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Erschreckende Plage: Sind das wirklich Ratten? Diese Riesenbiester machen London unsicher

Die englische Hauptstadt kämpft mit einer riesigen Plage, wortwörtlich. Ratten so groß wie Katzen beherrschen die Londoner Kanäle – und fressen sogar ihre kleineren Artgenossen. 

Ratten in London

Die Riesenratten von London erinnern eher an Bieber als an ihre kleinen Artgenossen. Der Kammerjäger Lord David Burr (im Bild) Hatte sie auf der Facebook-Seite seiner Firma "Lords Environmental" gepostet.

Schon seit einigen Jahren wird immer wieder berichtet, dass die Londoner Ratten stetig größer werden. Jetzt sind Bilder aufgetaucht, die zeigen, welche Monster sich dort wirklich in der Kanalisation tummeln. Die Riesenbiester sind mittlerweile bis zu 60 Zentimeter lang – ohne Schwanz. Und damit deutlich größer als viele Katzen. Doch warum wachsen die Monsterratten immer weiter?

Die gezeigten Riesen-Ratten wurden bei einer Routine-Untersuchung in einem Wohngebäude entdeckt, berichtet die Zeitung "The Sun". "Sie waren nur eingeklemmt, nicht tot", erzählte der Finder, der Schädlingsbekämpfer Lord David Burr, der Zeitung. Der Grund: Sie waren schlicht zu riesig für die Rattenfallen der Schädlings-Profis. Es seien die größten Ratten, die er in den 15 Jahren seit Gründung seiner Firma gefunden habe, sagte er gegenüber "The Daily Star". "Die will man wirklich nicht in die Ecke drängen. Sie kämpfen, beißen und werden sich verteidigen, wenn sie müssen. Das ist ein echtes Problem. Sie werden größer und größer."

Es könnte noch viel schlimmer werden

Das Wachstum der Nager hat verschiedene Ursachen. Zum einen futtern sie immer häufiger extrem Proteinhaltige Nahrung, inklusive Hundekot, und werden so immer kräftiger. Da sie zum anderen über Mais aus Hausmüll große Mengen an Vitamin K zu sich nehmen, sind sie zudem vor einer ganzen Reihe gängiger Gifte geschützt, erklärte der Kammerjäger Jeff Sullivan gegenüber der "Sun".

Lord David Burr vermutet allerdings noch einen weit ekligeren Grund: Gegenüber dem "Daily Star" spekulierte er, dass auch Kannibalismus für das rasante Wachsen verantwortlich sein könnte. "Sie essen Mäuse und sie fressen sich gegenseitig, wenn sie tot oder am Sterben sind. Es könnte also sein, dass diese Ratten durch Angriffe auf andere Ratten so riesig wurden."

In London werden die krankheitsübertragenden Schädlinge langsam zu einem echten Problem. Kinder müssen ihre Schulen wegen Rattenbefall verlassen, einige Postboten weigern sich schon, Briefe in den besonders verseuchten Stadtteilen auszutragen, berichtet "Daily Star". Ein Ende der Plage ist indes nicht in Sicht - im Gegenteil. Experten gehen davon aus, dass die Rattenpopulation in Großbritannien durch den milden Winter in diesem Sommer massiv ansteigen könnte, schreibt "The Sun". Auf unglaubliche 200 Millionen Nager. Selbstverständlich werden nicht alle Exemplare so groß wie die aus der Kanalisation in London.

Keine optische Täuschung

Anders als bei der vermeintlichen Riesenratte im vergangenen Monat scheint es sich bei dem aktuellen Foto übrigens nicht um eine optische Täuschung zu handeln. Im ersten Fall hatte ein Kammerjäger eine Ratte so mit einer Kneifzange in die Kamera gehalten, dass sie beinahe so groß aussah wie ein Kleinkind. Das lag aber nur an der verzerrten Perspektive. Die Ratten auf dem Tisch sind dagegen echte Brummer - und sehen nicht nur so aus.

Update: Sind es wirklich Ratten?

Einige Leser wiesen uns darauf hin, dass es sich bei den vermeintlichen Ratten um Nutrias, auch Biberratten genannt, handeln könnte. Die aus Südamerika stammenden Nager sind mittlerweile auch in Europa heimisch und ernähren sich von Pflanzen und Insekten. Ob es sich bei den gezeigten Tieren aber tatsächlich um die harmlosen Nagetiere handelt, ist aktuell noch unklar. Die markanten Orange-farbenen Zähne sprechen aber tatsächlich dafür.

mma
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