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Neuseeland: Cricket-Team entkommt Terroranschlag auf Moschee denkbar knapp

Vor einem Testspiel ist das Cricket-Team von Bangladesch auf dem Weg zum Freitagsgebet in einer Moschee in Christchurch. Als sie dort ankommen, fallen Schüsse. Die Spieler verdanken wenigen Minuten Verspätung ihr Leben.

Die Männer gehen zügig. Ihre Gesichter verraten Anspannung. Einer schaut auf sein Handy, die anderen scheinen einfach nur weg zu wollen. Ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene rast in die Richtung, aus der die Männer kommen. Für Eile und Anspannung haben die Männer in Teamkleidung einen guten Grund. Denn das kurze Video auf Twitter zeigt Mitglieder des Cricket-Teams von Bangladesch, die durch den Hagley Park in Christchurch eilen. Sie sind dem Terroranschlag auf die Masjid al Noor-Moschee denkbar knapp entkommen.

Gepostet hat das Video ESPN-Korrespondent Mohammad Isam. Er schreibt auf "ESPN Cricinfo", dass 17 Cricket-Spieler und -Trainer im Bus auf dem Weg zum Freitagsgebet in der Moschee nahe des Parks waren. Sie saßen keine 50 Meter von dem Gebetshaus entfernt im Bus, als sie das Massaker in der Moschee bemerkten. Das berichtet Team-Manager Khaled Mashud nach dem Vorfall Journalisten im Team-Hotel. "Ich würde sagen, wir hatten großes Glück. Wären wir drei oder vier Minuten früher angekommen, wären wir wahrscheinlich in der Moschee gewesen", sagte Mashud laut "ESPN Cricinfo".

Sie seien sehr dankbar, nicht in die Schusslinie geraten zu sein. Aber was sie mit ansehen mussten, sei ihnen wie eine Filmszene vorgekommen. "Wir konnten blutüberströmte Menschen sehen, die aus der Moschee taumelten. Etwa acht bis zehn Minuten saßen wir im Bus und hielten unsere Köpfe unten, falls jemand auf uns schießen sollte", sagte Mashud.

Team flieht aus Bus vor der Moschee in Neuseeland

Erst seien sie im Bus geblieben. "Als uns klar wurde, dass die Schützen mehr Schaden anrichten könnten, wenn sie uns alle gemeinsam im Bus erwischen, haben wir gemeinsam entschieden, durch die Hintertür zu fliehen", sagte Mashud ESPN. Durch den Park lief das Team erst zum Trainingsplatz und später zurück zum Hotel. "Es war die Art von Vorfall, die wir nie erwartet hätten und nie sehen wollten - in keinem Teil der Welt", sagte Mashud.

Auf Twitter machten einige Spieler ihrer Erleichterung Luft, doch aus ihren Zeilen sprechen auch Angst und Schrecken. "Es ist doch normal, betroffen zu sein. Wenn ein Terrorangriff direkt vor dir passiert und du siehst, wie Blut vergossen wird, dann macht das doch jedes menschliche Wesen betroffen." Ein geplantes Testspiel des Teams wurde abgesagt. Wann die Cricket-Mannschaft nach Bangladesch zurückkehrt, ist noch nicht klar. Aber immerhin kommen alle körperlich gesund aus Neuseeland zurück.

Quellen: ESPN Cricinfo, Mohammad Isam auf Twitter.