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Meteorologie: Woher der Begriff der "Eisheiligen" kommt und was sich dahinter verbirgt

Hand aufs Herz: Wissen Sie, wer die sogenannten "Eisheiligen" sind und warum diese die Menschen schon seit Jahrhunderten zum Frösteln bringen? Hier erfahren Sie die Hintergründe und auch, wie das Wetter in den kommenden Tagen in Deutschland wird.  

Eisheiligen: Schnee liegt am 15. Mai 2016 auf dem Brocken

2016 verdienten die "Eisheiligen" ihren Namen. Damals fielen auf dem Brocken gar einige Zentimeter Schnee.

Dass Mamertus, Pankratius und Servatius frühchristliche Bischöfe und Märtyrer waren, dürfte außer Spezialisten kaum jemand wissen. Als "Eisheilige" bringen sie die Menschen aber schon seit Jahrhunderten zum Frösteln. Denn die Namenstage im Heiligenkalender vom 11. bis 15. Mai sorgen regelmäßig für Kaltlufteinbrüche, die seit Beginn systematischer Wetteraufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts beobachtet werden.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gibt es bei den Eisheiligen eine Nord-Süd-Teilung. In Norddeutschland gelten vor allem die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige. Im Süden und Südosten Deutschlands zählen noch der 14. und der 15. Mai als Jahrestage von Bonifatius und der kalten Sofia dazu. Diese Zeitverschiebung liegt an den etwa 24 Stunden, die die Kaltluft benötigt, um von der Küste bis zu den Alpen vorzudringen.

In Zeiten des Klimawandels sind die "Eisheiligen" in den vergangenen Jahren öfter ausgeblieben oder mutierten bei 25 Grad und mehr sogar zu "Schweißheiligen". Nach Untersuchungen des DWD liegt die Wahrscheinlichkeit von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai vor allem im süddeutschen Raum mittlerweile deutlich unter 50 Prozent.

Wetter an "Eisheiligen" weiter ungemütlich

Trotz dieser Tendenz geht das Warten auf den Frühling hierzulande weiter. Zwar steigen die Temperaturen in Deutschland zum Wochenende leicht an, es bleibt aber mit Schauern und Gewittern weiterhin ausgesprochen ungemütlich. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Offenbach mitteilte, muss in den nächsten Tagen sogar mit Unwettern und Starkregen gerechnet werden. Wo die heftigsten Gewitter toben, könne aber noch nicht vorhergesagt werden, sagte ein Meteorologe des DWD.

Die Temperaturen hingegen geben schon einen kleinen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Sommer: Während es an der See und im Bergland mit 11 Grad noch vergleichsweise kühl bleibt, steigen die Werte im Südwesten auf angenehme 23 Grad. Nachts kühlt die Luft nirgends in Deutschland auf unter sechs Grad ab.

Ein Mann in Hemd und eine Frau im Sommerkleid stehen sich gegenüber und lachen sich an


Winter-Comeback im Osten und Norden Europas

Im Osten und Norden Europas sieht das derzeit ganz anders aus. Dort ist der Winter zurückgekehrt. In Norwegen wurden wieder die Langlaufloipen gespurt. In der Hauptstadt Oslo gab es soviel Schnee wie seit 50 Jahren in einem Mai nicht mehr. In Lettland sank die Temperatur auf minus 5 Grad - der niedrigste Wert, der je an einem 11. Mai gemessen wurde. Im benachbarten Litauen musste ein Hubschrauber wegen des starken Schneefalls notlanden.

mod / DPA