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US-Wahlkampf Präsidenten-Berater sicher: "Trump ist zu allem bereit, er ist ein Gangster"

US-Präsident Donald Trump dominiert die Republikanische Partei
Gegen den US-Präsidenten Trump gibt es kaum Widerstand in seiner Partei. Selbst mit rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen kommt er davon.
© action press / MediaPunch
Über Jahrzehnte war Stuart Stevens in der Republikanischen Partei aktiv. Er war enger Berater von Präsident George W. Bush und Senator Mitt Romney. Jetzt rechnet er mit seiner Partei und Donald Trump ab. Er sieht Parallelen zu den Nazis in Deutschland.

Stuart Stevens war Berater von Präsident George W. Bush und Senator Mitt Romney, 40 Jahre war er Mitglied der Republikanischen Partei. Nun arbeitet er im "Lincoln Project" mit und versucht so, die Wiederwahl Donald Trumps zu verhindern. Im Interview mit dem stern sagt er: "Wir treten in den USA gerade in die gefährlichste Periode seit dem amerikanischen Bürgerkrieg ein." Die meisten hätten, so wie er auch, Präsident Donald Trump unterschätzt. "Er ist zu allem bereit, er ist ein Gangster."

Politikberater Stuart Stevens
Stuart Stevens war Berater von Präsident Georg W. Bush und Senator Mitt Romney. 40 Jahre arbeitete er für die Republikaner. In seinem Buch "It was all a lie" rechnet er mit der Partei ab.

Für die Wochen vor der Wahl prophezeit er: "Trump wird weiter eine rassistische und spaltende Kampagne fahren." Er fürchtet auch, dass es beim Wahlergebnis Sabotage-Versuche geben werde. So kann er sich vorstellen, dass Urnen von Beamten der Regierung beschlagnahmt werden -  vor allem in wichtigen Staaten wie Florida. Die Schuld an den derzeitigen Entwicklungen sieht Stevens, der auch am Drehbuch des Hollywood-Films "Die Iden des März" mitgearbeitet hat, vor allem bei der Republikanischen Partei. "Sie hätte Sicherung sein müssen, sie hätten Trump stoppen müssen, das haben sie aber nicht getan. Sie haben versagt." Das Urteil falle ihm schwer, weil er Jahrzehnte lang für die Partei gearbeitet und sich mit ihren politischen Zielen identifiziert habe. Sein ernüchterndes Fazit: "Die Republikaner sind eine Partei des weißen Hasses."

Stevens: Parallelen zum Verhalten der Nazis

Im Verhalten der Republikaner erkennt Stuart Stevens starke Parallelen zum Verhalten der Nazis 1939. Er sagt: "Ich habe dazu viel gelesen. Eines der eindrücklichsten Bücher war das des ehemaligen Reichskanzlers Franz von Papen, welches er 1953 geschrieben hat. Es ist im Grunde eine Geschichte, darüber wie die, die es eigentlich besser wussten, dachten, sie könnten Hitler für ihre Ziele nutzen. Politiker dachten, sie könnten ihn kontrollieren und für ihre Vorteile nutzen." Dies sähe er heute auch bei den Republikanern. So glaube zum Beispiel Mitch McConnell, der republikanische Führer des Senats, "Trump sei sein Narr. Ich denke, Mitch McConnell ist aber in Wahrheit Trumps Narr." Stevens weiter: "Ich werde nie wieder fragen, wie das mit Hitler in Deutschland passiert ist."

Stevens fürchtet mehr offenen Rassismus

Stevens hat aber trotzdem sein Hoffnung noch nicht aufgeben. Die USA seien ein stärkeres Land als Deutschland es damals gewesen sei. "Wir leben nicht in den Jahren 1938 oder 1939 in denen man in Hitler-Deutschland fürchten musste, für eine andere Meinung verprügelt oder getötet zu werden." Sollte Trump im November wiedergewählt werden, prophezeit er, dass es mehr offenen Rassismus geben werde. Er sagt: "Deutschland wird der Anführer der freien Welt sein." Hätten die USA in der Corona-Krise eine ähnlich gute Regierung wie die Bundesrepublik gehabt, hätte man die Mehrheit der Toten verhindern können. Stuart Stevens sagt: "Deutschland hat eine Wissenschaftlerin an der Macht und wir einen Idioten."


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