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Gefahr für australische Tierwelt Exotischer Fisch erstickt Fressfeinde


Eine seltene Fischart aus Südostasien droht, sich in Australien auszubreiten. Der Barsch kann über Land krabbeln und dort atmen - und gilt als Gefahr für heimische Tiere. Forscher sind alarmiert.

Er sieht aus wie ein ganz normaler Fisch - aber hat eine ungewöhnliche Eigenschaft: Das Tier kann krabbeln, sich mithilfe seiner Flossen auf Land fortbewegen und dort bis zu sechs Tage überleben. Die besondere Art ist in Südostasien beheimatet und droht nun, sich von dem pazifischen Inselstaat Papua-Neguinea auf das südlich gelegene Australien auszubreiten. Experten sind alarmiert, denn der Fisch könnte das empfindliche Ökosystem schädigen.

Wie die James Cook University in Townsville mitteilt, wurde der Barsch bereits auf den nördlichen Torres-Strait-Inseln Boigu und Saibai gesichtet. Die zu Australien gehörenden Inseln liegen vor der Küste Papua-Neuguineas.

Sollte es der Fisch bis zum Festland schaffen, wäre das eine "große Katastrophe" für die heimische Fauna, sagte der Forscher Nathan Waltham dem britischen "Guardian". Denn wenn der Fisch von anderen Tieren gefressen wird, so haben es die Experten beobachtet, bläht er sich im Hals des Feindes auf - und lässt ihn ersticken oder verhungern.

Fisch hat Lungen wie ein Mensch

Der Fisch sei "aggressiv" und "extrem zäh", heißt es in der Mitteilung der Universität. Habe er sich einmal in einer neuen Umgebung niedergelassen, würde er heimische Arten schnell verdrängen und so das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.

Eine Bedrohung sei der Barsch dabei nicht nur für Wassertiere, sondern zum Beispiel auch für Vögel. "Neben den Kiemen hat er Lungen, wie wir, mit denen er Luft einatmen kann", so Nathan Waltham. Auf diese Weise kann das Tier tagelang außerhalb von Wasser überleben.

Bislang waren sich die Forscher nicht sicher, ob der Fisch auch in salzigen Gewässern überleben kann, doch nun gibt es Beweise dafür, heißt es. Das gibt ihnen Anlass zur Sorge. Zwar halten sie es für unwahrscheinlich, dass das Tier selbst bis zum australischen Festland schwimmt. Doch es könnte sein, dass es auf Booten eingeschleppt wird. Die Experten der James Cook University beobachten die Spezies nun genau. "Es ist wichtig, dass sie sich nicht zu weit von der Insel wegbewegen", sagte ein Ranger auf Saibai.

kis

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