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Symbol für Liebe: Die Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020

Der Nabu hat den Vogel des Jahres 2020 gekürt. Der Titel geht an den gefiederten Liebesboten: die Turteltaube. Doch die Lebensbedingungen der Tiere sind weniger romantisch. 

Vogel des Jahres 2020

Der Vogel des Jahres 2020 ist das gefiederte Liebessymbol: Die Turteltaube. 

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Die Turteltaube steht für Liebe und Romantik. Nun wurde sie vom Nabu und seinem bayrischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), zum Vogel des Jahres 2020 gekürt. Ihre Lebensbedingungen sehen allerdings weniger rosig aus, denn die Turteltaube gilt als gefährdet. 

"Früher hat man das markante Gurren der Turteltaube an jedem Dorfrand oder Flussufer gehört", wird Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender, in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Verbände zitiert. "Wildkräutersamen an Feldwegen und Feldfrüchte aus Zwischensaaten boten ausreichend Nahrung. Heute brüten Turteltauben häufig auf ehemaligen Truppenübungsplätzen oder in Weinbauregionen, wo sie noch geeignete Lebensbedingungen vorfinden."

In Deutschland brüten laut Nabu nur noch 12.500 bis 22.000 Paare. Die meisten der höchstens 5,9 Millionen Paare Europas leben in Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien. Zwischen Ende Juli und Anfang Oktober verlassen sie Europa, um in der Sahara zu überwintern. 

Vogel des Jahres 2020 ist gefährdet

Turteltauben ernähren sich fast ausschließlich vegan. Sie bevorzugen Wildkräuter- und Baumsamen. Landwirte wollen diese Pflanzen nicht auf ihren Feldern haben, weshalb sich die Lebensbedingungen der Turteltauben verschlechtert haben. Der Nabu kämpft nach eigenen Angaben seit Jahren für eine EU-Förderung von Landwirtschaft, welche die Natur erhält statt sie zu schädigen. Eine zusätzliche Bedrohung ist das Schießen der gefährdeten Turteltauben. Mehr als 1,4 Millionen werden laut Nabu-Vogelschutzexperte Eric Neuling legal geschossen. In manchen Ländern gelte dies als reines Vergnügen. 

Quelle: NABU

deb
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