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Verschiedene Hemmnisse: Abschiebung von Nordafrikanern scheitert in den meisten Fällen

Obwohl die Zahl der geplanten Abschiebungen hoch ist, konnten 2015 nur wenige abgelehnte Asylbewerber aus Nordafrika tatsächlich abgeschoben werden. Dies hat gleich mehrere Gründe.

Ein Flugzeug steht zur Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern bereit

Gerade die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber aus Nordafrikaner bereitet Probleme (Symbolbild)

Abschiebungen brauchen Zeit - viel Zeit. Das wurde in den vergangenen Jahren immer wieder zum Thema. Besonders abgelehnte Asylbewerber aus Nordafrika bleiben häufig in Deutschland, wie Zahlen des vergangenen Jahres zeigen. In den Monaten Januar bis November sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums nur 368 Menschen in eines der nordafrikanischen Länder abgeschoben worden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte im gleichen Zeitraum jedoch 8363 Asylanträge aus diesen Ländern ab. Die tatsächliche Durchsetzung einer bestehenden Ausreisepflicht scheitere in der Praxis oftmals an verschiedenen Hemmnissen, teilte das Bundesinnenministerium auf dpa-Anfrage mit.

Abschiebung scheitert auch an fehlenden Papieren

Neben gesundheitlichen Gefahren und konkreten Gefahren für Leib und Leben im Zielland werde eine zeitweise Duldung der abgelehnten Asylbewerber auch dann erteilt, wenn die Abschiebung wegen fehlender Papiere oder der Weigerung des Zielstaates nicht möglich sei.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) war im Frühjahr 2016 nach Tunesien, Marokko und Algerien gereist, um die schnellere Abschiebung von Menschen aus der Region zu besprechen. Im Jahr 2015 waren nach Angaben von de Maizière etwa 10.000 Marokkaner, 13.000 Algerier und 2.500 Tunesier nach Deutschland gekommen, die zum größten Teil keinerlei Bleibeperspektive hätten.

sve / DPA