. Da werden im Minutentakt die "emotionalsten Momente" einer Weltmeisterschaft oder eines Kirchentages präsentiert und spätestens zu Weihnachten die eines ganzen Jahres. Wem es in der Zwischenzeit von unzähligen Koch- oder Castingshows speiübel wird, kann in eines der zahlreichen Zoo-Programme wechseln und lässt sich dort vielleicht vom schielenden Blick eines niedlichen Opossums anrühren.

Selbst vermeintliche Bildungsprogramme kommen ohne einen satten Schuss Gefühligkeit nicht mehr aus. Keine Doku ohne Drama, keine Historie ohne "Reenactment", bei der ein zausbärtiger Laienschauspieler vom budgetfreundlichen Balkan Kaiser Karl oder Papst Gregor mimt. Sind wir inzwischen wirklich so verblödet, dass wir glauben, so ließe sich Geschichte begreifen? Zumindest die Produzenten solcher Machwerke scheinen davon auszugehen.

Warten auf den nächsten Schuss

Gegen Unterhaltung ist ja gar nichts einzuwenden. Wohl aber dagegen, dass die "guten Gefühle" medial vor allem direkt und quasi intravenös verabreicht werden. Eigene Kompetenz zu erfahren, sich selbst etwas zu erarbeiten und dabei in "Aha-Momenten" Einsichten zu gewinnen, ist nämlich auch ein höchst befriedigender Weg zu guten Gefühlen zu kommen. Im Gegensatz zur Verabreichung von "Emotion pur" hat diese Form allerdings bleibenden Wert. Denn die Lust an der Einsicht - und das ist eine Lust - schafft den Anreiz, immer wieder neue Einsichten zu suchen und nicht darauf zu warten, bis einem ein medialer Dealer der Gefühle den nächsten Schuss anbietet.

Warum mich das in Wallungen bringt? Warum das wichtig ist? Weil wir vor Problemen stehen, für deren Lösung es das ganze Hirn braucht und nicht nur dessen Gefühlsküche. Wer dem Eisbären Knut nachtrauert, hat noch keine Ahnung vom Klimawandel. Und wer Frau Merkel oder Herrn Steinbrück sympathisch findet oder halt auch nicht, versteht deshalb noch nichts von Demokratie und den Herausforderungen, in denen sie sich unausweichlich bewähren muss. Gefühligkeit ohne Maß ist nicht nur geschmacklos. Sie ist gefährlich.

