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Kranke Hunde: Erfinder des Labradoodle bezeichnet seine Züchtung als "Frankensteins Monster"

Ursprünglich war der Labradoodle als Blindenhund gedacht. Mittlerweile bereut der Züchter seine Erfindung – denn die Gesundheit der Hunde leidet.

Labradoodle

Der große Vorteil des Labradoodle: Er ist auch für Menschen mit Tierhaarallergien geeignet

Getty Images

Eine Mischung aus Labrador und Pudel – der Labradoodle ist bei vielen Hundehaltern beliebt. Viele Menschen halten sich diese Kreuzung als Haustier. Seinen Ursprung hat der Labradoodle in Australien – und ursprünglich war er nie als Haustier gedacht. Das hat sein Erfinder, der Hundezüchter Wally Conron, dem australischen Sender ABC erzählt. Dabei gestand er auch, dass er seine Züchtung mittlerweile bereut: "Ich habe die Büchse der Pandora geöffnet und Frankensteins Monster freigelassen."

Sein Labradoodle läutete einen Trend ein, in dessen Zuge viele Kreuzungen verschiedener Rassen vorgenommen wurden – nicht alle davon waren sinnvoll. So kamen Hunde dabei heraus, die besonders anfällig für verschiedene Krankheiten sind. Wenn er Labradoodles auf der Straße sehe, mache er sich sofort Sorgen um deren Gesundheitsstand. "Ich schaue sie an und denke: Haben Sie eine Hüftdysplasie, haben sie Ellbogenprobleme oder sehe ich irgendwelche anderen Probleme?"

Labradoodles waren ursprünglich als Blindenhunde gedacht

Ursprünglich hatte Conron den Labradoodle vor 30 Jahren als Blindenführhund für eine ganz bestimmte Frau auf Hawaii erfunden. Die blinde Dame war auf einen Führhund angewiesen, konnte aber aufgrund einer Tierhaarallergie nicht auf die klassischen Rassen zurückgreifen. Cornon kam also auf die Idee, einen Hund heranzuzüchten, der die besten Eigenschaften von Labrador, Retriever und Pudel vereinigte: Er war von seinem Temperament her als Führhund geeignet und haarte nicht. Der Labradoodle war geboren.

Trotzdem war die neue Erfindung als Blindenhund nicht gerade beliebt. Nur einer der ersten drei Welpen, nämlich der Labradoodle Sultan, wurde von einer Sehbehinderten engagiert – eben jener Frau aus Hawaii. Ansonsten war die Nachfrage sehr gering, eigentlich sogar nicht vorhanden. Bis auf Cornons Drängen hin der Blindenführhundverband mit der neuen Züchtung an die Öffentlichkeit ging, um ihre Bekanntheit zu erhöhen. Und das funktionierte besser als gedacht.

Züchtungen "wie am Fließband"

"Ich hätte nie gedacht, dass eine Kreuzung solch eine Aufmerksamkeit bekommen könnte", staunt der Züchter heute noch. "Auf der Straße stiegen die Leute aus den Autos und fragten, was das für ein Hund ist." Schnell erfreuten sich die Labradoodles großer Beliebtheit. Und zwar nicht nur als Blindenhunde, sondern immer mehr auch als Trend-Haustiere, mit denen sich Promis schmückten.

Designer-Hunde waren plötzlich in – und die Probleme begannen. Als professioneller Züchter habe er immer gesunde Welpen heranzüchten wollen, so Cornon. Doch viele der Züchtungen, die auf den ersten Labradoodle folgten, seien "wie am Fließband" passiert, was zu Lasten der Gesundheit der Hunde gegangen sei. "Ich verstand, dass rücksichtslose Menschen diese Hunde züchten wollten, um damit großes Geld zu machen", sagte er ABC. 

Quelle: ABC

epp