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Gefährliche Plage Eichenprozessionsspinner: Ringe aus Schafwolle sollen Verbreitung eindämmen

Ein Mann saugt Eichenprozessionsspinner vom Stamm einer Eiche ab
Ein Schädlingsbekämpfer saugt Eichenprozessionsspinner vom Stamm einer Eiche ab. Mit Schafswolle wurde jetzt eine ökologische Methode zur Schädlingsbekämpfung gefunden.
© Friso Gentsch / DPA
Eichenprozessionsspinner breiten sich immer weiter in Deutschland aus. Kommen Menschen mit den Brennhaaren der Raupen in Berührung, können allergische Reaktionen ausgelöst werden. Ein Schäfer aus Nordrhein-Westfalen hat nun eine ökologische Abwehr gegen die Schädlinge gefunden.

Die Abwehr der gefährlichen Eichenprozessionsspinner ist momentan aufwendig – und wenig ökologisch. Andreas Hill, ein Schäfer aus der Stadt Telgte in Nordrhein-Westfalen, hat ein Patent angemeldet, das den Eichenprozessionsspinnern jetzt auf verträglichere Weise den Garaus machen soll. Seine Mitarbeiter und er haben Ringe aus Schafswolle mit einer Auffangvorrichtung entwickelt, die gegen die Schädlinge wirken sollen. Das soll bei der Eindämmung der Plage in den Frühlings- und Sommermonaten helfen. Die Wolle sei für die Raupen nämlich ein unüberwindbares Hindernis, berichtet der WDR.

Ein altbewährter Trick gegen Schnecken

Dabei wendet Hill einen bewährten Trick an: Schafswolle wird schon dafür genutzt, um gegen Schnecken vorzugehen. Die Wolle saugt den Schleim der Schnecken auf und hindert sie so an der Fortbewegung.

Warum genau die Wolle auch gegen die Raupen der Eichenprozessionsspinner hilft, weiß Hill nicht. Denn die Raupen sondern keinen Schleim ab, wie Schnecken. Er vermutet, es liege an dem enthaltenen Wollfett, berichtet der WDR. Kriechen die Raupen den Baumstamm herunter, treffen sie auf das Wollband, das sie nicht überqueren können. Sie werden über einen kleinen Holzsteg geleitet – und landen in einem Stoffsack.

Warum sind die Raupen gefährlich?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen für Menschen und Tiere gefährlich sind. Heimisch ist er in den Eichenwäldern Süd- und Mitteleuropas. Durch die Klimakrise breitet er sich mittlerweile aber auch weiter nördlich aus. Dadurch entstehen jährlich im Frühjahr und Sommer wahre Plagen der Raupen. Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln diese sogenannte Brennhaare, die innen hohl sind und das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Dieses Nesselgift kann eine Immunreaktion auslösen kann, die sich durch Juckreiz, Hautentzündungen und vereinzelt durch Nesselsucht auszeichnet. Durch den Wind können die winzigen Brennhaare hunderte Meter verweht werden.

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Aktuell wird die Plage durch das Absaugen der Raupen vom Baum bekämpft. Diese Methode wird vor allem in Städten eingesetzt. Die Schädlinge werden im vierten Larvenstadium angegriffen, zu diesem Zeitpunkt sind die Brennhaare noch nicht so gefährlich. Problematisch dabei ist, dass niemals alle Raupen erwischt werden.

Quellen:  WDR, Nabu

fis

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