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Bald mehr als zwei Kinder?: China will strenge Geburtenpolitik abschaffen

Die offizielle staatliche Briefmarke für 2019 zeigt eine Schweinefamilie - die Eltern und ihre drei Ferkel. Wird damit ein neuer Abschnitt in der Geburtenpolitik des Landes eingeläutet? Die Vorgaben, wie viele Kinder eine Familie haben darf, sollen wegfallen. 

Geschwisterpaar in China

Seit drei Jahren ist es Eltern in China erlaubt, zwei Kinder zu bekommen

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Nach Jahrzehnten der Beschränkungen und Strafen soll in China die Geburtenregulierung durch den Staat ein baldiges Ende haben. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, sind in dem Entwurf für ein neues Zvilgesetzbuch  keine Regelungen zur Familienplanung mehr enthalten. Damit reagiert das Land auf seine rapide alternde Gesellschaft.

Zwei-Kind-Politik brachte keinen Babyboom

Wird der Gesetzestext wie vorgesehen 2020 vom Ständigen Ausschuss des Volkskongresses verabschiedet, müssten bis spätestens dann sämtliche Beschränkungen aufgehoben werden, schlussfolgerten andere Medien. Wegen seiner alternden Gesellschaft hatte China bereits vor drei Jahren das Ende der Jahrzehnte andauernden Ein-Kind-Politik verkündet. Seitdem dürfen Eltern zwei Kinder bekommen. 

Dieser erste Schritt führte allerdings nicht zu dem erhofften Babyboom. Angesichts hoher Mieten und teurer Schulbildung fürchten viele Paare, dass sie sich kein zweites Kind leisten können. 2016 wurden amtlichen Angaben zufolge 17,9 Millionen Baby geboren, nur 1,3 Millionen mehr als im Vorjahr und damit deutlich weniger, als die Regierung erwartet hatte. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Neugeborenen auf 17,2 Millionen zurück. Laut einer Statistik der Weltbank bekommt eine Frau in China durchschnittlich 1,6 Kinder - zu wenig, um die Bevölkerung stabil zu halten. 

Erstes Indiz: Staatliche Briefmarke zeigt fünfköpfige Schweinefamilie

"Ich kann keine Kinder mehr kriegen, weil ich zu alt bin. Warum wird dieses Gesetz erst jetzt geändert?", kommentierte am Donnerstag eine Nutzerin des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Ein anderer Nutzer schrieb: "Eine von der Regierung gesteuerte Familienplanung verstößt gegen Menschenrecht. Zuerst dürfen wir nur ein Kind kriegen, dann sollen es plötzlich so viele wie möglich sein." 

Spekulationen über eine weitere Aufweichung der Geburten-Politik waren bereits in den vergangenen Wochen aufgekommen, nachdem eine neue staatliche Briefmarke für das Jahr des Schweins vorgestellt wurde, das nach dem chinesischen Mondkalender im kommenden Februar beginnt: Die Marke zeigt die Zeichnung einer Schweinefamilie mit Mutter, Vater und drei kleinen Ferkeln. Die offizielle Marke für das derzeit laufende Jahr des Hundes zeigt dagegen eine Hundefamilie mit nur zwei Welpen.

Schrittweise Lockerung der Geburtenpolitik

Die strenge Ein-Kind-Politik wurde 1979 eingeführt. Es ging darum, das wachsende Riesenvolk zu ernähren und die knappen Ressourcen zu schützen. Ohne die strikte Familienpolitik würden heute in China nach offiziellen Angaben schätzungsweise 300 Millionen Menschen mehr leben.

Die Geburtenbeschränkung war wegen ihrer strengen Umsetzung mit Zwangsabtreibungen bis spät in der Schwangerschaft und anderer Eingriffe in das Leben der Menschen immer heftig umstritten. Über die Jahre gab es schrittweise Lockerungen. Wegen der traditionellen Bevorzugung von Jungen durften Bauern, die zuerst ein Mädchen bekommen hatten, noch einmal versuchen, einen männlichen Stammhalter zu bekommen.

Manche Chinesen fanden auch Wege, die Beschränkungen zu umgehen. Wer genug Geld hatte, zahlte häufig einfach die Strafen, die bei einem zweiten Kind verhängt werden. Die Höhe war je nach Region unterschiedlich.

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fri / DPA
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