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Erbgut entschlüsselt: Forscher wollen die Banane retten

Die klassische Supermarkt-Banane ist durch Pilze und Schädlinge bedroht. Nun ist es gelungen, die Erbanlagen der Banane zu entschlüsseln. Dies soll helfen, resistente Bananensorten zu züchten.

Schädlinge setzen Bananen sehr stark zu

Schädlinge setzen Bananen sehr stark zu

Deutschland ist eine Bananenrepublik: Pro Jahr isst jeder Deutsche im Schnitt rund 15 Kilogramm Bananen. Doch die weltweiten Bananenbestände sind akut durch Pilzkrankheiten und Schädlinge bedroht. Eine Hoffnung von Forschern ist deshalb, Pflanzen durch resistente Gene vor Schädlingsbefall zu schützen. Diesem Ziel sind französische Wissenschaftler ein Stück näher gekommen – sie haben den genetischen Code der Banane geknackt.

Im Erbgut der Wildsorte Musa acuminata entschlüsselten die Forscher vom Pariser Zentrum für internationale Zusammenarbeit in der Agrarforschung über 36.500 Gene. Das sind 14.000 mehr Gene als der Mensch hat. Nun wollen die Forscher herausfinden, mithilfe welcher Gene die Bananen gegen Pilze und andere Krankheiten gewappnet werden können, berichten die Wissenschaftler unter Leitung von Angelique D'Hont im Fachblatt "Nature".

Die kommerziell angebauten Bananensorten haben heute keine Samen mehr. Vielmehr werden die Stauden über Schößlinge vermehrt, was dazu führt, dass alle Pflanzen genetisch gleich sind. Die Folge: Wegen der geringen genetischen Variabilität können Bananen sich kaum noch gegen Schädlinge zur Wehr setzen.

Schädlingsbekämpfung kann immer weniger ausrichten

Anders als die sterilen Bananen haben sich Pilze, Bakterien und Viren "mit der Zeit angepasst", erklären die Forscher. Auf vielen Plantagen breiten sich demnach die Schwarzen Blattmasern aus, gegen die bis zu 50-mal im Jahr Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz kommen. Obendrein sei eine neue Form der gefährlichen Panama-Krankheit auf dem Vormarsch.

Diese Krankheit hatte in den 1950er Jahren bereits die damals vorherrschende Bananensorte Gros Michel fast vollständig vernichtet. Auf den befallenen Plantagen wurde sie durch die heutige Hauptsorte Cavendish ersetzt, die damals noch gegen den Pilz resistent war. Doch jetzt ist auch die Cavendish bedroht.

Um diese klassische Supermarkt-Banane gegen Schädlinge zu wappnen, müssten resistente Gene aus anderen Bananensorten eingekreuzt werden. Nach Ansicht der Forscher ist die Entschlüsselung des Erbguts der Frucht eine entscheidende Voraussetzung, um besser geschützte Sorten zu entwickeln. Die Analyse des Genoms zeige unter anderem, dass die Banane sehr wenig auf die Abwehr von Pilzkrankheiten ausgelegt ist. Jedoch gebe es auch Hinweise darauf, welche Erbanlagen die Pflanze besser gegen Angriffe schützen könnten.

maj/AFP / AFP
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