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Zwei Tote nach Unfall: Junger Raser zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt

Ein junger Mann mietet einen Sportwagen, um mal richtig Gas zu geben. Im Geschwindigkeitsrausch baut er einen Unfall - zwei Menschen sterben. Nun hat ein Gericht über die Konsequenzen entschieden.

Urteil in Raser-Prozess

Der Angeklagte in einem Prozess nach einem tödlichem Unfall wird in einem Gerichtssaal des Landgerichts Stuttgart an seinen Platz geführt. Foto: Marijan Murat/dpa

Nach einem Raser-Unfall mit zwei Toten in der Stuttgarter Innenstadt ist ein junger Mann zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.

Das Landgericht sprach den 21-Jährigen wegen verbotenen Autorennens mit Todesfolge schuldig. Zudem soll ihm sein Führerschein für vier Jahre abgenommen werden. «Dass Sie ein Mörder sind, konnten wir nicht feststellen», sagte die Richterin. Angeklagt war der junge Mann ursprünglich wegen Mordes.

Der 21-jährige Deutsche hatte im März bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über einen gemieteten Sportwagen verloren. Das Fahrzeug war gegen einen stehenden Kleinwagen geprallt, in dessen Trümmern eine 22 Jahre alte Frau und ihr 25-jähriger Freund aus Nordrhein-Westfalen ums Leben kamen. Vor dem Zusammenstoß hatte der PS-starke Wagen des jungen Mannes den Angaben eines Gutachters zufolge bis zu 165 Stundenkilometer auf dem Tacho.

Staatsanwaltschaft und zwei der drei Nebenkläger hatten eine Jugendstrafe wegen Mordes gefordert, der dritte Nebenkläger eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes nach Erwachsenenstrafrecht. Die Verteidigung wertete den fatalen Crash als fahrlässige Tötung und plädierte für eine Bewährungsstrafe.

Am Freitag wurden in einem tödlichen Raser-Unfall in Bayern am Freitag (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Deggendorf die Plädoyers erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 28 und 54 Jahre alten Angeklagten vor, im Juli 2018 bei Achslach im Bayerischen Wald ein verbotenes Rennen Auto gegen Motorrad veranstaltet und dabei den Tod eines entgegenkommenden Autofahrers verursacht sowie weitere Menschen verletzt und gefährdet zu haben. Die Urteile sollen am 21. November gesprochen werden.

dpa