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Kunstausstellung Documenta: AfD betitelt Obelisk in Kassel als "entstellte Kunst"

Die AfD spricht bei einem Kunstwerk eines Nigerianers auf der Documenta von "entstellter Kunst". Die 14. Ausgabe der Kunstausstellung gilt als besonders politisch in Bezug auf zeitgenössische Kunst und Flüchtlinge. 

Der zur Documenta angelegte Obelisk auf dem Königsplatz in Kassel wird von der AFD als "entstellte Kunst" bezeichnet.

Der Nigerianer Olu Oguibe schuf den Obelisken auf dem Kasseler Königsplatz für die 14. Documenta. Ein AFD-Kommunalpolitiker bezeichnete das Kunstwerk als "ideologisch polarisierende entstellte Kunst."

Die 14. Documenta findet seit Juni im hessischen Kassel statt. Die Kunstausstellung gilt dieses Mal als besonders politsch und beleuchtet viele politische Diskurse in Form von zeitgenössischer Kunst. Der AfD passt das nicht so recht ins Weltbild. Ein Kommunalpolitiker wehrte sich vehement gegen die Pläne der Stadt Kassel, ein Kunstwerk vom nigerianischem Künstler Olu Oguibe zu kaufen.

Bei dem Werk handelt es sich um einen Obelisk, der zurzeit auf dem Königsplatz in Kassel weilt. Auf dem Obelisk steht in vier Sprachen das Bibelzitat: "Ich war ein Fremdling, und ihr habt mich beherbergt."

Zitat der AfD erinnert an NS-Vokabular

Thomas Materna, der repräsentativ für die AfD im Kulturausschuss der Stadt sitzt, sprach bei dem Kunstwerk von "entstellter Kunst." Das berichtet die Zeitung "Hessische Niedersächsische Allgemeine". Die Wortwahl, der sich der Stadtverordnete bedient, erinnert an NS-Vokabular. "Entartete Kunst" wurde in der NS-Zeit diffamiert und verboten, die nicht in das nationalsozialistische Welt- und Menschenbild passte. Während der noch bis zum 17. September andauernden Documenta steht der 16 Meter hohe Obelisk in Kassel auf dem zentralen Königsplatz. In der Stadt wird diskutiert, ob sie nach Ende der Documenta das Kunstwerk aufkaufen soll. Darüber beriet am Dienstag auch Kulturausschuss der Stadt. Von den 13 Mitgliedern sind zwei von der .

Laut "HNA" bezeichnete der AfD-Stadtverordnete Thomas Materner den Obelisken als "ideologisch polarisierende, entstellte Kunst". Wenn die Stadt das Kunstwerk kaufe, werde die AfD dort "bei jedem von Flüchtlingen begangenen Anschlag" zu Demonstrationen aufrufen. 

Die Documenta in gilt als weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Mit Athen gab es in diesem Jahr eine Ausstellung erstmals auch in einer zweiten Stadt. Gleichzeitig gilt die aktuelle Documenta 14 als besonders politisch. Flüchtlinge sind eines ihrer zentralen Themen.

Kassel zeichnet Künstler aus

Die Stadt Kassel zeichnete Oguibe im Juni mit dem nach dem Documenta-Gründer benannten Arnold-Bode-Preis aus. Das Kunstwerk soll an die weltweit 60 Millionen Menschen erinnern, die sich auf der Flucht befinden. Oguibe, der inzwischen in den USA lebt, sagte, er habe insbesondere die dortigen evangelikalen Christen herausfordern wollen, die sich vehement gegen die Aufnahme von Flüchtlingen wehrten.

Das Zitat aus dem Matthäus-Evangelium steht im Zusammenhang von Äußerungen Jesu über Heiden. Als ein Teil seiner Anhänger antwortet, er habe doch nie Hilfe nötig gehabt, sagt Jesus: "Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, habt ihr es mir getan." Und als andere meinen, sie hätten ihm doch immer geholfen, sagt Jesus: "Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es nicht getan habt einem dieser Geringsten, habt ihr es mir auch nicht getan."

fk/AFP

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