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Umstrittene Rede: Xavier Naidoo verteidigt Auftritt vor rechter Szene

Popsänger Xavier Naidoo sorgte mit seiner Rede vor rechtem Publikum für Kritik. Nun verteidigt er sich: Er habe das Recht, sich "systemkritisch" zu äußern. Von rechtem Gedankengut grenzt er sich ab.

Popsänger Xavier Naidoo hat mit einem Auftritt vor der rechten Szene für Verwirrung gesorgt

Popsänger Xavier Naidoo hat mit einem Auftritt vor der rechten Szene für Verwirrung gesorgt

Nach seinem umstrittenen Auftritt vor rechtsgerichtetem Publikum am Tag der Deutschen Einheit hat sich Popsänger Xavier Naidoo, 43, verteidigt. Im Interview des Südwestrundfunks (SWR) sagte er: "Ich möchte auf Menschen zugehen. Auch zu "Reichsbürgern". Auch auf die NPD. Das ist mir alles Wurst." Der Sänger hatte vor einer Woche bei einer Demonstration der sogenannten Reichsbürger vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gesprochen. Diese lehnen die staatliche Ordnung in Deutschland ab.

"Die Frau Merkel kann sich auch nicht aussuchen, ob sie vor den Linken oder vor irgendjemandem spricht. Sie muss als Bundeskanzlerin vor allen sprechen", sagte Naidoo dem SWR-Politikmagazin "Zur Sache Baden-Württemberg!". Er behalte sich das Recht vor, sich "systemkritisch" zu äußern.

"Und deswegen musste ich zu beiden Veranstaltungen hingehen - zu den Menschen der Mahnwachen und zu den Menschen, die sich 'Reichsbürger' nennen, weil es sind alles Systemkritiker so wie ich. Wir brauchen diese Meinungsfreiheit, um unsere doch nicht ganz massentaugliche Meinung zu sagen."

"Für den Frieden werben wollen"

Naidoo hatte wenige Tage nach dem Auftritt in Berlin über sein Management verkünden lassen: "Ich war alleine mit meinem Fahrrad und bin im Regierungsdistrikt rumgefahren. Die Menschen haben mich, als ich im Publikum stand, angesprochen, ob ich etwas sagen möchte, und das habe ich getan", sagte er. Er habe für den Frieden werben wollen.

Zugleich grenzte er sich von rechtem Gedankengut ab: Er sei weder homophob noch rechtsradikal. Er selbst habe Morddrohungen aus der rechten Szene bekommen, als er Rock gegen Rechts gemacht habe.

Bereits 2011 hatte der Sänger während eines Auftritts beim "ARD Morgenmagazin" für Irritation gesorgt. Auf die Frage, ob man in Deutschland frei sei, antwortete er: "Nein, wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land. Deutschland hat keinen Friedensvertrag und dementsprechend ist Deutschland auch kein echtes Land und nicht frei."

kis/DPA/DPA