Themen in diesem Artikel
Buchtitel gesucht. Die Rückkehr ...
Der Titel des zweiten Bandes lautet "Die Rückkehr des <xyz>" Autor ist ein irischer Schriftsteller. Es geht um einen Mönch mit einem Sprachfehler. Als das Kloster von Dämonen angegriffen wird, kann er die Abwehr-Gebete, wegen seines Sprachfehlers, nicht so deutlich sprechen, wie seine Mönchsbrüder und der Geist einer Hexe geht deshalb auf ihn über. Seine Mönchsbrüder wollen ihn, um zumindest seine Seele zu retten, nun auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Mit dem Geist der Hexe und etwas Flug-Salbe gelingt ihm aber die Flucht, auf einem Besen durch die Luft reitend. Zufällig belauscht er das Gespräch einer Frau, in die er sich verliebt hat und von der er sich ebenfalls geliebt fühlt. Dabei findet er heraus, dass sie ihn nicht als Mann liebt, sondern dass sie ihn für einen solchen Trottel hält, dass er ohne ihre mütterliche Fürsorge nicht lebenstüchtig sei und dass sie sich deshalb verantwortlich fühlt ihn mit ihrer Mutterliebe zu umsorgen. Tief verletzt hängt er seine Versuche, ein guter Mensch zu sein an den Nagel, will nun böse werden und schließt zu diesem Zweck einen Packt mit dem Teufel. Um den Packt zu besiegeln muss er ein mit Blut unterschriebenes Pergament mit dem Vertragstext verschlucken. Bei der anschließenden Überfahrt nach Frankreich wird er jedoch seekrank und kotzt sich seine Seele aus dem Leib. Dabei geht auch das Pergament mit dem Teufelspackt mit über Bord. Dadurch ist er an den Packt mit dem Teufel nicht mehr gebunden, plant aber weiterhin, mit Hilfe des Teufels ein böser Mensch zu werden. Dabei stellt er sich aber jedesmal so dusselig an, dass immer etwas Gutes dabei heraus kommt. Trotz der tiefen Verletzung durch die Frau, die er liebt, kann er sie doch nicht vergessen und schmachtet ihr auch weiterhin nach. Bei einem Hexenmeister lernt er einen Liebestrank zu brauen. Was er dann auch tut. Der Trank muss sehr lange ziehen. Während also der Trank auch während einer Abwesenheit weiter zieht, dringt eine Kuh in die Höhle ein, in der der Trank gebraut wird und säuft den Trank aus. Als der Mönch in die Höhle zurück kehrt, verliebt sich die Kuh augenblicklich in ihn und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Wie heißt der Mönch, der Held dieser Geschichte, und auch titel-gebend ist. Und wer ist der irische Autor?
Gerneralvollmacht und Insichgeschäft
Wir sind 3 Kinder und 2 haben Generalvollmacht. Unser Bruder hat Vorkaufsrecht eingetragen für die Elterliche Wohnung. Unsere Mutter ist im Mai 2016 gestorben, meinem Bruder war der Vater zu stressig im Haus also kam er 4 Tage nach Mutter s Tod ins Pflegeheim. Ich fragte meinen Bruder der in dem Haus wohnt wo auch die Eltern lebten was nun mit der Wohnung geschieht. Mein Bruder erklärte die bleibt leer es kommen keine Fremden ins Haus. Ich ging mit meiner Vollmacht zum Notar und fragte nach da in der Vollmacht geschrieben war den Besitz ordentlich verwalten. Ich bekam vom Notar die Auskunft vermieten oder verkaufen und wir benötigen einen Gutachter. Mein Bruder bekam 3 Wochen später von dem selben Notar die gleiche Information. Ein paar Tage später schickte mir mein Bruder eine Mail, er möchte die Wohnung kaufen, schickte mir ein leeres Dokument mit das ich unterschreiben soll und zu diesem Betrag geht dann die Wohnung an ihn über. Er wollte ein Gutachten bei der Gemeinde erstellen lassen wo seine ganzen Freunde im Ausschuss sitzen. Ich hab das natürlich nicht unterschrieben und wir holten (der andere Bruder und ich ) einen Gutachter. Die Wohnung mit 93 qm, riesigem Garten, Stellplatz, 2 Fam. Haus zentrale Lage mit S-Bahn-Anbindung wurde geschätzt auf 139.000 Euro. Also kam der nächste Kaufvertrag meines Bruders zu dem Wert.Mit dem Wert waren wir ebenso nicht einverstanden, warum verkauft man eine Wohnung zum Gutachterwert wenn man auf dem freien Markt einen total anderen Preis erzielt ! WIr setzten die Wohnung in Immoscout und hatten eine feste Kaufzusage für 218.000 Euro ! Hatten von unserem Bruder einen Termin gesetzt bekommen zum 30.11.16 sollen wir nachweisen wie wir einen Preis um die 200.000 erzielen wollen. Wir hatten unserem Bruder die Kaufzusage vor dem gesetzten Termin gesendet und boten ihm an die Wohnung für 200.000 Euro zu kaufen. Noch vor Ablauf und nach unserem Angebot kam von der Gegenseite .. tut uns leid die Wohnung ist seit 15.11.16 vermietet auf 3 Jahre ohne Kündigungsrecht von beiden Seiten, somit ist der Verkauf nicht mehr möglich ..... so nun kam der Hammer, das Schloss wurde ausgetauscht und ich kam weder in den Garten noch ins Haus. Wir haben Klage gestellt ! Bis der Termin auf dem Gericht endlich kam, wurde von unserem Bruder 3 x verschoben kam die Hiobsbotschaft bei dem Termin.. unser Bruder fuht im April 17 zu einem Notar, 100 km von unserem Wohnort und verkaufte sich die Wohnung mit seiner Vollmacht selbst zum Preis von 160.000 Euro... . ...58.000 Euro weniger als wir auf dem freien Markt bekommen hätten und natürlich steckt er ab diesem Termin die Miete ein. Wir haben Klage beim Landgericht gestellt...und jetzt kommt der Witz.. er kommt damit wahrscheinlich durch .. Wertgutachten waren 139.0000 Euro, wir hätten 218.000 Euro bekommen Differenz 58.000 Euro und er darf bis 30 % abweichen ! Was ist das denn für ein Gesetz .. Im Testament stand alles zu gleichen Teilen und wir sollen das Vorkaufsrecht unseres Bruders beachten.... 1, 16.08.17 starb Vater ! Rechtzeitig die Wohnung aus dem Erbe geholt ! Weiss jemand einen Rat ?