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Stiftung Warentest - Hausnotrufdienste: Nur drei Anbieter sind "gut"

Nur drei von zwölf Hausnotrufdiensten schnitten mit "gut" ab, fünf nur mit "ausreichend". Das ist das ernüchternde Ergebnis eines exemplarischen Tests im Großraum Berlin und München.

Der Haus­notruf­dienst organisiert im Notfall Hilfe, informiert etwa je nach Situation und vertraglicher Regelung Angehörige, Hausarzt oder Rettungs­dienst

Der Haus­notruf­dienst organisiert im Notfall Hilfe, informiert etwa je nach Situation und vertraglicher Regelung Angehörige, Hausarzt oder Rettungs­dienst

Wer öfter allein zuhause ist, gesundheitlich eingeschränkt, sturzgefährdet oder generell ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat, für den kann ein Hausnotrufdienst interessant sein. Doch es gibt große Unterschiede zwischen den Anbietern und große Schwächen beim Bearbeiten des Notrufs, fand die Stiftung Warentest in einem Vergleich von 12 Hausnotrufdiensten, darunter Wohlfahrtsverbände und private Anbieter. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur drei von zwölf Hausnotrufdiensten schnitten mit "Gut" ab, so die September-Ausgabe von test.

Der Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) setzt sich mit der Note "gut" (2,3) knapp an die Spitze. Das DRK überzeugte mit seinem Kundenservice, der Beratung im Vorfeld und der Einrichtung des Hausnotrufs. Zudem meldete sich die Notrufzentrale relativ schnell und stellte konkrete Nachfragen, um die Notsituation besser einschätzen zu können. Auch der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter Unfall-Hilfe schneiden "gut" ab.

Ernüchterndes Ergebnis

Vier Notrufdienste schnitten mit "befriedigend" ab und fünf sogar mit "ausreichend". Das Schlusslicht bildete der Arbeiter-Samariter-Bund, weil er unter anderem auf den Notruf erst nach drei Minuten reagierte und auch keine konkreten Nachfragen zur Notsituation stellte. Untersucht wurde, wie schnell Hausnotrufdienste Hilfe organisieren und wie gut sie Kunden im Vorfeld und bei der Installation der Geräte beraten. Dafür wurden exemplarisch Notrufdienste im Großraum Berlin und München geprüft. Insgesamt zeigte sich, dass viele Anbieter nicht genau auf die Wünsche ihrer älteren Kunden eingingen. Es haperte meistens an genauen Erklärungen und ausführlichen Funktionstests.

Hilfe per Knopfdruck

Für die Verbindung zur Zentrale wird in der Wohnung des Kunden ein Gerät mit Freisprechanlage installiert. Dieses wird an die Stromversorgung und an die Telefondose angeschlossen und dient dazu eine Verbindung zur Notrufzentrale herzustellen. Der Kunde trägt immer einem Funksender bei sich. Den gibt es sogar in verschiedenen Variationen: Als Armband, Halskette oder Brosche. Mit dem Funksender kann man aus jedem Zimmer in der Wohnung einen Notruf auslösen. Ist der Alarm ausgelöst, erscheinen auf dem Computerbildschirm der Notrufzentrale sofort alle Daten des Notrufenden.

Kostenfrage

Etwa 20 Euro im Monat kostet die Hilfe auf Knopfdruck. Zusätzlich berechnen die Dienste einmalige Anschlusskosten zwischen 10 und 78 Euro. Wer von der Pflegekasse als pflegebedürftig anerkannt ist, kann die Teilnahme an einem Hausnotrufsystem beantragen. Wird das genehmigt, trägt die Pflegeversicherung Kosten von 10,49 Euro für den Anschluss und eine monatliche Pauschale von 18,36 Euro. Angebote wie Schlüsselverwahrung, tägliche Okay-Meldung oder Helfereinsätze von Mitarbeitern der Notrufzentrale sind von allen privat zu zahlen.