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US-Wahlkampf Obama attackiert Trump: "Unfähig" und "inkompetent"

Sehen Sie im Video: Obama-Rede im Video – Trump hilft niemandem, außer sich selbst.




Endspurt im US-Wahlkampf. Erstmalig ist am Mittwoch nun auch der frühere US-Präsident Barack Obama in dem Swingstate Pennsylvania auf die Bühne gestiegen, um mit einem Wahlkampfauftritt seinen früheren Vizepräsidenten und Trumps Herausforderer Joe Biden zu unterstützen. In Philadelphia sprach er auf einer Drive-In-Kundgebung. Und dabei griff er seinen Nachfolger Donald Trump offen an. "Aber ich hatte gehofft, unserem Land zuliebe, dass er wenigstens ein winziges Interesse daran zeigen würde, seinen Job ernst zu nehmen. Aber so war es nicht. Er hat kein Interesse daran gezeigt, die Arbeit zu erledigen oder jemand anderem als sich selbst und seinen Freunden zu helfen. Er nutzt das Amt, als sei es eine Reality-Show, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Und selbst so gesehen, hat er eine schlechte Einschaltquote." Obama warf der amtierenden Regierung darüber hinaus Inkompetenz im Kampf gegen die Corona-Pandemie und das Verbreiten von Falschinformationen vor. Trump könne nicht einmal die grundlegenden Schritte unternehmen, um sich selbst zu schützen, sagte Obama. Viele Menschen in den Vereinigten Staaten hätten nicht sterben müssen, wenn auch nur grundlegende Maßnahmen ergriffen worden wären. Rund 42 Millionen Amerikaner haben bereits ihre Stimme abgegeben. Die hohe Zahl liegt vor allem darin begründet, dass viele Bürger angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie in den USA eine Ansteckung am Wahltag im Wahllokal verhindern wollen. Wahltag ist der 3. November.
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Ex-US-Präsident Barack Obama meldet sich im Wahlkampfendspurt mit beißender Kritik an Donald Trump zu Wort. Er wirft seinem Nachfolger Versagen im Kampf gegen die Pandemie vor und klagt: Viele Amerikaner hätten nicht sterben müssen.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat seinem Nachfolger Donald Trump in drastischen Worten Versagen bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie vorgeworfen. Trump habe die Pandemie ignoriert und dann mit "Inkompetenz", "Falschinformationen" und Planlosigkeit alles noch schlimmer gemacht, sagte der Demokrat am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Wahlkampfveranstaltung. Viele Menschen in den USA hätten nicht sterben müssen, wenn die Regierung auch nur grundlegende" Maßnahmen ergriffen hätte, sagte Obama. Der Vergleich mit anderen Ländern wie Südkorea oder Kanada zeige, dass die Zahl der Corona-Toten deutlich geringer hätte ausfallen können.

Trump habe "kein Interesse gezeigt", den Menschen in Amerika zu helfen und das Präsidentenamt nur als "Reality Show" genutzt, kritisierte Obama. Der Republikaner sei unfähig, "den Job ernst zu nehmen", sagte der Ex-Präsident. "Und der Rest von uns muss mit den Konsequenzen leben." Obamas Fazit: "Wenn er die ganze Zeit seinen Job gemacht hätte, dann wäre es nie so schlimm geworden."

Barack Obama: Auftritt für Freund Joe Biden

Die beiden Auftritte in der Stadt Philadelphia im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania waren Obamas erste große Wahlkampfveranstaltungen für seinen früheren Vizepräsidenten Joe Biden, der am 3. November gegen Trump antritt.

Die Pandemie wäre für jeden Präsidenten schwierig gewesen", räumte Obama ein. Das "Ausmaß der Inkompetenz und der Falschinformationen" seitens der Regierung habe die Situation aber weiter verschlimmert. Die Idee, dass dieses Weiße Haus irgendetwas anderes getan hat, als es komplett zu vermasseln, das stimmt einfach nicht", sagte Obama. Südkorea und die USA hätten am gleichen Tag die erste bestätigte Infektion gehabt, aber die US-Regierung habe nicht gehandelt. "Am Fernseher twittern oder Sachen erfinden löst keine Probleme", sagte Obama weiter. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Biden die Lage in den Griff bekommen werde. "Das heißt nicht, dass alles schon morgen gelöst sein wird. Wir werden immer noch zu kämpfen haben, aber ich weiß, dass wir es besser machen können", sagte er.

Obama hatte sich nach dem Ausscheiden aus dem Amt - wie üblich bei ehemaligen US-Präsidenten – mit öffentlicher Kritik an seinem Nachfolger zurückgehalten. Erst seit Mai, als der Afroamerikaner George Floyd bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam und Menschen im ganzen Land gegen Rassismus und Polizeigewalt protestierten, hat sich Obama wieder vermehrt zu Wort gemeldet. Seine beißende Kritik an Trump in Philadelphia – pünktlich zum Endspurt des Wahlkampfes - stellt aber eine deutliche Verschärfung seiner Tonlage dar.

Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gibt es in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, bislang gut 8,3 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf gut 50.000 pro Tag an. Mehr als 221.000 Menschen starben bislang – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Trump behauptet, Todesfälle verhindert zu haben

In den USA starben diesen Daten zufolge pro 100.000 Einwohner bislang 68 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Das entspricht in etwa der Rate in Großbritannien (66) und in Spanien (73). In anderen Ländern ergab sich jedoch eine deutlich geringere Sterblichkeitsrate. In Kanada starben pro 100.000 Einwohnern 27 Menschen, in Deutschland 12 und in Südkorea nur einer.

Trump behauptet, durch sein Management der Pandemie inklusive der Einreisesperren für Menschen aus China und Europa womöglich Millionen weitere Todesfälle verhindert zu haben. Biden wirft ihm dagegen Versagen in der Coronakrise vor und beschuldigt Trump, für den Tod Zehntausender US-Bürger verantwortlich zu sein.

Trump infizierte sich zu Monatsbeginn selbst mit dem Coronavirus und wurde wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt. Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus rief der Präsident die Amerikaner dazu auf, "keine Angst" vor dem Virus zu haben und versprach erneut ein baldiges Ende der Pandemie. Obama erklärte dazu: "Donald Trump wird uns nicht plötzlich alle beschützen. Er kann nicht mal die grundlegenden Schritte machen, um sich selbst zu beschützen."

Obama warb mit Nachdruck dafür, Trump abzuwählen. Falls dieser die Wahl erneut gewinnen sollte, würde das Land in den nächsten vier Jahren so weit zurückgeworfen, dass es "wirklich schwierig" würde, sich aus diesem Loch wieder zu befreien", sagte Obama. "Wir befinden uns in einem tiefen Loch."


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