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Vom Iran bestätigt: IS-Chef Al-Bagdadi soll "definitiv tot" sein

Vor zwei Wochen hieß es aus Russland, Abu Bakr al-Bagdadi sei möglicherweise getötet worden. Jetzt hat der Iran den Tod des IS-Anführers bestätigt.

Russland meldet: IS-Anführer Abu Bakr al-Baghadi ist möglicherweise tot

Der "unsichtbare Scheich" Abu Bakr al-Bagdadi bei der Ausrufung des Kalifats im Juni 2014. Schon mehrfach gab es Berichte über den Tod des Anführers der Terrorgruppe Islamischer Staat.

IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi ist nach Angaben des Irans nicht mehr am Leben. Das berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Vertreter von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei. "Der Terrorist Bagdadi ist definitiv tot", zitierte Irna den Repräsentanten der iranischen Revolutionsgarden, Ali Shirazi. Weiter habe Shirazi sich nicht dazu äußern wollen. Irna aktualisierte die Nachricht später und ließ dabei das Zitat zu Bagdadis Tod weg, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

Bagdadi wurde schon mehrfach totgesagt

Die US-geführte Allianz gegen den Islamischen Staat hat den Tod des Terrorführers bislang nicht bestätigt. Ein Sprecher der Allianz hatte aber bereits vergangene Woche erklärt, dass man davon ausgehe, dass Bagdadi, selbst wenn er noch am Leben sein sollte, keinerlei Einfluss auf die gegenwärtigen Ereignisse in Rakka oder Mossul oder sonstwo habe, wo der IS Gebiete verliere.

Bagdadi ist in der Vergangenheit schon mehrfach totgesagt worden. Zuletzt hatte das russische Verteidigungsministerium am 16. Juni mitgeteilt, dass der IS-Chef möglicherweise Ende Mai bei einem Luftangriff in Syrien getötet worden sei. Eine Woche später erklärte der russische Senator Viktor Oserow in Moskau, diese Information sei fast zu 100 Prozent sicher. Auch der Ex-Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Nikolai Kowaljow, meinte, er glaube an die Seriosität der Quellen des Militärs.

IS-Chef rief 2014 das Kalifat aus

Nach irakischen Regierungsangaben wurde al-Bagdadi 1971 in Samara geboren. Einem irakischen Geheimdienstbericht zufolge hat er einen Doktor in Islamstudien und war Professor an der Universität von Tikrit. Offenbar schloss er sich nach der US-Invasion im Irak im Jahr 2003 den Aufständischen an und verbrachte einige Zeit in einem US-Militärgefängnis.

Im Juni 2014, kurz nach der Eroberung Mossuls durch den IS, hatte al-Bagdadi dort bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte das "Kalifat" des IS in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen. In dem bisher einzigen Video ist ein Mann mit schwarzgrauem Bart, schwarzem Mantel und schwarzem Turban zu sehen.

Terror-Experte

Al-Bagdadis Aufenthaltsort galt lange Zeit als unbekannt. Im Gegensatz zum IS, der offensiv an die Öffentlichkeit geht, hält sich al-Bagdadi sehr bedeckt. Experten beschreiben ihn wie ein Phantom. Er gilt als "unsichtbarer Scheich", der sein "Kalifat" stets aus dem Verborgenen regiert.

USA erhöhen Kopfgeld auf 25 Millionen Dollar

Erst im Dezember hatten die USA das Kopfgeld für die Ergreifung al-Bagdadis erhöht - von 10 auf auf 25 Millionen Dollar. Unter dem Terrorführer sei der IS verantwortlich für den Tod von tausenden Zivilisten im Nahen Osten sowie für die "brutale Ermordung zahlreicher Geiseln aus Japan, Großbritannien und den USA", erklärte damals das Pentagon. Zudem habe die Miliz Chemiewaffen im Irak und in Syrien eingesetzt und Terroranschläge jenseits der Grenzen ihres selbsterklärten Kalifats "ermöglicht oder angeleitet".

mad, mit AFP