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Gerichtsprozess gegen Drogenbaron: Jury-Kandidat wird abgelehnt, weil er ein Autogramm von "El Chapo" wollte

Der Ex-Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman steht derzeit in New York vor Gericht. Bei der Auswahl der Jury haperte es allerdings. Etwa, weil ein Kandidat ein Autogramm des Angeklagten wollte.

Joaquin "El Chapo" Guzman wird von zwei US-Beamten abgeführt

Joaquin "El Chapo" Guzman wird von zwei US-Beamten abgeführt. Wegen Drogenschmuggels wurde er von Mexiko in die USA ausgeliefert. 

DPA

Im Prozess gegen den ehemaligen Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman hat es schon vor den ersten Anhörungen Probleme bei der Auswahl der für US-amerikanische Gerichtsprozesse üblichen Jury gegeben. Ein Kandidat wurde als Jury-Mitglied ausgeschlossen, weil er an ein Autogramm des berüchtigten Drogenhändlers kommen wollte, berichtet NBC New York.

So soll er einen Gerichtshelfer darum gebeten haben, ihm bei der Beschaffung des Autogramms zu helfen. Für den Richter war das Anlass genug, den Mann mit kolumbianischen Wurzeln als Jury-Mitglied zu disqualifizieren. Bei der Befragung durch den Richter sagte der Autogramm-Jäger, dass er ein Fan von "El Chapo" sei, berichtet die "New York Post".

Noch mehr Kandidaten abgelehnt

Doch er sollte nicht der einzige Jury-Kandidat sein, der nicht antreten durfte. So seien zwei Frauen aus der Jury entlassen worden, nachdem sie Bedenken äußerten, sie könnten Opfer von Rachefeldzügen von Guzmans Drogenkartell werden. Ein weiterer Mann sei nicht als Kandidat ausgewählt worden, weil er als Michael-Jackson-Imitator einen zu hohen Wiedererkennungswert habe, so die "New York Post" weiter.

Insgesamt seien von 58 Kandidaten für die Jury 27 abgelehnt worden. Der Prozess gegen Guzman soll am 13. November beginnen. Insgesamt sind vier Monate für Verhandlungen angesetzt. Joaquin Guzman wird vorgeworfen mehr als 200 Tonnen Drogen in die USA geschmuggelt zu haben. Guzman plädiert auf nicht schuldig. Ihm droht lebenslange Haft.   

rw