VG-Wort Pixel

Votation im Repräsentantenhaus 35 Republikaner wenden sich gegen Trump und unterstützen Untersuchung der Kapitol-Attacke

Sturm auf das US-Kapitol – ein Greenscreen-Fake?
Sehen Sie im Video: Sturm auf das US-Kapitol ein Fake? Was hinter der skurrilen Behauptung steckt.




Dieses Bild verbreitet sich derzeit auf Twitter und Telegram.


Das Bild soll belegen, dass es sich bei dem Sturm auf das US-Kapitol in Washington D. C. um ein inszeniertes Ereignis handelt, das vor einem Greenscreen aufgezeichnet wurde.


Doch was hat es mit dem angeblichen Beweisfoto auf sich?


Bei dem Bild, das eine Inszenierung der Ereignisse des 06. Januar belegen soll, handelt es sich um einen Fake.


Der vermeintliche Beweis ist eine Fotomontage.


Das Ausgangsfoto ist diese Aufnahme der Ausschreitungen.


Das Bild wurde digital mit einem Werbefoto eines Greenscreen-Studios kombiniert.


Auch ohne diese Widerlegung sollte klar sein, dass der Sturm auf das Kapitol in Washington D. C. nicht in einem Studio inszeniert wurde.


Tausende Videos, Fotos, Livebilder und Streams aus der US-Hauptstadt lassen sich nicht mit einem einzigen Bild wegdiskutieren oder ungeschehen machen.


Wie untersuchen wir in der Redaktion Videos auf Manipulation? Dabei ist ein Blick auf die Details wichtig. Die Einzelbilder eines Videos verraten oft, ob ein Video bearbeitet wurde. Wir schauen uns Bild für Bild genau an und vergrößern einzelne Ausschnitte. Indizien für einen Fake sind zum Beispiel: fehlende Bewegungsunschärfe, unnatürlicher Schattenwurf oder Schnittfehler. Beim stern gilt generell: Seriosität vor Schnelligkeit. Wir checken Fakten und Material immer gründlich gegen, bevor wir sie veröffentlichen. Dafür arbeiten wir mit dem redaktionsübergreifenden "Team Verifikation" zusammen mit RTL, NTV, RTL2, Radio NRW.
Mehr
Am 6. Januar stürmten Anhänger des damaligen Präsidenten Donald Trump den Sitz des US-Kongresses in Washington. Nun wurde eine Untersuchungskommission zu dem Angriff beschlossen. Doch ob es sie auch geben wird, ist fraglich.

Mehr als vier Monate nach der gewaltsamen Erstürmung des US-Kapitols hat das Repräsentantenhaus die Einsetzung einer Untersuchungskommission zu dem Angriff beschlossen. Die Kongresskammer stimmte mit 252 gegen 175 Stimmen für ein solches Gremium. Im Repräsentantenhaus sind die Demokraten von US-Präsident Joe Biden in der Mehrheit. Allerdings votierten auch 35 Abgeordnete der oppositionellen Republikaner für die Einberufung des Ausschusses.

Trump spricht von "Falle der Demokraten"

Ob die Kommission, die aus jeweils fünf Demokraten und Republikanern bestehen soll, tatsächlich eingesetzt wird, ist allerdings völlig offen. Denn dafür müsste auch der Senat – die andere Kongresskammer – zustimmen. Notwendig sind dafür die Stimmen von 60 der 100 Senatoren. Über diese Stimmenzahl verfügen die Demokraten aber nicht, sie haben im Senat nur eine hauchdünne Mehrheit.

Der Republikanerführer im Senat, Mitch McConnell, erklärte bereits, dass er das Vorhaben ablehne. Er argumentierte, dass es zu unnötigen Überschneidungen zwischen der Arbeit eines solchen Gremiums und den laufenden Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden kommen könnte. Auch der Minderheitsführer der GOP im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, hatte sich vor der Abstimmung gegen einen Untersuchungsausschuss gestellt.

Der frühere Präsident Donald Trump hatte an die Parlamentarier seiner Republikanischen Partei appelliert, sich der Einsetzung des Ausschusses zu widersetzen und von einer "Falle der Demokraten" gesprochen. Die Kommission soll das Recht haben, Zeugen vorzuladen und als geheim eingestufte Informationen anzufordern.

Trump-Anhänger hatten am 6. Januar den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt. Dabei waren fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Kapitol-Polizist. Trump musste sich wegen des Angriffs einem Amtsenthebungsverfahren stellen. Er hatte zuvor seinen völlig unbelegten Vorwurf des massiven Wahlbetrugs bei einem Auftritt vor Anhängern in Washington wiederholt und diese aufgefordert, zum Kapitol zu marschieren und "auf Teufel komm raus zu kämpfen". Am Ende des Verfahrens wurde der damalige Präsident freigesprochen.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, warf der Republikanerführung vor, die Aufarbeitung der Attacke zu sabotieren. Dahinter stehe der "schändliche" Wunsch, Trump zu schützen.

mad DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker