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Polarbär "Pizza" in China: "Traurigster Eisbär der Welt" wird aus Einkaufszentrum geholt - muss aber zurück

Der Eisbär "Pizza" fristet sein Dasein in einem winzigen Gehege, in einem chinesischen Einkaufszentrum. Nun soll das Wildtier ein neues Zuhause bekommen - aber nur vorübergehend. Offenbar wollen die Besitzer nicht auf die tierische Attraktion verzichten.

Die Geschichte des Eisbären "Pizza" ist alles andere als schön: Seit Januar fristet das dreijährige Tier, das eigentlich in nördlichen Polarregionen lebt, sein Dasein in einem Einkaufszentrum in der chinesischen Millionenmetropole Guangzhou. Sein kleines, gekühltes Gehege wird von unnatürlichem, blauem Licht durchflutet. Immer wieder blitzen Fotoapparate und Besucher trommeln gegen die Scheiben. Für "Pizza" gibt es keinen Ort sich zurückzuziehen. Oft schon wurde über das Schicksal des "traurigsten Eisbären der Welt" berichtet. Über 850.000 Menschen haben auf "Animalasia.org" in einer Petition die Schließung des Einkaufszentrum-Aquariums gefordert. Nun scheint "Pizza" tatsächlich ein neues Zuhause bekommen - jedoch nur vorübergehend.

Wie die "New York Times" berichtet, soll "Pizza" umgesiedelt werden, während sein Gehege "optimiert und nachgerüstet" werde. Das habe das Aquarium in einem Social-Media-Post mitgeteilt. Demnach soll "Pizza" vorübergehend "dorthin zurückkehren, wo er geboren wurde und wo seine Eltern leben." Laut Nachrichtenagentur AFP ist das in Tianjin.

Einkaufszentren mit Wildtieren auf Kundenfang

Zwar zeigten sich chinesische Tierschutzorganisationen grundsätzlich erfreut, dass "Pizza" aus seinem viel zu kleinen Gehege freikäme, doch sagten sie auch, "temporär ist uns nicht gut genug. Wir hoffen, dass das Aquarium dazulernen wird und Pizza dauerhaft woanders unterbringen wird (…)" Weiter forderte eine Tierschützerin laut "New York Times": "Wir wollen immer noch, dass das Aquarium ein für alle Mal geschlossen wird und alle Tiere umgesiedelt werden." Videoaufnahmen zeigten den Bären meist lethargisch oder auf und ab laufend in seinem viel zu kleinen Gehege.


Laut Tierschützern versuchen in China verstärkt, Kunden mit Hilfe von Wildtieren anzulocken. Dies sei eine Reaktion auf das immer beliebter werdende Online-Shopping. Man wolle Kunden eine zusätzliche Attraktion bieten. China hat derzeit kein Tierschutzgesetz.


amt

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