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Grüne Kanzlerkanidatin Annalena Baerbock: Keine weiteren Korrekturen an ihrem Lebenslauf

Annalena Baerbock
Trotz persönlicher Fehler, will Annalena Baerbock die Kanzlerkandidatur nicht an Co-Chef Robert Habeck abgeben (Symbolbild)
© Markus Schreiber / AFP
Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat beschlossen in Sachen Lebenslauf erstmal einen Schlussstrich zu ziehen. Am Wochenende soll auf einem Parteitag das Wahlprogramm der Grünen verabschiedet werden.

Die Parteichefin der Grünen Annalena Baerbock wird Details ihren Lebenslauf nach eigenen Angaben nicht noch einmal richtigstellen müssen. In der ARD-Sendung "Farbe bekennen" bestätigte sie am Donnerstagabend, dass die Korrekturen abgeschlossen seien.

Lebenslauf verkürzt dargestellt

Die Frage "Warum machen Sie sich toller als Sie eigentlich sind?" wehrte die designierte Kanzlerkandidatin der Grünen ab. "Das hab' ich so nicht gemacht." Sie habe wichtige beruflichen Etappen und ihre Verbindungen zu Vereinen und Organisationen im Lebenslauf auf ihrer Website "sehr komprimiert" dargestellt.

Baerbock hatte auf ihrer Website unter Mitgliedschaften zunächst unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt. Später wurde die Seite geändert, die Überschrift lautet statt "Mitgliedschaften" nun "Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung".

Annalena Baerbock entschuldigt sich für "Fehler"

"Das war offensichtlich sehr schlampig", sagte Baerbock. "Ich habe da offensichtlich einen Fehler gemacht, und das tut mir sehr, sehr leid, weil es ja eigentlich in diesen Momenten um große andere Fragen gerade in unserem Land geht."

Baerbock machte deutlich, dass sie die Kanzlerkandidatur der Grünen nicht an Co-Parteichef RobertHabeck abgeben will. Sie finde es wichtig, zu Fehlern zu stehen und sich zu korrigieren. "Jeder Mensch macht Fehler im Leben." Sich nun zu verstecken oder zurückzuziehen, "das bin ich ganz und gar nicht". Am Samstag soll der Parteitag die Nominierung Baerbocks bestätigen und in der gleichen Abstimmung auch über das Spitzenduo Baerbock und Habeck abstimmen.

Habeck fordert realistische Zielsetzung

Co-Parteichef Robert Habeck hat die Delegierten unterdessen vor unrealistischen Forderungen gewarnt. "Der Wahlkampf ist ein sehr besonderer. Da sollte möglichst wenig schief gehen", sagte Habeck dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). "Was wir beschließen, sollte umsetzbar sein. Wenn wir wissen, dass etwas nicht klappen kann, sollten wir es nicht beschließen." Die Grünen wollten regieren und seien "ambitioniert bis zum Anschlag, aber nicht darüber hinaus", sagte Habeck. "Wir sind pragmatisch und spielen nicht Wünsch-Dir-was."

Habeck verwies unter anderem auf Anträge zum Wahlprogramm, den CO2-Preis noch stärker steigen zu lassen als dies der Vorstandsvorschlag vorsieht. Schon dieser geht über die Zielmarken der Koalition hinaus. Auch einem Änderungsantrag, der ein Ende des Diesel-Motors bereits 2025 fordert, erteilte Habeck eine Absage.

Grüne wollen auf Parteitag Wahlprogramm beschließen

Die Grünen treffen sich von Freitag an zu einem dreitägigen digitalen Parteitag. Sie wollen das Wahlprogramm beschließen und Baerbock als Kanzlerkandidatin bestätigen. Habeck erwartet eine "fulminante" Unterstützung für Baerbock und ein "starkes Signal" der Solidarität. Die Grünen sind in Umfragen wieder deutlich hinter die Union zurückgefallen.

Annalena Baerbock am Rednerpult

Nach Baerbocks Nominierung im April lagen die Grünen in Umfragen zeitweise vor der Union bei 28 Prozent. Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend von infratest dimap steht die Partei nun hingegen bei 20 Prozent, die CDU/CSU bei 28 Prozent. Auch im Direktvergleich der drei Kanzlerkandidaten lag Baerbock zeitweise vorn. 28 Prozent der Befragten hätten sich im Mai für sie entschieden, wenn die Kanzlerin direkt wählbar wäre − aktuell landet Baerbock mit deutlichen Verlusten mit 16 Prozent auf Platz drei hinter CDU-Kandidat Armin Laschet und SPD-Kandidat Olaf Scholz.

Mit Blick auf die einstigen 28 Prozent persönliche Zustimmung sagte Baerbock: "So heilig war ich nie, sondern alle machen Fehler." Dafür habe sie schmerzlich bezahlt, was man auch in den Umfragen sehe.

jus dpa

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